{"id":12006,"date":"2012-10-22T14:46:00","date_gmt":"2012-10-22T12:46:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=12006"},"modified":"2022-08-19T08:48:15","modified_gmt":"2022-08-19T06:48:15","slug":"microsoft-ndert-dienste-nutzungsbedingungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2012\/10\/22\/microsoft-ndert-dienste-nutzungsbedingungen\/","title":{"rendered":"Microsoft &auml;ndert Dienste-Nutzungsbedingungen&hellip;"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Facebook oder Google ihre Nutzungsbedingungen f\u00fcr ihre Dienste \u00e4ndern, geht h\u00e4ufig ein Sturm der Entr\u00fcstung durch's Web. Und europ\u00e4ische Datensch\u00fctzer haben Facebook bzw. Google im Fokus. Bei Microsoft scheint man momentan aber nicht so genau hinzuschauen. Letzten Freitag (19.10) scheint Microsoft seine Nutzungsbedingungen f\u00fcr Dienste wie E-Mail, Suche, Instant-Messaging etc. aktualisiert zu haben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Und in diesen \u00c4nderungen r\u00e4umt sich Microsoft weitgehende Rechte zur Erhebung und Nutzung pers\u00f6nlicher Informationen ein, die Nutzer von kostenlosen Web-Diensten wie E-Mail-Postf\u00e4cher, SkyDrive, Bing-Suche, Instant Message etc. hinterlassen. Die \u00c4nderungen scheinen von der \u00d6ffentlichkeit weitgehend unbemerkt geblieben zu sein.<\/p>\n<p>Ich bin durch Zufall in der New York Times auf das Thema gesto\u00dfen (der Artikel tr\u00e4gt den Titel <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220617032919\/https:\/\/www.nytimes.com\/2012\/10\/20\/technology\/microsoft-expands-gathering-and-use-of-data-from-web-products.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">As Microsoft Shifts Its Privacy Rules, an Uproar Is<\/a> \u2013 kann aber sein, dass der Link nicht mehr funktioniert, da die NYT Artikel nur f\u00fcr Abonnenten freischaltet). <\/p>\n<p>Wie die NYT schreibt, gleichen die Microsoft Nutzungsbedingungen nun weitgehend denen von Google. W\u00e4hrend Google f\u00fcr diese Nutzungsbedingungen reichlich Kritik von (US) Verbraucherschutzorganisationen und Datensch\u00fctzern erntete, bleibt das bei Microsoft bisher weitgehend aus.<\/p>\n<p>Die Vereinbarungen k\u00f6nnen <a href=\"http:\/\/windows.microsoft.com\/en-US\/windows-live\/microsoft-services-agreement\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> (US) und <a href=\"http:\/\/windows.microsoft.com\/de-DE\/windows-live\/microsoft-services-agreement\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> (DE) im \"Vertrag \u00fcber Microsoft Dienste\" eingesehen werden. <\/p>\n<blockquote>\n<p>1.3. Wie stimme ich diesem Vertrag zu? Durch die M\u00f6glichkeit, die Dienste zu abonnieren oder zu bestellen, unterbreitet Microsoft Ihnen ein Angebot. Sie m\u00fcssen diesen Bedingungen durch die benutzerspezifische Anmeldung zustimmen, bevor Sie die Dienste nutzen k\u00f6nnen und die Bedingungen einen g\u00fcltigen Vertrag zwischen Ihnen und Microsoft darstellen. Durch die Verwendung der oder den Zugriff auf die Dienste bzw. durch Ihre Zustimmung zu diesen Bedingungen, sofern Ihnen diese Option in der Benutzeroberfl\u00e4che zur Verf\u00fcgung gestellt wird, best\u00e4tigen Sie, dass Sie sich mit diesem Vertrag ohne Ab\u00e4nderungen von Ihrer Seite einverstanden erkl\u00e4ren. Falls Sie sich damit nicht einverstanden erkl\u00e4ren, k\u00f6nnen Sie die Dienste nicht nutzen.<\/p>\n<p>1.4. Kann Microsoft die Vertragsbedingungen \u00e4ndern, nachdem ich ihnen zugestimmt habe? Ja. Wir informieren Sie, wenn wir beabsichtigen, diesen Vertrag zu \u00e4ndern. Wir sind berechtigt, die Bedingungen dieses Vertrags zu \u00e4ndern, wenn: (i) dies aufgrund des geltenden Rechts erforderlich ist, u. a. im Fall von Gesetzes\u00e4nderungen, (ii) dies wegen einer Anweisung und\/oder Anordnung gem\u00e4\u00df geltendem Recht n\u00f6tig ist, (iii) ein Ungleichgewicht zwischen Dienst und Gegenleistung besteht, (iv) dies von einem technischen Standpunkt aus erforderlich ist, (v) dies notwendig ist, um den Betrieb der Dienste sicherzustellen, oder (vi) die Bedingungen zum Vorteil des Nutzers ge\u00e4ndert werden. Wir informieren Sie \u00fcber die beabsichtigte \u00c4nderung, bevor diese wirksam wird; dies erfolgt entweder \u00fcber die Benutzeroberfl\u00e4che, in einer E-Mail-Nachricht oder in sonstiger geeigneter Form. Wie bieten Ihnen mindestens 30 Tage vor Inkrafttreten der \u00c4nderung die M\u00f6glichkeit, die Dienste zu k\u00fcndigen. Wenn Sie die Dienste nicht innerhalb des Benachrichtigungszeitraums k\u00fcndigen, erachten wir dies als Ihr Einverst\u00e4ndnis zur Vertrags\u00e4nderung. In der Mitteilung \u00fcber die beabsichtigte Vertrags\u00e4nderung weisen wir ebenfalls ausdr\u00fccklich auf diese Tatsache hin.<\/p>\n<p>1.5. Welche Arten von \u00c4nderungen der Dienste sind zu erwarten? Wir arbeiten st\u00e4ndig an der Optimierung der Dienste, um deren Funktionen zu verbessern oder zu aktualisieren, neue Features einzuf\u00fchren oder die Dienste anzupassen; wir k\u00f6nnen die Dienste jederzeit \u00e4ndern oder Features l\u00f6schen. Bei kostenpflichtigen Diensten benachrichtigen wir Sie im Voraus \u00fcber wesentliche \u00c4nderungen der Dienste. Sie k\u00f6nnen die Dienste jederzeit k\u00fcndigen. Dienste oder Features der Dienste k\u00f6nnen von uns als Betaversionen ver\u00f6ffentlicht werden, die u. U. nicht ordnungsgem\u00e4\u00df oder nicht in der Weise wie in der endg\u00fcltigen Version funktionieren.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Mit der Nutzung der Dienste stimmt man den Vertragsbedingungen zu, wobei Microsoft diese jederzeit \u00e4ndern kann \u2013 Benachrichtigungen \u00fcber \u00c4nderungen erfolgen nur bei kostenpflichtigen Diensten. Ist zwar bei anderen Diensteanbietern wie Facebook, eBay, Amazon etc. auch so. Aber bei einigen Anbietern bekomme ich zumindest eine Mail \u00fcber Vertrags\u00e4nderungen. Schaut man sich die betreffende Klausel an, ist die auf den ersten Blick eigentlich nicht zu beanstanden.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>3.3. Wie werden meine Inhalte von Microsoft verwendet?<\/strong> Wenn Sie Ihre Inhalte in die Dienste hochladen, geben Sie damit Ihre Zustimmung, dass die Inhalte in dem Umfang, in dem dies zu Ihrem Schutz sowie zur Bereitstellung, zum Schutz und zur Verbesserung von Microsoft-Produkten und -Diensten erforderlich ist, genutzt, ge\u00e4ndert, angepasst, gespeichert, vervielf\u00e4ltigt, verteilt und angezeigt werden d\u00fcrfen. So k\u00f6nnen wir beispielsweise gelegentlich mithilfe von automatisierten Verfahren Informationen aus E-Mail-Nachrichten, Chats oder Fotos filtern, um Spam und Malware zu erkennen und Schutzma\u00dfnahmen gegen diese zu entwickeln sowie um die Dienste mit neuen Features auszustatten, die ihre Benutzerfreundlichkeit steigern. Beim Verarbeiten Ihrer Inhalte ergreift Microsoft Ma\u00dfnahmen zum Schutz Ihrer Privatsph\u00e4re.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Microsoft gibt ganz klar an, dass man die Benutzerdaten analysiert und zur Verbesserung eigener Dienste verwenden kann. Positiv: Microsoft sagt eigentlich zu, dass man die Inhalte (etwa von E-Mails) nicht dergestalt auswertet, dass man daraus benutzerbezogene Werbung generiere (Google soll dies laut NYT machen). Aber es gibt einen Punkt, den man schon auf dem Radar behalten soll. Microsoft gibt an:<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>3.4. Welche Arten von Inhalten sind unzul\u00e4ssig?        <br \/><\/strong>Inhalte, die gegen diesen Vertrag, dieser schlie\u00dft die Microsoft Anti-Spam-Richtlinie(http:\/\/go.microsoft.com\/fwlink\/?LinkId=117951) und die <a href=\"http:\/\/go.microsoft.com\/fwlink\/?LinkId=266426\">Microsoft-Verhaltensregeln<\/a> (http:\/\/go.microsoft.com\/fwlink\/?LinkId=266426), mit ein oder geltendes Recht des betreffenden Landes bzw. der betreffenden Region versto\u00dfen, sind in den Diensten nicht zul\u00e4ssig. Microsoft beh\u00e4lt sich das Recht vor, Inhalte zu \u00fcberpr\u00fcfen, um die Einhaltung der Bedingungen dieses Vertrags zu gew\u00e4hrleisten. Im Rahmen der Bem\u00fchungen zum Schutz der Dienste und der Kunden kann Microsoft die \u00dcbermittlung jeder Art von E-Mail, Sofortnachricht oder sonstigen Kommunikation an die Dienste oder von den Diensten blockieren bzw. auf andere Weise verhindern und die Einhaltung der Bedingungen dieses Vertrags durch andere Ma\u00dfnahmen sicherstellen.<\/p>\n<p><strong>3.5. Kann Microsoft meine Inhalte aus den Diensten entfernen?<\/strong> Ja. Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Inhalte zur\u00fcckzuweisen oder aus den Diensten zu entfernen, wenn wir der Ansicht sind, dass sie gegen geltendes Recht oder diesen Vertrag versto\u00dfen oder wenn die Grenzwerte in Bezug auf Speicherbelegung bzw. Dateigr\u00f6\u00dfe \u00fcberschritten werden. Wenn die von Ihnen in den Diensten gespeicherten Inhalte rechtm\u00e4\u00dfig sind und diesem Vertrag entsprechen, durch Urheberrechte gesch\u00fctzt sind und Sie zur Verwendung der Inhalte berechtigt sind, r\u00e4umen wir Ihnen die Gelegenheit zum Abrufen der Inhalte ein. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Inhalte von unseren Servern entfernt wurden, weil Ihr Microsoft-Konto f\u00fcr den in Abschnitt 2.2 genannten Zeitraum nicht aktiv war.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Einerseits ist es zu verstehen, wenn der Anbieter sich in einer Klausel absichert, dass er Inhalte entfernen oder Dienste blockieren kann. Das ist bei Twitter gerade konkret bei der Sperre eines Accounts aus der rechtsradikalen Szene passiert. Und ein E-Mail-Konto, welches als SPAM-Schleuder missbraucht wird, muss auch abschaltbar sein. Das Problem bei diesem Ansatz ist aber: <\/p>\n<ul>\n<li>Ist Microsoft der Meinung, dass Inhalte gegen die eigenen Bedingungen versto\u00dfen, wird der Inhalt entfernt. <\/li>\n<li>Ist Microsoft der Meinung, dass die Nutzung des Diensts gegen die eigenen Vertragsbedingungen verst\u00f6\u00dft, wird der Dienst gesperrt. <\/li>\n<\/ul>\n<p>So weit, so gut. Problem an diesen Regeln ist, dass der Nutzer sich quasi auf einen Schlitten setzt, von dem er nicht wei\u00df, ob er jemals im Tal ankommt. Es ist durchaus vorgekommen, dass Leute Fotos ihrer Kinder im Planschbecken aufgenommen und dann bei SkyDrive hochgeladen haben \u2013 und pl\u00f6tzlich waren die Fotos gel\u00f6scht, weil diese gegen Regeln, keine \"Nacktheit\" zu zeigen, versto\u00dfen haben. In den USA durchaus ein Thema, in Europa weitgehend unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Und wer sich in den Microsoft Foren bewegt, trifft t\u00e4glich auf Anwender, deren Hotmail- oder Live ID-Konto wegen angeblichem Spamversand gesperrt wurde. Wenn ich jetzt aber bedenke, dass der Zugang zum Windows Store, zu Xbox LIVE oder zu Diensten wie SkyDrive, Outlook.com, Office.com etc. von einem solchen Konto abh\u00e4ngt, kann ich diese Dienste faktisch nicht nutzen \u2013 ich wei\u00df nie, ob ich nicht morgen mit einem gesperrten Konto abgewiesen werde. <\/p>\n<p>Auch das Hochladen vertraulicher Dokumente, deren Versand per E-Mail etc. ist keine wirklich gute Idee. Microsoft liest im Hintergrund mit (und wer Microsoft dabei \u00fcber die Schulter schaut, ist auch nicht ausgemacht). Von daher muss sich jeder \u00fcberlegen, wie viel er von der sch\u00f6nen neuen Microsoft-, Windows- und Office-Welt er wirklich nutzt. Pers\u00f6nlich halte ich (einfach aus technischen Gr\u00fcnden) schon wenig von den alway-online-Ans\u00e4tzen. Die obigen \u00dcberlegungen best\u00e4rken mich aber darin, einen Bogen um Angebote wie Office 365, Outlook.com, Hotmail.com etc. zu machen. Die obigen Nutzungsbedingungen gelten zwar nicht f\u00fcr kostenpflichtige Dienste (insoweit ist Office 365 ein st\u00fcckweit au\u00dfen vor) \u2013 aber ein mulmiges Gef\u00fchl der absoluten Abh\u00e4ngigkeit von einer Firma bleibt immer. <\/p>\n<p>Ich habe zwar diverse Konten sowohl bei Microsoft als auch bei Google und sogar bei Apple. Diese werden aber ausschlie\u00dflich zum Test der jeweiligen Produkte genutzt \u2013 produktive Arbeiten erledige ich weiterhin lokal bzw. nutze meinen eigenen E-Mail-Server. Aber im Grunde muss jeder selbst die Entscheidung treffen, wie er mit den neuen Funktionen und Diensten verf\u00e4hrt. [Update: Ich hatte den Beitrag auf Vorrat verfasst. Zwischenzeitlich habe <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Microsoft-bedingt-sich-erweiterte-Nutzerdatenverwertung-aus-1734087.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">heise.de<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2012-10\/microsoft-nutzungsbedingungen-profile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Zeit<\/a> das Thema aufgegriffen. Mal schauen, was draus wird.]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Facebook oder Google ihre Nutzungsbedingungen f\u00fcr ihre Dienste \u00e4ndern, geht h\u00e4ufig ein Sturm der Entr\u00fcstung durch's Web. Und europ\u00e4ische Datensch\u00fctzer haben Facebook bzw. Google im Fokus. Bei Microsoft scheint man momentan aber nicht so genau hinzuschauen. 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