Lenovo sieht VMware-Kunden zum Wechsel bereit und optimiert Hardware

VMwareDer chinesische Anbieter Lenovo stellt bei Kunden von VMware by Broadcom verstärkt die Bereitschaft zum Exit fest. Der Hersteller optimiert daher seine Hardware, um verschiedene Private-Cloud-Stacks ausführen zu können. Dies ermöglicht Kunden, zwischen den Cloud- und Virtualisierungs-Lösungen zu wechseln.

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Seit der VMware-Übernahme durch Broadcom nutzen viele Kunden VMware Cloud Foundation (VCF) nur noch mit Zähneknirschen – denn die Preise für die Abonnements wurden kräftig angehoben. Große Hyperscaler können aber nicht so einfach wechseln, höre ich immer wieder. Aber es scheint sich langsam etwas zu tun.

Weg von VMware als Option

Der britische The Register hat mit Kumar Mitra, Executive Director der Lenovo Infrastructure Solutions Group für Zentralasien-Pazifik sowie Australien und Neuseeland, gesprochen. Kumar Mitra sagte dort, dass man Unternehmen sehe, die Cloud-Repatriierungsprojekte auf lokale hyperkonvergente oder private Cloud-Instanzen erwägen, und weg von VMware by Broadcom-Lösungen wollen.

The Register zitiert den Lenovo-Manager mit: "Viele Kunden suchen nach einem Weg, um von der VMware-Plattform wegzukommen. Wir beobachten, dass Kunden nun offen für mehr Pilotprojekte und mehr Proof-of-Concepts sind."

Die bisherigen Hardwareansätze

Im The Register-Artikel Lenovo has a hunch you're about to try quitting VMware heißt es, dass hyperkonvergente und Server-Virtualisierungs-Stacks einfache x86-Server und handelsübliche Komponenten erfordern. Das ist aber nicht ausreichend, wenn zwischen verschiedenen Stacks gewechselt werden soll.

Anbieter wie Lenovo entwickelten dagegen bisher Systeme (SKUs), die auf die Besonderheiten der einzelnen Stacks abgestimmt sind. Lenovo bietet daher Appliances der HX-Serie für Nutanix, die VX-Serie für VMware und die MX-Serie für Microsoft Azure Local an. Nun wünschen sich Kunden eine Infrastruktur, die sie nicht an eine bestimmte Plattform bindet.

Lenovo FX-Serie für Nutanix und VMware

Lenovo bietet seit Ende 2025 eine neue "FX"-Serie hyperkonvergenter Appliances an, die als geeignet für den Betrieb von Stacks von VMware und Nutanix zertifiziert sind.  Bei Bedarf können Kunden bei Lenovo die Installation einer der beiden Plattformen beauftragten. Später ist es aber möglich, die betreffenden Maschinen so umzustellen, dass sie wahlweise VMware oder Nutanix zur Virtualisierung verwenden können. Lenovo bietet seine Serviceleistungen für den Fall eines Wechsels an.

Kumar Mitra sieht "FX als ein ziemlich überzeugendes Angebot für Proof-of-Concept-Projekte, da es mehrere hyperkonvergente Plattformen verarbeiten kann. Wir haben die Hardware freigeschaltet und offener gestaltet".  Der Manager ist zuversichtlich, dass die FX-Serie bei Migrationsprojekten weg von VMware Cloud Foundation (VCF) helfen kann. Aber er sieht auch die Schwierigkeiten einer Abkehr von VMware: "Das ist leichter gesagt als getan, da die Benutzer viele Kenntnisse rund um VMware aufgebaut haben und es sich um ein brillantes Produkt handelt."

VMware Cloud Foundation (VCF) ist derzeit nur als Cloud Foundation Private Cloud-Paket erhältlich. Das Paket bietet zwar viele Funktionen, die VMware-Kunden zur Virtualisierung von Servern einsetzen, aber möglicherweise nicht benötigen. Hier entspinnen sich dann regelmäßig Diskussionen um den Preis der VMware-Angebote und Kunden sinnen auf Abkehr von diesem Anbieter.

VMware-Kunden tun sich mit dem Exit schwer

The Register zitiert den unabhängigen Analysten Michael Warrilow, der sich auf Servervirtualisierung, hyperkonvergente Infrastruktur und Management-Tools spezialisiert hat. Dieser hab kürzlich geschrieben, dass VMware-Anwender das Jahr 2025 größtenteils verschwendet hätten. Die meisten VMware-Migrationen in Unternehmen hätten 2025 nur "geringe Fortschritte" gemacht.

Laut Warrilow sollten Broadcom-Kunden "davon ausgehen, dass Multi-Hypervisor-Umgebungen zur Norm werden und dass die Nutzer ihre VMware-lastigen Management-Tools abbauen müssen, wenn Sie ihre Abhängigkeit von VMware verringern möchten". Der Analyst vertritt die Meinung, dass die Vorbereitung auf eine Multi-Hypervisor-Welt "für den langfristigen Erfolg unerlässlich ist, aber Zeit und Geld kostet … und 2026 keine signifikanten Vorteile bringen wird".

Seine Empfehlung für VMware-Kunden: "Akzeptieren Sie die Situation und widmen Sie sich anderen Dingen. Akzeptieren Sie VMware Cloud Foundation und sein Full-Stack-Wertversprechen.", wenn sie nicht auf Multi-Hypervisoren umstellen wollen. Einsparmöglichkeiten bei den Lizenzkosten sieh Warrilow bei Entwicklungsumgebungen, die in einigen Fällen bis zu 50 % der Lizenzkosten ausmachen können.

Wie schaut die Situation bei euch in der Leserschaft aus? Ist VMware Cloud Foundation immer noch das Arbeitspferd, oder seid ihr zu anderen Virtualisierungsanbietern gewechselt?

Weil es in diesem Kontext gerade passt, ich hatte kürzlich den Beitrag "Cashback"-Aktion für ehemalige VMware-Kunden hier im Blog. Der Anbieter Software ReUse kauft nicht mehr benötigte Perpetual Software-Lizenzen von VMware auf und bietet auch solche Gebrauchtlizenzen rechtssicher an. 

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5 Antworten zu Lenovo sieht VMware-Kunden zum Wechsel bereit und optimiert Hardware

  1. Sven sagt:

    sind von VMware zu Proxmox gewechselt. inkl. PBS. veeam auch stark reduziert. spart uns so ca. 50.000€ im Jahr an Lizenzkosten

    wir haben aber auch nur reine Server-Virtualisierung, ohne NSX vSAN usw.

    war eine Menge Arbeit, das Migrieren von allerlei VMs ist nicht immer ohne Probleme über die Bühne gegangen, vor allem wenn diese schon oft inplaceupgrades hinter sich hatten. sowohl Windows als auch Linux

    Alles in allem war VMware sicherlich einfacher (vllt. weil man's besser kannte), aber Proxmox ist schon soweit okay, unsere Bedürfnisse sind erfüllt

    es gibt aber auch kritische Stimmen, v.a. im Bereich Support durch Partner, das kann ich aber nicht verifizieren, da das bei uns kein kritisches Kriterium darstellt

  2. Olli sagt:

    >>> Wie schaut die Situation bei euch in der Leserschaft aus? Ist VMware Cloud Foundation immer noch das Arbeitspferd, oder seid ihr zu anderen Virtualisierungsanbietern gewechselt?

    Solange die alten Verträge aus VMWare-Zeiten noch gültig sind, werden die genutzt – danach erfolgt der VMWare Exit. Jeder Broadcom-Mensch der sich zwischenzeitlich meldet, wird ganz ruhig wenn man ihm/ihr sagt was man von Broadcom hält und diese Firma keinen Cent mehr sehen wird. Ab dann hat man meistens Ruhe von denen.

  3. Fritz sagt:

    Die Lawine hat sich in Bewegung gesetzt. Langsam, aber vermutlich unaufhaltsam.

    In den letzten zwei Jahren war auch für weniger versierte Systemhäuser Zeit genug, die entsprechende Kompetenz zu erwerben und ihren Kunden nicht nur Hardware vor die Füße zu werfen, sondern auch komplett durchkonfigurierte Systeme anzubieten.

    Von daher sehe ich diese Zeit auch nicht als "verschwendet" an, wenn sie (gerade in einer Phase gedämpften Wirtschaftswachstums) wirklich zu einer Neuorientierung und Verbreiterung der Kompetenzbasis genutzt wurden.

    Bei den Kunden ist die Zeit des Abwartens und gespannt auf andere schauen auch langsam vorbei, spätestens wer erweitern, neu ausrollen oder defekte Hardware ablösen muß wird zu einer Entscheidung kommen müssen.

    Der Kuchen wird neu verteilt und Multi-Cloud mit Auswahl der jeweils zum Workload passenden Umgebung ist nicht der schlechteste Ansatz.

    • Froschkönig sagt:

      Wenn du VMware kannst, ist Proxmox und Nutanix eigentlich nicht so schwer zu verstehen. Einiges ist "anders", manches gibts nicht in der Form nicht (z.B. die ausgefeilten DRS-Regeln in VSphere), aber im großen und Ganzen kommt man schnell zurecht. Die größte Challenge ist die Migration der VMs.

  4. Froschkönig sagt:

    Ob man jetzt Proxmox, Nutanix, Oepnstack, KVM, Xen oder was auch immer nimmt, ist überall ein Linux drunter. Und gerade im Serverbereich ist Linux ohne Frage erfolgreich. Auch der Azure-Lokal basiert auf einer Linux-Distribution die von Microsoft gepflegt wird. Linux konnte man fast schon immer problemlos auf x-beliebiger X86-Server-Hardware installieren und hat auf Anhieb alle Systemkomponenten erkannt und eingebunden, außer vielleicht die Hardwarekomponente ist noch ganz brandneu und die Treiberanpassungen dafür sind noch nicht fertig, was aber immer seltener ist weil die Hersteller der Serverchips verstanden haben, dass gerade hier Linux wichtig ist. Sowas exotisches wie Grafikkarten, WLAN, Drucker, Webcams und deren manchmal mangelhaften Treiberunterstützung stört bei Servern eher weniger. Von daher empfinde ich diese Lenovo-Botschaft eher wie Marketinggeschrei um von dem *nix-Serverkuchen auch mehr ab zu bekommen. Seit IBM seine x86 Serversparte an Lenovo abgeben hat, haben die langsam aber kontinuierlich Marktanteile an HP und Dell verloren, auch weil die Server jetzt wie Huawei "Chinesisch" sind. Aber theoretisch könnten solche Backdoors in jeder Serverhardware stecken, wenn die Auftragsfertiger wie Foxconn klammheimlich die BOM oder eine Onboardcontroller-Firmware von Server der anderen bei ihnen zusammengeschraubten Servern ändern. Naja, vielleicht hat man Glück, wenn der Sever aus einer indischen oder vietnamesischen Foxconn Fabrik kommt. Wer weiß das schon.

    Zur Frage nach VMWare: Seit 7 Jahren weg davon, wurde schon damals zu teuer. Windows-VMs sind auf HyperV Datacenter, was viel Lizenzkosten spart, Linux-VMs in Openstack. Openstack zu nutzen finde ich anspruchsvoller als VMWare und Proxmox, das kostete Anfangs ordentlich Manpower, zweitweise hatten wir einen Kollegen, der sogar aktiv in der Entwicklung von Openstack mitgearbeitet hat, um die Bedürfnisse an die Virtualisierung erfüllen zu können. Das war teils steinig.

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