Allwetterreifen, der neue Trend

Seit es die Winterreifenpflicht in Deutschland gibt, stehen Autofahrer vor dem Problem, zwei Mal im Jahr die Räder am Auto wechseln zu lassen. Oder man macht gleich Nägel mit Köpfen und setzt auf Allwetterreifen. Heute ein paar Worte zu diesem Thema.

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Früher war die Welt in vielen Dingen einfacher. Bei der Bereifung des PKWs hieß es: ‘Winterreifen von O bis O’, sprich von Oktober bis Ostern. Also galt es zwei Mal im Jahr den Wagenheber aus dem Kofferraum wuchten, das Fahrzeug aufbocken und die Räder wechseln. War in einer Stunde erledigt und der abmontierte Reifensatz lagerte in der Garage. Etwas bequemere Zeitgenossen ließen bzw. lassen die Reifensätze von einer Werkstatt wechseln.

Räderwechsel wird teuer

Als ich letztes Jahr vor dem Kauf eines neuen Fahrzeugs war, stand die Frage nach der Bereifung im Raum. Bei Neufahrzeugen ist nach dem 1.11.2014 ja ein Reifendruckkontrollsystem vorgeschrieben. Es gibt dabei zwei Systeme: Ein indirekt messendes System, welches den Druckverlust im Reifen per ABS erkennt (Seat oder Škoda). Das zweite, von den meisten Autoherstellern eingesetzte, System verwendet Drucksensoren mit Funksendern in den Reifen.

Reifen (Quelle: CC0 Creative Commons)

Da war mir gleich klar: Das wird teuer – bei der Anschaffung des zweiten Rädersatzes und auch beim Wechsel der Räder, welcher nur von geeigneten Fachwerkstätten erledigt werden kann. In diesem Artikel werden 250 bis 300 Euro für die Sensoren zuzüglich ca. 50 Euro für Einbau und Programmierung in einer Fachwerkstatt genannt. Dazu kommen die Kosten für vier Felgen und Reifen für den zweiten Rädersatz.

Allwetterreifen gehen auch

Also habe ich mich für die Lösung O bis O, also Reifen bleiben drauf von Oktober bis Oktober entschieden. Sprich: Das Neufahrzeug wurde mit Allwetterreifen bestückt, die das ganze Jahr gefahren werden dürfen. Ein Gespräch mit der Fachwerkstatt ergab, dass diese Lösung rechtlich zulässig und auch sinnvoll ist, wenn man wenig fährt und im Winter nicht im Hochgebirge mit viel Schnee unterwegs ist.

Die FAZ hat in diesem Artikel eine Modellrechnung angestellt. Ein Winterrädersatz im Format 205/55 R 16 schlägt dann mit Montage und Einlagerung mit 1.000 bis 1.200 Euro zu Buche. Bei Allwetterreifen muss man bei der Erneuerung mit ca. 400 bis 600 Euro rechnen. Kosten für den Wechsel sowie die Einlagerung fallen nicht an. Eine satte Ersparnis von 50 % und mehr sind drin.

Das haben wohl viele Autofahrer erkannt, denn die Absatzzahlen für Allwetterreifen gehen steil nach oben. Einziges Manko, was immer herausgestellt wird: Allwetterreifen können in Punkto Fahrsicherheit nicht mit einem optimalen Sommer- oder Winterreifen mithalten, da der Reifenhersteller einen Kompromiss eingehen muss. So haben Allweiterreifen längere Bremswege auf trockener und nasser Fahrbahn und greifen auf eisigen und verschneiten Straßen nicht so optimal wie gute Winterreifen.

Der BR hat diesen Artikel zum Thema ‘Für wen lohnen sich Allwetterreifen’ veröffentlicht. Dort findet sich die Empfehlung, die auch mein Autohändler gegeben hat: Wer in einer Gegend wohnt, in der wenig Schnee fällt und sein Auto ggf. auch mal einen Tag stehen lassen kann, der ist durchaus mit Allwetterreifen gut bedient. Und für Wenigfahrer, wie ich einer bin, lohnt sich das auf jeden Fall. 


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