Comitis Capital übernimmt Threema

Zum 12. Januar 2026 wurde bekannt, dass der Schweizer Anbieter eines Instant-Messengers, Threema, durch die Investmentfirma Comitis Capital übernommen wird.

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Threema ist ein in der Schweizer angesiedelter Anbieter eines Ende-zu-Ende-verschlüsselten Instant-Messaging-Dienst. Die App lässt sich auf Smartphones und Tablets einsetzen. Die Software ist auf Sicherheit, Datenschutz und Datenvermeidung ausgelegt und erfordert im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten für die Nutzung weder eine Telefonnummer noch sonstige personenbezogene Angaben.

Ich habe mir vor Jahren mehrere Threema-Lizenzen gekauft, um (alternativ zu Signal) Datenschutz-konform kommunizieren zu können.  Unternehmen können Threema OnPrem mit Threema Work als Server – getrennt von Threemas Infrastruktur – selbst betreiben.

Threema-Übernahme durch Investor

Es war schon ein Schlag für mich, als ich vor einigen Stunden den nachfolgenden Post auf Mastodon gesehen habe.

Threema wird von Investor gekauft

Der Post verlinkt auf diese Ankündigung der Investmentfirma Comitis Capital. Allzuviel steht nicht in der Mittelung, man erfährt nur, dass Comitis Capital eine Vereinbarung zum Erwerb der Threema Holding AG mit Afinum und den Threema-Gründern geschlossen hat.

Zu Afinum muss man wissen, dass es sich um eine deutsch-schweizerische Beteiligungsgesellschaft (Private Equity) handelt. Afinum hat nach meinen Informationen im September 2020 eine bedeutende Beteiligung am Schweizer Messenger-Dienst Threema  erworben.

Über die Gründe für die Übernahme und den Übernahmepreis wird nichts in der Ankündigung mitgeteilt. Es heißt lediglich, dass die Plattform von Threema mit Hauptsitz in der Schweiz auf die steigende Nachfrage nach Datenhoheit, Cybersicherheit und konformer digitaler Kommunikation reagiert. Durch das Angebot einer skalierbaren, flexiblen Architektur für Cloud- und Vor-Ort-Implementierungen bediene Threema einen vielfältigen Kundenstamm, der von KMUs bis hin zu globalen Unternehmen reiche. Threema habe zudem eine starke Basis treuer, datenschutz- und sicherheitsbewusster Verbraucher.

Hervorgehoben wird die Threema Privacy-by-Design-Philosophie, die auf einer Zero-Knowledge-Architektur und Open-Source-Software basiert, sowie durch Schweizer Souveränität und erstklassige Technologie, die proprietäre Verschlüsselungsalgorithmen kombiniert, die von weltweit führenden Cybersicherheitsexperten und Communities verifiziert wurden.

Nikolaus Bethlen, geschäftsführender Gesellschafter von Comitis, sieht Threema als einzigartig positioniert, um von den langfristigen strukturellen Wachstumstrends in den Bereichen sichere Kommunikation, europäische Datenhoheit und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu profitieren. Man plant daher, Threema in seiner nächsten Wachstumsphase zu unterstützen und auf dem Erbe seiner vertrauenswürdigen Marke, seiner führenden Technologie und seiner kompromisslosen Privatsphäre aufzubauen.

Mir ist an dieser Stelle nicht klar, wie die künftige Positionierung von Threema wirklich erfolgen soll. Einmal gibt es auch in der Schweiz Bestrebungen, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufzubrechen. Anbieter Signal droht damit, die Schweiz und die EU zu verlassen, wenn die Chat-Kontrolle beschlossen wird.

Zudem ist das Geschäftsmodell von Threema bisher, dass private Nutzer eine Einmal-Lizenz kaufen, die dann "lebenslang" gelten soll und zur Nutzung berechtigt. Bei Unternehmensanwendern könnten die Geschäftsaussichten durchaus besser aussehen. Werden Behörden und Unternehmen in der EU gezwungen, Microsoft Teams oder WhatsApp gegen eines sichere, datenschutzfreundliche Messenger-Anwendung mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auszutauschen, ergibt sich ein riesiger Markt für Threema.

Hier könnten dann die Preise zur Nutzung von Threema anziehen – darauf spielt obiger Mastodon Post wohl an. Wird man abwarten müssen, wie sich das Ganze in den nächsten Jahren entwickelt.

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2 Antworten zu Comitis Capital übernimmt Threema

  1. Anonym sagt:

    Bei Behörden und der Bundeswehr ist Matrix doch schon weit verbreitet und beliebt, oder?

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