Chainless S1: Das Fahrrad ohne Kette

Ein Fahrrad kennt eigentlich jeder, ein Rahmen, zwei Räder eine Tretkurbel und eine Kette, die das Ganze auf das Hinterrad überträgt. Aber ginge dies nicht auch ohne Kette? Das Chainless S1 (kettenloses Modell S1) will genau dies ermöglichen.

Werbung

Das Fahrrad wird allgemein dem Forstbeamten Karl von Drais zugeschrieben, der seine Draisine (Laufmaschine) 1817 entwickelte und 2018 in Baden zum Patent anmeldete. Keine Pedale und keine Kette, Antrieb durch Abstoßen mit den Füßen.

Und dann gab es ja noch die die Hochräder mit Stahlspeichen und einer Tretkurbel am Vorderrad, die 1868 in Mode kamen. War aber wohl nicht so wirklich der Bringer. Der Durchbruch für das Fahrrad kam 1885 mit dem ‘Sicherheits-Niederrad mit Kettenantrieb’  – welches heute allgegenwärtig ist.

Die Kette soll weg

Nun hat ein Tüftler das Thema Fahrrad nochmals neu gedacht und sich überlegt, wie man auf den Kettenantrieb verzichten kann. Heraus gekommen ist das Chainless S1-Rad, wie es auf nachfolgendem Foto zu sehen ist.


(Quelle: Kickstarter)

Der Tüftler hat den Pedalantrieb einfach in die Hinterachse verlegt und dort einen Freilauf eingebaut. Das Hinterrad wandert daher unter den Sattel, die Kette vom Pedalantrieb auf das Hinterrad kann entfallen. Vom Konzept gibt es zwei Modelle, eines ist klappbar, wie man in folgendem Video sehen kann.

(Quelle: YouTube)

Das andere Modell hat dagegen einen starren Rahmen aber keinen Kettenantrieb. Das Gefährt soll in verschiedenen Rädergrößen erhältlich sein.

Wo kann man das kaufen?

Aktuell gibt es dieses Fahrrad nicht zu kaufen. Der Tüftler gehört zur modernen Generation der Erfinder, die sich die Produktion einer Idee von potentiellen Käufern finanzieren lässt. Dazu setzen die Leute eine Projektfinanzierung bei Plattformen wie Kickstarter auf. Das Prinzip ist einfach: Man stellt entwickelt einen Prototyp, stellt das Projekt auf der Plattform vor, nennt ein Finanzierungsziel und hofft, dass genügend Interessenten zusammen kommen.

Wird das Finanzierungsziel erreicht, startet die Produktion und die Leute bekommen das Produkt (wenn sie für einen Finanzierungsbeitrag in Höhe des angegebenen Produktpreises entscheiden). Scheitert die Finanzierung, wird das Produkt wohl niemals in Produktion gehen – und die Finanziers bekommen das Geld zurück. Eigentlich eine gute Situation, da der Entwickler vom finanziellen Risiko, ein unverkäufliches Produkt zu finanzieren, befreit ist. Und ein Ansatz, wo Käufer spannende Sachen unterstützen können.

Bisher sind nur die wenigsten Kickstarter-Projekte nach einer erfolgreichen Finanzierung wirklich gescheitert und die Leute haben ihr Geld verloren.

Kickstarter-Projekt Chainless Bicycle 

Für das Projekt Chainless Bicycle wurde diese Webseite auf der Plattform Kickstarter aufgesetzt. Dort finden sich weitere Bilder und die Preise für die Finanzierung. Das Rad soll es für einen Mindestbeitrag von 799 US $ geben (200 US $ Nachlass für den Finanzierer). Dieses Modell wird nur in den USA angeboten. Ein anderes Modell ‘Chainless S1’ soll zum Preis von 799 US $ in alle Welt versandt werden, sofern das Projekt das Finanzierungsziel von 75.000 US $ erreicht.

Aktuell sieht es aber leider noch nicht so gut aus – die Kickstarter-Kampagne läuft zwar noch bis zum 9. Juni 2017. Aber vom Finanzierungsziel 75.000 US $ sind erst 13.110 US $ erreicht. Und dies, obwohl bereits alle großen Medien, unter anderem Zeit Online, darüber berichtet haben. Wäre das ein Rad, was Sie begeistern könnte?


Werbung

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Chainless S1: Das Fahrrad ohne Kette

  1. Gaga sagt:

    Sicherlich eine interessante Idee! Aber die Position der Kurbel halte ich persönlich für nicht sonderlich bequem (und gesund). Und wo ist die Übersetzung? Man kann doch nicht ständig mit einer (direkten) Übersetzung fahren!? Entweder kommt man keinen Berg hoch oder man tritt sich bei höherer Geschwindigkeit einen Wolf… Es ist wohl der Wolf, der zutreffen dürfte.

    Und was mir noch spontan aufgefallen ist: Durch den kurzen Radstand ist das Fahrrad wohl eher nicht besonders Spur treu und sehr „zappelig“.

    Hm, kann ich mir im Moment nicht vorstellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.