Sommerimpressionen: Springkraut

Als ich diese Woche an einem schönen Sommermorgen meinen Nordic Walking-Parcours im Wald absolvierte, fiel mit eine Galerie blühendes Springkraut am Wegesrand auf. Daher ein paar Fotoimpressionen und Hintergrundinformationen zum Springkraut.

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Es war einfach ein hübscher Anblick, den die ‘Blüten’ da am Wegesrand boten. Also Smartphone-Kamera gezückt und ein paar Fotos geschossen. Das könnte man doch im Blog einstellen, so mein Gedanke …

Beim weiteren Walking-Parcours schoss mir dann ‘wie heißt das Zeugs eigentlich’ durch den Kopf. Auch wenn ich als Sohn eines Landwirts aufgewachsen bin, hab ich es nicht so mit der Botanik. Meist untergliedere ich was da wächst in ‘kannst Du essen – oder kann das weg’. Aber dann fiel mir ein: Vor vielen Jahrzehnten war ein befreundetes Ehepaar bei uns mehrfach zu Besuch. Und die Frau, eine Grundschullehrerin, rief auf einer unserer Spaziergänge aus ‘oh, da ist ja Springkraut …’ – blieb bei mir hängen.

Bauernorchidee

Drüsiges Springkraut und mehr …

Ich wollte es natürlich genau wissen, bevor ich hier drüber blogge. Was ich da so rot/violett blühen sah, war das sogenannte Drüsiges Springkraut, auch Indisches Springkraut, Himalaya-Balsamine, früher auch Bauernorchidee genannt.

Drüsiges Springkraut

Ich lernte, dass es sich beim Indischen Springkraut um eine invasive Art handelt, die 1839 nach England kam und danach in vielen europäischen Gärten kultiviert wurde. Wegen der hohen Nektarproduktion kam die Pflanze auch als Bienenfutter zum Einsatz. Die Pflanze bildet nach der Blüte Samenkapseln aus, die bei entsprechender Reife durch die geringste Berührung oder Erschütterung aufplatzen und die Samenkörner bis zu 7 Meter weit schleudern können. Bei Kinder ist der Effekt sehr beliebt – aber Gartenbesitzer haben wohl schnell gelernt, dass das Kraut sich gar arg verbreitet.

Großes Springkraut

In der Natur wird es vielerorts als standortfremd und verdrängend bekämpft, da es sich sehr stark ausbreitet (siehe auch diese Webseite). Ein paar Meter weiter habe ich dann noch gelb blühendes Springkraut gefunden (obiges Foto ist leicht unscharf, da hat das Smartphone versagt). Ich lernte, dass dies eine heimische Art sei. Und da in der Botanik die Benennung sehr klar ist, gilt: Wenn das Zeugs hoch wächst, heißt es Großes Springkraut (Echtes Springkraut, Rühr-mich-nicht-an, Wald-Springkraut oder Altweiberzorn), eine heimische Art der Balsaminengewächse, ist. Und wenn es nur klein und mickrig am Wegesrand kümmert, ist das das Kleine Springkraut. So einfach kann Botanik sein. 

Ach ja, wir waren Eingangs beim ‘ist das essbar – oder kann das weg’. Auch wenn mir die Blüten spontan gefallen haben, würde ich es nicht im Garten haben wollen. Einmal ist das Himalya-Springkraut schlimmer als Unkraut – die Samen verbreiten sich überall im Garten und keimen noch nach Jahren. Zudem sind die rohen Pflanzenteile leicht giftig und lösen Übelkeit aus. In Verbindung mit Kindern also auch nicht so angesagt.

Springkraut

Was ich noch gelernt habe? Die Samen soll man rösten und dann essen können. Schmecken leicht nussig. Aber mal Hand aufs Herz: Wie viele Samenkörner braucht man, um mehr als einen hohlen Zahn zu füllen – und wie erntet man das Zeugs, wenn es bei der geringsten Berührung durch die Gegend spritzt? So belasse sich es einfach bei ein paar netten Fotos vom Springkraut – und im Herbst werde ich es mir wohl auch nicht verkneifen können, bei Spaziergängen die eine oder andere reife Samenkapsel mit den Fingern an zu stupsen, um den springenden Samen zuzusehen. 

Ansonsten stelle ich fest, dass ich eigentlich eine Kompaktkamera zusätzlich zum Smartphone beim Nordic Walking mitnehmen müsste. Die Autofokussierung bei Nexus 4-Smartphone lässt doch deutlich zu wünschen übrig. Aber man kann nicht alles haben und muss Kompromisse eingehen – eigentlich möchte ich ja Nordic Walking und keine Fotosafari machen.


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7 Kommentare zu Sommerimpressionen: Springkraut

  1. Ralf-Dieter Ernst sagt:

    Hallo Günnie,
    Drüsiges Springkraut scheint essbar zu sein. Ich füge hier mal einen Link ein: http://www.smarticular.net/himalaya-springkraut-essbar-einfache-rezepte/
    Die Pflanze ist mir erstmals vor ein paar Jahren beim Wandern im Elbsandsteingebirge aufgefallen: nicht durch ihr nettes Aussehen, sondern durch ihren Geruch, der manchmal schon sehr penetrant sein kann. Richtig beschreiben kann ich den Geruch gar nicht – überreife Pfirsiche in großen Mengen – vielleicht so – ich weiß nicht. Für meine Nase manchmal unangenehm.

  2. Pater sagt:

    Hier Sammeltipps: http://www.herbula.ch/rezepte/wildkraeuter/springkraut-impatiens-glandulifera/geroestete_springkraut-samen.php
    und ein weiteres Rezept: https://wildpflanzenblog.wordpress.com/2014/11/10/renis-kreation-rosa-springkraut-roter-mangold-ringelbete-rauchertofu/
    Tofu kann man weglassen,wichtig aber und sinnvoll Bertram und Galgant nach Hildegard von Bingen.Habe damit eine Colitis Ulcerosa (Darmentzündung) erfolgreich-ohne aggressive Medis-zum Abklingen gebracht.

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