Die Tage las ich noch eine Meldung, dass Preissteigerungen bei RAMs sich in Europa leicht verlangsamen. Aber der Trend sagt etwas anderes, nämlich, dass die rasant steigenden Preise für Arbeitsspeicher weiter beschleunigen – mit spürbaren Folgen für zahlreiche Technikbereiche.
Der Anbieter billiger.de hat gestern eine Warnung veröffentlicht. Besonders Nutzer, die auf moderne RAM-Technik setzen, seien betroffen. Eine aktuelle Auswertung, die das Vergleichsportals guenstiger.de durchgeführt hat, belegt: Im Zeitraum von November 2025 bis Januar 2026 verdoppelte sich der Durchschnittspreis für DDR5 RAM.
Basis der Untersuchung sind Preisentwicklungen von über 28.000 Produkten zwischen November 2025 und Januar 2026. Der Durchschnittspreis je Kategorie wurde anhand des jeweils niedrigsten Tagespreises unter den mehr als 2.000 gelisteten Onlinehändlern auf guenstiger.de berechnet. Auswirkungen des Preisschubs zeigen sich außerdem bei älteren Speicherlösungen und weiterer Hardware wie Mainboards, Grafikkarten und SSDs.
DDR5 RAM: +100 Prozent seit November 2025
Für die Untersuchung hat guenstiger.de die Preisdaten Tausender Produkte und die Entwicklung der niedrigsten Tagespreise bei über 2.000 Onlinehändlern analysiert. Das Ergebnis:
- Der Durchschnittspreis für DDR5 RAM lag im Januar 2026 100 Prozent höher als im November 2025.
- Ebenfalls betroffen sind: DDR4 RAM (+46 Prozent) und selbst der seit Jahren zurückgezogene DDR3 RAM verteuerte sich um 28 Prozent.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass Leute alte Systeme ausschlachten, um DDR3-RAM weiter zu verwenden und den Preissteigerungen zu entgehen. Von einer "langsamen Abschwächung" des Preisanstiegs erkenne ich also noch nichts.
Auch Grafikkarten, Mainboards, SSDs werden teurer
Es hängt nicht alleine an explodierenden RAM-Preisen. Der "Hunger der AI-Rechenzentren" nach SSDs, Grafikkarten und Mainboards schlägt auch auf andere Komponenten durch. Das Vergleichsportal billiger.de hat daher auch angrenzende Produktkategorien betrachtet.
Auch in diesem Bereich findeen sich deutliche Spuren der Preiswelle, so das Fazit. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg bei SSDs, die von November 2025 bis Januar 2026 im Schnitt 25 Prozent teurer wurden. Selbst klassische HDDs weisen einen Zuwachs von 7 Prozent auf.
Massive Aufschläge zeigen sich auch bei MicroSDHC: Durchschnittlich kletterten die Preise hier, laut der billiger.de-Analyse um 18 Prozent. 13 Prozent mehr müssen Käufer bei Grafikkarten investieren. Komplettsysteme verzeichnen einen Anstieg von 12 Prozent, während sich Mainboards durchschnittlich um 10 Prozent verteuerten. Bei Mobilgeräten wie Notebooks, Tablets, Konsolen und Smartphones sind die Preisanstiege bislang minimal bis nicht messbar.
Experten warnen: Engpässe beeinflussen gesamte PC-Preise
Die Gründe für die Preisentwicklung liegen vor allem auf der Angebotsseite. Die anhaltende KI-Nachfrage sorgt, so die Analyse von billiger.de, für eine enorme Engpasslage bei modernen Arbeitsspeicher-Modulen. Diese habe direkte Auswirkungen auf alle Bereiche, in denen RAM gefragt ist.
Viele Hersteller haben ihre Produktion zunehmend auf lukrativere Produkte für Rechenzentren umgestellt, was die Verfügbarkeit für den Massenmarkt spürbar verringert. Auf diesen Trend hatte ich ja bereits im November 2025 im Artikel OVH-CEO rechnet 2026 mit Kostensteigerungen in der Cloud von 5-10 % hingewiesen.
"Wer aktuell einen neuen PC zusammenstellt oder aufrüsten möchte, muss mit deutlich höheren Ausgaben rechnen", erklärt Torben Mallwitz, CTO von guenstiger.de. "KI-Rechenzentren beanspruchen einen Großteil der weltweiten Speicherchip-Produktion, was dazu führt, dass weniger Kapazität für normale Consumer-Produkte wie DDR5-Module übrigbleibt und die Preise in die Höhe treibt."
Ein Ende des Trends scheint nach derzeitigem Stand nicht in Sicht zu sein, glaubt auch billiger.de. Die aktuellen Preisentwicklungen legen nahe, dass auch in den kommenden Wochen und Monaten mit weiteren deutlichen Anstiegen zu rechnen ist. Daher empfehlen die Experten: Wer jetzt Hardware benötigt, sollte nicht mehr zu lange warten.
Der Anbieter glaubt, Preisvergleich und rasches Handeln können hier helfen, teure Fehlkäufe zu vermeiden. Ich sehe es eher so, dass man versuchen sollte, seine Hardware möglichst lange zu nutzen (solange es keinen Ausfall durch Defekte gibt). Speziell die Abkehr von den Ressource-fressenden Entwicklungen aus Redmond und anderen Software-Schmieden ermöglicht, auch ältere Hardware noch lange weiter zu verwenden.



MVP: 2013 – 2016





Crucial DDR5 RAM 32GB 5600MHz SODIMM im Juli 2025 für 79,90€ gekauft, jetzt liegt er bei 304€ – sind über 300% Steigerung…
Ich bin doch ein wenig überrascht über die Aussage das sich der RAM verdoppelt haben soll. Hier würden wir direkt kaufen – Aktuell sind wir immer RAM für den Serverbereich bei Faktor 5+
Alleine in den letzten 6 Monaten hat sich somit der Preis eines Hosts fast verdoppelt und die Lieferzeiten werden immer Katastrophaler
SSD Samsung EVO 860 (4 TB) im November 2019 als Schnäppchen für 529 € gekauft. Nachfolgemodell EVO 870 (4 TB) jetzt ab 449,91 € erhältlich.
Es ist alles relativ.
Eine Samsung EVO 870 (4 TB) habe ich am 31.Okt.2025 für 305 € gekauft, aktuell um 460 €.
Im Juni 2025 habe ich ein RAM-Kit für Notebooks DDR5-5600-CL40 von G.Skill ( 2×16 GB) bei Alza für 118,90 € + Versand, also rund 125 € gekauft.
Aktuell kostet exakt dieser RAM zwischen 430 und 500 €, das ist fast ver-VIER-fachung. :-(
Im April 2024:
4 x 64GB REG-ECC (Kingston S.P., DDR4, 2666) für 618 Netto (736 Brutto)
Heute:
1 x 64GB REG-ECC (Kingston S.P., DDR4, 3200) für mindestens 770 Brutto.
Und das dürfte noch nicht das Ende sein. Bei DDR5 sieht es noch schlimmer aus.
Das mit dem relativ ist so eine Sache, wenn man Erscheinung und zeitlichen Verlauf ausblendet.
Fragt sich halt, welcher Preis unter Berücksichtigung aller Aspekte – Ressourcenverbrauch, Umweltbelastung, ethische Standards – reell ist. Ob das nun die Billig-Butter von Aldi ist, das halbe Hähnchen im Möbel-Discounter, das China-Smartphone oder eben Speicherchips.
Es gab und gibt bei Hardware immer Dumping-Phasen, gefolgt von explodierenden Hardware-Anforderungen, weil man meinte, man käme immer so billig weg. Wenn dann die Preise wieder anziehen (und das war noch stets der Fall), ist das Gejammer groß, denn nun „braucht man unbedingt" so viel. So funktioniert Kapitalismus.
Diese Wellen bei den Hardwarepreisen hat es immer schon gegeben, das ist richtig. Aber sie sind doch absolut nicht vergleichbar mit der jetzigen Situation ausgelöst durch den Hype um KI.
Preissteigerungen um den Faktor 4 innerhalb 6 Monaten gab es nach meiner Erinnerung noch nie – und ich war 40 Jahre im PC-Geschäft tätig.
Die Preise sind echt nicht mehr normal. Wenn ich bedenke, letztes Jahr haben wir für einen Mini-PC mit Intel Core Ultra 5, 16 GB RAM und 1 TB SSD irgendwas zwischen 500 und 550€ bezahlt, jetzt kostet der Spaß über 700€. Allein der RAM ist von ca. 64€ auf 200€ für einen 16GB Riegel gestiegen.
In dem Zuge habe ich zuletzt einen englischen Post gelesen, der das Ganze sehr treffend beschreibt, wie ich finde. Der ging so:
"The reason why RAM has become four times more expensive is that a huge amount of RAM that has not yet been produced was purchased with non-existent money to be installed in GPUs that laso have not yet been produced, in order to place them in data centers that have not yet been built, powered by infrastructure that may never appear, to satisfy demand that does not actually exist and to obtain profit that is mathematically impossible."
Also quasi, alles wird extrem teurer für einen großen Haufen Nichts.
Auch stinknormale Geräte sind davon betroffen, weil heutzutage die Hersteller in jeden Toaster, jede Kaffemaschine, etc. etc. irgendwelches Smart-Gedöns einbauen müssen.
Im Grunde sind das dann keine Toaster, Kaffeemaschinen, etc. mehr, sondern Mini-PCs, die man zufällig auch zum Toasten oder Kaffee kochen verwenden kann.
Hoffentlich führt da ganze wieder zu mehr Geräten die nur ihrem primären Zweck dienen, z.B. Kaffee zu kochen, statt mir auch per App mittzuteilen das dieser nun fertig ist, obwohl man vermutlich eh daneben steht.
Toaster & Co hat jeder in der eigenen Hand: Einfach mal Flohmärkte, Diakonie-Läden oder ähnliches besuchen. Da bekommt man solide "Retro" Ware von höherer Qualität ohne fehleranfälliges Innenleben zum kleinen Preis. Die toasten auch. Spart in jeder Hinsicht Geld und schont die Umwelt.
Speicherbausteine gibt es da aber halt meist auch nur Retro. Da hilft dann nur die aktuelle Hardware noch lange auszunutzen, wenn möglich. Sollte kein Problem sein, denn neuere Software bietet ja kaum noch überragende neue Features. Aber mag für jeden anders sein.
Ob der Wahnsinn nur an KI liegt, sei dahin gestellt, denn die Welt ist ja ohnehin aus den Fugen geraten.
Wenn der vorhergesagte preissturz der Ki-Miete tatsächlich stattfinden würde, heisst das doch dass das Angebot schneller wächst als die Nachfrage.
Und das ganze jetzt einmal weiter denken.
Meint Ihr, die diversen Hoster, Cloud- und Software-Abo-Anbieter werden ihre Füsse Still halten? Nein, die leiden teilweise unter dem gleichen Kostendruck, heute bei Netcup/Anexia diesen Post gelesen:
https://forum.netcup.de/informationen/netcup-community/netcup-updates/p260826-rampocalypse-an-honest-update-on-the-hardware-situation/#post260826
Dort wurde die Bestellung aus letztem Jahr für das 1. Quartal dieses Jahres gar nicht erst geliefert.
Brace for Impact bei den ganzen Cloud- und Sofrware-Abo-Gebühren. Ich kenne da so einige, die mir letztes Jahr noch ihre digitale Unmündigkeit in Gestalt leerer Serverschränke präsentierten und als IT Dienstleister sogar stolz darauf waren.
Mark my words, told you so…
Wer sich am Black Friday nicht eingedeckt hat mit neuem Rechner, hat eben nun das nachsehen. ;P
Irgendwie war sowas aber auch absehbar..
Mit 32GB RAM is man wohl erstmal etwas beschäftigt, Frage ist nur wie lange, bei zunehmender KI-Unterstützung, denn jeder will einem einen Bären ähm. KI-Modelle aufbinden. :D
Kann ich auch für Server weitergeben. Exakt baugleiche Server die ich im Oktober 25 angefragt hatte lag der EK bei 6400€. Jetzt mit Anfrage vom 08.02. bei 12.980€.
Bei mir werden die ersten Serverprojekte gerade von Kunden auf Eis gelegt.
Auch bei Kleinservern. Ich habe im November 2025 für 2.000 Euro einen neuen Server gekauft. Exakt dieselbe Konfiguration beim selben Anbieter kostet jetzt 3.300 Euro. Das würde ich auch nicht einen sich verlangsamenden Preisanstieg nennen.
Auch bei uns sind die Preise explodiert, von einer Verlangsamerung ist gar nichts zu merken.
Preise für DDR5 32GB ECC HPE Registriert:
September 2024 – 160€
September 2025 – 195€
Januar 2026 – 708€
Februar 2026 – 1650-1960€ (wenn überhaupt lieferbar)
Wenn das eine langsame Rate sein soll will ich gar nicht wissen was dann eine schnell ist.
Bei den PC ist der Preis verhältnismäßig gering gestiegen. Genau Zahlen habe ich vom Vertrieb nicht bekommen waren abwohl nur ca. 100-200€
Im Segment für normale Arbeitsplatzrechner ist es nicht besser. Ich hatte Glück und habe im Oktober meinen Uralt-Rechner neu ausgestattet. Arbeitsspeicher damals 200 Euro, identisches Modell heute 800 Euro.
Tja das werden wohl echt langweilige Jahre in der IT, mindestens was die Hardware angeht! Ich bin sehr froh noch 512GB Ram im Oktober gekauft zu haben. Musste aber auch schon auf einen anderen Hersteller ausweichen. Jetzt ist ein einzelnes 128 GB Kit teurer als die vier im Oktober zusammen.
Meinen 10 Jahre alten DDR4 Arbeitsspeicher könnte ich jetzt sogar wieder mit Gewinn verkaufen! Da ich aber wenig Hoffnung habe das sich die Situation in den nächsten drei Jahren ändern wird, verläßt nur noch defekter Arbeitsspeicher das Haus! Es gibt nur eins das besser ist als viel RAM und das ist noch mehr RAM :P
Der ganze massenhafte Krempel aus den Server- und KI-Farmen wird früher oder später auf dem Gebrauchtmarkt landen. Was das dort für die Preise bedeutet, dürfte recht klar sein. Jetzt halt einfach nicht den neuesten Kram kaufen, wenn nicht unbedingt nötig.
Das Problem ist, dass der Speicher größtenteils auf KI-Karten landen wird, wenn er denn überhaupt produziert wird. Das sind aber keine, die man als "normale" GPUs verwenden könnte. Und den Speicher wird man da auch nicht mehr runterlöten. Daher nützt das im Gebrauchtmarkt eher wenig, es sei denn man möchte dann selbst KI betreiben. Für den normalen Servermarkt nützt das aber leider nichts. Zumal wie ich weiter oben schrieb, es geht ja tatsächlich nicht mal um bereits existierende Hardware. Die KI-Firmen, allen voran OpenAI, haben massenhaft Produktionskapazität bei den Fertigern reserviert. Das steht dann halt nicht für den normalen Bedarf zur Verfügung. Die Kapazitäten geben halt nur eine bestimmte Menge her, und erhöhen ist teuer und langwierig.
Die Preise werden erst wieder sinken, wenn die Nachfrage bei den Fertigern nach den KI-Chips wieder sinkt bzw. einbricht und die wieder Chips für den normalen Bedarf herstellen.
| Die Preise werden erst wieder sinken, wenn die Nachfrage bei
| den Fertigern nach den KI-Chips wieder sinkt bzw. einbricht …
Die Frage ist, wann das sein wird. Falls die Blase weiter lebt, werden in zwei bis drei Jahren neue Bestellungen der KI-Farmen an die Hersteller rausgehen, da die langsam damit anfangen müssen, ihren Bestand zu erneuern. Es müssen *zusätzliche* Fertigungskapazitäten geschaffen werden incl. zuätzlicher Kraftwerke, die diese Werke mit der notwendigen Energie versorgen.
Es sei denn, die KI-Blase implodiert.
Angeblich ist Siemens hinsichtlich Produktion von Gasturbinen und Kraftwerken durch die KI-Branche ja bereits gut ausgelastet, angeblich sogar so gut, dass die bei uns angedachten Gaskraftwerke (Energiewende und so …) quasi schon hinten runter gefallen sind oder zumindest kurz davor.
"Es müssen *zusätzliche* Fertigungskapazitäten geschaffen werden incl. zusätzlicher Kraftwerke, die diese Werke mit der notwendigen Energie versorgen."
Falls es für die Fertiger absehbar ist, dass es sich halt nicht nur um eine Blase handelt, werden die wohl auch neue Werke bauen. Aber das dauert halt mehrere Jahre bis so ein Werk steht und produzieren kann. Selbst wenn die jetzt sofort anfangen sind die frühestens in 5-6 Jahren bereit zur Produktion.
RAM crisis resolved ✅
https://chaos.social/@fluepke/116120491783780953
Es wird doch schon immer nach "Gründen" für eine Preiserhöhung gesucht.
Hochwasser = Preise hoch.
Corona = Preise hoch.
Ukraine = Preise hoch.
KI = Preise hoch.
Dafür nimmt die Qualität immer mehr ab.