Das Thema Kontensperrungen bei Microsoft wertet sich aus. Die Tage hatte ich im Blog-Beitrag Microsoft Kontensperren für Veracrypt-, WindScribe- und WireGuard-Entwicklern berichtet, dass Open Source-Entwicklern ihre Microsoft-Konten ohne Vorwarnung geschlossen wurde. Es gibt weitere "Opfer" der Microsoft-Politik, eine erneute Registrierung für Unternehmen zu fordern. Jetzt ist mir das nächste Opfer, UTM, untergekommen. Bedeutet, das Betroffene (UTM entwickelt Virtualisierungslösungen für macOS) keine Software mehr signieren können.
Um was geht es bei diesen Kontensperrungen?
Microsoft hat voriges Jahr eine obligatorische Kontoüberprüfung für alle Partner des Windows-Hardware-Programms gestartet. Es gibt diesen Techcommunity-Beitrag, in dem Microsoft den Sachverhalt erklärt:
- Ab dem 16. Oktober 2025 führt Microsoft eine obligatorische Kontoüberprüfung für alle Partner im Windows-Hardware-Programm durch, die seit April 2024 keine Kontoüberprüfung mehr abgeschlossen haben.
- Die Identitätsprüfung muss innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der Aufforderung abgeschlossen sein. Andernfalls erfolgt eine Ablehnung und der Ausschluss aus dem Hardware-Programm.
Die Partner bekamen in einer Massenmail an irgend eine Adresse, die mal bei Microsoft hinterlegt wurde. Dieser Prozess, der laut Microsoft inzwischen abgeschlossen wurde, ist aber in der Praxis fehlgeschlagen.
Die Tage hatte ich im Blog-Beitrag Microsoft Kontensperren für Veracrypt-, WindScribe- und WireGuard-Entwicklern berichtet, dass Open Source-Entwicklern ihre Microsoft-Konten ohne Vorwarnung geschlossen wurde. Hatte zur Folge, dass diese Entwickler keine Updates ihrer Software-Pakete mehr ausrollen können, denn die erforderlichen Kerneltreiber können nicht mehr signiert werden.
Auch das Unternehmen Open Systems Resources, Inc. (OSR; Windows Consulting) ist das Gleiche passiert ist (siehe Microsoft Kontensperren: Auch OSR war betroffen; ist nun gefixt). Denen wurde nach 30 Jahren, ohne Vorwarnung, dass Microsoft-Konto gekappt und das Unternehmen konnte keine Treiber mehr signieren.
Es gab Berichte, dass die Betroffenen zu dämlich seien, in ihr E-Mail-Postfach zu schauen und die im Oktober 2025 von Microsoft geforderte erneute Registrierung nicht erledigt hätten. OSR schreibt, dass man das alles sauber und fristgerecht erledigt hatte, aber trotzdem ohne Vorwarnung gesperrt wurde.
Das lässt nur den Schluss zu, dass bei Microsoft mal wieder gewaltig was schief gelaufen ist. Inzwischen hat Microsoft Mitarbeiter Scott Hanselmann sich in die Fälle der prominenten Opfer eingeschaltet. Für OSR ist das Konto zum 10. April 2026 wieder reaktiviert worden. Details finden sich im Blog-Beitrag Microsoft Kontensperren für Veracrypt-, WindScribe- und WireGuard-Entwicklern.
Auch UTM von Kontensperre betroffen
UTM entwickelt Virtualisierungslösungen für macOS und benötigt das Microsoft-Konto zur Kernel-Signierung für die Entwicklung von GPU-Treibern für die Virtualisierung. UTM gibt an, alle Identitätsprüfungen bestanden zu haben und über ein EV-Zertifikat zu verfügen. 2025 konnten die Entwickler eine Version der Treiber signieren.
In obigem Tweet schreibt UTM im Juni 2025, dass man über Monate versucht habe, einen Microsoft Partner-Status zu bekommen, um Treiber signieren zu können. Hat am Ende des Tages wohl 2025 auch geklappt (womit man aus der Gruppe der Partner, die seit 2024 keiner Kontoüberprüfung mehr unterzogen wurden, eigentlich herausgefallen sein müsste).
Aufgescheucht durch die Berichte zu OSRDrivers und VeraCrypt (siehe oben) wollte man schnell mal schauen, ob das Konto noch existiert. Es kam, wie es kommen musste: Auch das UTM-Konto wurde bei dieser Aktion durch Microsoft deaktiviert. UTML schreibt: "Doch nun ist unser Konto nicht mehr vorhanden. Wir haben keine E-Mails von Microsoft oder ähnliches erhalten."




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