{"id":194937,"date":"2017-10-08T13:09:27","date_gmt":"2017-10-08T11:09:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=194937"},"modified":"2018-01-19T06:47:29","modified_gmt":"2018-01-19T05:47:29","slug":"ffentlicher-rundfunk-will-ukw-radioabschaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/10\/08\/ffentlicher-rundfunk-will-ukw-radioabschaltung\/","title":{"rendered":"&Ouml;ffentlicher Rundfunk will UKW-Radioabschaltung"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem der deutsche Bundestag im Sommer 2017 ein Verkaufsverbot f\u00fcr UKW-Radios beschlossen hat, versucht der \u00f6ffentlich rechtliche Rundfunk nun den UKW-Sendebetrieb abschalten zu lassen. Der Politik wird das \u00fcber 'm\u00f6gliche Einsparungen' verkauft. F\u00fcr private Rundfunkstationen w\u00e4re dies das Aus des Sendebetriebs.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Zum Hintergrund<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/82b40cc5592b4d98a91d97470548164a\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Politik und \u00f6ffentliche Rundfunkanstalten m\u00f6chten den Rundfunkempfang auf DAB+ umstellen. Das K\u00fcrzel DAB+ steht f\u00fcr Digital Audio Broadcasting +, einen Digitalradiostandard, der sich aber nicht so recht durchsetzen will. Seit Jahren geistern schon mal Abschaltdaten wie 2014, 2017 etc. f\u00fcr den UKW-Sendebetrieb durchs Web. Aktuell gilt aber: 94 % der Deutschen h\u00f6ren Radio per UKW, Digitalradio hat einen Anteil von 6 %.<\/p>\n<p>Im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2016\/09\/10\/verkaufsstopp-fr-ukw-radios\/\">Verkaufsstopp f\u00fcr UKW-Radios?<\/a> hatte ich im September 2016 \u00fcber eine Empfehlung des Kulturausschusses des Bundesrates berichtet, der eine \u00c4nderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) empfahl, um DAB+ zu pushen.<\/p>\n<p>Im Juni 2017 hat der der deutsche Bundestag das Verkaufsverbot f\u00fcr UKW-Radios beschlossen, um um DAB+ durchzudr\u00fccken. Zitat aus der Beschlussvorlage:<\/p>\n<blockquote><p>Die Digitalisierung des H\u00f6rfunks bietet f\u00fcr Anbieter von Rundfunkprogrammen zahlreiche M\u00f6glichkeiten, ihre Angebotsvielfalt zu steigern und den Nutzern ein in der Tonqualit\u00e4t h\u00f6herwertigeres Produkt anzubieten. Die Marktdurchdringung mit entsprechenden Endger\u00e4ten, die zum Empfang digitaler Sender geeignet sind, verl\u00e4uft im Gegensatz zu den Entwicklungen in anderen Mitgliedstaaten der EU sehr schleppend. Auch entsprechende Initiativen von Bund und L\u00e4ndern haben nicht zu einer sp\u00fcrbaren Steigerung der Marktdurchdringung mit Digitalger\u00e4ten gef\u00fchrt. Ziel der gesetzlichen Regelung ist es, die Verbreitung von Digitalger\u00e4ten zu f\u00f6rdern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich hatte im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/06\/11\/ukw-radio-verkaufsverbot-beschlossen\/\">UKW-Radio: Verkaufsverbot beschlossen<\/a> Details zu diesem Beschluss berichtet. So fand das Ganze w\u00e4hrend der Europameisterschaft statt und kaum jemand in der Presse hat das Thema aufgegriffen.<\/p>\n<h2>\u00d6ffentlicher Rundfunk will UKW-Abschaltung<\/h2>\n<p>Nachdem das Gesetz in trockenen T\u00fcchern ist, kann jetzt die zweite Stufe von den \u00f6ffentlich rechtlichen, geb\u00fchrenfinanzierten, Rundfunkanstalten gez\u00fcndet werden. ARD und Deutschlandfunk (DLF) k\u00f6dern die Politik mit Millioneneinsparungen, wenn der UKW-Betrieb endet.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) und der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) wehren sich, laut <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/analog-privatradioverbaende-gegen-ukw-abschaltung-1710-130490.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Beitrag bei Golem<\/a>,\u00a0 gegen eine UKW-Abschaltung, die von ARD und Deutschlandradio als Einsparm\u00f6glichkeit vorgeschlagen wird. In einer Pressemitteilung bezeichnet die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) und der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) die von ARD und DLR an die L\u00e4nder berichteten Radioeinsparpotenzialen als Augenwischerei. Die UKW-Abschaltung w\u00fcrde Existenzgrundlage der Privatradios in Frage stellen.<\/p>\n<p>Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des VPRT und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Radio Regenbogen sagt: \u201eDas, was die \u00f6ffentlich-rechtlichen Kollegen da pr\u00e4sentiert haben, ist Augenwischerei. ARD und Deutschlandradio spielen ein falsches Spiel gegen\u00fcber der Politik, wenn sie im Bereich der UKW-Verbreitung kurzfristige Einsparpotenziale in zweistelliger Millionenh\u00f6he aufzeigen. Die UKW-Verbreitung bedeutet f\u00fcr die Privaten ihre Existenzgrundlage. Dies einfach auszublenden, hei\u00dft, das duale Radiosystem in Deutschland in Frage zu stellen.\"<\/p>\n<p>Gleichzeitig wies Schunk erneut auf die eklatante und historisch gewachsene Frequenzunterversorgung der Privaten im Vergleich zu den \u00f6ffentlich-rechtlichen Radioangeboten hin: \u201eWenn Deutschlandradio hier aus Kostengr\u00fcnden Frequenzen abbauen m\u00f6chte, sehen wir Private durchaus Bedarf. Dieses Szenario w\u00fcrde die historische Chance bieten, Versorgungsl\u00fccken bei der Verbreitung privater Radioprogramme zu schlie\u00dfen.\"<\/p>\n<p>APR-Vorsitzender Felix Kovac kritisierte: \u201eStatt Sparvorschl\u00e4gen pr\u00e4sentiert die ARD die Forderung nach staatlich verordnetem Verdr\u00e4ngungswettbewerb. Wir stehen Sparbem\u00fchungen der Anstalten nicht im Wege\", so Kovac, \u201eaber warum muss daf\u00fcr den Privatradios der mit Abstand meistgenutzte Vertriebsweg durch politischen Zwang genommen werden?\" Kovac erinnert daran, dass die zuk\u00fcnftige \u201eEinsparung\" bei den Anstalten mit bislang 650 Millionen Euro f\u00fcr DAB-Projekte verkauft werde \u2013 \u201enur f\u00fcr die Anstalten, kein Cent f\u00fcr die Privaten\".<\/p>\n<p>Die Privatradios investieren in die UKW-Infrastruktur, nachdem die derzeit marktbeherrschende Media Broadcast Antennen und Sender abst\u00f6\u00dft \u2013 unter Androhung des Abschaltens durch das Unternehmen, das letztendlich aus der Poststrukturreform hervorgegangen ist. Zehn bis f\u00fcnfzehn Jahre dauere es, um dies selbst oder f\u00fcr langfristige Vertr\u00e4ge mit neuen Wettbewerbern zu refinanzieren, rechnet Kovac vor. Auch vor diesem Hintergrund sei die Forderung der ARD nach fr\u00fchzeitiger politischer Entscheidung zur UKW-Abschaltung f\u00fcr ihre Konkurrenz eine Anma\u00dfung.<\/p>\n<h2>Erg\u00e4nzungen &#8230;<\/h2>\n<p>Nach Publikation dieses Artikels erhielt ich eine Mail von digitalradio.de mit folgenden Informationen:<\/p>\n<blockquote><p>Ich w\u00fcrde gerne erg\u00e4nzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Es gibt kein Verkaufsverbot f\u00fcr UKW Radios<\/li>\n<li>Der Bundestag hat nicht abschlie\u00dfend beschlossen, es gibt derzeit keine Regelung, die DAB+ Radios reguliert<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Thema DAB+ habe ich Ihnen Updates im Anhang beigef\u00fcgt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die 'Updates' sind eine Presseinformation der ARD\u00a0<em>R\u00fcckenwind aus Br\u00fcssel f\u00fcr Digitalradio: Europaparlament will europ\u00e4ische Interoperabilit\u00e4tsnorm f\u00fcr das digitale Radio<\/em>, ein Bericht \u00fcber eine positive Bilanz zu DAB+ in Norwegen, sowie\u00a0ein Digitalisierungsbericht der Medienanstalten (6 Millionen DAB+-Ger\u00e4te) und ein 'Meilenstein' von Dr. Willi Steul,\u00a0Vorsitzender des Digitalradio Deutschland e.V. und Intendant von Deutschlandradio, der feststellt: 'Die Politik engagiert sich f\u00fcr DAB+, das nationale DAB+ Netz erreicht inzwischen 96 Prozent der Fl\u00e4che, das bundesweite und regionale Programmangebot nimmt sukzessive zu und die H\u00e4ndler melden weiter steigende Verk\u00e4ufe. Diese Dynamik greifen wir auf, um die noch offenen Punkte auf dem Weg zur Digitalisierung des H\u00f6rfunks aktiv\u00a0anzugehen.' Ich lasse das einfach so stehen &#8211; wir werden die weitere Entwicklung verfolgen.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2016\/09\/10\/verkaufsstopp-fr-ukw-radios\/\">Verkaufsstopp f\u00fcr UKW-Radios?<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/06\/11\/ukw-radio-verkaufsverbot-beschlossen\/\">UKW-Radio: Verkaufsverbot beschlossen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem der deutsche Bundestag im Sommer 2017 ein Verkaufsverbot f\u00fcr UKW-Radios beschlossen hat, versucht der \u00f6ffentlich rechtliche Rundfunk nun den UKW-Sendebetrieb abschalten zu lassen. Der Politik wird das \u00fcber 'm\u00f6gliche Einsparungen' verkauft. 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