Kurze Frage an die Blog-Leserschaft, die Windows 11 24H2 oder 25H2 verwendet und die Preview-Updates einspielt. Ein Blog-Leser hat sich die Woche bei mir gemeldet, weil bei ihm diverse, normalerweise optionale Updates automatisch installiert wurden. Bei einer Kontrolle ist ihm aufgefallen, dass der Wert für die Gruppenrichtlinie "Optionale Updates" verändert war. Kurios ist, dass gpedit.msc angibt, dass keine Gruppenrichtlinie konfiguriert sei. Das deutet auf einen Bug hin. Es könnte mit dem Refresh des Windows 11 25H2 Installationsdatenträgers zum 12. Februar 2026 zu tun haben. Würde mich interessieren, ob das noch mehr Leser beobachtet haben.
Windows 11 Preview-Update KB5077241 ist optional
Microsoft hat zum 24. Februar 2026 das Preview Update KB5077241 für Windows 11 24H2 – 25H2 veröffentlicht. Dieses Update bringt verschiedene Fixes, die ich im Blog-Beitrag Windows 11 24H2 – 25H2: Preview Update KB5077241 (24. Feb. 2026) beschrieben habe.
Preview Updates sind aber optional und sollten standardmäßig nicht installiert werden. Normalerweise soll der Benutzer den Download sowie die Installation der betreffenden Preview-Updates manuell anstoßen. Allerdings hat Microsoft ab Windows 11 22H2 die Möglichkeit geschaffen, dass Nutzer optionale Updates auch automatisch installieren lassen können.
Obiger Screenshot zeigt die Option Erhalten Sie die neuesten Updates, sobald sie verfügbar sind, über die sich dies steuern lässt. Zudem können Administratoren seit Windows 11 22H2 über Gruppenrichtlinien steuern, ob optionale Updates automatisch installiert werden dürfen. Ich hatte 2023 im Blog-Beitrag Windows 11 22H2 Neuerung: Optionale Update-Installation per Gruppenrichtlinie steuern über dieses Thema geschrieben.
Mir sind in der Vergangenheit immer wieder Leserhinweise untergekommen, die berichteten, dass optionale Updates automatisch installiert wurden. Aber ich konnte das Ganze "nicht richtig fangen". Soviel als Vorbemerkung zum nachfolgenden Sachverhalt, der aber nochmals etwas "kurioser" gelagert zu sein scheint.
Lesermeldung zu einer kuriosen Beobachtung
Nun hat sich ein Blog-Leser in einer privaten Meldung auf Facebook gemeldet und schrieb: "Moin Günter. Ich folge dir schon eine ganze Weile und lese deinen Blog sehr aufmerksam. Du hast heute über das Preview Update KB5077241 für Win 11 berichtet."
Optionale Updates automatisch installiert
Dann kam eine sehr interessante Beobachtung des Lesers. Der schrieb nämlich, dass er gerade an seinem Rechner war und gerade feststellen musste, dass dieses Preview Update KB5077241 unter Windows 11 bei ihm automatisch installiert wurde. Auch das .Net-Vorschauupdate wurde bei ihm "vorgestern" automatisch installiert.
Normalerweise hätte ich gesagt: "Ok, kann vorkommen, wer weiß, was passiert ist". Aber der Nutzer schrieb mir dazu: "Ich habe diese definitiv nicht manuell installiert".
Windows 11 25H2 mit neuestem Image im Feb. 2025 neu installiert
Der Leser gibt an, dass er lediglich Windows 11 Pro am 21. Februar 2026 neu installiert habe. Dabei habe er als Installationsabbild die aktuelle Version von der Microsoft-Download-Seite genutzt wurde, wie sie am 21.2.2026 verfügbar war. Die Kollegen von deskmodder.de hatten zum 12. Februar 2026 in diesem Artikel erwähnt, das Microsoft ein aktualisiertes Installationsabbild für das MCT für Windows 11 25H2 bereitgestellt habe.
Krude Gruppenrichtlinien-Vorgaben bei Windows 11
Darauf hin ist der Leser der Sache nachgegangen. Bei seiner Analyse ist er dann darauf gestoßen, dass bei seinem Rechner die Gruppenrichtlinie Optionale Updates laut Konfigurierte Updaterichtlinien in den Windows Update-Einstellungen nach der Neuinstallation auf 1 steht.
Microsoft hat einen Support-Artikel zu den Update-Richtlinien veröffentlicht und schreibt unter AllowOptionalContent, dass der Standardwert dieser Richtlinie 0 sei (siehe nachfolgende Tabelle). Diese Richtlinie gilt ab Windows 10, Version 21H2. Mit dem Standardwert sollten keine "Optionalen Updates" und keine schrittweisen Feature-Rollouts (CFRs) automatisch installiert werden.
Nun stand der Wert der Gruppenrichtlinie beim Leser auf dem Wert 1, es durften also optionale Updates sowie schrittweise Feature-Rollout-Updates empfangen und automatisch installiert werden.
Der Leser hat keine Richtlinie gesetzt
Der Leser schrieb mir dazu: "Ich habe diese Gruppenrichtlinie definitiv nicht auf 1 gesetzt und auch keine Tools genutzt, die irgendwas an den Windows Einstellungen ändern." Nachfolgender Screenshot des Lesers zeigt, dass die optionalen Update-Einstellungen für den Benutzer nicht konfiguriert werden können.

Konfigurierte Update-Richtlinien; Zum Vergrößern klicken
gpedit findet auch keine konfigurierte Richtlinie
Unter gpedit wird dem Blog-Leser die betreffende Gruppenrichtlinie auch als nicht konfiguriert angezeigt. Er hat mir nachfolgenden Screenshot als Bestätigung zukommen lassen.
Richtlinie für optionale Updates; Zum Vergrößern klicken
Der Blog-Leser merkt an, dass er nichts gegen die Vorschau-Updates habe. Aber er würde schon gerne selbst entscheiden, ob er diese installiert oder eben nicht. "Zwangsbeglückung muss echt nicht sein."
Meine Gegenprobe mit Windows 11 25H2
Ich habe kurz in einer VM mit Windows 11 25H2 nachgeschaut – die VM wurde über diverse Schritte immer wieder per Feature-Update auf die aktuelle Version hochgezogen. Dort ist die oben genannte Gruppenrichtlinie ebenfalls nicht konfiguriert. Ich kann dort aber auch die optionale Update-Installation als Nutzer zulassen.
Bug oder stille Änderung durch Microsoft?
Das brachte den Leser dann zur Frage: "Hat Microsoft hier heimlich den Standardwert geändert? Ist dir oder der Community irgendwas hierzu bekannt?"Mir selbst ist da aus der Leserschaft noch nichts untergekommen. Es deutet wirklich etwas darauf hin, dass sich mit dem letzten Installationsabbild von Windows 11 25H2 etwas geändert hat. Mir ist lediglich noch nicht klar, ob das ein simpler Bug, oder eine gezielte Änderung ist.
Ergänzung: Ich habe dem Blog-Leser vorab Zugriff auf den Artikel hier gegeben und er hat mir dann noch eine Nachtragsinformation geliefert, die ich hier mal 1:1 zitiere:
Ich muss noch was wichtiges anmerken. Ich hab die Policy zwischenzeitlich auf "Deaktiviert" gesetzt. Heute wollte ich nochmal zwei Screenshots mit direkter Gegenüberstellung machen und hab dafür die Policy wieder auf "Nicht konfiguriert" gesetzt. Allerdings scheint es jetzt so zu greifen, wie es soll. Auch nach einem Neustart zeigt Windows Update, das keine Updaterichtlinien konfiguriert sind.
Ein Kreuzcheck, indem ich die Richtlinie erst aktiviert und anschließend wieder auf "Nicht konfiguriert" gesetzt habe, führt zu dem gleichen Ergebnis. Sieht für mich so aus, als hätte sich hier ein kleiner Bug eingeschlichen, der durch das manuelle Setzen der Policy behoben wurde.
An dieser Stelle mein Dank an den Blog-Leser für die Information – und die Frage an die Leserschaft: "Ist das noch jemandem aufgefallen? Oder gibt es eine Erklärung (außer, das es ein Bug ist) dafür?"
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