{"id":188186,"date":"2017-03-06T02:34:00","date_gmt":"2017-03-06T01:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=188186"},"modified":"2024-04-10T18:11:23","modified_gmt":"2024-04-10T16:11:23","slug":"windows-10-enterprise-ltsb-bedingt-geschftstauglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/03\/06\/windows-10-enterprise-ltsb-bedingt-geschftstauglich\/","title":{"rendered":"Windows 10 Enterprise LTSB bedingt gesch&auml;ftstauglich?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/win102.jpg\" width=\"58\" align=\"left\" height=\"58\"\/>Windows 10 Enterprise LTBS ist die SKU, die Microsoft nicht mit Feature-Updates versieht. F\u00fcr einige Nutzer erscheint diese SKU erstrebenswert, da sie einige der Nachteile von Windows as a service nicht aufweist. K\u00fcrzlich bin ich aber auf ein paar Aspekte gesto\u00dfen worden, die die Frage aufwerfen, ob Windows 10 Enterprise LTSB f\u00fcr die gesch\u00e4ftlichen Einsatz, speziell in kritischen Infrastrukturen, geeignet ist. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Was ist Windows 10 Enterprise LTSB?<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/ca00dc3c4fe34cf4bdbb9f5bb1a498b7\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Das K\u00fcrzel LTSB steht f\u00fcr Long Term Servicing Branch. Diese Variante wurde von Microsoft gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20170120065322\/https:\/\/www.microsoft.com\/de-de\/licensing\/produktlizenzierung\/windows-10.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser Lizenzierungsseite<\/a> f\u00fcr gesch\u00e4ftskritische F\u00e4lle freigegeben. Zitat von obiger Seite:<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Long Term Servicing Branch (LTSB)<\/strong> f\u00fcr Gesch\u00e4ftskunden: LTSB wurde prim\u00e4r f\u00fcr gesch\u00e4ftskritische Systeme (z. B. Luftfahrtkontrolle) konzipiert. Anders als bei CB und CBB wird hier nur alle 2-3 Jahre ein LTSB mit allen neuen Features von Microsoft definiert. Sie haben die Wahl, in diesem Rhythmus neue Features zu installieren oder auch einen LTSB-Aktualisierung zur Funktionserweiterung zu \u00fcberspringen. Aktuelle Sicherheitsupdates und Hotfixes werden wie bei CBB unmittelbar geliefert. LTSB-Kunden erhalten neben dem 5-j\u00e4hrigen Mainstream-Support zus\u00e4tzlich die Option auf zus\u00e4tzliche 5 Jahre erweiterten Support. Die LTSB-Aktualisierung erfolgt grunds\u00e4tzlich \u00fcber WSUS.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Klingt ideal, hat man doch 10 Jahre Planungssicherheit \u2013 wie bei den \u00e4lteren Windows-Versionen vor Windows 10. In einzelnen Kommentaren hier im Blog wird das Ganze als \"Ei des Kolumbus\" angesehen und ich entnehmen diversen Kommentaren hier im Blog, dass Windows 10 Enterprise LTSB auch in Firmen eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, das Cortana und Telemetriedatenerfassung wohl in dieser LTSB-Variante entfallen. Die Windows 10 Enterprise LTSB enth\u00e4lt die in anderen Windows 10-SKUs mitgelieferten Anwendungen wie z. B. Microsoft Edge, Windows Store-Client, Cortana, Microsoft Mail, Kalender, OneNote, Wetter, Nachrichten, Sport, Finanzen, Fotos, Kamera, Musik und Uhr nicht.<\/p>\n<p>Mit Gruppenrichtlinien kann man zudem das System ganz gut administrieren. Aber wie gesch\u00e4ftstauglich ist das eigentlich? Wenn ich auf eine L\u00f6sung setze, die vielleicht 10 Jahre laufen soll, was sollte ich im Hinterkopf ber\u00fccksichtigen. Ich bin \u00fcber diverse Blog-Beitr\u00e4ge und&nbsp; Kommentare sowie einen Kurzhinweis bei AskWoody darauf gesto\u00dfen, mir mal die Sache genauer anzuschauen. Dabei sind mir einige Merkw\u00fcrdigkeiten aufgefallen, die ich einfach mal zusammen getragen habe. <\/p>\n<h3>Windows 10 Enterprise LTSB nur zur Miete f\u00fcr Unternehmen<\/h3>\n<p>Normalerweise h\u00e4tte ich ja gesagt: Wenn ich als Entwickler eine Windows-Plattform brauche, die so ca. 10 Jahre h\u00e4lt, greife ich zu Windows 10 Enterprise LTSB, kaufe eine Lizenz und liefere diese dem Kunden ggf. mit Hardware und meiner Softwarel\u00f6sung mit. So k\u00f6nnte Windows 10 in Labor- und Medizinger\u00e4ten, Steuerungen und \u00dcberwachungsl\u00f6sungen f\u00fcr die Industrie ganz gut verwendet werden. <\/p>\n<p>Problem: Dieser Ansatz geht alleine lizenztechnisch nicht. Enterprise-Versionen erfordern einen Volumenlizenzvertrag der Firmen, die die Windows-Version betreiben. Ein Kunde muss aber einen Vertrag \u00fcber mehrere Lizenzen (5 Minimum) abschlie\u00dfen, um Windows 10 LTSB beziehen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Es gibt zwar Windows 10 Enterprise E3 f\u00fcr KMU zum Preis von 5,90 Euro\/Monat (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2016\/08\/26\/kmu-abo-windows-10-enterprise-e3-fr-590-euromonat\/\">KMU-Abo Windows 10 Enterprise E3 f\u00fcr 5,90 Euro\/Monat<\/a>). Bei einer kurzen Suche habe ich dort aber keinen Hinweis gefunden, dass die LTSB-SKUs Bestandteil des von Cloud Service Providern bereitgestellten Modells sind. Daher werden nicht alle Unternehmen Windows 10 Enterprise LTSB beziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber selbst wenn die LTSB-SKU Bestandteile des E3-Pakets sein sollten, gibt es noch einen Knackpunkt: Basis-Lizenz f\u00fcr ein E3-Paket ist ein Windows 10 Enterprise. K\u00fcndigt man den Vertrag oder kann nicht mehr zahlen, wird die Lizenz nach Ablauf von 90 Tagen zu einer Windows 10 Pro umgewandelt. Man w\u00fcrde also aus Windows 10 Enterprise LTSB herausfallen. Mir gehen da immer die F\u00e4lle durch den Hinterkopf, wo Unternehmen zahlungsunf\u00e4hig werden und in eine vorl\u00e4ufige Insolvenz oder Insolvenz mit Aufrechterhaltung des Gesch\u00e4ftsbetriebs fallen. Dann kann der Insolvenzverwalter die Zahlungen stoppen \u2013 worauf das auf Windows 10 Enterprise LTSB basierende Gesch\u00e4ftsmodell in sich zusammen f\u00e4llt.<\/p>\n<h3>Merkw\u00fcrdige Einschr\u00e4nkung: Kein Office f\u00fcr Windows LTSB-SKUs<\/h3>\n<p>Als ich Mitte Februar 2017 den Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/02\/18\/windows-10-enterprise-ltsb-merkwrdigkeiten\/\">Windows 10 Enterprise LTSB-Merkw\u00fcrdigkeiten<\/a> ver\u00f6ffentlich habe, bin ich auf eine ganz merkw\u00fcrdige Geschichte gesto\u00dfen, die g\u00e4nzlich kontr\u00e4r zu meinen \u00dcberlegungen (LTSB, um Feature Updates zu entrinnen) steht. Gem\u00e4\u00df dieser Microsoft Seite ist LTSB f\u00fcr folgendes gedacht:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Long Term Servicing Branch<\/p>\n<p>Spezielle Systeme, z. B. PCs, die medizinische Ger\u00e4te, POS-Systeme und Geldautomaten steuern, erfordern aufgrund ihres Zwecks h\u00e4ufig eine l\u00e4ngere Wartungsoption. Diese Ger\u00e4te f\u00fchren in der Regel eine einzelne wichtige Aufgabe aus und ben\u00f6tigen weniger h\u00e4ufig Funktionsupdates als andere Ger\u00e4te in der Organisation. Bei diesen Ger\u00e4ten ist es wichtiger, dass sie so stabil und sicher wie m\u00f6glich bleiben, anstatt immer auf den neuesten Stand der \u00c4nderungen an der Benutzeroberfl\u00e4che gebracht werden. Das LTSB-Wartungsmodell verhindert, dass LTSB-Ger\u00e4te mit Windows 10 Enterprise die \u00fcblichen Funktionsupdates erhalten und bietet nur Qualit\u00e4tsupdates an, um sicherzustellen, dass die Ger\u00e4tesicherheit auf dem neuesten Stand bleibt. Aus diesem Grund sind Qualit\u00e4tsupdates weiterhin sofort f\u00fcr Windows 10 Enterprise LTSB-Clients verf\u00fcgbar, Kunden k\u00f6nnen sie jedoch mithilfe eines der im entsprechenden Abschnitt behandelten Wartungstools zur\u00fcckstellen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>L\u00f6ste bei mir den \"haben muss\" Reflex aus, bis ich dann auf auf folgende Einschr\u00e4nkung stie\u00df.  <\/p>\n<blockquote>\n<p>LTSB ist<strong> nicht<\/strong> f\u00fcr die Bereitstellung <strong>auf die meisten oder allen PCs<\/strong> in einer Organisation vorgesehen; es sollte nur f\u00fcr spezielle Ger\u00e4te verwendet werden. Generell gilt, dass ein PC mit einer Microsoft Office-Installation ein allgemeines Ger\u00e4t ist, das in der Regel von einem Information-Worker verwendet wird. Daher ist der CB oder CBB Servicing Branch besser daf\u00fcr geeignet.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ok, das mag mein Fehler gewesen sein. Naiv wie ich nun mal bin, hatte ich angenommen, dass man Windows 10 Enterprise LTSB einfach f\u00fcr seine PCs im Unternehmen lizenziert und dann ein planbares Gesch\u00e4ftsmodell hat. Dem ist aber, nach Microsofts Vorgaben, definitiv nicht so. Es funktioniert zwar, Windows 10 Enterprise LTSB im B\u00fcro einzusetzen, ist aber von Microsoft so nicht vorgesehen und gewollt. Und mit Office 365 d\u00fcrfte man schnell an den Punkt kommen, dass Updates verweigert werden, weil die LTSB-Version veraltet ist.  <\/p>\n<h3>Langer Hardware-Support ist nicht gegeben<\/h3>\n<\/p>\n<p>Und es gibt eine weitere Archillesferse bei Windows 10 Enterprise LTSB. Das betrifft die Hardwareunterst\u00fctzung. In Unternehmen wird Hardware ja rollierend ausgetauscht. Legt eine IT-Organisation nun auf einen Standard-Client fest, und will Windows 10 LTSB als Basis, um planbare Rollouts f\u00fcr l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume zu bekommen, haben die Leute bereits verloren. Ich hatte im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2016\/10\/06\/windows-10-ltbs-kein-support-fr-neue-intel-cpus\/\">Windows 10 LTSB: Kein Support f\u00fcr neue Intel CPUs<\/a> auf diesen Pferdefu\u00df hingewiesen. Und auf dieser Microsoft Seite schreibt Microsoft explizit: <\/p>\n<blockquote>\n<p>Windows 10 LTSB unterst\u00fctzt die zum Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung des LTSBs aktuellen Chips. Zuk\u00fcnftig ver\u00f6ffentlichte Chip-Generationen werden \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichung zuk\u00fcnftiger Windows 10-LTSB-Versionen unterst\u00fctzt, die f\u00fcr die entsprechenden Systeme bereitgestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Mit anderen Worten: Plant eine IT-Abteilung einen Business-Client, der 5 bis 10 Jahre im Unternehmen verwendet wird, ist man quasi f\u00fcr diese Zeit an die beim Rollout verwendete Hardwarebasis gebunden. Kommt eine neue CPU\/Chipsatz-Generation auf den Markt, sind die Unternehmen gezwungen, die aktuelle Windows 10 LTSB-Variante zu verwenden, um die Hardware-Unterst\u00fctzung zu gew\u00e4hrleisten. Dann bekommt man aber wieder den Zoo an unterschiedlichen Clients, den man eigentlich mit dem Griff zur Windows 10 LTSB SKU vermeiden wollte. Das wird vermutlich der Stadt M\u00fcnchen, die mit \"fliegenden Fahnen\" von LiMux auf Windows 10 migrieren (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/03\/05\/limux-rckabwicklung-real-satire-4-0\/\">LiMux R\u00fcckabwicklung \u2013 Real Satire 4.0<\/a>), das Genick brechen.<\/p>\n<p>Bei Computerworld hat man k\u00fcrzlich <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20181212132132\/https:\/\/www.computerworld.com\/article\/3174225\/microsoft-windows\/microsofts-support-rules-for-windows-10-ltsb-void-allure-to-enterprise-customers.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesen Artikel<\/a> ver\u00f6ffentlicht, der mich zum Nachdenken \u00fcber die LTSB und zu diesen Artikel brachte. Analysten hatten (wie auch ich) eigentlich erwartet, dass Windows 10 LTSB breit in Unternehmen eingesetzt wird. Die Analysten von Gartner haben auf Grund dieser Restriktionen die Vorhersagen, wie breit Windows 10 LTSB 2020 (wenn Windows 7 endet) eingesetzt wird, kr\u00e4ftig nach unten, auf weniger als 5%,&nbsp; korrigiert. Wie es ausschaut, hat Microsoft kein wirkliches Interesse an einer Verbreitung von Windows 10 Enterprise LTSB \u2013 sondern will Windows 10 Enterprise pushen (bei Windows 10 Pro wird ja immer mal wieder eine Funktion aus den Gruppenrichtlinien etc. gestrichen). <\/p>\n<p>Bleibt die Frage an die Admins aus Firmen, die schon auf Windows 10 setzen: Wie plant ihr das und wie steht ihr zu Windows 10 Enterprise LTSB?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Windows 10 Enterprise LTBS ist die SKU, die Microsoft nicht mit Feature-Updates versieht. F\u00fcr einige Nutzer erscheint diese SKU erstrebenswert, da sie einige der Nachteile von Windows as a service nicht aufweist. 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