Bundesweite Störung bei ePA, eRezept und Co. am 7. – 8. September 2026

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Noch ein kurzer Nachtrag zu einem Thema von dieser Woche, auf das ich aus der Ärzteschaft hingewiesen wurde (danke dafür). Am Montag, den 7. September 2026 kam es zu einem lang anhaltenden, bundesweiten Ausfall des elektronischen Rezepts (eRezept), der elektronischen Patientenakte (ePA) und weiteren KIM-Funktionen. Verursacht wurde dies durch eine Störung bei D-Trust, was aber dazu führte, dass Ärzte, Apotheken und Patienten bei eRezepten funktionslos waren.

Hinweis aus der Leserschaft auf eine Störung

Ich wurde heute aus der Ärzteschaft mit der Meldung "Am Montag, 07. September 2026, verursachte eine Störung bei D-Trust bundesweite Ausfälle beim eRezept. Hier sieht man, wie unzuverlässig das System der Telematik im Gesundheitswesen in Deutschland ist." begrüßt.

Was sagt die TI-Statusseite?

Der Ausfall war an mir vorbei gegangen, aber ich habe mal auf der gematik TI-Statusseite nachgeschaut.

gematik-TI-Störung (7.9.2026)

Obiger Screenshot dokumentiert, dass es am 7. September 2026, ab 13:30 Uhr, eine Störung der eRezept-Funktion gegeben hat, die bis zum Folgetag (8. September 2026, 7:40 Uhr) andauerte. Im Screenshot des Statusbereich ist auch zu erkennen, dass für diesen Zeitraum eine TSP HBA QES-Störung bei der D-Trust GmbH gab.

Das Kauderwelch verrät mir, dass die D-Trust GmbH als Vertrauensdiensteanbieter (Trust Service Provider, TSP) fungiert, der gegenüber den TI-Diensten bescheinigt, dass ein Heilberufsausweis (HBA), den ein Arzt zum Signieren von eRezepten verwendet, gültig ist. Das Kürzel QES besagt, dass die Störung bei der qualifizierten elektronischen Signatur auftrat, sprich, der Arzt konnte keine eRezepte mehr im genannten Zeitraum der Störung signieren.

In Folge waren die Funktionen elektronische Patientenakte (ePA), eRezept, Kommunikation im Medizinwesen (KIM), das Meldesystem für Infektionsketten DEMIS und weitere Anwendungen gestört. In den Details konnte man dann folgendes zur Störung lesen:

Derzeit kann es zu Einschränkungen bei der Nutzung von elektronischen Gesundheitskarten (eGK), Heilberufsausweisen (HBA) und SMC-B (Security Module Card Typ B – Institutionskarte, Praxiskarte) des Kartenherausgebers D-Trust GmbH kommen. Dadurch kann es zu unmittelbaren Auswirkungen auf die Nutzung von TI-Anwendungen, die mit einer eGK, HBA und SMC-B-Karte durchgeführt werden, kommen. Dies kann u. a. das Einlesen der eGK am Terminal in einer Praxis (VSDM – Versichertenstammdatenmanagement), die Ausstellung neuer E-Rezepte und elektronischer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) oder das Einlösen von neuen Rezepten per E-Rezept-App sowie die Nutzung der ePA (elektronischen Patientenakte), betreffen. D-Trust GmbH ist bereits in der Analyse, um die Ursache schnellstmöglich zu beheben.

Sprich: Ein Patient wird in der Arztpraxis vorstellig, und seine elektronische Gesundheitskarte (eGK) kann bei Bedarf nicht gelesen werden. Der Heilberufsausweis (HBA) des Arzt, der für alle Funktionen benötigt wird, war auch nicht lesbar. Infolge waren neben der ePA und dem eRezept auch das Ausstellen elektronischer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) beeinträchtigt.

Apotheken waren lahm gelegt

In meinen Augen war es zwar unschön, wenn keine elektronischer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) ausstellbar waren, oder die eh kaum benutzte elektronische Patientenakte (ePA) geschlossen blieb. Ließe sich auf das Konto "Arbeitserschwernis" für die medizinischen Fachangestellten buchen, die diese eAUs nacharbeiten müssen.

Problematischer ist aber das gestörte eRezept, welches per Gesundheitskarte (eGK) in Apotheken, oder per App in Online-Apotheken eingelöst werden sollte. War das eRezept vom Arzt vor Eintritt der Störung erstellt worden, kam der Versicherte für die Dauer der Störung nicht an dieses Rezept heran. In den Apotheken ging auch nichts mehr, da diese nicht per eGK auf das eRezept des Versicherten zugreifen konnten.

Der Tipp-Geber hat mir noch den Artikel Nach deutschlandweitem E-Rezept-Ausfall: Was Patienten tun können, wenn die Apotheke lahmgelegt ist aus der Frankfurter Rundschau verlinkt, die den Vorfall für Ratschläge an Betroffene aufbereitet haben. Denn es war die Situation da, dass Patienten in Apotheken weggeschickt werden mussten, weil nicht mehr funktionierte.

In einer Stadt, wo man die nächste Apotheke fußläufig erreichen kann, eher unter "etwas doof, aber kann mal passieren" zu verorten. In ländlichen Gegenden, wo Du schon mal 20 Kilometer per Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Apotheke unterwegs bist, ein Drama. Wer dringend ein Medikament brauchte (man denke an Blasenentzündung, Asthma-Spray, Herzmedikamente, Schmerzmittel oder Impfseren etc.) musste unverrichteter Dinge abziehen.

Ein Fall von geht gar nicht. Der oben verlinkte Artikel der Frankfurter Rundschau mit Ratschlägen von Patienten, nicht mehrere Apotheken abklappern, verschiedene Rezeptwege prüfen, oder beim Arzt ein Papierrezept als Ausdruck anfordern, oder am anderen Tag nochmals versuchen sind "gelebte Hilflosigkeit". Wer dringend auf ein Medikament aus der Apotheke angewiesen ist, welches sogar vorrätig ist, dieses aber wegen fehlendem eRezept nicht erhält, für den rangiert der Sachverhalt unter "aktive Körperverletzung". Ich zähle mal nicht, wie oft ich von der Apothekerschaft die Forderung nach mehr Ausfallsicherheit gelesen habe. Kann inzwischen schon als "Running Gag" angesehen werden.

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Ein Kommentar zu Bundesweite Störung bei ePA, eRezept und Co. am 7. – 8. September 2026

  1. X (FSS) Dent sagt:

    Tja da kann ich nur auf eine Anzeige aus meinem ex-berufsbereich verweisen:
    Praxis-Gruendung.: 6 Monate SaaS geschenkt! (Heilig´s Blechle..). (CGM)
    Bei aller digitalen "euphoria", es braucht im "Notfall", blackout, regional, national…
    Immer den analogen fallback… Analoger Ausweis, Bargeld, analogen Funk etc…
    Die totalen, durchdigtalisierten Staten nahe der Grenze zu ru, steigen aus manchem "Minenabkommen" aus, führen wieder Bargeld ein…
    Auch in einer "Grossstadt" gibt´s am Sonntag "Kapazitaetsengpaesse…".
    Der Infrastruktur-Angreifer, Daniel V. hält Hundertschaften auf trab, Stadtfeste binden Erste-Hilfe-Kraefte vor Ort. Und die "Starbesetzung" im Hospital ist vielleicht per "Rufbereitschaft" potentiell verfügbar…

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