AI-Zwangsbeglückung: GMail nutzt Gemini, Copilot in HP-Druckern, PayPal, ChatGPT Health für die Medizin

CopilotAktuell schwappt eine Welle von KI-Zwangsbeglückungen über uns. Microsofts Copilot zieht bei PayPal sowie in HP-Druckern oder bei LKW-Fahrern ein, und Google schaltet Gemini in GMail scharf. OpenAI will Menschen mit ChatGPT Health beglücken. Wie ich es so mitbekomme, wollen viele diese Zwangsbeglückung nicht. Bei Microsoft wirkt sich diesbezüglich so etwas wie der Streisand-Effekt oder ein Negativ-Bias aus – egal, was die bezüglich AI tun oder sagen, es gibt Druck der Nutzer. Hier ein kurzer Abriss der aktuelle "Copilot- und AI-Volten".

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GMail mit Gemini

Gerade wurde bekannt, dass Google seine AI-Lösung Gemini bei seinem E-Mail-Dienst GMail aktiviert, um die Mails zu durchforsten. Nachfolgender Post rückt das Ganze ins richtige Licht – der Poster schreibt, dass niemand das will und die Funktion abschaltbar sein muss.

GMail mit Gemini

Der Google Watch-Blog hat in diesem Beitrag noch einige Informationen zur neuen Funktionalität zusammen getragen. Derzeit gilt das Ganze nur für US-Nutzer, soll aber bald weltweit kommen. Gut, dass ich GMail-Konten nur für Tests und für eine patchmanagement.org Mailing-Liste verwende.

Copilot zieht bei PayPal ein

Gerade habe ich mitbekommen, dass PayPal freudestrahlend verkündet, dass man Microsofts Copilot integriere. vx-underground drückt seine Verärgerung in deutlichen Tönen aus und fragt, ob die bei PayPal den Verstand verloren hätten.

PayPal mit Copilot

In einer Pressemitteilung verkündet PayPal stolz seine Kooperation mit Microsoft, um die Einführung von Copilot Checkout in Copilot zu unterstützen. Käufer könnten "Produkte entdecken, diese auswählen und bezahlen, ohne jemals die Copilot-Umgebung verlassen zu müssen". PayPal will die Anzeige des Händlerbestands, den Marken-Checkout, den Gast-Checkout und Kreditkartenzahlungen, beginnend mit Copilot.com, ermöglichen. Es ist ein Trend, dass sich die Händler in den USA darauf stürzen und PayPal will dabei sein. Mal schauen, ob es genügend Leute gibt, die in Copilot shoppen.

Copilot kommt in HP-Drucker

Dann gab es die Tage noch eine Meldung von HP, dass deren Unternehmensdrucker mit Microsofts Copilot ausgestattet werden sollen. Das Ganze nennt sich "HP for Microsoft 365 Copilot" und betrifft eine neue HP Workpath-App, die die generativen KI-Funktionen von Copilot direkt auf HP-Multifunktionsdrucker (MFPs) für das Unternehmensumfeld bringt. Die Pressemitteilung von HP findet sich hier.

Für Kunden mit HP Workpath-fähigen Bürodruckern und Copilot-Abonnements soll diese Integration leistungsstarke Funktionen direkt über das Druckerbedienfeld mit folgenden Optionen eröffnen:

  • KI-generierte Zusammenfassungen von gescannten Dokumenten oder Dateien in OneDrive und SharePoint
  • Intelligente Vorschläge für die Benennung und Speicherung von Dateien für eine nahtlose Organisation
  • Geräteinterne Übersetzung mit Copilot

Wie heißt es so schön: Die Copilot-Integration soll ein einheitliches Erlebnis auf allen Geräten ermöglichen – egal, ob Nutzer an ihrem PC sitzen oder vor dem Drucker stehen. Aber hey, durch AI sollten doch die Leute rausgeworfen werden, braucht es dann noch so was? Und will man im Büro seine Dokumentdrucke bzw. Scans mit Copilot durchforsten lassen? Fragen, über Fragen – was meint ihr als Praktiker dazu? Golem hatte das Thema beispielsweise in diesem Beitrag aufgegriffen, und bei Dr. Windows findet sich hier was dazu.

Bosch: Microsoft KI-Agenten in der Produktion

Bosch und Microsoft haben auf der Consumer Electronic Show (CES 2026) eine eigenständige KI-Plattform Manufacturing Co-Intelligence vorgestellt. Die eingesetzten KI-Agenten sollen nach dem Willen der Beteiligten komplexe Produktionsdaten interpretieren und eigenständig Korrekturmaßnahmen in der Produktion einleiten.

Zudem haben Microsoft und Bosch eine AI Extension Platform für Fahrzeug- und Maschinen-Cockpits präsentiert. Diese Umgebung soll die gesamte Microsoft-365-Suite – inklusive Teams und Outlook – direkt an den Arbeitsplatz des Maschinenführers oder Lkw-Fahrers bringen, wie man im Artikel hier nachlesen kann (danke an den Leser für den Hinweis). Kann der Maschinenführer und der LKW-Fahrer nebenbei schnell noch an Teams-Sitzungen teilnehmen, Besprechungen von Copilot zusammenfassen lassen und viele andere (möglicherweise) unnütze Dinge tun. Ich frage mich, wer diese Gimmicks bezahlen soll? Oder gibt es sinnvolle Einsatzmöglichkeiten?

PS: Gerade noch beim Schreiben des Artikels eine "Buzzword"-Meldung der Art: "Check Point AI Cloud Protect ist nun Teil des NVIDIA Enterprise AI Factory Validated Designs und bietet Echtzeit-Netzwerk- und Host-Sicherheit für Enterprise-AI-Deployments, ohne die Performance der KI-Systeme negativ zu beeinflussen" gelöscht. Die Meldung lässt sich im CheckPoint-Blog nachlesen. Früher haben wir gesagt: "Da muss man ganz viel Schlangenöl drauf werfen, damit die Lösungen sicher erscheint". Ich glaube, heute greift man zu KI-Schlangenöl, mag mich aber täuschen.

Dell meidet AI beim PC-Marketing

Diese Woche gab es noch eine interessante Beobachtung von mir. Microsoft wurde 2024/2025 nicht müde, seine AI-PCs (also PCs mit NLP-Chip, Copilot und Windows 11) als "Stein der Weisen" zu bewerben. 2025 sollte eine gigantische Erneuerungswelle starten, bei der Nutzer ihre alten Windows 10-Maschinen entsorgen und sich Copilot+PC-Rechner wie warme Semmeln kaufen. Es ist bekanntlich nicht so gekommen – oder schlimmer: Die Käufer haben kein Interesse an Copilot+PC-Rechnern – auch als AI-PCs bezeichnet.

Dell: Kunden kaufen keine AI PCs

Obiger Post spiegelt eine Entwicklung wieder, die auf der Consumer Electronic Show (CES 2026) bei Dell sichtbar wurde: Der PC-Anbieter Dell ist zum Schluss gekommen, dass Konsumenten schlicht keine AI-PCs kaufen wollen. PC Gamer hat es in diesem englischsprachigen Artikel aufgegriffen, Windows Central hier, und Dr. Windows thematisiert es im Artikel Dell vermeidet „Künstliche Intelligenz" im Marketing für seine PCs: Es interessiert die Kunden nicht. Dell spricht aus, was viele denken: "Verbraucher interessieren sich eigentlich nicht für KI-PCs – KI verwirrt sie wahrscheinlich mehr, als dass sie ihnen hilft". Auf X fasst jemand das so zusammen:

Dell hielt seine Präsentation auf der CES 2026, ohne KI in den Vordergrund zu stellen – eine deutliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr, als sich das Unternehmen noch ganz auf „KI-PCs" konzentrierte.

Kevin Terwilliger, Produktleiter bei Dell, sagte: „Wir konzentrieren uns sehr darauf, die KI-Fähigkeiten eines Geräts zu verbessern – tatsächlich verfügt jedes Gerät, das wir vorstellen, über eine NPU –, aber was wir im Laufe dieses Jahres gelernt haben, insbesondere aus Verbrauchersicht, ist, dass sie nicht aufgrund der KI kaufen. Tatsächlich denke ich, dass die KI sie eher verwirrt, als dass sie ihnen hilft, ein bestimmtes Ergebnis zu verstehen."

Jeff Clarke, stellvertretender Vorsitzender und COO von Dell, erwähnte: „Wir haben dieses unerfüllte Versprechen der KI und die Erwartung, dass KI die Nachfrage der Endverbraucher ankurbeln wird."

Meine Meinung

Dell hat erkannt, was Microsoft nicht erkannt hat: Verbraucher interessieren sich nicht für KI-Funktionen in ihren Laptops. Jedes von Dell angekündigte Gerät verfügt weiterhin über eine NPU, aber das Unternehmen hat aufgehört, damit zu werben, weil die Leute nicht aufgrund der KI-Fähigkeiten kaufen. Das ist ein ehrliches Eingeständnis, dass die KI-PC-Offensive des vergangenen Jahres nicht zu einem Umsatzanstieg geführt hat.

Wenn ein großer PC-Hersteller sagt, dass KI „die Kunden eher verwirrt als ihnen hilft", dann ist das ein Unternehmen, das die Realität anerkennt, nachdem es gesehen hat, dass sich die Produkte nicht verkaufen.

Der Kontrast zu Microsoft ist eklatant. Nadella fordert die Menschen auf, nicht mehr von "AI Slop" zu sprechen, während er Copilot in jedes Produkt integriert, ob die Menschen es wollen oder nicht.

Dell hat sich die tatsächlichen Verkaufszahlen angesehen und festgestellt, dass Kunden KI-Funktionen nicht genug schätzen, um ihre Kaufentscheidungen zu beeinflussen.

Die Aussage "das unerfüllte Versprechen der KI" von Dells COO fasst das Problem perfekt zusammen. Unternehmen haben Milliarden ausgegeben, um KI in Verbraucherprodukte zu integrieren, und die Verbraucher reagierten darauf mit Gleichgültigkeit.

Dells Abkehr vom KI-orientierten Marketing lässt vermuten, dass andere Unternehmen folgen werden, sobald sie akzeptieren, dass KI keinen Mehrwert gebracht hat, der sich in Verkäufen niederschlägt.

Ich habe geradezu ungläubig diese Zusammenfassung gelesen – es ist der Tenor, den ich seit Monaten versuche, hier im Blog in Beiträgen zu vermitteln. So sinnvoll LLMs in bestimmten Szenarien sind, so unsinnig ist der gegenwärtige Ansatz von Microsoft & Co. Aber vielleicht habe ich noch nicht genug "Copilot-Wasser gesoffen", um das zu erkennen.

OpenAI gibt "ChatGPT Gesundheit" frei

Jede Woche stellen Hunderte Millionen Menschen Fragen zu Gesundheit und Wohlbefinden an Lösungen wie ChatGPT. OpenAI hat daher ChatGPT Gesundheit entwickelt und laut dieser Verlautbarung als Plattform freigegeben. Die Plattform, die zuerst unter dem Namen ChatGPT Health in den USA zur Erprobung kommt, soll Gesundheitsinformationen auf sichere Weise mit der Intelligenz von ChatGPT zusammenbringen.

ChatGPT Gesundheit baut laut OpenAI auf den starken Datenschutz-, Sicherheits- und Datenkontrollen von ChatGPT auf. Die Lösung soll zusätzliche, speziell für den Gesundheitsbereich entwickelte Schutzmaßnahmen bieten Das schließt auch eine speziell entwickelte Verschlüsselung und Isolierung ein, um Gesundheitsgespräche privat und abgeschottet zu halten.

Nutzer (und ggf. Fachpersonal) sollen medizinische Unterlagen einfließen und Wellness-Apps sicher verbinden können, um ChatGPT Gesundheit Fragen zu den gesammelten Gesundheitsinformationen stellen zu können. Die ChatGPT-Anworten sollen dann relevanter und nützlicher sein. In enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Ärztinnen entwickelt, helfe ChatGPT Gesundheit Menschen dabei, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden besser zu verstehen und aktiv zu gestalten – und unterstützt dabei die Versorgung durch medizinisches Fachpersonal, statt sie zu ersetzen, wird die Lösung gepriesen.

Ein Mediziner unter den Blog-Lesern hat mich mit den Worten "Für Mutige und Datenschutz-Hasardeure: OpenAI startet ChatGPT Health. OpenAI verspricht mit ChatGPT Health fundierte Analysen von Laborwerten und Fitnessdaten in einer gesicherten Umgebung. Doch trotz ärztlicher Prüfung warnt der Konzern vor Halluzinationen. Die Nutzung ist auch nur jenen empfohlen, denen Datenschutz egal ist." auf diese Entwicklung hingewiesen. Sowohl heise als auch Golem haben das Thema in den Artikeln hier und hier aufgegriffen.

Eine arg bedenkliche Entwicklung, die Opfer fordern wird. Kürzlich las ich noch eine Meldung, dass eine AI-Lösung Patienten völlig falsche Gesundheitsempfehlungen vorgeschlagen hätten, die seit 1960 in der Medizin verpönt sind. Und es gab eine Meldung, dass eine Person wegen massiver Gesundheitsprobleme in eine US-Klinik kam. Hintergrund war, dass er auf Ratschläge von ChatGPT gehört und sich mit eingenommenen Zusatzstoffen massiv geschädigt hatte. Im Beitrag Technische Hypotheken: Muss die KI-Revolution ausfallen? – Teil 2 hatte ich zwei Fälle angerissen, wo bedenkliche Entwicklungen bei Verwendung von KI-Lösungen selbst in Händen von Medizinern aufgezeigt wurden. Und nun wollen wir Laien KI-Systeme auf medizinische Laien loslassen, um deren Gesundheitsprobleme zu lösen? Was kann schon schief gehen?

Microsofts in der Copilot-Falle

Microsoft hat sich mit seiner "Copilot überall und ihr kriegt es zwangsweise"-Haltung ziemlich ins Abseits manövriert, so meine Beobachtung. Egal, was deren Management oder Marketing macht oder verlautbaren lässt, es fällt denen negativ auf die Füße (Streisand-Effekt).

Als CEO Satya Nadella  kurz vor Weihnachten in einem kurzen Post über den AI-Kurs in 2026 nachsann (siehe Microsoft CEO Nadella stramm auf AI-Kurs), fielen diese Überlegungen nicht wirklich auf "fruchtbaren Boden". Denn der Kredit von Microsoft ist bei vielen Nutzern aufgebraucht und Microsoft wurde im Internet als Microslop verballhornt (siehe Microslop: Microsoft in der selbst gestellten AI-Falle?).

Die Woche ging dann die Meldung herum, dass Microsoft seine Office 365-App in "Microsoft Copilot-App" umbenannt habe (siehe obigen Screenshot).

Wenn ich es richtig mitbekommen habe, gab es eine Office Hub-App als Navigationspunkt, um Office-Dokumente und Anwendungen zu starten. Das Ganze wurde dann vom Marketing in "Microsoft 365-App" umbenannt – und dann wurde Copilot integriert. Das Ganze wurde dann in Microsoft 365 Copilot-App umbenannt.

Die Umbenennungs-Aktion, dass die Microsoft 365 (Copilot)-App in MS 365-Copilot umbenannt würde, gab es im Dezember 2024 (siehe mein Beitrag Microsoft 365 (Copilot) App heißt ab 2025 einfach Microsoft 365 Copilot vom 18. Dezember 2024). Und im November 2025 hatte Martin Geuß in diesem Artikel noch eine Bestandsaufnahme erstellt, wie sich die App verändert habe.

Ist also alles "alter Kaffee" – aber die in obigem Screenshot Microsoft untergeschobene Meldung, dass man die Microsoft 365 (Office) App in "Microsoft 365 Copilot App" umbenannt habe, machten Anfang Januar 2025 die Runde im Netz. Microsoft sah sich veranlasst, ein Dementi zu veröffentlichen, dass man die Microsoft 365 Office-App in Microsoft 365 Copilot App umbenannt habe.

Tom Warren von The Verge hat es in obigem Tweet und in diesem Artikel aufgegriffen. Ich formuliere es mal so: Microsoft und seine Führungskräfte samt Marketing haben das Thema AI und Copilot so verbrannt, dass denen jede Äußerung im Internet inzwischen so was auf die Füße fällt. Es ist (zumindest in meinen Augen) eine ausgedehnte Negativitätsdominanz wahrnehmbar. Man kann natürlich argumentieren "viel Feind, viel Ehr" – aber Aufgabe des Marketings ist doch, ein positives Aufmerksamkeitsumfeld für ein Produkt zu schaffen.

In meiner Angestelltentätigkeit hatte ich auch die Aufgabe eine Software-Plattform im SCADA-Bereich zu promoten (ich war Entwicklungsleiter, aber auch für den Vertrieb an Inhouse-Kunden und externe Interessenten zuständig – wobei ich im Frühjahr 2025 bei der Beerdigung eins Mitarbeiters feststellen durfte, dass die von mir ab 1985 konzipierte Plattform aktuell in modernisierter Form bei um die 2.000 deutschen Firmen läuft). Damals hatte ich den Spruch "Ein Produkt muss für den Kunden wahrnehmbar, wichtig und dauerhaft verfügbar sein", wenn man das erfolgreich vermarkten will.

Allgemeine KI-Müdigkeit erkennbar?

Wenn ich diese Prämisse an das aktuelle AI-Gedöns anlege, habe ich Schwierigkeiten, da die "Wichtigkeit für den Kunden" zu erkennen. Außer "wer nicht auf den AI-Zug hüpft, verliert", ist da nichts zu erkennen. Ob es dauerhaft Vorteile bringt, die wahrnehmbar sind? Ich weiß nicht, jede Woche wird doch ein neuen AI-Produkt als Sau durch die Marketinggasse getrieben.

Wenn ich im Internet – und speziell auf Social Media-Plattformen unterwegs bin, habe ich das Gefühl, dass die Leute "AI müde" sind und das ständige Copilot hier, Copilot da nicht mehr hören können.

Hat Microsoft überzogen?

Das Verhalten Microsofts könnte man mit dem Umstand vergleichen: Du gehst in ein Bekleidungsgeschäft, um vielleicht eine Unterhose und ein paar Socken zu kaufen. Da drückt der Verkäufer dir noch eine Hose und einen Mantel in die Hand und sagt "alles bei den Socken dabei". An der Kasse heißt es dann: "Ein paar Socken macht zusammen mit Hose und Mantel x Ocken". Auf den Protest, dass Du keine Hose und keinen Mantel wolltest, heißt es "ist alles im Preis drin – ist doch für den Umfang ein wahres Schnäppchen …".

Was sagt Copilot dazu?

Wenn ich die Führung von Microsoft richtig verstanden habe, ist deren Credo doch "lasse Copilot mal machen, der sagt dir, was richtig, wichtig, und sinnvoll ist". Andernfalls wäre es ja AI-Slop. Bei Microsoft ist man aber wohl eher im AI-Slop verhaftet, sonst hätte man es längst verstanden.

Denn ich habe mir den Spaß erlaubt, Microsofts Copilot die Frage "Warum wird alles, was Copilot enthält, so negativ gesehen?" gestellt. Und das Teil hat sogar geantwortet:

Die negative Wahrnehmung von Microsoft Copilot lässt sich auf mehrere miteinander verknüpfte Faktoren zurückführen:

Technische Unzulänglichkeiten und Zuverlässigkeit

  • Nutzer berichten, dass Copilot in vielen Microsoft-Produkten nicht zuverlässig funktioniert und beispielsweise E-Mails oder Dokumente falsch ausliest oder unpräzise Vorschläge liefert.
  • Trotz des gleichen KI-Backends wie z. B. ChatGPT tritt der praktische Nutzen hinter den Erwartungen zurück, wodurch Frust entsteht.

Zwangs­integration und Nutzerkontrolle

  • Copilot wird automatisch in Office, Windows 11 und weitere Anwendungen integriert, oft ohne einfache Deaktivierungsoptionen.
  • Dies führt bei vielen Anwendern zu dem Eindruck, die Kontrolle über eigene Software und Arbeitsprozesse zu verlieren, verschärft durch fehlende Transparenz bei Datenverarbeitung.

Datenschutz- und Sicherheitsbedenken 

  • Die KI greift auf umfangreiche persönliche Daten zu (E-Mails, Dokumente, Kalender), und Microsoft bot bisher keine vollständige Transparenz über Nutzung und Zugriff.
  • Experten und Nutzer sehen darin eine potenzielle Einschränkung der Privatsphäre und eine Verletzung von DSGVO-Prinzipien.

Preiserhöhungen und wirtschaftlicher Druck

  • Die Einführung von Copilot-Funktionen ging mit erheblichen Abo-Preiserhöhungen einher, teilweise bis zu 45 %, manchmal ohne klare Kommunikation.
  • Nutzer empfinden die Investition in ein noch nicht ausgereiftes Feature als unfair, besonders weil kostenlose Alternativen existieren.

Marketingstrategie und Namensverwirrung

  • Microsoft nutzt den Namen "Copilot" inflationär für sehr unterschiedliche Funktionen, was zu Verwirrung und enttäuschten Erwartungen führt.
  • Verbraucher und interne Mitarbeiter kritisieren die irreführende Kennzeichnung von Produkten, da unterschiedlich technisch funktionierende Tools denselben Namen tragen.

Erwartung vs. Realität

  • Die initiale Euphorie für KI-gestützte Funktionen wird durch den praktischen Nutzen und die oft unvollständige Implementierung gebremst.
  • Nutzer fühlen sich eher "zwangsbeglückt" als unterstützt, insbesondere wenn Ergebnisse inkonsistent oder fehlerhaft sind.

Zusammengefasst: Die negative Wahrnehmung von Copilot entsteht aus einem Zusammenspiel von technischen Problemen, Datenschutz- und Kontrollfragen, unklarer Namensgebung, Preiserhöhungen und Diskrepanz zwischen Marketingversprechen und tatsächlicher Nutzererfahrung. Trotz der theoretischen Vorteile der KI führt diese Kombination dazu, dass viele Nutzer skeptisch oder frustriert reagieren.

Der Copilot scheint also alles zu wissen, was falsch bei Microsoft läuft, und rückt dies sogar als Anfrage raus. Nur bei den Microsoft-Führungsköpfen scheint niemand dem "eat your own dog food und befragt mal das Teil, was wir ändern müssten" zu folgen. Tja, ich sage es mal so: Mit etwas klarem Menschenverstand hätte man die obigen Punkt auch ohne ChatGPT oder Copilot auf ein Blatt Papier notieren können.

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13 Antworten zu AI-Zwangsbeglückung: GMail nutzt Gemini, Copilot in HP-Druckern, PayPal, ChatGPT Health für die Medizin

  1. R.S. sagt:

    HP ist in meiner Firma aus verschiedensten Gründen seit ein paar Jahren verbrannt, kommt nicht mehr zum Einsatz.
    Da spielt dieser Copilot-Kram auch keine Rolle mehr.
    Wozu brauche ich an einem MFP eine Übersetzungsfunktion?
    Wenn ich etwas scanne, dann brauche ich den Scan möglichst im Original und nicht übersetzt!
    Wozu brauche ich am MFP eine Zusammenfassung?
    Wenn ich etwas scanne, dann brauche ich das als Original und nicht als Zusammenfassung!
    Hier hat kein einziges MFP Internetzugang, weil ein MFP den schlicht nicht braucht.
    Und das mit Bosch wundert mich stark.
    Das ist eine deutsche Firma und der sollte bekannt sein, das die Bedienung von Touchscreens während der Fahrt in Deutschland schlicht verboten ist (außer bei sehr kurzen Blicken drauf. Es gab schon Gerichtsurteile z.B. gegen Tesla-Fahrer, die während der Fahrt den Touchscreen bedient haben. Darf man nicht, fällt unter den Handyverbotsparagraphen.)
    Man stelle sich vor, ein LKW-Fahrer schaltet den Tempomaten ein und fängt dann an, auf dem Touchscreen eine Email oder einen Text zu schreiben……………
    Wie kann man nur auf die Idee kommen, so etwas in ein Fahrzeug einzubauen?

    Gemini in GMail?
    Zum Glück nutze ich kein GMail.
    Sonst würde ich mein Emailkonto dort schließen.

    • Alzheimer sagt:

      Zum Thema Tesla und und andere "Touchscreen-Gurken":
      Deutsches Recht verbietet sowas eigentlich:

      – StVZO § 35b Abs. 1 (Die Einrichtungen zum Führen der Fahrzeuge müssen leicht und sicher zu bedienen sein.)

      – StVO § 23 Abs. 1a StVO (Touchscreen Geräte, Handy am Steuer usw.)
      Siehe hierzu auch: Laut Beschluss vom 27.03.2020, Az. 1 Rb 36 Ss 823/19 des OLG Karlsruhe ist ein Touchscreen ein elektronisches Gerät, dessen Bedienung durch den Fahrzeugführer grundsätzlich verboten ist. Nur unter bestimmten Voraussetzungen ist die Bedienung ausnahmsweise erlaubt.

      – GG Art. 3 Absatz 1 (Allgemeinen Gleichheitssatz)
      Im Gegensatz zur Touchscreen Bedienung bei KFZs wird aber schon das kleinste "Handy am Steuer" Vergehen sofort bestraft, was meiner Ansicht nach gegen den allgemeinen Gleichheitssatz gemäß Art. 3 Absatz 1 GG verstößt.

  2. Daniel sagt:

    Wir brauchen endlich Toiletten mit Copilot der dir wortwörtlich jeden scheiß auswertet und Tipps gibt und sagt was zu tun ist, z.B. die Spülung zu verwenden. 🙃🙈

    Wenn ich KI nutzen möchte, dann gezielt im ChatGPT Chat. Aber nicht jedes Programm muss KI haben, was dann natürlich auch bezahlt werden möchte, und dass geht dann nur noch im Abo nicht im Einmalkauf. Nein, einfach nein.

  3. Kassandra sagt:

    Wie schonmal geschrieben, wurde aber nicht veröffentlicht, der ganze KI Zirkus dient hauptsächlich dafür, mittelfristig eine nicht mehr zu hinterfragende globale höhere Instanz zu etablieren, deren "Entscheidungen" dann als unfehlbar wahrgenommen werden sollen und die dann bisherige polit. Systeme ersetzen soll. Natürlich trotzdem gesteuert von einer grauen Eminenz im Hintergrund. Deshalb wird das auf allen Ebenen in die Gesellschaften gepresst.

  4. Anonym sagt:

    Aus Algorithmus wird jetzt KI sonst ändert sich nix.

    • Günter Born sagt:

      Außer dass "Algorithmus" jetzt in allem drin ist und alles "sehen", auswerten und übertragen will und per Prompt Injection durch böse Buben potentiell dazu gebracht werden kann, das "gesehene" zur verraten sowie falsche, gefährliches, schädliche Empfehlungen und Aktionen auszulösen – und on top auch noch um den Faktor 10 Energie- und Ressourcen-hungriger ist. Außerdem wird sich der Preis des "Angebots" ändern, da kannst Du sicher sein. Irgendwer muss ja die Party der US-Tech-Bro-Milliardäre zahlen.

    • MaxM sagt:

      @Anonym: Kleiner Unterschied
      Algorithmus = deterministisch
      KI = probabilistisch.

      Mag funktionieren, wenn die "KI liegt richtig-Wahrscheinlichkeit" > 99 % ist. Denn auch ein Algorithmus hat "Fehler", "Übersehenes", Sonderfälle.

  5. Luzifer sagt:

    Also da wo ich KI nutzen würde, wäre ein "Babbelfisch" wie aus per Anhalter durch die Galaxie… man steckt sich so ein Earstecker ins Ohr und das Teil übersetzt simultan per KI alles… (rudimentär gibst da so ein Teil ja bereits, aber eben sehr rudimentär)
    Auch in der Forschung/Medizin kann ich mir durchaus KI vorstellen und natürlich das was derzeit in aller Munde ist und verpönt weil es von Idioten genutzt wird um Nacktbilder zu generieren.
    Photo/Video KI ist so was geiles, wie einfach es damit mögglich ist Bilder zu retouchieren; Objekte freizustellen usw. dazu musste man früher Photoshop schon sehr gut beherschen.

    Was uns da allerdings überall unter dem Label KI reingedrückt wird: Nein Danke!
    Und unter dem Gesichtspunkt der Energieverschwendung schonmal 10x nicht!
    Ich werd blöd angeguckt wen ich im Charger einkaufen fahre und so ein KI RZ verschwendet in einer Minute mehr Energie als ich im Jahr (und ich habe als Singlehaushalt schon 10k kWh Verbrauch (allerdings 80% energieautark selbst erzeugt)

    @ Daniel Toiletten die dir deine "Sitzung" auswerten gibt es schon längst, nur brauchen die dazu keine KI ;-P Spülen, waschen, trocknen machen die dir auch noch, ebenfalls alles ohne KI! Rund um sauberes Popöchen… musst dir halt nur leisten können/wollen.
    Das erste "Smarte Klo" wurde von Arnold Cohen 1964 in den USA auf den Markt gebracht… die Japaner haben das dann perfektioniert! Heute kriegst das auch bei Villeroy & Boch & Co. Sozusagen der letzte heisse Scheiss!

  6. wordexpertin sagt:

    Bei all diesen Meldungen weiß ich schon, wo ich beim nächsten DI.DAY (#didit, #dutgemacht, jeden 1. Sonntag im Monat eine KI) den Stecker ziehen werde. Vielen Dank. Es gibt noch viel zu tun und umstiegszuplanen, bis zum 01.02.2026.

  7. Björn E. Kevalonen sagt:

    Luzifer hat recht, "Babbelfisch" wäre echt toll, also ein Ohrstecker, der bei Fremdsprachen auch den kulturellen Kontext berücksichtigt und etwa die korrekte Übertragung von Sprichwörtern beherrscht, bei denen die Übersetzung der Wörter allein keinen Sinn ergibt. Man könnte damit ohne Verständigungsprobleme die ganze Welt bereisen. DAS wäre echt intelligent. Die Dolmetscher tun mir dann aber leid – ein Beruf, der zum Aussterben verurteilt wäre, allerdings ein enormer Vorteil für alle anderen.

    LLMs dagegen simulieren nur Intelligenz, täuschen insofern die User. Ich frage mich oft: Wie denke ich selbst? Bei einem Auto steht bei mir der visuelle Eindruck eines Autos vor dem inneren Auge, und natürlich bei vertiefter Betrachtung die sich dahinter verbergende Technik. Was weiß ich darüber? Welche Infos habe ich im Gedächtnis gespeichert? Wie funktioniert etwa ein Verbrennungsmotor? Da habe ich Zylinder, Kolben und eine Kurbelwelle vor Augen, wie sie sich bewegen, wie im Zylinder das Benzingemisch zur Explosion gebracht wird usw. Aber ich denke dabei doch nicht statistisch, welches Wort auf Zylinder am wahrscheinlichsten folgt. In meinen Augen sind LLMs deshalb ein Irrweg, der aber trotzdem vermarktet werden muss, weil sich die immensen Investitionen schließlich amortisieren sollen. Einen wirklich denkenden PC könnten wir durchaus gebrauchen, aber doch nicht eine statistische Auswertungsmaschine.

  8. janil sagt:

    MS erntet halt das, was es gesät hat. Alphabet das Gleiche.
    Nur das die Masse das ganze Große KI-Gedöns leider nicht mehr überblickt und darauf wird wohl hauptsächlich von BigTech gebaut und lustig weiter in den Markt gedrückt. Wobei Dell schon ein Hoffnungsschimmer ist aber man muss wohl abwarten, wie viele Unternehmen das übernehmen werden.

  9. Andi sagt:

    Es ist schon spannend, wie immer mehr Unternehmen an den Benutzern vorbei Produkte entwickeln und versuchen, uns dieses Zeug aufzuzwingen. Ich bin generell kein Gegner von KI an sich, aber ich will selbst die Kontrolle über die Funktionen haben und entscheiden, welche KI ich verwenden will. Zumindest kann ich privat alles selbst Hosten und als Drucker verwende ich einen über 10 Jahre alten HP OfficeJet, welchen ich schon mehrfach selbst repariert habe. Nur schade, dass nur wenige Kunden (Unternehmen) sich darauf einlassen, US-Konzern-Alternativen zu verwenden.

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