{"id":1508,"date":"2010-12-21T16:59:40","date_gmt":"2010-12-21T11:59:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borncity.com\/blog\/2010\/12\/21\/ist-microsoft-unter-die-spammer-gegangen\/"},"modified":"2022-06-08T08:27:56","modified_gmt":"2022-06-08T06:27:56","slug":"ist-microsoft-unter-die-spammer-gegangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2010\/12\/21\/ist-microsoft-unter-die-spammer-gegangen\/","title":{"rendered":"Ist Microsoft unter die Spammer gegangen?"},"content":{"rendered":"<p>Dies war mein erster Gedanke, als ich heute meine Mails durchging und eine Benachrichtigung von den Produktmanagern des MSDN-Programms erhielt. Da behauptete eine an \"Sehr geehrte\/r (FIRSTNAME) (LASTNAME), \" gerichtete Nachricht, dass ich jetzt keine Kreditkarte zum Nutzen der Cloud Computing-Inklusivleistungen mehr ben\u00f6tige. Art und Form der betreffenden E-Mail, sowie das Stichwort \"Kreditkarte\" rochen stark nach einem Phishing-Versuch, obwohl die Filter im E-Mail-Programm nichts meldeten.<\/p>\n<p> <!--more-->  <\/p>\n<p>Trotzdem war ich ziemlich platt, als ich den nachfolgenden Mail-Text im Posteingang fand. Die fehlenden Angaben f\u00fcr Vor- und Zuname im Anschreiben erschienen mir sehr suspekt. Aber der Text war in fehlerfreiem Deutsch. Sofort schoss mir der Gedanke \"die Spammer werden auch immer besser\" durch den Kopf. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i.imgur.com\/OIKJNl5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px\" title=\"Microsoft\" border=\"0\" alt=\"Microsoft\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/OIKJNl5.jpg\" width=\"450\" height=\"378\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als ich dann noch die E-Mail-Adresse <a href=\"mailto:reply@email.microsoftemail.com\">reply@email.microsoftemail.com<\/a> anschaute, erschien mir das alles recht suspekt \u2013 zumal die Links der Art    <\/p>\n<p><em>http:\/\/click.email.microsoftemail.com\/?qs=b7f4d89961b4ae37e6d612f<\/em>    <br \/><em>f835f570ad635108e685a3ec088edb6e410a48807296dc1760e6cbb6f<\/em><\/p>\n<p>auch nicht sehr vertrauenserweckend aussahen. Als ich dann eine Suchmaschine nach dem Domainnamen befragte, stie\u00df ich auch gleich auf die Fundstelle unter [1]. Der Beitrag best\u00e4tigte mir, dass offenbar solche obskuren Absenderadressen von Microsoft verwendet werden.<\/p>\n<blockquote style=\"margin-right: 0px\" dir=\"ltr\">\n<p style=\"background-color: #e0ffff\">Der erste Kommentar im Beitrag [1] weckte ungute Erinnerungen an meinen Test von Windows Live On Care, wo ich ebenfalls an den Billing-Support in den USA verwiesen wurde und eine Nummer an der Pazifikk\u00fcste anrufen sollte (die aber w\u00e4hrend \u00fcblicher B\u00fcrozeiten nie besetzt war) \u2013 um mein Abonnement, was jetzt kostenpflichtig w\u00fcrde, zu beenden. Ich schob es auf die Tatsache, dass mein Live ID-Account vor vielen Jahren mal von Microsoft Press USA eingerichtet und zwischenzeitlich mehrfach umgezogen wurde. Aber der Wahnsinn hat Methode \u2013 zwischenzeitlich habe ich noch mehrere Nutzer kennengelernt, die mit deutschen Kontaktdaten an Billing Services in den USA verwiesen werden. Seinerzeit habe ich \u00fcber ein Microsoft-Forum einen Link zur deutschen Supportseite samt Telefonnummer bekommen, so dass ich das Probeabonnement k\u00fcndigen konnte \u2013 an Microsoft per E-Mail geschicktes Feedback verschwand in einer Art \"schwarzes Loch\" und eine Beschwerde an die EU verlief seinerzeit im Sande. Zwei Sachen habe ich damals gelernt: Microsoft hat seine Online-Billing-Prozesse in keinster Weise im Griff \u2013 und ich werde mich niemals mehr bei einem dieser Dienste anmelden, wenn dort irgendwelche \"Finanzdaten\" f\u00fcr Transaktionen gefordert werden. Genau so gut k\u00f6nnte ich meine Kreditkarte auch in Frankfurt im Bahnhofsviertel einem wildfremden Menschen in die Hand dr\u00fccken. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Aber zur\u00fcck zum eigentlichen Problem, der recht obskuren Mail an den \"Sehr geehrte\/r (FIRSTNAME) (LASTNAME)\". Als ich dann unter [<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160616175050\/http:\/\/www.giza-blog.de:80\/MSDNSubscriptionsUpdateKeineKreditkarteMehrNoetigFuerWindowsAzure.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2<\/a>] noch einen Blogbeitrag von Kay Giza zum Thema fand, war ich ziemlich \u00fcberzeugt, dass die Nachricht von Microsoft stammte. Also habe ich mal Links in der E-Mail ausprobiert \u2013 die leiteten mich doch wirklich auf Microsoft-Seiten um.<\/p>\n<p><strong>Ich fasse es nicht\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Das Ganze l\u00e4sst mich jetzt aber schon einigerma\u00dfen fassungslos zur\u00fcck. Ich gehe mal davon aus, dass die obige Nachricht durch eine technische Fehlfunktion ohne korrekte Namensangaben rausging. Aber der Kern des Ganzen ist ein anderer Punkt: Eigentlich sollte Microsoft so gewitzt sein und wissen, dass Spammer unter der Flagge dieser Firma segeln und mit entsprechend gestalteten Nachrichten arglose Benutzer in die Falle locken m\u00f6chten. Ergo m\u00fcsste Microsoft alles tun, um in eigenen Mails die Verifikation des Absenders durch die Empf\u00e4nger so einfach als m\u00f6glich zu machen. Und ich erinnere mich auch an Mails von Microsoft, wo ich darauf hingewiesen wurde, wie ich gef\u00e4lschte Nachrichten erkennen k\u00f6nne. Und nun kommt eine Nachricht von Microsoft genau so daher. <\/p>\n<ul>\n<li>Eine E-Mail-Absenderangabe der Art <em>reply-fec6107176600c78-866153_HTML-344373849-115721-2@email.microsoftemail.com<\/em> geh\u00f6rt imho nicht in eine E-Mail, die mich von MS erreicht. Das Ganze riecht f\u00fcr mich verdammt nach Tracking-Versuch, also genau die Technik, die von Spammern zur Identifizierung existierender E-Mail-Konten mit verwendet wird.&#160; <\/li>\n<li>Einen Link der Art <em>http:\/\/click.email.microsoftemail.com\/?qs=b7f4d89961b4ae37e6d612f<\/em><em>f835f570ad635108e685a3ec088edb       <br \/>6e410a48807296dc1760e6cbb6f<\/em>, der auf eine Website verweist, w\u00fcrde ich freiwillig nicht mal mit der \"Kneifzange\" anfassen. Hat in etwa die gleiche Qualit\u00e4t wie die URL <em>www.deutschepostebank.de<\/em>, die mir in einer Phishing-Mail untergekommen ist. Wieso soll ich einer E-Mail, die so daherkommt, vertrauen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gut, ein wenig Recherche hat mir im konkreten Fall gezeigt, dass der Produktsupport von Microsoft offenbar als Absender der Nachricht fungiert. Wenn ich mir jetzt aber \u00fcberlege, dass ein Weltkonzern so agiert, wird mir schon Angst und Bange. Da predige ich \u00fcber Jahr und Tag in meinen Einsteigertiteln, dass die Leute die Verlinkungen in E-Mails mit Misstrauen betrachten sollen. Falls die Links nicht direkt auf die bekannten Seiten des vermeintlichen Absenders (z. B. <em>www.microsoft.com<\/em>, <em>www.deineHausbank.de<\/em> etc.) zeigen, m\u00f6ge man die Mail als Betrugsversuch sofort l\u00f6schen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass Link-Verk\u00fcrzer zu vermeiden sind (weil das Ziel f\u00fcr den Surfer nicht mehr erkannt werden kann).<\/p>\n<p>Microsoft sowie andere E-Mail-Client- und Browser-Entwickler haben in den letzten Jahren viel M\u00fche und Grips darauf verwandt, gefakte Links komplett anzuzeigen und Phishing-Versuche abzuwehren. Aber letztendlich muss der Benutzer auch etwas \"Hirn aktivieren\", da Betrugsversuche durchaus von den Webinhaltsfiltern \u00fcbersehen werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Und nun bekomme ich in letzter Zeit sowohl von Microsoft als auch von anderen renommierten Adressaten (auch von der Hausbank) E-Mails mit genau solchen Link-Aliasen, die ein normaler Anwender auch mit Brain 2.0 ohne zus\u00e4tzliche Recherchen nicht als \"gefahrlos\" oder \"nicht mal mit der Kneifzange anfassen\" qualifizieren kann. Ohne Hintergrundrecherche ist da nichts mit der Entscheidung \"gut oder schlecht\". <\/p>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich gequirlte Kacke! Irgend eine tolle Software scheint da bei einigen Firmen im Hintergrund zu werkeln und Massen-E-Mails rumzuschicken. Und niemand scheint da irgend einen Gedanken daran zu verschwenden, was da an Links oder Absenderkennungen verhackst\u00fcckt wird und wie sich so etwas auf die Sicherheitseinstufung durch den Anwender auswirkt. <\/p>\n<p>Die andere Interpretationsweise w\u00e4re noch befremdlicher: Man ist bereits zum Schluss gekommen, dass eh kein Schwei\u2026 pardon kein Mensch sich die M\u00fche macht, den Inhalt von E-Mails zu verifizieren \u2013 und die Leute eh wild auf jeden Link klicken, der per E-Mail eintrudelt. <\/p>\n<p>Jedenfalls \"Prost Mahlzeit\" \u2013 wenn ich mir nun noch so ansehe, was bei iPhone\/iPad und Android mit den Apps so abgeht und die Leute total die Kontrolle verlieren, was da auf ihren Gadgets so l\u00e4uft [<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/ct\/artikel\/Inkasso-auf-Fingertipp-1102753.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3<\/a>, 4], kann jeder seine Daten (einschlie\u00dflich Bank- und Kreditkartendaten) eigentlich \u00f6ffentlich einsehbar an die Haust\u00fcr nageln. Aber vielleicht werde ich blo\u00df langsam alt und verstehe nicht mehr, wie die Welt so tickt.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Links:     <br \/><\/strong>1: Blogler.de-Beitrag     <br \/>2: <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160616175050\/http:\/\/www.giza-blog.de:80\/MSDNSubscriptionsUpdateKeineKreditkarteMehrNoetigFuerWindowsAzure.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MSDN Subscriptings-Update<\/a>    <br \/>3: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/ct\/artikel\/Inkasso-auf-Fingertipp-1102753.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Inkasso auf Fingertipp<\/a>    <br \/>4: User akzeptieren Werbung in Apps<\/p>\n<p>(c) by G\u00fcnter Born www.borncity.de     <br \/>The source of smart computer books<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies war mein erster Gedanke, als ich heute meine Mails durchging und eine Benachrichtigung von den Produktmanagern des MSDN-Programms erhielt. Da behauptete eine an \"Sehr geehrte\/r (FIRSTNAME) (LASTNAME), \" gerichtete Nachricht, dass ich jetzt keine Kreditkarte zum Nutzen der Cloud &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2010\/12\/21\/ist-microsoft-unter-die-spammer-gegangen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[4328,425],"class_list":["post-1508","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-sicherheit","tag-spam"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1508","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1508"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1508\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}