Windows Server bekommt Unterstützung für ReFS-Boot

WindowsEs sieht so aus, dass Microsoft zukünftig seine Windows Server-Betriebssysteme mit ReFS-Boot-Unterstützung ausstatten will. Derzeit experimentiert man damit, dass Windows Server von ReFS-Datenträgern booten kann. Die Funktion ist in der neuesten Insider Preview von Windows Server vNext enthalten und dürfte irgendwann in Windows Server 2025 oder einen Nachfolger eingeführt werden.

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Windows und das ReFS-Dateisystem

In Windows Server 2025 wird das bereits in Windows 8 eingeführte ReFS-Dateisystem (Resilient File System) für Datenträger unterstützt. Microsoft verspricht, neben der Kompatibilität mit dem NTFS-Dateisystem, jede Menge Vorteile wie ein Transaktionsmodell für Erhaltung der Konsistenz samt Prüfen von Daten beim Lesen und Schreiben, eine Fehlertoleranz durch Redundanz, bei erkannten Datenfehlern eine Autokorrektur, etc. Von Microsoft gibt es den Beitrag Resilient File System (ReFS) overview mit einigen Erklärungen.

Ich bezeichne ReFS als "Stiefkind", denn in der Vergangenheit wurden Probleme mit ReFS in Windows und speziell Windows Server 2025 durchaus stiefmütterlich behandelt. In Windows 10 hatte Microsoft das ReFS-Dateisystem wieder rausgeworfen (siehe Windows 10 Version 1709: Auch ReFS fliegt (teilweise) raus).

Und in Windows Server 2025 wurden Administratoren 2025 durch einen Bug geplagt. Blog-Leser Daniel A. beschrieb Mitte Mai 2025 in diesem Kommentar, dass es unter Windows Server 2025, in Verbindung mit ReFS-formatierten Laufwerken, zu einer massiven Auslastung von CPU/RAM komme. Das ging wohl soweit, dass der Server nach kurzer Zeit – diese hängt vom verbauten RAM ab – unbenutzbar wurde. Es blieb nur ein Neustart des Servers, um diesen weiter nutzen zu können. Ich hatte das Ganze im Beitrag Stiefkind ReFS-Dateisystem – CPU/RAM-Auslastungs-Bug in Windows Server 2025 ungefixt bereits Mitte Mai 2025 aufgegriffen. Ich weiß nicht, ob der Bug im August 2025 vollständig behoben wurde.

ReFS-Boot-Unterstützung für Windows Server

Zum 26. Februar 2026 hat Microsoft den Techcommunity-Beitrag Announcing ReFS Boot for Windows Server Insiders veröffentlicht (via). Dort kündigen die Entwickler an, dass die Insider Preview-Builds von Windows Server nun die Boot-Unterstützung für das Resilient File System (ReFS) enthält.

Windows Server soll sich in der Insider Preview-Build erstmalig direkt in der Setup-Benutzeroberfläche auf einem mit ReFS formatierten Boot-Volume installieren und starten lassen. Microsoft argumentiert damit, dass ReFS-Boot-Volumes mit einigen Vorteilen gegenüber NTFS-Boot-Laufwerken aufweisen.

  • Resiliente OS-Disk: ReFS soll die Zuverlässigkeit des Startvolumes verbessern, indem es Beschädigungen frühzeitig erkennt und viele Dateisystemprobleme online behandelt, ohne dass chkdsk erforderlich ist. Das integritätsorientierte Copy-on-Write-Design soll das Risiko von durch Abstürze verursachten Beschädigungen reduzieren.
  • Enorme Skalierbarkeit: ReFS unterstützt Volumes mit einer Größe von bis zu 35 Petabyte (35.000 TB) – bei NTFS-Volumes liegt die typische Grenze bei 256 TB.
  • Leistungsoptimierung: ReFS verwendet Block-Cloning und Sparse Provisioning, um I/O-intensive Szenarien zu beschleunigen. Dadurch können große VHD(X)-Dateien mit fester Größe wesentlich schneller erstellt oder erweitert werden. Zudem soll das Kopieren großer Dateien beschleunigt werden, da Daten über Metadatenreferenzen statt durch vollständige Datenverschiebung kopiert werden.

Die Boot-Unterstützung für ReFS-Boot-Volumes ist in der Insider Preview Build 29531.1000.260206-1841 vom 11. Februar 2026 im Setup-Modul enthalten. Die Insider Preview Build ließe sich also auf einem ReFS-Datenträger installieren. Zu beachten ist aber, dass ReFS-Boot eine UEFI-Firmware erfordert und kein Legacy-BIOS-Boot unterstützt. Daher wird ReFS-Boot auf VMs der Generation 1 nicht unterstützt. Es ist davon auszugehen, dass die ReFS-Boot-Unterstützung irgendwann mit der Freigabe von Windows Server vNext in Windows Server 2025 oder einen Nachfolger einfließen wird.

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