Forschung mit Stammzellen gegen Diabetes Typ 1

Hoffnung für Menschen, die vom Typ 1-Diabetes betroffen sind und sich täglich mehrfach Insulin spritzen müssen. Der Forschung scheint ein Durchbruch bei der Bekämpfung dieser Krankheit mit Hilfe von Stammzellen gelungen zu sein.

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Gemäß Diabetesinformatationsdienst München leiden in Deutschland 0,4 % der Bevölkerung unter Typ 1-Diabetes. De Hälfte der Betroffenen erkrankt bereits im Alter von unter 20 Jahren. Geschätzte 10.000 bis 15.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 14 Jahren leiden in Deutschland an Typ-1-Diabetes. In der Gruppe der 0- bis 19-Jährigen sind es 21.000 bis 24.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Bei Diabetes.org geht man sogar von 30.000 Jugendlichen bis 19 Jahren von Typ-1-Diabetes aus.

Die Krankheitsform ist für 90 Prozent aller Diabetesfälle bei Kindern und Jugendlichen verantwortlich. Diabetes stellt das Leben auf den Kopf – über den schwierigen Alltag von Diabetikern kann man zum Beispiel hier nachlesen.

Diabetes bei Erwachsenen ist meist Typ-2

In der Gruppe der erwachsenen Patienten sind nur etwa fünf Prozent der Diabeteserkrankungen dem Typ-1-Diabetes zuzuordnen. Dort nimmt der Typ-2-Diabetes auf Grund des Lebensstils stark zu – man geht von 6 Millionen Betroffenen aus. Selbst schlanke Personen können ein hohes Diabetes-Risiko haben, wie dieser Spiegel Online-Beitrag erläutert. Die Betroffenen haben eine Fehlfunktion bei der Fettspeicherung, sodass sie kaum Fett am Oberschenkel, dafür aber im Bauchraum anlagern. Das zeigen Untersuchungen von Tübinger Forscherinnen und Forschern des Deutschen Zentrum für Diabetesforschung und des Helmholtz Zentrums München, die nun in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“ veröffentlicht werden. Aber um diese Gruppe geht es hier nicht.

Stammzellen sollen Insulin produzieren

Bei Diabetes Typ 1 bewirkt eine Autoimmunerkrankung, dass die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse absterben oder die Produktion von Insulin einstellen. Jetzt gibt es eine Meldung (Englisch) der US-Firma ViaCyte, Inc., die eine klinische Studie mit Diabetes Typ-1-Patienten gestartet haben.

Diesen Patienten wird ein kleines Gerät, als Wächter bezeichnet, eingepflanzt, welches Vorläufer-Stammzellen für Bauchspeichelzellen (PEC-01 ™ –Zellen) enthält. Nach der Implantierung wird erwartet, dass diese über den Blutkreislauf versorgten Stammzellen sich in menschliches Inselgewebe verwandeln. Dieses Gewebe soll auch robuste Beta-Zellen enthalten, die Insulin nach Bedarf produzieren und an den Körper abgeben. Später kann man daran denken, diese Zellen zu verpflanzen. Die erste Studie soll untersuchen bzw. zeigen, ob dieser Ansatz funktioniert und sicher ist. Nach einer gewissen Zeit wird das Gerät wieder entfernt und histologisch untersucht. Bis zu 40 Patienten sollen an einer zweiten Phase in der Studie teilnehmen, in der die Wirksamkeit der Therapie nachgewiesen werden soll.

Das alles ist noch keine abgeschlossene Therapieform – aber es zeichnet sich zumindest ein Fortschritt ab. Bisherige Versuche in Richtung Stammzellen kamen nie über den Laboransatz hinaus.

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