{"id":191048,"date":"2017-06-05T00:39:00","date_gmt":"2017-06-04T22:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=191048"},"modified":"2020-12-25T21:35:51","modified_gmt":"2020-12-25T20:35:51","slug":"das-problem-von-whatsapp-fake-news-mit-bsen-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/06\/05\/das-problem-von-whatsapp-fake-news-mit-bsen-folgen\/","title":{"rendered":"Das Problem von WhatsApp: Fake News mit b&ouml;sen Folgen"},"content":{"rendered":"<p>Nicht nur Facebook hat ein Problem mit Fake News, auch WhatsApp ist damit konfrontiert. Dort ist das Problem aber weitaus gr\u00f6\u00dfer. Hier ein kurzer Infosplitter, was dort momentan schief l\u00e4uft und welch drastische Konsequenzen dies haben kann.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die US-Site Buzzfeed hat es in <a href=\"https:\/\/www.buzzfeed.com\/alexandrearagao\/whatsapp-rumors-have-already-provoked-lynch-mobs-a\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem englischsprachigen Artikel<\/a> an realen F\u00e4lle aus Brasilien aufbereitet.<\/p>\n<h2>Eine WhatsApp-Nachricht geht viral<\/h2>\n<p>Das Problem, was WhatsApp gegen\u00fcber Facebook mit Fake News hat: Facebook kann einen Post, der offensichtlich gegen die betreffenden Regeln (Fake News, Hate Speed) verst\u00f6\u00dft, durch sein Team l\u00f6schen lassen. Auch Google versucht in seinen Suchergebnissen gegenzusteuern.<\/p>\n<p>Bei WhatsApp findet aber die Kommunikation zwischen den Benutzern Ende-zu-Ende-verschl\u00fcsselt \u00fcber Punkt-zu-Punkt-Verbindungen statt. Wenn ein WhatsApp-Nutzer also eine Fake News an einen anderen WhatsApp-Nutzer oder an die Nutzer seiner WhatsApp-Gruppe absetzt, kann dies seine eigene Dynamik annehmen. Leiten die Empf\u00e4nger die Nachricht weiter, geht das Ganze unter Umst\u00e4nden viral.<\/p>\n<p>Und WhatsApp kann \u2013 sofern die die verschl\u00fcsselte Kommunikation nicht mitlesen k\u00f6nnen, nichts tun. Das Unheil nimmt dann seinen Lauf. Der Urheber der Fake News l\u00e4sst sich selten ermitteln. Buzzfeed hat mehrere F\u00e4lle aus Brasilien aufgegriffen, die \u2013 sofern sie stimmen \u2013 die Gefahr darstellen. WhatsApp hat in Brasilien \u00fcber 100 Millionen Nutzer aus g\u00e4nzlich unterschiedlichen Bev\u00f6lkerungsschichten.<\/p>\n<h2>Fall #1: Mob lyncht fast zwei Menschen<\/h2>\n<p>Die Geschichte wurde von diversen Medien (leider in portugiesisch) berichtet (siehe <a href=\"https:\/\/oglobo.globo.com\/rio\/mulher-espancada-em-araruama-apos-boato-nao-quer-mais-voltar-para-casa-21169758\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>). Auf WhatsApp ging die Nachricht rund, dass eine junge Frau und ein \u00e4lterer Mann Kinder kidnappen und dann ins Ausland verkaufen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Fake News blieb ohne Konsequenzen, bis am 5. April 2017 jemand eine 20 j\u00e4hrige Frau und einen 60 j\u00e4hrigen Mann in einem Auto in der Stadt Araruama sah. Er nahm ein Foto des Ford Escort, Baujahr 1989, auf, wobei das Nummernschild gut sichtbar war. Dann verschickte er das Ganze \u00fcber WhatsApp an seine Kontakte. Pl\u00f6tzlich ging das Ganze viral und wurde per WhatsApp sowie auf Facebook verbreitet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20170414230307\/http:\/\/cidadeverde.com\/assets\/uploads\/noticias\/f970cebefda16aed1cdd9b2b2aa2bbeb.jpg\" \/><br \/>\n(Quelle: WhatsApp do Extra)<\/p>\n<p>Und irgend jemand identifizierte das Paar, ohne jegliche Beweise, als 'das Paar, welches Kinder kidnappte'. Ein Mob jagte dann durch die Stadt und fand das Paar mit seinem Auto. Es w\u00e4re fast zur Lynch-Justiz durch den Mob gekommen, nur ein gl\u00fccklicher Zufall verhinderte Schlimmeres. Ein Freund identifizierte die Frau als P\u00e2mella Martins, eine Verk\u00e4uferin, die zuf\u00e4llig durch einen \u00e4lteren Kollegen, Luiz Aurelio de Paula, begleitet wurde. Gleichzeitig griff die lokale Polizei von Araruama ein. Obiges Foto zeigt den Mob, der das Auto der beiden umringt. Hier h\u00e4tte die WhatsApp Fake News wohl um ein Haar das Leben Unschuldiger gekostet.<\/p>\n<h2>Fall #2: Matrazenh\u00e4ndler geht Pakt mit Satan ein<\/h2>\n<p>Dieser Fall lie\u00dfe sich unter 'doof wie Bohnenstroh, aber WhatsApp nutzen' einsortieren, wenn er nicht so tragisch w\u00e4re. Mario Gazin, ein Hersteller von Matratzen, verlor einen Auftrag \u00fcber 1 Million Matratzen. Grund: Eine Audiodatei ging \u00fcber WhatsApp viral. In der Audiodatei wurde Gazin beschuldigt, einen Pakt mit dem Teufel (Satan) eingegangen zu sein. Ziel des Pakts sei es gewesen, mehr Matratzen zu verkaufen.<\/p>\n<p>Das Ger\u00fccht verbreitete sich speziell unter Evangelikalen, die immerhin 29% der brasilianischen Bev\u00f6lkerung ausmachen. Als 'Beweis' wurden Fotos und Videos geteilt, die zeigen sollten, dass die Matratzen 'Schmutz von Friedh\u00f6fen' enthielten, um den Pakt mit der Unterwelt zu besiegeln. Nur mal angemerkt, wir leben im Jahr 2017 nach Christus, benutzen WhatsApp &amp; Co., glauben aber weiterhin an dieses Voodoo (in diesem Zusammenhang auch ein Verweis auf <a href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/news\/sind-religioese-menschen-wirklich-duemmer\/1459303\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesen Artikel<\/a>, der die These 'Dummheit stirbt nicht aus' st\u00fctzt).<\/p>\n<p>In Folge gingen die Verk\u00e4ufe dieses Herstellers zur\u00fcck. Nach dem Verlust des Auftrags \u00fcber 1 Million Einheiten ging er dem Ger\u00fccht nach und fand heraus, wo das Ger\u00fccht begonnen hatte. Er nahm ein <a href=\"https:\/\/youtu.be\/BDQ_PrSe5k4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video<\/a> auf, in dem er sich mit dem 'Teufelspakt' auseinandersetzte und postete dieses auf Facebook. Das Facebook-Posting erreichte 3 Millionen Abrufe, half bei der Bew\u00e4ltigung der Krise und st\u00e4rkte sogar die Marke in diversen brasilianischen Bundesstaaten.<\/p>\n<h2>Fall #3: Impfstoff gegen Haut- und Nierenkrebs<\/h2>\n<p>Der letzte Fall betrifft ein weiteres Ger\u00fccht, welches per WhatsApp viral ging. Dort hie\u00df es, das Syrian-Lebanese Hospital, eine f\u00fchrende brasilianische Klinik und Forschungsstelle, habe einen Impfstoff gegen Haut- und Nierenkrebs entwickelt. Die Klinik dementierte das zwar \u00f6ffentlich, aber das interessierte die Leute nicht. Es wurde immer wieder, speziell w\u00e4hrend Therapien, nach alternativen Impfstoffen oder Medikamenten gefragt, die nicht existieren, aber bei WhatsApp Erw\u00e4hnung fanden.<\/p>\n<p>Das Ganze zeigte, welche Dumpfbacken mit WhatsApp unterwegs sind und wie gef\u00e4hrlich diese Medien eigentlich sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur Facebook hat ein Problem mit Fake News, auch WhatsApp ist damit konfrontiert. Dort ist das Problem aber weitaus gr\u00f6\u00dfer. 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