Microsoft, die Milliarden AI-Investitionen und die 3% Copilot-Zahlkundschaft

CopilotSo aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es ein riesiges Desaster. Microsoft investiert Milliarden US-Dollar in seine KI-Projekte und schieb Copilot allen seinen Nutzern ungefragt unter. Aber in der Bilanz sieht es düster aus, ca. 450 Millionen Microsoft 365-Nutzer, wobei nur ganze 3 % dieser Nutzer für Copilot zahlen.

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Microsofts KI-Kurs auf Teufel komm raus

Microsofts CEO, Satya Nadella, setzt ja unbeirrt auf seinen KI-Kurs, koste es, was es wolle (Microsoft CEO Nadella stramm auf AI-Kurs). Gerade haben Medien wie Reuters die KI-Investitionen von Amazon, Google, Meta und Microsoft für 2026 thematisiert. Microsoft plant laut Schätzungen von Analysten 120 Milliarden US-Dollar zu investieren (weniger als die anderen drei genannten Unternehmen).

Aber ich hatte im Artikel Gerät Microsoft mit seinem AI-Kurs in Trouble? angedeutet, dass Microsofts Vertrieb arge Probleme hat, seine Cloud- und KI-Produkte an die Kunden zu bringen. Die Verkaufsziele mussten laut Insidern Ende 2025 kräftig nach unten korrigiert werden.

Hat Microsofts Chef dazu gebracht, eine Warnung vor dem Platzen der KI-Blase zu warnen (siehe Microsoft Chef warnt vor Platzen der KI-Blase, wenn die Leute nicht endlich spuren). Microsoft verdient zwar immer noch viel Geld, aber nicht mit KI. Dem Börsenkurs haben die obigen Verlautbarungen von Herrn Nadella auch nichts gebracht. So als Mini-Aktionär schaue ich betrübt auf den Kurs der Microsoft-Aktie – die kennt seit Monaten nur eine Richtung: "Nach unten".

Microsoft Aktie

Die "Einnahmenseite" bei Copilot ist bescheiden

Das Zugpferd bei Microsoft in Sachen KI soll ja das Produkt Copilot sein. Das wird in alle Anwendungen Microsofts rein gedrückt. Spannend ist nun aber eine Analyse, was Copilot eigentlich für Redmon in Sachen zahlende Kunden auf die Waage bringt.

Im Beitrag Meta und Microsoft Quartalumsätze: Gewinne und fallende MS-Kurse hatte ich ja über die Quartalsergebnisse vom 4. Quartal 2025 berichtet. In diesem Umfeld wurden gegenüber Analysten auch einige Zahlen genannt. The Register hatte die Ergebnisse aus dem Analystengespräch Anfang Februar 2026 in diesem Beitrag aufgegriffen.

Laut The Register verwies Satya Nadella in diesem Gespräch zwar wiederholt auf die "rekordverdächtige" Dynamik im Bereich KI. Gegenüber Investoren sagte Nadella, dass Microsoft mittlerweile 15 Millionen bezahlte Microsoft 365 Copilot-Lizenzen habe und das Lizenzwachstum im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 160 Prozent gestiegen sei.

Satya Nadella versuchte Copilot als "echtes, täglich eingesetztes Werkzeug" zu verkaufen. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer sei im Vergleich zum Vorjahr um das Zehnfache gestiegen und die durchschnittliche Anzahl der Copilot-Unterhaltungen pro Nutzer  habe sich verdoppelt.

Bombastisch? Laut Mary Foley gibt es etwa 450 Millionen kommerzielle Microsoft 365-Nutzer. Viele dieser Kunden habe kostenlosen Zugang zu Copilot Chat (weil das Feature im Bundle enthalten ist). Setzt man die oben genannten 15 Millionen zahlenden Copilot-Nutzer gegen die 450 Millionen zahlenden Microsoft 365-Nutzer, sieht es mager aus. Lediglich 3,33 % der Microsoft 365-Nutzer zahlen für die Benutzung von Copilot. Angesichts der Milliarden US-Dollar, die Microsoft bereits in die KI-Entwicklung und Copilot gesteckt hat, sieht das echt mager aus.

Kein Wunder, dass Satya Nadella ständig die Werbetrommel im Hinblick auf den Einsatz von KI in Microsoft-Produkten wirbt. Ob die aber jemals das Geld, was dort verbrannt wurde, wieder einspielen? Die Fragen und Antworten mit den Analysten anlässlich der Vorstellung der Quartalsergebnisse während der Telefonkonferenz konzentrierten sich  laut The Register schnell auf das offensichtliche Problem: Microsoft gibt enorme Summen für KI aus, aber zahlt sich das auch aus?

Finanzvorstand Amy Hood argumentierte, dass es falsch sei, diese Ausgaben allein anhand des Wachstums von Azure zu beurteilen. "Ich glaube, viele Investoren stellen eine sehr direkte Verbindung her … zwischen den Investitionsausgaben und den Umsatzzahlen von Azure", wird sie zitiert.  Hood argumentierte laut The Register, dass ein großer Teil der KI-Kapazitäten von Microsoft zunächst für eigene Produkte wie Microsoft 365 Copilot und GitHub Copilot verwendet werde, bevor sie externen Azure-Kunden zur Verfügung gestellt würden. Nadella unterstützte sie und forderte die Investoren auf, sich nicht auf kurzfristige Erfolge zu konzentrieren, sondern den Blick auf das langfristige Ziel zu richten. Die Frage ist halt, ob dieser Kurs trägt, oder ob die Investoren vor einem Scherbenhaufen stehen, wenn die KI-Blase platzt.

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