Ein Patentstreit zwischen Nokia und ASUS sowie Acer führt zu drastischen Konsequenzen. Beide Hersteller dürfen in Deutschland keine PCs oder Notebooks mehr verkaufen. ASUS hat seine Webseite gesperrt und baut diese um – wer gerade Treiber benötigt, hat nun ein Problem.
ASUS Webseite im "Wartungsmodus"
Es ist ein wenig an mir vorbei gegangen, der Patentprozess zwischen Nokia, ASUS und Acer (ich hatte es nur am Rande vernommen, dass es ein Urteil gab). Nun hat Blog-Leser Markus R. mich gerade per E-Mail kontaktiert und schrieb unter dem Betreff "Asus Webseite seit drei Tagen nicht erreichbar", dass, so wie es aussieht, die Webseite von Asus nicht erreichbar ist. Er benötigt Treiber für ein Gerät und stellte bereits am Freitag, den 13. Februar 2025, dass die Seite temporär abgeschaltet ist. Selbst heute funktioniert es immer noch nicht, schrieb der Leser.
Ruft man die Webseite von ASUS-Deutschland auf, wird man mit obige Meldung begrüßt. Es heißt, dass die Seite temporär für Service-Verbesserungen geschlossen sei. Man will "bald" zurück seien. Der Leser meinte noch "Es soll sich wohl um Patentprobleme mit Nokia handeln, wo ein Gericht jetzt was entschieden hat. Was mich wundert, keine Plattform mit Reichweite berichtet darüber."
Nokia Patentklage gegen Acer und ASUS
Beim letzten Satz klingelte bei mir was – hatte ich doch vor einigen Stunden den nachfolgenden Tweet gesehen, der von einem Verkaufsverbot für Acer und ASUS berichtet.
Der Hintergrund ist, dass der finnische Hersteller Nokia gegen mehrere Hersteller (ASUS, Acer und Hisense) wegen Patentverletzungen klagte. Es geht um Produkte dieser Unternehmen, die den H.265-Standard nutzen, auf den Nokia Patente hält. JUVE Patent berichtet in diesem englischsprachigen Artikel. Zum 22. Januar 2026 hat das Landgericht München Asus und Acer in einem Rechtsstreit wegen Verletzung eines Nokia-Patents für Videokodierung zur Unterlassung verurteilt. Das Gericht verkündete sein Urteil noch am selben Tag der Verhandlung, wie UVE Patent zum 28. Januar 2026 hier berichtet.
Das Ganze hat nun drastische Konsequenzen, sowohl Acer als auch ASUS stellen ihre PC-Verkäufe ein. Und die obige Meldung auf der ASUS-Webseite ist genau diesem Nokia-Patenturteil des Landgerichts München geschuldet. PC Games Hardware berichtete bereits Freitag, den 13. Februar 2026 in diesem Artikel über den Sachverhalt. Im Artikel heißt es, unter Berufung auf Angaben des Unternehmens ASUS, dass der deutsche Online-Shop nach Abschluss der Arbeiten nur noch Monitore und Zubehör listen soll. PCs und Laptops seien vorerst in Deutschland nicht mehr direkt erhältlich.
Wer dringend Treiber oder BIOS-Updates für seine ASUS-Geräte benötigt, kann wohl über VPN-Verbindungen weiterhin an diese Treiber gelangen, wie ich hier gelesen habe. Denn der Zugriff ist – wohl auf Grund des Gerichtsurteils – nur für Kunden aus Deutschland gesperrt.
Andere Computer-Hersteller haben übrigens im Herbst 2025 bereits die betreffenden Funktionen in den Grafikkomponenten deaktiviert, wie ich bei tom's Hardware gelesen habe.
Erst nach Klärung der Patentstreitigkeiten – oder falls ein Revisionsverfahren in obigem Urteil Erfolg haben sollte (Amazon hatte einen vergleichbaren Fall wegen seiner Firesticks verloren), könnten die genannten Hersteller wieder PCs und Notebooks in Deutschland verkaufen. 2020 ging Nokia bereits wegen des ähnlichen Patents H.264 gegen Lenovo vor (siehe folgende Beiträge).
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MVP: 2013 – 2016





Das habe ich schon gelesen.
Und das andere Hersteller, wie z.B. Dell und HP, die H.265 Funktionen im Prozessor, eben wegen des Patentes deaktivieren hängt wohl damit zusammen, das die keine Lizenzgebühren bezahlen wollen.
Man bekommt also verkrüppelte Geräte.
Warum schlagen die Hersteller nicht einfach die paar USD, die so eine Lizenz pro Gerät kostet, auf den Gerätepreis drauf?
Und was die deutsche ASUS-Webseite angeht:
Warum geht der Leser nicht einfach auf die internationale ASUS-Webseite und lädt sich den Treiber dort herunter?
Habe ein ASUS Laptop, hatte gleich nach Lesen der Überschrift via VPN geschaut – und ja, da ging die Webseite (hatte Kanada gewählt), wie oben erwähnt.
Software aus dem Ausland ist OK, eh alles das selbe, aber Grauimporte von Laptops wären vermutlich wg. des Tastaturlayouts nicht so prickelnd… Mal schauen, wie lange das Auflösen des Knotens dauert, letztendlich geht's ja um Geld.
@R.S.
Weil, wenn man egal welche Asus Seite mit einer deutschen IP aufruft, immer diese Meldung wegen der Wartung kommt. Nutzt man aber ein VPN dann kann man die US oder UK Seite aufrufen und man sieht die normale Webseite. Gerade selbst getestet und für gut befunden.
Asus China funktioniert auch aus Deutschland ohne VPN:
http://www.asus.com.cn