Wird Fernsehen bald richtig teuer?

Bisher zahlen wir in Deutschland ja eine Haushaltsabgabe für TV- und Rundfunkempfang und dürfen die öffentlich rechtlichen Sender kostenlos empfangen. Auch viele Privatsender strahlen die Programme noch unverschlüsselt kostenlos aus. Aber das könnte sich ‘bald’ ändern, die technische Entwicklung wird gerade angestoßen.


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HD-TV, die Lizenz zum Abkassieren

Ab März 2017 wird ja das digitale Antennenfernsehen DVB-T schrittweise abgeschaltet und durch DVB-T2 ersetzt. Ich hatte dies kürzlich im Beitrag Fernsehen: DVB-T2-Wechsel, das muss man wissen angesprochen.

Das bedeutet Kosten, denn viele Nutzer mit digitalem Antennenfernsehen nach DVB-T-Norm benötigen einen neuen DVB-T2-Receiver. Aber es gibt noch einen weiteren Kostenblock, wenn man Privatsender in DVB-T2-Qualität empfangen will. Die Privatsender kassieren dann Gebühren (zusätzlich zur Haushaltsabgabe für TV- und Rundfunkempfang, die jeder Deutsche Haushalt zahlt).

Da auch beim Kabelfernsehen die Analog-Kanäle abgeschaltet werden, fällt wohl zukünftig neben der Haushaltsabgabe für TV- und Rundfunkempfang und der Kabelgebühr noch ein Abonnement für die privaten TV-Programme an. In diesem Artikel befasst sich Spiegel Online mit dem Thema und geht davon aus, dass alle TV-Zuschauer ab 2022 viel mehr Geld für den TV-Empfang zahlen sollen. Am interessantesten finde ich die Kostenübersicht, die zeigt, wie wir dann abgezockt werden. Wirklich lesenswert.

Die TV-Sender schaffen sich meiner Meinung nach gerade ab. Denn junge Leute lassen sich das nicht mehr gefallen und setzen gleich auf sogenannte Streaming-Angebote aus dem Internet bei Anbietern wie Netflix etc..

An dieser Stelle wird die Abzocke durch das Kartell aus Politik und öffentlich rechtlichem Rundfunk in Form der Haushaltsabgabe deutlich. In ein paar Jahren dürften den Rundfunkanstalten die Zuschauer extrem weg brechen. Mit der Haushaltsabgabe hat man einen Finanzierungstopf, der sich immer füllt, egal, ob jemand das Angebot nutzt oder nicht.

Auch beim Radio soll sich was ändern

Und beim Radio arbeiten Sender und Politik daran, die UKW-Sender abzuschalten, damit die Leute sich Digital-Radio (DAB+) holen. Neben neuen Geräten, die viel Geld kosten, wird man in eine Technik zum Gängeln gedrängt. UKW-Radios tun es seit vielen Jahrzehnten, wenn das Gerät nicht defekt geht. Ich habe noch ein UKW-Radio aus meiner Jugendzeit (48 Jahre alt), welches noch funktioniert. Bei DAB+ ist davon auszugehen, dass die Industrielobby alle 10 Jahre einen Gerätewechsel durch Änderung der Digitalstandards forciert. Ein paar Informationen hatte ich letztes Jahr, drüben im IT-Blog, im Artikel Verkaufsstopp für UKW-Radios?, zusammen getragen.

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2 Antworten zu Wird Fernsehen bald richtig teuer?

  1. gs sagt:

    Ich zitiere aus dem Spiegel Artikel:
    Auch Kabel-TV dürfte sich bald für viele Kunden verteuern: In Kürze beginnt die Abschaltung der bisher ohne Zusatzkosten angebotenen Analogangebote im Kabelfernsehen. Den Anfang macht Unitymedia zum Stichtag 1. Juli 2017 in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Die anderen Anbieter folgen bis spätestens Ende 2018.
    Danach ist das TV-Kabel in Deutschland komplett digital – und wird aus Kundensicht damit faktisch teurer. Denn bisher zahlten Kabelkunden zwar grundsätzlich für ihren Anschluss, mussten aber nicht tiefer in die Tasche greifen, um das Standard-TV-Programm zu sehen. Mit Wegfall der Analogsignale müssen Kabelkunden nun zusätzlich auch ein vom Kabelbetreiber zusammengestelltes digitales Programmbouquet buchen – und kostenlose sind darunter nicht zu finden.

    Ich wüsste nicht, dass Unitymedia-Kunden für das normale Digital-TV zusätzlich etwas bezahlen müssen, wenn sie die Standardprogramme (incl. RTL, SAT1, Pro7, SIXX, Nitro, alle 3ten, uvm) in SD sehen wollen.

    Ist mir da was entgangen oder hat der Spiegel wieder mal unsauber formliert?

    • guenni sagt:

      Solange die Auflösung in SD kommt, wird es wohl kostenlos sein. Nach meiner Lesart könnte das Thema bei HD kommen (sobald verschlüsselt wird). Warten wir es ab – der Spiegel gibt in der Tabelle ja an, dass Unsicherheiten bestehen).

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