Der Hoster Hetzner informiert Kunden derzeit über eine Preiserhöhung bei seinen Cloud-Paketen. Begründet wird dies mit Preissteigerungen beim RAM, SSD etc., als Folge des KI-Hypes. Andererseits stellt sich die Frage, ob hier nicht eine "günstige Gelegenheit" beim Schopf gepackt wird.
Irre Preissteigerungen durch KI-Hype
Aktuell explodieren die Preise für RAM-Bausteine oder andere Komponenten wie SSDs etc. am Markt. Grund ist der KI-Hype, der dazu führt, dass RAM-Bausteine von den Betreibern großer AI-Rechenzentren aufgekauft und in diesen Rechenzentren verwendet werden.
Im Artikel OVH-CEO rechnet 2026 mit Kostensteigerungen in der Cloud von 5-10 % hatte ich das Thema bereits im November 2025 angesprochen. Der Chef des Cloud-Anbieters OVH rechnet 2026 damit, dass die Preise für Cloud-Leistungen um 5-10% anziehen müssen. Der Grund ist die Nachfrage im KI-Bereich. Die gesamte weltweite Produktionskapazität verlagert sich auf die sehr rentablen Speicher, die in GPUs für KI-Anwendungen verwendet werden. Die Speicherhersteller haben ihre Produktion bereits auf HBM-Speicher für GPUs umgestellt.
Im Beitrag Exorbitante Preissteigerung bei RAMs etc., wie geht ihr damit um? hatte ich nach den Implikationen für das Tagesgeschäft der Blog-Leserschaft gefragt. Scheint viele nicht zu tangieren, da wird immer noch fröhlich "wir wollen KI" geflötet. Die Marktbeobachter von IDC gehen davon aus (siehe Links am Artikelende), dass diese Engpässe noch bis 2027 anhalten – ich tippe sogar darauf, dass es noch bis 2028 Engpässe geben wird. Gestern hat billiger.de Zahlen veröffentlicht (siehe KI-Folgen: Preiswelle rollt über Technik-Markt), die eine massive Preiswelle am Technik-Markt konstatieren.
Hetzner informiert Kunden über Preiserhöhung
Ich hatte es bereits die Tage gelesen, Kunden des Hosters und Cloud-Anbieters Hetzner werden gerade über Preiserhöhungen bei bestehenden Verträgen für Cloud-Pakete informiert. Mir ist ein entsprechendes Schreiben gerade untergekommen (siehe folgendes Bild).
Der Anbieter teilt den Kunden mit, dass er sich auf Grund der "seit einiger Zeit" drastisch steigenden Kosten in unterschiedlichen Bereichen seine eigenen Preise zum 1. April 2026 anheben muss. Sowohl die Betriebskosten für die Infrastruktur als auch die Beschaffungskosten für neue Hardware seien gestiegen.
Als Ursache für diese Kostensteigerungen gibt Hetzner die stark gestiegene, globale Nachfrage nach KI-Rechenleistung und Cloud-Diensten, an. Die Kosten für RAM und SSDs hätten sich drastisch erhöht und seien seit September 2025 um 500 % gestiegen.
Daher sieht sich der Anbieter gezwungen, die Preise für Neubestellungen und Bestandskunden zum 1.4.2026 anzupassen (kein verfrühter April-Scherz). Hetzner hat diese Tabelle mit einer Auflistung der Preise veröffentlicht. heise hatte sich die Daten angeschaut und schreibt hier von Preiserhöhungen um 32 Prozent bei Cloud-Servern, sowie 14 Prozent bei dedizierten Servern.
Unverständnis bei einigen Kunden
Ich habe mal im Kommentarbereich bei heise nachgeschaut, und auch beim Poster des obigen Bildes nachgelesen. Das neue Buchungen die entsprechend gestiegenen Hardware-Preise abbilden müssen, ist für die Leute nachvollziehbar. Auch wenn es zum Haare raufen ist, dass die letzte jetzt auf breiter Front für die KI-Fantasien einige Tech-Milliardäre bluten müssen.
Auf Unverständnis stößt bei vielen Kommentatoren aber die pauschale Erhöhung der Preise um ca. 30% für Bestandskunden, da für diese ja keine neue Hardware gekauft werden muss. An einer Stelle habe ich gelesen, dass jemand für alte Bestandsprodukte bei einigen (älteren) Verträgen von 3-4 % Preissteigerungen schrieb, die meisten Verträge seien zwischen 14 % und 21 % teurer geworden.
Ein IT-Dienstleister argumentierte, dass er, wenn er Infrastruktur bei Hetzner bucht, auf dieser Preisstruktur langfristig für seine Kunden kalkuliere. Auf den Systemen laufen Backups und Replikationen ein. Wenn sich die Preise plötzlich um ca. 30 Prozent erhöhen, trifft dies Managed-Services-Verträge und bedeutet das Ende der Kalkulationssicherheit. Hier schwingt etwas mit, dass Hetzner die Gunst der Stunde genutzt hat, um die Preise generell anzupassen. Wie wird das bei euch gesehen, und wie wirkt sich das aus? Alles "scheiß egal, wir feiern weiter KI-Party, als gäbe es kein Morgen" (bezahlen müssen wir alle), oder großes Ärgernis, was man irgendwie umgehen oder abmildern kann?
Ähnliche Artikel
OVH-CEO rechnet 2026 mit Kostensteigerungen in der Cloud von 5-10 %
Exorbitante Preissteigerung bei RAMs etc., wie geht ihr damit um?
IDC-Warnung: RAM-Preissteigerung führt zu schrumpfendem PC- und Mobilgeräte-Markt
KI-Folgen: Preiswelle rollt über Technik-Markt




MVP: 2013 – 2016





Localhost wird bei uns wieder populärer.
Ob es ein NAS für Backupauslagerung, oder Server für APP-Server sind. ¯\_(ツ)_/¯
Serverkosten sind hoch ja, aber wenn das mit der Cloud, der Abhängigkeit, der Erpressbarkeit vergleicht..
Tja. Konnte ja keiner wissen das die Cloud irgendwann teuer werden könnte.
Server bei Hostern sind nun mal Verschleißartikel, die in regelmäßigen zeitlichen Abständen proaktiv ausgetauscht werden müssen, wenn man dauerhaft sicheren Betrieb gewährleisten will. Bei den massiven Preissteigerungen, insbesondere bei RAM, SSDs und nun auch Festplatten, sind Preissteigerungen unausweichlich. Ob es so gravierend sein muss … schwierig zu beurteilen, ich tendiere aber eher zu ja als zu nein, denn ECC-RAM bspw. ist kaum noch zu bekommen, und wenn, dann zu unglaublichen Preisen.
Der Hype um KI hat so den netten Nebeneffekt, dass jeglicher Aufbau digitaler Souveränität preislich torpediert wird. Sollte das vorher so geplant gewesen sein: chapeau, alles richtig gemacht.
Der Meinung bin ich auch. Auch für Bestandskunden wird proaktiv regelmäßig Hardware erneuert/"aufgefrischt". Die Preise bereits jetzt entsprechend im Vorlauf anzupassen spricht für ein gesundes Management bei Hetzner und schafft bei mir eher mehr vertrauen auf stabile und hohe Servicequalität.
Schlussendlich wird die Frage aber erst dann abschließend beantwortet werden können, wenn die RAM-Preise sinken und man sieht, ob Hetzner dann kundenfreundlich die Preise auch wieder senken wird.
Obwohl rechtlich unzulässig, kommt es ja immer mehr in Mode, dass die Preise während eines laufenden Vertrages vom Anbieter einfach einseitig erhöht werden.
Rechtlich sauber ließe sich das nur abbilden, in dem Hetzner die Verträge fristgerecht kündigt und neue Verträge zu anderen (=für den Kunden schlechteren) Konditionen anbietet. Als Hetzner Kunde würde ich einfach genau darauf hinweisen, dass Vertragsbestandteile, insbesondere Preise nicht einseitig geändert werden dürfen. Ende 24 hat Anydesk das auch bei uns versucht. Die haben einfach gesagt, dass sie das Produkt so nicht mehr anbieten würden, das neue kostete ein Vielfaches. Da hatte sich der Vertrag aber bereits automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. War Pech für Anydesk.