Microslop: Microsoft in der selbst gestellten AI-Falle?

CopilotEs sieht so aus, als ob ein "gedanklicher Anstoß" von Microsoft CEO Satya Nadella, den man durchaus diskutieren kann, ziemlich nach hinten losgegangen ist. Im Internet trendet der Begriff "Microslop" für Microsoft, weil Anspruch und Verhalten bei Microsoft stark divergieren. Ein Fall, der zeigt, wie man es nicht machen soll.

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Microsofts Verballhornung als Microslop

Das Thema ist mir in den letzten Tagen an einigen Stellen im Internet untergekommen – ich habe mal nachfolgenden Screenshot eines solchen Posts erstellt.

MicroSlop

Die Botschaft lautet, dass der Begriff "Microslop" gerade aus Social Media trended. Das sei eine Gegenreaktion auf Microsofts KI-Besessenheit. Was hat diese Gegenreaktion ausgelöst, bzw. was hat das "Fass zum Überlaufen" gebracht?

Reaktion auf einen Post von Satya Nadella

Das Ganze wurde durch einen Post Looking Ahead to 2026 von Microsofts CEO, Satya Nadella, zum 29. Dezember 2025 ausgelöst.

Satya Nadella: Blog-Post zu AI und Microsoft

Der Microsoft CEO macht sich dort Gedanken darüber, dass 2026 ein Schicksalsjahr für AI werde. Dabei fiel auch folgender Satz:

We need to get beyond the arguments of slop vs sophistication and develop a new equilibrium in terms of our "theory of the mind" that accounts for humans being equipped with these new cognitive amplifier tools as we relate to each other. This is the product design question we need to debate and answer.

Der Microsoft CEO schreibt also, dass man den (AI) "Slop" in den Diskussionen hinter sich lassen solle und zu neuen Ufern aufbrechen müsse, um die Chancen der AI zu erkennen. AI sei "wie ein Fahrrad für den Geist", was man endlich [mit Microsofts Produkten] nutzen solle.

Das ist als Aussage in sich zwar nicht gänzlich falsch, aber irgendwie zu kurz gesprungen. Ich hatte im Beitrag Microsoft CEO Nadella stramm auf AI-Kurs berichtet und einige meiner Gedanken dazu niedergeschrieben.

AI-Slop, was ist das?

Für den Begriff AI-Slop gibt es meines Wissens keinen deutschen Begriff. Übersetzt steht "Slop" für "Schlampigkeit". Die englische Wikipedia beschreibt AI-Slop als "digitaler Inhalt, der mit generativer künstlicher Intelligenz erstellt wurde". Das gelte insbesondere wenn der Inhalt als mangelhaft in Bezug auf Aufwand, Qualität oder tiefere Bedeutung wahrgenommen wird und aus inhaltlichen Gründen in überwältigender Menge produziert wird. Man könnte das vielleicht als "AI-Schund" bezeichnen.

In der Wikipedia wird weiterhin ausgeführt, dass es sich bei AI-Slop um eine Form synthetischer Medien handelt, die in der Regel mit der Monetarisierung in der Creator Economy der sozialen Medien und der Online-Werbung in Verbindung gebracht werde. Neu war für mich, dass der Begriff in den 2020er Jahren geprägt und Slop von Merriam-Webster 2025 zum Wort des Jahres gekürt wurde. Slop habe eine abwertende Konnotation, ähnlich wie Spam.

Wenn ein Post nach hinten los geht

Satya Nadella hat zwar durchaus im Kern Recht, wenn er argumentiert, dass man die Technologie der LLMs unter dem Gesichtspunkt betrachten solle, wo deren Einsatz zu Vorteilen führe. Da gehe ich mit.

Aber die Äußerungen des Microsoft CEO sind immer eingebettet im Verhalten Microsofts, das durch Satya Nadella geprägt wird. Er zwingt seine Führungskräfte kräftig auf AI-Kurs und lässt seinen Kunden zwangsweise halbgare AI-Lösungen in seinen Produkten überstülpen, egal, ob das gewollt, sinnvoll oder überhaupt zulässig ist. Administratoren müssen Handstände machen, um sich Copilot & Co. zu erwehren. Parallel kommt hinzu, dass Microsoft inzwischen durch Mitbewerber wie Google, Antrophic & Co. stark unter Druck gerät. Das einzige, was Herrn Nadella dazu einfällt: Seine Mannschaft weiter auf AI-Kurs zu trimmen und Kunden mit allerlei AI-Schund zwangs-zu-beglücken.

Wenn jemand mit einem Bulldozer quer durch den Wald fährt und dort breite Schneisen der Verwüstung hinterlässt, ist es wohl schwer vermittelbar, wenn die gleiche Person sich dann hin stellt und verlautbaren lässt "wir müssen drüber nachdenken, wie wir das, was 'ich gerade gezeigt habe', in etwas Sinnvolles verwandeln können, um Chancen zu nutzen".

Benutzer haben daher den Post von Satya Nadella als Steilvorlage aufgegriffen und den Firmennamen Microsofts in "Microslop" umgedeutet. Bei der Recherche habe ich auf The Register diesen Artikel gefunden, der sich mit der Botschaft von Herrn Nadella befasst. Der Abschlusssatz im Artikel bringt es auf den Punkt:

Konsensbildung bedeutet in diesem Fall [für Herrn Nadella] offenbar, allen trotz Protesten KI aufzuzwingen, Verwunderung darüber auszudrücken, dass jemand diese Technologie ablehnen könnte, und Millionen für Lobbyarbeit auszugeben.

Das ist möglicherweise auch einen Seitenhieb auf die Äußerung von Mustafa Suleyman, CEO von Microsoft AI, die ich im Beitrag 40 Jahre Windows: Wie tief ist MS gesunken? Große Klatsche für Windows 11 angesprochen hatte. Soleyman äußerte, dass er nicht verstehen könne, wie jemand nicht sofort klar die großen Vorteile von AI a la Microsoft sehe. Ein Verhalten, dass von immer mehr Menschen als arrogant, abgehoben und jenseits der Lebenswirklichkeit der Nutzer und Nutzerinnen wahrgenommen wird. Auch die Kollegen von deskmodder.de stellen sich in diesem Artikel die Frage nach dem Sinn von Microsofts AI-Kurs und den Folgen.

Der Vorgang zeigt, wie Überlegungen, die durchaus bedenkenswert sein können, durch Handeln der Protagonisten zunichte gemacht werden und eine massive Gegenreaktion provozieren. Ich würde sagen: AI in Verbindung mit Microsoft ist (ähnlich wie Windows 11) inzwischen derart "verbrannt", dass mir ehrlich gesagt die Phantasie fehlt, mir vorzustellen, wie man da jemals eine positive Botschaft hinein bringen könnte.

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45 Antworten zu Microslop: Microsoft in der selbst gestellten AI-Falle?

  1. Luzifer sagt:

    Es mag ja durchaus Ansätze geben wo AI sinnvoll ist: zum Beispeil mit speziell trainierter AI in der Forschung; Medizin; aber selbst da braucht es Fachleute, die die Ergbnisse auch auswerten/interpretieren können.
    Nur was Microsoft uns vorsetzt ist nichts davon! Vergeudung von Resourcen & Energie…
    zeitraubend das abzustellen dazu.

  2. Leak sagt:

    Ich finde ja, dass man "ai slop" auf Deutsch mit "KI-Sondermüll" übersetzen sollte – teuer, umweltschädlich und keiner will es…

  3. Heiko A. sagt:

    Es ist – anders gedrückt – klassisches Managementversagen. Man zwingt den Kunden etwas auf, weil die Kunden etwas nicht annehmen, was nicht zu Ende gedacht und halbgar auf den Markt geworfen wurde.

    Die Misere, die man schon mit Windows 11 geschaffen hat, setzt sich mit KI nahtlos fort. Statt ein schlankes neues Windows zu entwickeln, das sich von viel Ballast vergangener Zeiten befreit, bei dem sich hauseigene KI-Lösungen als optionale "Windows-Funktionen" aktivieren bzw. deaktivieren (von Hause aus idealerweise deaktiviert) lassen, müllt man das Betriebssystem weiter zu. Windows ist quasi ein "Messi-Betriebssystem" und Microslop quasi ein Messi.

    Da reden wir noch nicht mal über die Gängelung der Kundschaft mit Kontozwang und mehr.

    Ich teste gerne KI-Lösungen. Mein Fazit bisher: viele Lösungen, die es über 0815-Basics nicht hinausschaffen, etwa im Kundenservice oder Support, weil es nur eine Eventualität braucht, die sie völlig aus dem Takt bringen.

    • R.S. sagt:

      Nicht nur das.
      Man bricht auch mit Standards.
      Beispielsweise bzgl. der RFC4702 (beschreibt DHCP).
      Windows-Clients verhalten sich seit Windows 8.1 nicht mehr RFC4702-konform, was in einigen Fällen für Probleme sorgen kann.
      Man muß Windows per GPO oder Registryeintrag dazu zwingen, sich RFC4702-konform zu verhalten.
      Was reitet Microsoft, die Konformität zu einem Standard zu brechen?

      Aber darin ist Microsoft ja König.
      Schon der alte Internet Explorer hat sich in vielen Punkten nicht an die Standards des W3C gehalten, was dann viele Webseitenentwickler dazu veranlasste, "Browserweichen" einzubauen.

  4. Marius K. sagt:

    AI/KI ist super und wird in der Zukunft immer relevanter.

    Aber der Fokus auf LLM und das quasi gleichsetzten von AI = LLM wird diesen Firmen den Rücken brechen.

    LLM ist mehr oder weniger wie Bauschaum der als Baumaterial beworben wird.
    "Schau hier Baumaterial, kannste alles draus bauen, Baumaterial ist die Zukunft!"
    Die tun halt so als könnte man alles mit Bauschaum lösen.

    Aber wen juckt es von denen, selbst wenn es ein Fail wird wissen die CEO/Boards das die wahrscheinlich vom US-Staat 'n bailout bekommen weil die zu wichtig sind das man sie untergehen lassen könne.

  5. Twinkeri sagt:

    Genau! Das zunehmende Problem bei Microsoft ist deren Zwangsbeglückung anstatt OS-Nutzern die freie Wahl zu lassen, ob sie etwas (de-)installieren dürfen, ob sie etwas nutzen oder eben nicht nutzen möchten, ob sie Schnüffellei auf ihrem Büro- und Desktoprechner wünschen oder eben nicht. Und Zwang hat immer das Geschmäckle, nur für eine Seite besonders von Vorteil zu sein.

  6. prx sagt:

    KI ist prima. Für die Erstellung von Karikaturen. Allerdings recht verschieden:
    – Grok macht seinem Namen kein Ehre und kapiert nix.
    – Gemini und Copilot kriegen es hin, sind aber eher langweilig. Ausserdem haben die zu viel Schiss, reale Personen einzubauen, etwa Trump.
    – ChatGPT funktioniert verdammt gut und hat Humor. Auch eigenen.

  7. Bernd Bachmann sagt:

    >> Übersetzt steht "Slop" für "Schlampigkeit"

    Du meinst wahrscheinlich „sloppiness". „Slop" steht in diesem Kontext für, Zitat, „Human urine or excrement"…

  8. Björn E. Kevalonen sagt:

    Microsoft geht es doch nicht um gute und sinnvolle Produkte, die wollen Geld verdienen. Und das funktioniert prächtig, wenn man sich die Zahlen anschaut: Aktienkurs in den letzten 3 Jahren +91 %, in den letzten 5 Jahren waren es +128 %. Auch die Dividende für die Anteilseigner steigt stetig. Solange die Kunden, mit Ausnahme einer besser informierten, aber vergleichsweise kleinen Minderheit, dabei mitspielen, kann man minderwertige Ware weiterhin vergolden. Man muss es nüchtern sehen, auch wenn man sich darüber beklagt, das ist bloß die Realität.

    • Benny sagt:

      btw: 3 Jahren +91 %, in den letzten 5 Jahren waren es +128 %

      "Hütchenspieler und Schneeballsysteme" arbeiten so…
      Denken Sie stets langfristig, Insolvenz und Totalverlust sind immer eine Option! das dürfen wir nicht vergessen, die AI-Blase platzt auf kurz oder lang, that's for sure!

  9. janil sagt:

    In der Art und Weise wie MS die KI in die Software und unter die Leute presst, triff es "Microslop" doch ganz gut. Da könnte man sich doch gut dran gewöhnen, leider. Sehe aber für Privatanwender noch keinen Gewinn bei Nutzung der Software KI.

  10. Wolfgang S. sagt:

    Hallo,
    ja – AI-Slop = AI-Scheiss … insbesondere bei explizit erworbenen "offline" Produkten wie Office 2024 LTSC fällt auf, dass über den Updateweg einfach AI-Scheiß Datenschutzunkonform aktiviert wird, ohne dass die Admins das sehen.

    Plötzlich geht die AI generierte Bildzusammenfassung (eigentlich nur office 365) jetzt auch "frisch" im Office 2024 LTSC *AAARRGGG* … durch Copy und Paste von vertraulichen Daten geht das defaultmässig nach Microsoftservern …

    Per GPO muss man dann gaaanz schnell die verbundenen Erfahrungen ausschalten – die ja eigentlich nur für office 365 gelten sollten … aber bei office2024 ltsc einfach still und leise eingeschaltet werden.

    Warum kümmert das den deutschen Datenschutz nicht? Wo ist das BSI?

    Wenn ich könnte würde ich den ganzen propritären Scheiß rausschmeißen und durch Opensource ersetzen… Aber leider leider…
    ich hör auf zum rumkotzen … hilft ja nix…

    Grüße
    Wolfgang

  11. dave sagt:

    wäre es denkbar dass Microsoft das Win10-Supportende rückgängig macht,und das ganze KI(AI) Zeug rückportiert?.

    • User007 sagt:

      "Denkbar" im Sinne von "besteht grundsätzlich die Möglichkeit" (weil auf diesem Planeten nichts unmöglich ist, außer – zumind. noch – die physische Lebensexistenz bis ins Unendliche zu verlängern)?
      Ja, natürlich – ansonsten jedoch eher Nein! 🤷‍♂️
      Warum sollten sie?

    • Benny sagt:

      dave sagt: wäre es denkbar dass Microsoft das Win10-Supportende rückgängig macht,und das ganze KI(AI) Zeug rückportiert?.

      Nein, das ist unumkehrbar, selbst wenn es zum Konkurs des Unternehmens führen sollte. Ich glaube, Sie haben keine Vorstellung, welche Art von AI derzeit in die Cloud, das nächste Windows und alle Apps integriert werden.

  12. Sebastian K.-K. sagt:

    Habt ihr denn alle die Matrix nicht gesehen? Mit "Slop" ist hier vermutlich der Brei gemeint, den die arme Mannschaft der Nebukadnezar sich dreimal täglich als Nahrung zuführt und den Mouse, ganz philosophisch, gerne als "Reis crispies" betrachtet ;-)

    Nachtrag: Die englische Wikipedia hat dazu gleich eine ganze Reihe von Artikeln und die Übersetzung "Tierfutter" passt hier auch ganz gut.

    • Benny sagt:

      Sebastian, SI/SA-AI ist eine künstliche Intelligenz die sich derzeit in der Entwicklung befindet die existiert für die meisten Menschen nur in der Theorie, sollte die nun bald realisiert werden, würde eine SI/SA-AI denken, rationalisieren, lernen, urteilen und kognitive Fähigkeiten besitzen, die die des Menschen übertreffen. Die Anwendungen, die über SI/SA-AI-Fähigkeiten verfügen, werden sich so weit entwickelten, dass sie menschliche Gefühle und Erfahrungen verstehen, Emotionen empfinden, Bedürfnisse haben und ihre eigenen Überzeugungen und Wünsche haben. Doch heute ist SI/SA/EMO-KI noch nicht in der Lage, menschliche Gefühle vollständig zu verstehen und stets richtig darauf zu reagieren. Na dann, bald wirst du die "Matrix" als "Kinderkram" ansehen. :)

  13. Gänseblümchen sagt:

    Vielleicht muss man EU-seitig mal den ganzen Cloud-Kram gegen die neueste Forderung aus den USA in die Waagschale legen:

    https://www.pcwelt.de/article/3023125/usa-visa-eu-polizeidaten-biometrie-waiver.html

    Wenn die USA diesen Zugriff auf Biometriedaten der europäischen Polizeibehörden durchsetzen wollen, müsste man das Datenschutzabkommen mit der USA mal aufkündigen. Das wäre für viele Unternehmen erstmal schmerzhaft und umfasst natürlich auch den ganzen KI-Bereich.

    Vielleicht kommt so Europa zu einer Windows-Version ohne Cloud- und KI-Zwang…

    • R.S. sagt:

      Das Datenschutzabkommen mit den USA ist doch das Papier nicht wert, auf dem es steht.
      Lt. Cloud Act haben in den USA tätige Unternehmen (also auch Unternehmen aus dem US-Ausland, die aber in den USA eine Niederlassung haben) den US-Behörden Zugang zu verschaffen, wenn die das verlangen. Und der Cloud Act sagt explizit, das es dabei keine Rolle spielt, wo auf der Welt die Server stehen bzw. die Daten gespeichert sind. Und über einen Zugriff der US-Behörden müssen die Unternehmen stillschweigen wahren, sie dürfen nicht einmal sagen, das überhaupt ein Zugriff erfolgt ist. Dementsprechend werden auch entsprechende Log-Dateien manipuliert, so das auch darin die Cloud-Kunden den Zugriff nicht sehen.
      Und da der Zugriff geheim ist, weiß auch die EU nichts über den Zugriff, kann also gar nicht die Einhaltung des Abkommens überprüfen.
      Eine europäische Cloud können also nur Unternehmen anbieten, die nicht in den USA tätig sind. Die deutsche Telekom z.B. hat in den USA eine Niederlassung und kann daher keine echte EU-Cloud anbieten und unterliegt auch dem Cloud Act!
      Alle EU-Firmen, die eine Niederlassung in den USA haben, können daher keine echte EU-Cloud anbieten.
      Man muß sich also nicht nur von Microsoft lösen, sondern insgesamt von den USA oder Geschäfte mit den USA über unabhängige Handelsvertretungen, an denen man nicht beteiligt ist, machen.

      • User007 sagt:

        "Die deutsche Telekom z.B. hat in den USA eine Niederlassung und kann daher keine echte EU-Cloud anbieten und unterliegt auch dem Cloud Act! […]"
        Njääh, sicher?
        Also für die in den USA angesiedelte Tochter der T mag das ja zutreffen, aber keinesfalls für den hier in D gegründeten und ansässigen Mutterkonzern – dann könnten wir auch gleich unsere Verfassung wegwerfen! 🤷‍♂️
        Und der Satz "Eine europäische Cloud können also nur Unternehmen anbieten, die nicht in den USA tätig sind." ist utopisch, da es die heutzutage nötigen globalwirtschaftlichen Interessen von Unternehmen begrenzen würd'.

        • Björn E. Kevalonen sagt:

          Juristisch magst Du recht haben, faktisch sieht das wahrscheinlich anders aus. Wenn europäische Banken sich sogar prophylaktisch fügen, weil sie ihre Geschäftsinteressen in den USA nicht gefährden wollen (siehe etwa die Kontokündigungen der "Roten Hilfe" durch die Sparkasse Göttingen und die GLS-Bank), was würde die Telekom dann Deiner Meinung nach tun?

          • User007 sagt:

            Na ja, daran ist ja unzweifelhaft erkennbar, wie kaputt manipuliert – um nicht zu sagen korrumpiert – das auf dem Kapitalismus bis zum Endstadium getriebene Wirtschaftssystem ist.
            Aber wir könnten natürlich auch aus moral-ethisch verhaftetem Sicherheitsverlangen alles umdrehen und künftig auf unsere "zivilisierte" Wohlstandsbequemlichkeit verzichten – wer da wohl jubelnd mitmacht?

          • Peter Vorstatt sagt:

            Betr. "Kontokündigungen der "Roten Hilfe" durch die Sparkasse Göttingen und die GLS-Bank)":

            Völlig zurecht; inwiefern das Ausfluss exterritorialer Einflussnahme war, ist hier völlig wumpe. Dass hier ausreichender Verdacht der Terrorismusfinanzierung i. S. des deutschen GwG (1) nebst EU-Kodifikationen gegeben war, sollte angesichts der Hintergründe des anhaltenden Berliner Stromausfalls auch dem Letzten klar geworden sein.

            (1) https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/index.html

            • User007 sagt:

              Eigtl. wollt' ich ja nicht, aber…neues Jahr, neuer Versuch.

              "[…] sollte angesichts der Hintergründe des anhaltenden Berliner Stromausfalls […]"
              WELCHE "Hintergründe" denn bitte genau?
              Ist's völlig unvorstellbar, das vermuteter "Anschlag" aus i-einer extremistischen Ecke mit inländischer Finanzierung zustande kam?

    • Visitator sagt:

      IMHO ist das alles völlig egal, spätestens seit:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Globale_%C3%9Cberwachungs-_und_Spionageaff%C3%A4re

      Den Amis würde ich trotzdem nur Zugriff geben, wenn wir 1:1 den gleichen Zugriff auf ihre Daten bekommen, aber ich glaube nicht mehr an den Coca-Cola-Weihnachtsmann.

      Nebenbei
      Ich habe gerade gelesen, dass man nur 3 x im Jahr den KI-Zugriff zur Bilderkennung in OneDrive ausschalten kann:
      https://github.com/zoicware/RemoveWindowsAI/blob/main/OtherAIFeatures.md

      Ich persönlich habe OneDrive privat noch nie aktiv genutzt, habe ein lokales Konto in Windows.

  14. Peter Vorstatt sagt:

    Betr. "Er zwingt seine Führungskräfte kräftig auf AI-Kurs und lässt seinen Kunden zwangsweise halbgare AI-Lösungen in seinen Produkten überstülpen, egal, ob das gewollt, sinnvoll oder überhaupt zulässig ist.":

    Auszug aus dem Schlussabsatz in Nadellas Beitrag (1) (DeepL-Übersetzung):

    "Es wird ein chaotischer Entdeckungsprozess sein, wie es bei jeder Technologie- und Produktentwicklung der Fall ist. In der gesamten Geschichte der Informatik ging es darum, Menschen und Organisationen zu befähigen, mehr zu erreichen, und die KI muss denselben Weg einschlagen."

    Ich finde, er ist eine grundehrliche Haut mit glasklarem Blick und sicherem Urteil.

    Möge sich jeder in seiner Konsumwelt fragen, wie oft er in seinem Leben mit halbgaren, nutzlosen oder gar schädlichen Produkten zugeworfen wurde. Monatliche Lektüre von Verbraucherzeitschriften wie https://www.oekotest.de/ u. a. öffnet die Augen. Nicht dass es gutzuheissen wäre, aber so funktioniert das System nun mal. Es ist mehr als gerecht, wenn sich neben anderen Bevölkerungsgruppen auch mal die EDV-ler mit der mörderischen Volatilität heutiger Marktwirtschaft herumschlagen dürfen.
    _
    (1) https://snscratchpad.com/posts/looking-ahead-2026/

    • Günter Born sagt:

      Als schlichtes Gemüt habe ich explizit etwas dagegen, wenn die "grundehrliche Haut mit glasklarem Blick und sicherem Urteil" seine Mannen zwingt, meinen Doktor, meinen Banker, meinen Therapeuten und was weiß ich, zwangsweise mit CoPilot in deren Word 365 oder weiterer MS-Anwendungen zu beglücken, um damit meine Daten per AI auswerten und dazu in irgend eine US-Cloud zu schleudern. Wenn das DSGVO-konform und sicher per Opt-in passiert, sieht das gänzlich anders aus. Nur mal angemerkt.

      Und wo mir das Messer regelrecht in der Tasche aufgeht, ist der Umstand, dass wir hier künftig steigende CO2-Abgaben leisten, während KI-Rechenzentren mit gigantischem Ressourcenverbrauch fröhlich Urstände feiern, und jeder dann on-top diese Party noch über Steuern und Gebühren zahlt, weil Staat, Firmen und Behörden den MS Abo-Tropf füllen müssen. Einfach drüber nachdenken.

      • User007 sagt:

        Na ja, da sind aber doch systemische Fehler ursächlich und NICHT das Gebaren jenes CEO – der erfüllt eben nur die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens resp. der Aktionäre/Investoren innerhalb des Systems.
        Werden also ab jetzt auch die Boten für das Überbringen der Informationen/Nachrichten "erschossen"!?

      • Martin S. sagt:

        Da fehlt leider auch bei einem Großteil der deutschen Wirtschaft und Behörden das Problembewußtsein. Ausweichmöglichkeiten gibt es, siehe Schleswig-Holsteins Wechsel zu Open Source. Man muß sie aber auch nutzen.
        An der Stelle nehme ich es unseren Politikern auch übel, wenn sie den mangelnden Datenschutz in den USA einfach mit einem Angemessenheitsbeschluß für problemlos erklären.

      • C.Waldt sagt:

        Naja, das ist alles verständlich und mit der Kritik bin ich total bei Dir.
        Bloß aus Sicht von Microsoft läuft es doch völlig supi 🤩
        Sie haben durch ihre Vormachtstellung im Desktop Sektor halt Ihre Kunden.
        Klar die meckern vielleicht…. ich bin da alles andere als unkritisch…. doch das ist doch letzten Endes als Großkonzern völlig Banane!!!
        Wenn ich eben richtig geschaut habe, stand der Aktienkurs Anfang 2015 bei unter 40€ die Aktie (ca. Start Win 10) .
        Der Zeit steht die Aktie, nach einem kleineren Abwärtstrend, bei über 400 Euronen.
        Aus kapitalistischer Sicht läuft der Laden wie ein "Sahnebienchen".

        Was diesen Trend wirklich in Richtung Datensparsamkeit und Vernunft drehen könnte, wäre ein Shitstorm, der den Aktienkurs um 15-30 Prozent nach unten treibt.
        Oder eine Abwanderung zu Linux, die etwas ähnliches bewirkt.
        Ansonsten wird es in diese Richtung weiterlaufen – leider.

        —Grüße—

  15. DavidXanatos sagt:

    Früher: Prompt Enginier
    Heute: Sloperator

  16. Luzifer sagt:

    @ Mirra Bellenbaum
    Das ist nicht das Problem, da gibt es dutzende Möglichkeiten… nur das ich das überhaupt in Betracht ziehen muss, das ist das Problem. Vorallem bei nem OS! Das hat die grundlegende Funktionen bereit zu stellen das ein Rechner läuft, mehr nicht. Was ich als Software dann darauf laufen habe ist meine Entscheidung! Da ist MS irgendwann in den 2000ern aber falsch abgebogen und hat sich zur Bloatware entwickelt. (Da sind sie aber nicht alleine; Nero; Browser usw. ebenso)
    KI Funktionen dürfen mir ja gerne angeboten werden, aber ich entscheide dann ob ich die aktiviere oder nicht und diese Entscheidung ist dann auch zu akzeptieren!

    Naja bei Win10 bin ich insoweit noch Herr über mein RIG ( "Upgrades" sind da ja nicht mehr drinn ;-P und da Win11 never ever da draufkommt…

    Wie gesagt KI mag im Einzelfall durchaus ihre Berechtigung haben, aber nicht so wie sie derzeit vermarktet wird und einem permanent versucht wird sie einem aufzudrängen.

  17. Frischling sagt:

    Für alle die immer noch daran glauben das KI/AI irgendwie "intelligent" sei, hatte Jan Bömermann das in seiner Sendung Magazin Royale am 04.12.2025 sehr gut erklärt und mit praktischen Beispielen belegt, warum dieses Zeug faktisch unbrauchbar ist. Das hat nichts mit "schlecht machen" zu tun, sondern einfach damit, das es letztlich nur Algorithmen sind, die von den Tec-Firmen als "Intelligenz" beworben werden und sich natürlich nicht die Blöße geben sollen, mal etwas nicht zu wissen … weshalb diese "Sprachmodelle" im Zweifel einfach irgendwelche Lösungen / Antworten erfinden, statt zuzugeben, das man in den Weiten des WWW nicht fündig geworden ist. Auch dieses Verhalten wurde bewusst von den Machern der Algorithmen genau so programmiert, weil es ggf. die Vorstandsetage so verlangt hat … Ein Produkt, das auf ALLES Antworten finden und sich gegenüber dem Menschen als überlegen dargestellt werden soll, kann es sich nicht leisten, offen zuzugeben, das es nicht immer zutreffende Antworten findet.

    Wer den Schrott trotzdem benutzt und sich damit lächerlich macht ist selber Schuld. Die ersten Beispiele dafür gibt es ja längst … wenn zb. Anwälte ihren Job der AI überlassen und diese ein Plädoyer mit Präzedenzfällen ausspuckt, die es nie gab, die einfach frei erfunden sind … und leider auch umgekehrt, Richter die sich die Arbeit erleichtern wollten und die Urteilsbegründung von der KI haben erstellen lassen, welche wiederum herum Phantasiert hat, weil diese "Intelligenz"-Konserve es halt oft auch nicht besser weiß ! Sofern die überhaupt irgendwas "weiß" im Sinne von Wissen, was stark zu bezweifeln ist, da diese sog. "KI" über keinerlei Bewusstsein verfügt und nicht einmal Ansatzweise dazu in der Lage ist, tatsächlich zu "denken" und so was auch immer zu erarbeiten. KI ist vereinfacht gesagt ein Algorythmus, welcher in einer riesigen Datenbank nach möglichst passenden Antworten sucht. Das alles nicht auf Erkenntnis beruhend, sondern ausschließlich auf Wahrscheinlichkeiten basierend. Wie wahrscheinlich ist es, das 2 + 2 die Zahl 4 ergeben? 100%, na dann muss dies, das richtige Ergebnis sein. War halt auch eine sehr einfache Frage und vielleicht hat diese "KI" sogar einen Taschenrechner integriert, simples Rechnen ist ja die Ur-Aufgabe von Computern.

    Bei anderen, komplexeren Sucheingaben, kommt als Wahrscheinlichkeit nicht unbedingt 100% heraus, sondern als wahrscheinlichste Lösung vielleicht 98% oder nur 67% oder auch unter 50% … aber 23% als bestes Antwort-Option ist im Zweifel für Microsoft, Gockel und Co immer noch besser als "wir wissen es nicht" Ausgeben zu müssen …

    Wenn sich Menschen nun verstärkt gegen diesen unsinnigen KI-Boom verweigern, dann lässt es hoffen, das die Bio-Intelligenz immer noch stark genug ist, um nicht auf jeden Schwachsinn hereinzufallen…

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