Microsoft steht wegen Office-Formaten in der Kritik

Momentan sucht man in Europa ja händeringend nach Alternativen zu US-Software. LibreOffice wird häufiger als Alternative zu Microsoft Office genannt. Hier im Blog höre ich dann immer wieder "Microsoft Office ist alternativlos, weil nur mit deren Anwendungen Dokumente formaterhaltend ausgetauscht werden können". "The Document Foundation", die LibreOffice entwickelt, übt moment schwere Kritik an Microsoft, mit seinen Office-Formaten systematisch ein Lockin für Nutzer aufgebaut haben. Die "Alternativlosigkeit" in Bezug auf Office 365 ist selbst verursachtes Leid.

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Wenn ich hier im Blog schon mal einen Beitrag zu LibreOffice oder anderen Alternativen zu Microsoft Office einstelle, höre ich häufig: "Aber Microsoft Office ist der Standard in Firmen, nur wenn ich deren Software verwende, sind meine Dokumente austauschbar". Stimmt zwar nicht, da die Microsoft Office-Versionen untereinander oft nicht die Dokumente sauber und Format-treu austauschen können.

Ein Versuch, ein offenes Office-Format zu definieren

Die älteren unter den Lesern werden sich noch erinnern: Es gab mal den Ansatz, ein Open Document Format für Texte vorzuschreiben und als Industriestandard zu etablieren.  Im Jahr 2015 wurde das OASIS Open Document Format for Office Applications (ISO/IEC 26300-1:2015) als international genormter quelloffener Standard für Dateiformate von Bürodokumenten wie Texten, Tabellendokumenten, Präsentationen, Zeichnungen, Bildern und Diagrammen verabschiedet.

Das OpenDocument Format (ODF) nutzt für das eigentliche Dokument eine XML-basierte Auszeichnungssprache, deren Elemente an den Standard HTML angelehnt sind. OpenOffice.org und LibreOffice verwenden ODF als Format für ihre Dateien.

Microsoft hat dies auf "elegante Art" konterkariert, indem man das Konstrukt OpenXML-Format aus der Taufe hob – welches sogar (trotz heftiger Kritik) als ISO-Standard verabschiedet wurde. Neuere Microsoft Office-Versionen verwenden dieses Format zum lesen und schreiben (siehe).

The Document Foundation übt Kritik an Microsoft

Nun üben die Entwickler von The Document Foundation, (die hinter LibreOffice stehen), im Dokument Why OOXML is not a standard format for office documents schwere Kritik an Microsoft (ich bin hier drauf gestoßen). Sie stellen die Frage, warum viele Leute die proprietären DOCX-, XLSX- und PPTX-Formate von Microsoft verwenden, oder proprietäre Software wie OnlyOffice gegenüber LibreOffice bevorzugen? Die gesamte Geschäftswelt setzt auf das proprietäre Microsoft OOXML-Format, die von DOCX-, XLSX- und PPTX-Dokumenten genutzt werden und glaubt, "OOXML als Standardformat" einzusetzen, so die Aussage.

Theoretisch seit OOXML (Office Open XML) ein ISO/IEC-Standard (ISO/IEC 29500), schreibt The Document Foundation. In der Praxis offenbaren sich aber riesige Klippen, die das Format zum Dokumentenaustausch unbrauchbar machen. The Document Foundation hat folgende Zusammenfassung ihrer Kritikpunkte in obigem Dokument veröffentlicht:

  • Die Komplexität der Spezifikationen: Der OOXML-Standard ist extrem umfangreich (~7.000 Seiten), was es für Dritte praktisch unmöglich macht, ihn korrekt zu implementieren. Dies steht in starkem Kontrast zu konkurrierenden Standards wie ODF (wird von LibreOffice verwendet), die viel prägnanter sind.
  • Inkonsistenzen bei der Implementierung: Die Microsoft Office-Anwendungen implementieren nicht die standardisierte Version (ISO/IEC 29500 Strict), sondern verwenden die Variante „Transitional", die Kompatibilitätsfunktionen mit älteren Formaten enthält. Diese Transitional-Variante steht aber im Widerspruch zum erklärten Ziel, ein sauberes, modernes und vor allem offenes und standardisiertes Format zu sein. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum die Formatübertragung über Anwendungsgrenzen nie sauber klappt.
  • Proprietäre Abhängigkeiten: Die Spezifikationen beziehen sich auf mehrere undokumentierte Legacy-Verhaltensweisen früherer Versionen von Microsoft Office und verlangen von den Entwicklern, die die Formatfilter implementieren, Windows-spezifische Funktionen zu dekodieren, um Kompatibilität zu erreichen.
  • Binäre Blob-Reste: Obwohl OOXML auf XML basiert, enthält es an vielen Stellen binäre Datenstrukturen. Diese dienen insbesondere zur Erhaltung der Abwärtskompatibilität mit älteren Microsoft Office-Formaten. Das beeinträchtigt die Transparenz, die XML eigentlich gewährleisten sollte.
  • Plattformspezifische Elemente: Der Standard enthält Windows-spezifische Elemente in Bezug auf Schriftarten, Darstellung und andere Systemverhalten, die eine plattformübergreifende Implementierung schwierig oder sogar unmöglich machen.
  • Kontroverse um den Standardisierungsprozess: Das von ISO/IEC für OOXML angewandte Fast-Track-Genehmigungsverfahren war höchst umstritten. Vorwürfe wegen Verfahrensunregelmäßigkeiten und Manipulation der Abstimmung berechtigte Zweifel an der Gültigkeit des Standards aufkommen ließen.

Diese Probleme führten dazu, dass OOXML zwar technisch gesehen zu einem Standard wurde, aber immer eine proprietäre Format-Spezifikation von Microsoft und kein wirklich herstellerneutraler offener Standard war und ist. Das verursacht den Lock-in der Office-Nutzer. In den kommenden Wochen will der Autor des Beitrags von The Document Foundation einige der in diesem Beitrag vorgebrachten Behauptungen mit allen relevanten technischen Elementen im Detail untersuchen und möglicherweise was zu veröffentlichen. Insgesamt eine unschöne Situation, wir alle haben uns von Microsoft in die Falle locken lassen. Es war so schon einfach, mit Office zu arbeiten, die Daumenschrauben kamen erst nach und nach.

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74 Kommentare zu Microsoft steht wegen Office-Formaten in der Kritik

  1. Felix sagt:

    "Aber Microsoft Office ist der Standard in Firmen, nur wenn ich deren Software verwende, sind meine Dokumente austauschbar"

    Die MitarbeiterInnen der meisten Firmen verschicken einfach unsinnigerweise und mangels Schlungen MS Office Dokumente, hat man ja schon immer so gemacht. Man kann problemlos ein PDF verschicken.

    Wer heute noch komplexe Excel-Dateien mit Macros und VBA nach extern verschickt muss einen gewissen Sadismus haben. Schon allein in unterschiedlichen Sprachen wird hier regelmäßig Unsinn produziert.

    • R.S. sagt:

      So ist es.
      PDF wurde als universelles Dokumentenaustauschformat entwickelt.
      MS Office Dateien waren nie als Dokumentenaustauschformat gedacht.
      Excel-Dateien mit Makros?
      Oder andere Office-Dateinen mit Makros?
      Ja, so etwas haben wir früher auch öfter mal als Mailanhang zugesendet bekommen. Die Anhänge sind aber nie beim Empfänger angekommen, weil alle Dateianhänge, die ausführbares enthalten, konsequent von unserer Anti-Schadsoftwarelösung aus den Mails entfernt wird.
      Die Leute, die uns Sachen mit Makros zusendeten, mussten es auf die harte Weise lernen, Makros, VBA-Code etc. aus Officedateien zu entfernen, bevor die uns das zusenden oder alternativ uns das als PDF zusenden (natürlich ohne Javascript o.Ä.!).

      • Anonym sagt:

        Kennen Sie die DATEV? Da werden aktiv Excel-Listen mit Makros für DATEV-Schnittstellen genutzt…

      • M sagt:

        Hallo,

        PDF ist aber ein Einweg-Format.
        Am Ende des Bearbeitungsprozesses kommt die Umwandlung in PDF und dann ist dieser Stand finalisiert (oder archiviert). Ein sinnvolles Bearbeiten ist nicht wirklich möglich.

        Die Office-Dokument, trotz ihrer z.T. gewaltigen Nebenwirkungen, sind Container für Dokumente in der Bearbeitungsphase.

        Grüße

        • Gänseblümchen sagt:

          Du kennst offensichtlich die Fähigkeiten von Word nicht… Genauso wie du da doc* und odt öffnen kannst, kannst du damit auch PDF einlesen, und BEARBEITEN und wieder als docx, odt oder PDF speichern. Mit Libre hab ich das noch nie probiert, aber warum soll Writer das nicht können? Das PDF-Format ist ja schließlich gut dokumentiert und kein Hexenwerk.

          • viebrix sagt:

            Libre Office kann PDFs bearbeiten. Hatte ich schon verwendet. Ob nun in allen Variationen und mit allen Features, kann ich allerdings nicht sagen.

          • Steter Tropfen sagt:

            Hab soeben versucht, in Writer ein PDF-Dokument zu öffnen, das sogar mit Writer erzeugt wurde. LibreOffice schaltet sofort um auf sein Vektorgrafikprogramm Draw. Damit kann man zwar den Text ändern, aber jede Zeile ist ein Textrahmen – Fließtext ade. Das taugt nur dazu, schnell einen Tippfehler auszubügeln, aber schneller hat man ungewollt das Layout verbogen. „Bearbeiten" kann man das nicht nennen. Ganz zu schweigen von den Schriftarten, die völlig anders dargestellt werden, wenn man den Font nicht auf dem eigenen Rechner hat.

          • Carsten C. sagt:

            Was die Fähigkeit von Word betrifft, PDFs zu bearbeiten: Word wandelt beim Öffnen das PDF in ein Word-Dokument um. Wenn man es nach der Bearbeitung schließt, wird man gefragt, ob man es speichern möchte – standardmäßig im Word-Format. Das kann man natürlich in "PDF" ändern. Die Ähnlichkeit mit dem Ausgangs-PDF ist ggf. überschaubar, weil schon beim Konvertieren teilweise grobe Änderungen entstehen (z.B. Schriftarten). Insofern würde ich Word in Sachen PDF-Bearbeitung als Notbehelf einstufen.

    • Anonym sagt:

      Sowas kann man ganz einfach auf dem Mail Gateway unterbinden und eine Unzustellbarkeitsnachricht zustellen, wenn MS Office Dokumente angehängt sind.

    • Anonym sagt:

      Und dann bekommt man seltsame PDFs, die einen beim Schliessen fragen, ob man irgendwelche Änderungen speichern will, wenn man sie im einfachen Adobe Reader anzeigt. Keine Ahnung ob das wg. JavaScript oder Eingabefeldern oder irgendwelche Kolaboration Features im PDF so ist…

    • viebrix sagt:

      Ich verstehe die Seite der Administratoren. Ich durfte in den letzten Jahren hineinschnuppern. Ich verstehe das Sicherheit über allem stehen soll. Ich würde mich nie als Admin bezeichnen, dafür fehlt mir zu viel Know How und auch zu viel Praxis. Ich kenne aber auch die Seite der Anwender in der Spezialabteilung. Dort werden Funktionalitäten und Berechnungen immer noch mit Excel gemacht. Da nicht alle Berechnungen durch Excel Formeln abgedeckt sind, oder das einfach zu Aufwändig wäre, wird mit Macro-Funktionen nachgeholfen. Ja auch noch im Jahr 2026. Wenn nun ein Unternehmen Berechnungen implementiert hat – möglicherweise auch in einer Serverlösung – diese aber bei einem Partner oder Kunden zum Teil zur Verfügung gestellt werden müssen, dann wird das über Excel und auch Macros zur Verfügung gestellt.
      Ja ich weiß, theoretisch könnte man doch ein API dem Partner/Kunden zur Verfügung stellen, dass dieser seine Daten uploaded und das im System gemacht wird. Aber gerade im Jahr 2026 dauern solche Freigaben – gerade durch Sicherheitsvorschriften und Governance – Ewigkeiten und sind oft gar nicht in großen Unternehmen durchsetzbar. Projekte müssen aber oft innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten abgeschlossen werden. Zumindest müssen gemeinsamen Kunden berechnete Daten zur Verfügung gestellt werden – und das nach wenigen Tagen.
      Es ist absolut unrealistisch – so etwas mit PDFs abzuhandeln. Aus PDFs kann man nichtmal richtig eine Tabelle herauskopieren. Berechnungen die "normale" Excelfunktionen übersteigen, sind damit unrealisierbar.
      Es wird oft darüber diskutiert, dass in europäischen Unternehmen so wenig weitergeht. Ja weil alles stillsteht, durch die Einschränkungen die aus guten Gründen auferlegt sind. Ich sehe auch keine Lösung, aber es würde schon etwas helfen – wenn alle Abteilungen über den Tellerrand schauen würden.

    • Gänseblümchen sagt:

      Die Leute verwenden heute meistens die X-Formate, also z.B. docx, xlsx usw. Die enthalten keine Macros und VBA. Die mit Marcos sind docm usw. und die kann man als Mailanhang problemlos sperren. Und ich kann auch verstehen, dass man solche Dokumente verschickt, nämlich dann, wenn man sie zusammen bearbeitet. Das geht zwar auf dem Weg nur abwechselnd, nicht gleichzeitig, wie wenn man sie in Sharepoint-Online legt, aber immerhin.

      Es kommt immer auf den Anwendungsfall an. Dateien, die der Empfänger nicht mehr ändern können soll, sollte man natürlich als PDF schicken. Aber das ist letztlich auch kein Hinternis für Manipulation, Word kann PDFs importieren und dann kann man sie verändern. Und das klappt ziemlich gut. Letztlich helfen für den Zweck dass die Sachen "Dokumentenecht" sein sollen nur Dienste wie Docusign.

  2. ToWa sagt:

    Aha… interessant, aber irgendwie doch belanglos?
    Wir haben in der Firma diverse Softwarelösungen welche ohne Microsoft Office gar nicht erst laufen.
    Sei es Sage, welche sogar nach wie vor auf Access in 32 Bit angewiesen ist (man löst sich langsam davon), aber selbst wenn alle Dialoge ohne Access laufen, so werden Datenexporte hart auf Microsoft Excel rausgehauen, kein Microsoft Excel, kein Datenexport.
    Übrigens auch, kein Outlook Classic, kein Mailversand aus der Applikation. :-D
    Genauso sieht es bei diversen anderen Programmen aus, welche sich einfach am "Standard" orientieren, also das Drumherum muss einfach auch passen oder gegeben sein, so dass man alternative Software überhaupt in Erwägung ziehen kann.

    • Georg sagt:

      Wir exportieren auch Excel und Word, aber eben immer auch CSV und Plain Text oder RTF. Und unsere Kunden tauschen wiederum Daten via CSV aus.
      Wir sind auch für Serienbrieffunktionen von der Word-Mechanik abhängig, aber die verf*ckte COM-API wird immer schräger, zickiger – und Microsoft wird die eh abschießen, über kurz oder lang.
      Im Moment gibt's kaum eine Alternative, außer man schießt sich direkt auf ein 3rd-Party-Produkt wie Mail-Merge ein.

      Mails versenden wir direkt per SMTP/Mailkit (mit der Option, dass Mailkit auch eine MSGraph-Anbindung kann), natürlich auch per Outlook – aber auch per Thunderbird, was eigentlich ganz schön ist – nur leider nicht Mailing-tauglich, weil Thunderbird (aus wohlmeinenden Gründen) einen automatischen Versand nicht implementiert. Da jetzt einen eigenen Fork aufzusetzen und zu pflegen für den automatischen Versand überfordert unsere Klitsche.

      Will sagen: Es gibt viele arbeitsfähige Alternativen, aber man muss auch Wollen.

      Wir wollen, viele unserer Kunden (vor allem deren IT-Dienstleister) wollen – also es ist schon was in Bewegung…

  3. Yumper sagt:

    Habe mir einmal wieder Libre Office 26.2 angeschaut. Soll ja nun alles kompatibel zu Excel sein.

    Denkste

    Es dauerte nicht lange und mir fiel ein differenziertes Verhalten zu Excel auf

    Eine Zelle – Format datum 01.01.1980 anlegen
    Dort 10.2 eintippen
    Bei Excel steht dann 10.02.2026 drin
    Bei Cals steht dann 10.2

    Bin ja so faul um Dateumsfelder immer komplett zu füllen. Also ist es für mich nichts mit dem Libre Office.

    So long

    Yumper

    • R.S. sagt:

      Woher soll das Programm denn wissen, was du mit 10.2 meinst?
      Da kann 10.2.1980, 10.2.1981, etc. oder z.b. 10.2.2027, 10.2.2030, etc. gemeint sein.
      Excel spekuliert da wild drauf los und nimmt als Jahr das aktuelle Jahr an.

      • Yumper sagt:

        Excel spekuliert da nicht sondern nimmt das aktuelle Jahr – Reicht ja auch.

        • Gustav sagt:

          Ja, aber mit "10.2" statt "10.2." hast du schon sehr nach einem Kritikpunkt suchen müssen, damit du gegen LO ätzen kannst. Wer gibt denn ein Datum als "10.2" ein? "T. M.", "T. M.JJ", "T. M.JJJJ" funktioniert überall, "T. M" ohne Punkt ist keine zuverlässig als Datum zu interpretierende Eingabe. "10.2." wird auch in LO zuverlässig als 10.Februar des aktuellen Jahres übernommen.

          Natürlich ist LO weder von der Bedienung noch von der Funktionalität her ein 1:1-Ersatz für MSO – es ist ein anderes Programm mit *ähnlicher* Bedienung und Funktionalität. Aber das gilt ebenso für Onlyoffice und Softmaker. Und was wird nicht gejammert, wenn es beim MSO Änderungen gibt! Oder die Dateiformate in einer neueren Version etwas anders interpretiert werden.

          Ein Freund von mir hatte viel Spaß mit PowerPoint 2000, bei dem der Inhalt von Textfeldern aus PowerPoint 97 auf einmal zentriert statt linksbündig war – Beschäftigung für ein ganzes WE (und nein, es ließ sich nicht über die Standardvorlage ein für allemal ändern).

          >Soll ja nun alles kompatibel zu Excel sein. Denkste

          Angesichts des Funktionsumfangs der Officepakete ist die Kompatibilität *aller* anderen Produkte höchst erstaunlich und bewundernswert.

          Falls sich jemand mit XML auskennt: einmal docx und ods entzippen und den von Word generierten XML-Code mit dem im odt vergleichen – noch komplizierter und weiter weg von dem, was jemand mit zB XHTML-Kenntnissen hätte erwarten können, hätte es MS nicht machen können. Nicht umsonst war lang die Kompatibilität der anderen Produkte mit den binären Dateiformaten von MS (doc ohne x, etc), obwohl diese kein dokumentierter Standard waren, deutlich besser. Und was haben eigentlich Felder mit Inhalten wie "Seitenränder wie Word 97" in einem Standard zu suchen?

      • GüntherW sagt:

        Natürlich kann es der 10.2.1980 sein, aber wenn sich mal die Realität anschauen würde….

        Was tippen den die Leute oft ein? Oft ist es doch das aktuellen Datum/Jahr. Da ist mir auch direkt bei Libre Office aufgefallen, dass es einfach in den Punkten nicht gut zum Arbeiten geeignet ist.

        Man formatiert die Zelle als "Datum", tippt "10.2" ein. Das "akzeptiert" LibreOffice auch noch, anstatt für die Zelle die als Datum formatiert ist ein Datum einzufordern. Das kann man jetzt als "Sicherheitsfeature" sehen, dass man wirklich explizit das Jahr angeben muss. Im Endeffekt ist es mehr Tippaufwand und führt zu mehr Problemen.

        Excel "spekuliert" nicht, Excel nimmt halt die Eingabe die am warscheinlichsten ist und die auch der Nutzer machen will. Das ist bei dieser Art der Eingabe immer 100% vorhersehbar. Das Programm nimmt dir an der Stelle etwas Arbeit ab.

        • R.S. sagt:

          Ich spare mir einfach die Formatierung der Zelle und tippe das Jahr inkl. Jahreszahl ein.
          Das geht schneller als die Zelle als Datum zu formatieren!
          Excel erkennt da automatisch, das es ein Datum ist.

          • M.D. sagt:

            | Excel erkennt da automatisch, das es ein Datum ist.

            … und viel zu oft falsch.

            Wie kann es — in Zeiten von KI — eigentlich passieren, dass innerhalb einer Spalte verschiedene Datentypen erkannt werden? Dreihundertsiebenundvierzigmal steht in Spalte B etwas vergleichbares wie "34/31", "67/14", … also definitiv nicht irgendwie etwas datumsverdächtiges. Aber wenn dann in Zeile Dreihundertundachtundvierzig von Dreitausendzweihundertundvierzehn "12/10" auftaucht, muss es ein Datum sein.

            Irre!

        • Gänseblümchen sagt:

          In einer strukturierten Tabelle hast du eine (oder mehrere) Spalten wo untereinander in den Zeilen jeweils ein Datum eingetragen werden soll. Also formatiert man EIN MAL die ganze Spalte als Datum und ist fertig.

          Übrigens "versteht" Excel auch beim CSV-Import die Datentypen besser als Calc, Spalten mit Datumsangaben werden z.B. automatisch als Datumszellen formatiert. Man muss nur noch auswählen, wie das Datum dargestellt wird.

          • Gustav sagt:

            Das funktioniert bei Calc schon ewig genau so, nur dass Calc möchte, dass man für die Spalte das Inhaltsformat "Datum" auswählt. Das ist auch gut so. Dadurch wird zum Beispiel verhindert, dass aus der Gensequenz (IIRC) "MAR89" ohne Rückfrage der 1. 3.1989 wird, was dann die Science-Community dazu zwang, alle als Datum interpretierbaren Werte in ihrer Nomenklatur umzubenennen.

        • M.D. sagt:

          Ist doch auch Spekulation, dass Excel etwas nimmt was "am wahrscheinlichsten" ist, oder nicht?

    • Bernd Bachmann sagt:

      Da wäre mir dann das Calc-Verhalten tatsächlich lieber. Da sieht man wenigstens sofort, dass etwas nicht stimmt. Denn ich zumindest möchte gerade in Excel-Dateien sicher keine von der Software herbeispekulierten Daten haben.

      • Steter Tropfen sagt:

        Da ist Calc aber auch Meister. Man gibt eine Telefonnummer ein – Calc schneidet die führende Null ab. Beim Reinkopieren werden Mailadressen o.ä. mal (unerwünscht, weil störend formatiert) in Hyperlinks umgewandelt, mal nicht. Ob Excel oder Calc, man kann sich nicht darauf verlassen, dass der Feldinhalt so erscheint, wie man ihn eingegeben hat. Autoformatierung überall (so wie hier im Blog mit den Apostrophen oder Gedankenstrichen).

        Und da ist da noch die Sache mit dem Datums-Ausgangswert: Der Tag 0 ist bei Excel standardmäßig der 1.1.1900, in Calc (warum auch immer) der 30.12.1899. Aus dem macht Excel einen „0.1.1900". Auch der 1.1.1904 ist als Basis im Angebot, wegen Schaltjahr. Mit dieser Einstellung machte Excel in meinem Test aus dem 28.12.1899 einen „-3.1.1908"! – Ist vielleicht inzwischen in Excel geändert worden oder ggf. hat man es selbst schon irgendwann in den Optionen angepasst. Wenn nicht, könnte es beim Datenaustausch unerklärliche Terminänderungen geben…

        • Daniel A. sagt:

          "Da ist Calc aber auch Meister. Man gibt eine Telefonnummer ein – Calc schneidet die führende Null ab. "
          Das macht Excel aber genauso und ist da der gleiche Quark. Wenn ich eine 0 vorne eingebe, dann wird das wohl eine Bedeutung haben und Excel soll das gefälligst so lassen. Excel macht auch aus langen Nummer wie z.Bsp. Telefonnummern gerne mal so einen 1+E Zahlenquark. Die Originale Zahlenfolge bekommt man auch mit umformatieren nicht mehr wieder, da hilft nur, Zelle als Text formatieren und Inhalt neu eingeben/einfügen.

        • Gustav sagt:

          >Der Tag 0 ist bei Excel standardmäßig der 1.1.1900, in Calc (warum auch immer) der 30.12.1899.

          Das ist ein Bug, den Excel von Lotus 1-2-3, das bei der Einführung Excels die bei weitem führende Tabellenkalkulation war, aus Kompatibilitätsgründen übernommen hat, also ausnahmsweise nicht Microsofts Schuld. Die Lotus-Programmierer haben die Regeln für Schaltjahre, die besagen, dass 1900 trotz Teilbarkeit durch 4 ohne Rest *kein Schaltjahr* ist, nicht genau genug studiert.

          Zur Erinnerung:
          1. Jahreszahlen teilbar durch 4 ohne Rest sind Schaltjahre.
          2. Ausnahme: Jahreszahlen, die zusätzlich durch 100 ohne Rest teilbar sind, sind keine Schaltjahre, zum Beispiel 1900.
          3. Ausnahme zur Ausnahme: Ist die Jahreszahl ohne Rest zusätzlich durch 400 teilbar, handelt es sich um ein Schaltjahr, zum Beispiel 2000.

          Die unbekannten Programmierer kannten offensichtlich nur Regel 1, aber nicht 2.

          Umgekehrter Bug: Windows 2000, das ja schon 1999 herauskam, kannte bis zum ersten Patch keinen 29. Februar 2000, weil hier jemand die 3. Regel nicht kannte, und auch die Qualitätssicherung den Fehler nicht fand. Plus ça change, plus c'est la même chose.

        • ThBock sagt:

          Die Zelle als Text formatiert lässt die Null aber stehen.
          Ist das nicht bei Excel & Calc gleich?

    • Robert Fischer sagt:

      Genau wegen diesem Verhalten von Excel ist lt. Berichten 30% der Daten in wissenschaftlichen Arbeiten falsch (https://futurezone.at/science/microsoft-excel-verfaelschung-30-prozent-studien-genetik/401474263). Eine Tabellenkalkulation hat meine Eingabe nicht zu interpretieren. Ich definiere eine Zelle als Zahl, dann ist es eine Zahl. Definiere ich die Zelle als Datum wird es ein Datum.
      just my 2ct

    • Anonym sagt:

      Tja dann nimm mal ein deutsches Excelsheet und öffne das mit einem englischen Excel. Da funktionieren die Formeln nicht weil die tatsächlich sprachabhängig sind! Wer denkt sich denn sowas aus :) Davon abegsehen die Automatismen zum Vervollständigen in Excel und Word hab ich alle deaktiviert die machen nie was ich brauche. In Outlook sind die auch echt gefährlich weil die Adressvervollständigung oftmals dämliche Vorschläge macht, im Stress hat man so auch mal schnell einen Datenschutzvorfall produziert!

      Achja und wenn ich dann noch an Works denke :P

      • Daniel A. sagt:

        "Tja dann nimm mal ein deutsches Excelsheet und öffne das mit einem englischen Excel. Da funktionieren die Formeln nicht weil die tatsächlich sprachabhängig sind! "

        Über so was sind unsere Leute auch schon gestolpert. Wir haben ein Excel Dokument, das vollgepackt ist mit Makros und Zeug (mich gruselt das Teil, aber man kann angeblich nicht drauf verzichten, ich fass das Ding nicht an). Nun hatte man einen neuen Mitarbeiter der kein Deutsch kann und sein Office auf Englisch umgestellt hat. Zack, das ganze Dokument funktioniert nicht.

        • Gänseblümchen sagt:

          Das sind wohl Sachen, die noch in alten XLS-Formaten vorliegen, nicht in XLSX/XLSM ? In den neuen Formaten sollte das nicht mehr passieren. Einfach mal im neuen Format speichern und alles sollte gut sein.

          • Daniel A. sagt:

            Nein, ist das neue xlsm Format, alte Formate haben wir nicht mehr. In dem genannten Dokument sind Knöpfe eingebaut, die beim Draufklicken irgendwelche Makros oder Kommandos ausführen (ich habe keine Ahnung, was da alles drin verbaut ist) und die funktionierten definitiv nicht, als das Excel auf Englisch eingestellt war. Kam sofort eine Fehlermeldung, Excel auf Deutsch umgestellt und neu geöffnet und sofort ging alles.

          • Anonym sagt:

            Meist. Bei uns passt es 99% automatisch, der Rest sind Sachen wie =TEXT(A1,"TTMMJJJJ"), was nicht literal in Englisch funktioniert. Oder "Summewenns" mit deutschen Suchbegriffen. Hausgemacht, aber trotzdem lästig.

    • SWe sagt:

      Wenn du bei Calc 10.2. eingibts (mit anschließenden Punkt) wird dies auch als Datum im aktuellen Jahr interpretiert. Mich nervt hier eher das Verhalten von Excel.

      • Patrick sagt:

        So lange die Softwareanbieter, sei es Sage oder diverse andere, sich von Microsoft Office abhängig machen, wird es auch keine Änderung geben.
        Gibt dann auch keine Alternativen, gibt Programme wie ein Vorredner schon geschrieben, die nutze nur die MAPI von Outlook zum versenden, da kannst du einfach nichts machen! Haben diverse Kunden, da muss es Office sein, sonst drohen viele Einschränkungen!

    • Lantanplan sagt:

      Kann ich nicht nachvollziehen.

      Dein Experiment eben selbst gemacht. Verkürzt: In einer Zelle 13.2. eingetippt, Enter und 13.02.2026 stehen. In der Iconleiste signalisiert Calc, dass die Zelle automatisch nach Datum formatiert wurde (LO 26.2.0.3)

    • Daniel sagt:

      Einfach mal 10-2 eintippen bei Libreoffie Calc dann kommt das aktuelle Jahr mit beim Datum habs grad probiert.

    • ThBock sagt:

      Oder einfach noch den Punkt nach der 2 (10.2.), dann klappts.
      Meine Güte, wie hilflos die Menschen sind, wenn sie es sein wollen…

  4. Visitator sagt:

    Ich habe ein Excel-Sheet zur Stundenabrechnung, welches mit einer "intelligenten Tabelle" oder so ähnlich arbeitet, um Zeilen und Formeln am Ende des definierten Bereiches hinzuzufügen.
    Wenn Ich das mit LO Calc öffne, wird zwar der aktuelle Stunden-Stand korrekt berechnet, aber das Erweitern funktioniert nicht – oder ich bin zu blöd dafür ;-)
    Zum Glück benötige ich es derzeit nicht.

    Ich habe ein Word-Dokument, darin ist eine Grafik mit Farbverlauf eingebunden, die damals irgendwie in Word oder Office erzeugt wurde. In LO Writer wird die Grafik zerfleddert und es gibt einen OLE-Fehler, wenn man sie doppelklickt.

    Fehlende Fonts in Writer sind auch ein großes Problem, es zeigt nicht mal an, wie die fehlende Schrift heißt und verwendet eine Ersatzschrift, die nicht ins Format passt. Publisher konnte das (zumindest früher) besser.

    • Bernd Bachmann sagt:

      >> Fehlende Fonts in Writer sind auch ein großes Problem

      Writer zeigt Dir aber zumindest durch kursive Schrift im Font-Eingabe-Feld an, dass der Font nicht stimmt. Und — bin mir da jetzt nicht sicher — wird dort nicht doch der Font angezeigt, der es sein sollte, nicht der, der als Ersatz verwendet wurde?

      Wie macht Word das, wenn es einen Ersatz-Font verwendet? Woran merkt man das?

      Unabhängig davon bleibt meine klare Empfehlung, LibreOffice nur mit den odf-Formaten zu verwenden, für die es gemacht ist. Schon deshalb, weil so manche Einstellung gar kein Äquivalent in den MS-Formaten hat und dann beim Speichern verlorengeht.

      • Visitator sagt:

        zu 1) Ich konnte nichts finden, sonst wäre es einfach gewesen, die passende Schrift einzubinden
        zu 2) Kann ich mangels Word nicht sagen, man merkt es ggf. wenn eine Schmuckschrift nur als Arial angezeigt wird und das Format unschön aussieht.
        zu 3) mache ich, hilft aber nicht immer bei alten Dokumenten

        Insgesamt mache ich derzeit kaum etwas mit Office-Dokumenten, am ehesten fällt mir etwas auf, wenn ich den Altbestand öffnen muss, um was nachzuschauen.

        Für die Zukunft schwanke ich noch zwischen LibreOffice, OnlyOffice (kann nicht mal mehrseitige Dokumente zweispaltig anzeigen, was mich auf dem 4k-Monitor schon ärgert) und Softmaker.
        Letzteres erzählt was von DSGVO und KI; das ist etwas, das in meinem Kopf nicht zusammenpasst.

  5. Thierry sagt:

    Wer schon jetzt auf Linux beispielsweise die Distro Mint (Ubuntu) umgezogen ist, muss sich kaum Sorgen über die Kompatibilität von MS-Office- und Libre Office-Dateien, denn Only Office passt die Dateien fast automatisch von Ms-Office *.docx, *.xlsx, *.pptx usw. nach Libre Office *.odt, *.ods oder *.odp an. Also, noch Fragen?
    Teilweise kann ich verstehen, dass viele Unternehmen noch eine lange Zeit an das Betriebssystem Windows gebunden sein werden, weil eine Vielzahl von Anwendungen, die wiederum IOT steuern, unter Linux noch nicht laufen. Aber, die Linux Community entwickelt immer mehr API's, um genau diese Anwendungen aus dem Windows-Korsett zu befreien, und diese unter Linux lauffähig zu machen.

    • Yumper sagt:

      Weg von Office-365 heisst ja nicht gleich weg von Windows :-)

    • peter0815 sagt:

      Only Office verwendet selbst intern "fast" das OOXML Format und kein ODF.

      Es wird deshalb erst einmal nichts konvertiert, das verloren gehen könnte.

      Sobald man anfängt das Dokument auch zu bearbeiten oder versucht ein etwas komplexeres ODF Dokument zu importieren oder exportieren kommt man aber recht schnell an seine Kompatibilitätsgrenzen.

      Wer wohl oder übel mit beiden Formaten arbeiten muss hat meiner Erfahrung nach mit Google Workplace den geringsten Ärger. Aber das ist eine reine Cloudlösung. Die Dokument bleiben nicht vor Ort unter der eigenen Kontrolle. Außer man betreibt eine eigene Cloud dafür. Das können derzeit bisher aber nur ganz große Kunden.

      Linux am Desktop ist für mich nach wie vor im wesentlichen Frickeln und Basteln und kein funtionierender Markt. Daran dürfte sich wenig ändern.

      Fast keiner will und kann von Windows überhaupt weg ohne Anwendungssoftware und viele notwendige Treiber. Und ohne Kunden entwickelt auch niemand etwas dafür. Daran hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert.

      Auch nicht das viele Geld, das im Rahmen des mittlerweile abgeebbten Cloudhypes hier verbrannt wurde.

      Wenige Ausnahmen bestätigen nur diese Regel. Daran dürfte sich auch künftig sehr wenig ändern.

  6. Andreas K. sagt:

    Noch schlimmer ist ja, daß immer noch Dateien im "alten" Office-Format, also xls, doc .. benutzt bzw. verschickt werden. Inkludierte Makros lassen grüßen.

    • Mh sagt:

      Bereits am Mailserver rigoros blocken, anders geht's nicht. Alles andere ist auch grob fahrlässig….

    • Luzifer sagt:

      Liegt doch daran das die Angestellten in der Verwaltung den Unterschied und die Formate gar nicht erst kennen… Office ist halt out of the box so eingestellt, das es die MS Formate verwendet. Da sind halt die Admins gefragt!
      Die jammern aber so doch schon ständig, jetzt sollen sie Office auch noch ordentlich einrichten… geht ja gar nicht!

      GB: Ausdruck in Angestellten korrigiert – die negative Konnotation muss wirklich nicht sein. Danke für das Verständnis.

      • Lesender sagt:

        es lässt auch die uralten .doc. Und fragt nicht ob man docx möchte. Der User merkt es gar nicht.

      • Magiq sagt:

        Grundsätzlich jammere ich nicht (Admin), wenn sich einer unserer Kollegen meldet, egal ob es ein Problem ist oder er einfach nur eine Einstellung geändert haben will. Man schätzt sich gegenseitig. Aber man wird doch wohl von seinen Büroangestellten erwarten dürfen, dass sie sich ihr Office selbst benutzerdefiniert einrichten, wenn Spezialwünsche existieren.
        Einige grundlegende (Sicherheits-) Optionen werden bei uns über Richtlinien festgelegt, das langt auch.
        Admins haben nämlich tatsächlich auch noch andere Arbeiten, als Office einzurichten.
        So wie du redest, bist du entweder schwer von eurer IT genervt oder ein Besserwisser. ;)

    • User007 sagt:

      Na ja, viele Excel-Dateien mach(t)en aber auch nur mit Makros Sinn, wohl insbesondere in Fachbereichen (Behörden/Unternehmen) und viele von i-wann mal erstellten Dokumenten werden auch im Nachhinein nicht angepasst, es sei denn sie müssen eklatante Änderungen, bspw. aufgrund gesetzlicher Vorgaben, erfahren – welches nicht vorhandene oder auch nicht authorisierte Personal sollte das auch tun?
      Da wird halt die Nutzung bis zur unabdingbaren Ablösung betrieben. 🤷‍♂️

    • R.S. sagt:

      In einer .xls hat wie auch in einer .xlsx kein Makro drin zu sein.
      Das ist ein Benennungs-/Speicherfehler des Anwenders.
      Eine .xls mit Makro ist eine .xlm.
      Eine .xlsx mit Makro ist eine .xlsm.

      Dieser Fehler ist aber extrem weit verbreitet.
      Und da fehlt eine Überprüfung seitens Office.
      Office dürfte eine Speicherung einer Excel-Datei mit Makro als .xlsx gar nicht zulassen bzw. müsste automatisch als Dateiendung .xlsm vorschlagen.

      Betrifft auch Vorlagen:
      .xlt = Excel-Vorlage alt
      .xltx = Excel-Vorlage
      .dot = Word-Vorlage alt
      .dotx = Word-Vorlage

      Und das hat auch Sinn, denn wenn man z.B. Vorlagen richtig nutzt (Datei->Neu->Vorlage wählen), kann man die nicht versehentlich ändern oder löschen.
      etc.

  7. mw sagt:

    Schon allein HTML in Mails zu verwenden ist grotesk. 99% der Nachrichten lassen sich ohne Einbußen an Lesbarkeit als nur Text verschicken. Auch dort gibt es eine Auszeichnung.

    Siehe https://www.gnu.org/philosophy/no-word-attachments.de.html

    "Bitte senden Sie mir keine Word- oder PowerPoint-Anhänge." Dieser Satz ist seit Jahrzehnten Bestandteil meine Signatur. Problem: Die wenigsten respektieren das, so daß ich oft antworten muß, daß ich das übersandte Dokument nicht lesen kann und es bitte in einem lesbaren Format nochmal gesendet werden soll.

    • robbi sagt:

      Das kannst du in einer Firma so aber nicht bringen…….

      • Luzifer sagt:

        aber klar doch frag mal Zulieferer der Automobilindustrie was die so bringen und verlangen!

        • robbi sagt:

          Jetzt mal ganz realistisch.
          Dem Kunden in der Werkstatt erklären, das sein Smart Scheisse ist und er sich doch gefälligst nen Dacia zulegen soll?
          Im öffentlichen Bereich zb. geht ohne MS (leider?) gar nichts, da wird gegessen was auf den Tisch kommt, nämlich das, was der staatliche Dienstleister (zb. Dataport im Norden) so vorgibt.

          Von der Produktivitätsminderung , die man meist komplett ignoriert gar nicht zu reden.

          So ein Arbeitsplatz kostet pro Jahr ganz fix 60000 Euro aufwärts, da fällt der Preis für die Softwarelizenzen innerhalb des Abschreibungszeitraums kaum noch ins Gewicht.

          Just my 2 Cents

    • peter0815 sagt:

      Du verwendest Umläute im Text. Das geht ohne MIME in e-Mails genauso viel oder wenig wie vereinfachtes HTML.

      Da alle gängigen E-Mailprogramme das vereinfache rein passive HTML ohne externe Links seit vielen Jahrzehnten beherrschen spricht heute nichts dagegen es auch zu verwenden.

      Ein paar ewig gestrige OSS Trolle mit ihren Extrawürsten interessieren die übrige Menschheit dabei nicht wirklich :)

    • Hanseat sagt:

      Unsere Kunden bearbeiten Absprachen und Verträge im Dialog per E-Mail. Änderungen, Ergänzungen, Streichungen werden farbig und durchgestrichen markiert. Wie willst Du das in Plain-Text machen?

      • R.S. sagt:

        Verschlüsselt?
        Den Leuten in Firmen ist anscheinend nicht wirklich bewusst, das eine Email im Grunde kein elektronisches Pendant zu einem Brief ist, sondern ein elektronisches Pendant zu einer Postkarte, die jeder mitlesen kann.

        Wenn man nicht will, das Fremde eine Email mitlesen könnn, muß man die verschlüsseln.
        Machen aber die wenigsten Firmen.

        • User007 sagt:

          Na ja, da hat man doch wieder die vielbesagte deutsche Daten- bzw. IT-INkompetenz gespeist aus beispielhafter Unwissenheit szs. pur live. 🤷‍♂️

  8. Thorsten sagt:

    Hey!

    Schon mal >>11.2.<< (also mit abschließenden Punkt) probiert ohne irgendwelche Formatierung?

    Beste Grüße

    Thorsten

  9. viebrix sagt:

    Es gibt durchaus Unternehmen die auf Libre Office umgestellt haben. Ich kenne eine größere deutsche Versicherung die schon 2017 komplett von Excel weggegangen ist und die offene Alternative verwendet. Wenn es mit den größeren Zielen vereinbar oder sogar beabsichtigt ist, dann wird vieles möglich.

  10. BM sagt:

    Microsoft ist ein ganz normaler Softwareanbieter der natürlich möchte das seine Software eingesetzt wird und kein Interesse daran hat, dass alternativ Software genutzt wird.
    Warum sollte also Microsoft als Marktführer daran interessiert sein einen offene Standard einzusetzen, der mit jeder Office-Alternative perfekt und ohne jede Einschränkung funktioniert?
    Das wäre doch au kommerzieller Sicht völlig bescheuert.
    Warum also immer auf Microsoft einprügeln?

    • Günter Born sagt:

      Zum letzten Satz: Ich halte den Leuten, die über Abhängigkeiten jammern, nur den Spiegel vor. Zum ersten Teil: Die Sauerei ist, dass OOXML als ISO-Standard durchging, obwohl es damals bereits viel Kritik gab. Zweites Versäumnis sind die Wettbewerbsbehörden, die Microsoft 2016/2017 nicht wegen marktbeherrschender Stellung eingebremst haben. Das OOXML-Format kam imho erst auf, als massive Kritik an der Interoperatibilität geäußert wurde. Der obige Beitrag spiegelt halt die Ausführungen der LibreOffice-Entwickler wieder, die einen tieferen Blick unter die Haube werfen und erklären, warum es bei OOXML trotzdem knirscht.

      Meine Zeit, als ich das Werk "The Fileformat Handbook" noch aktualisiert habe, sind lange vorbei (englisch 1995, letzte deutsche Auflage 2000). Es war damals schon grauselig, was Microsoft in seinen Dokumentstrukturen veranstaltet hat.

  11. peter0815 sagt:

    Aha. Das Durcheinander mit ODF ist also die Lösung.

    ISO "normt" derzeit ODF 1.3, Oasis dagegen 1.4. Apache bleibt bei 1.2. Und bei Collabora verträgt sich des "extended" 1.4 des einen Produktes nicht immer mit dem anderen.

    Alle übrigen und nicht nur Microsoft setzen dagegen heute zum Dokumentenaustausch auf OOXML mit zwar nicht perfekten aber wesentlich besseren Ergebnissen.

    Muss ich ein altes – auch .doc oder .xml – importieren funktioniert das im Office 2024 LTSC zwar nicht immer reibungslos aber unter dem Strich immer noch wesentlich öfters und besser als ein .sdt ins LibreOffice. Dazu muss man fast immer ein OpenOffice parallel installieren und anschmeißen.

    Realsatire war letztes Jahr das Impress Dokument des österreichischen Bundesheeren über den Vortrag in Budapest bei der Open Document Foundation:

    Das konnte fast keiner mit seinen eingebetteten 3.5 MB Monsterfont und .svg Logo als "StarOffice Vector Grafik" statt standardisierter "Scalable Vertor Grafic" anschauen bis man es letztendlich statt .odp als .pdf ins Internet stellte.

    Die übrigen .odp hat vermutlich bis heute fast keiner überhaupt heruntergeladen. Wohl deshalb gab es damit keinerlei Probleme.

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