{"id":200431,"date":"2018-02-03T01:08:00","date_gmt":"2018-02-03T00:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=200431"},"modified":"2019-02-08T12:29:28","modified_gmt":"2019-02-08T11:29:28","slug":"australien-und-die-cabinet-files-geheimakten-ffentlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/02\/03\/australien-und-die-cabinet-files-geheimakten-ffentlich\/","title":{"rendered":"Australien und die Cabinet Files &ndash; Geheimakten &ouml;ffentlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schutz.jpg\" width=\"40\" align=\"left\" height=\"47\"\/>In Australien sind jetzt gerade Datenleaks bekannt geworden, bei denen hochgeheime Akten des Kabinetts und andere Daten in die \u00d6ffentlichkeit gelangten. Mit beteiligt: Eine Kette unglaublicher Schlampereien. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich bin bei <a href=\"http:\/\/www.zdnet.com\/article\/australian-government-cannot-handle-its-own-data-securely-why-give-it-yours\/\" target=\"_blank\">ZDNet.com<\/a> auf das Thema gesto\u00dfen, weil die sich fragen, warum Leute der Regierung oder Firmen und Beh\u00f6rden private Daten anvertrauen sollten, wenn diese Regierung bzw. diese Stellen ihre Daten und eigenen Geheimnisse nicht sch\u00fctzen kann. Die Geschichte handelt in Australien, k\u00f6nnte aber auch in Deutschland passieren. <\/p>\n<h2>Die Cabinet Files<\/h2>\n<p>'The Cabinet Files' ist eine der gr\u00f6\u00dften F\u00e4lle, in denen geheime Unterlagen des australischen Kabinetts \u00f6ffentlich wurden. Spannend ist der Umstand, wie diese Unterlagen an die \u00d6ffentlichkeit gelangten. <\/p>\n<p>Es beginnt in einem Secondhand-Laden in Canberra, wo alte M\u00f6bel von Ex-Regierungen billig verkauft werden. Da gab es zwei schwere Aktenschr\u00e4nke (Cabinets), die besonders g\u00fcnstig zu haben waren, weil niemand die zugeh\u00f6rigen Schl\u00fcssel besa\u00df. Die Aktenschr\u00e4nke wurden f\u00fcr einen kleinen Betrag verkauft und blieben vom neuen Besitzer einige Monate unge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Irgendwann bohrte er die Schl\u00f6sser auf und stie\u00df auf einen Fundus an Dokumenten, die heute unter dem Namen 'The Cabinet Files' bekannt sind. Die Tausenden von Seiten enth\u00fcllen das Innenleben von f\u00fcnf verschiedenen Regierungen und umfassen fast ein Jahrzehnt. Fast alle Dateien sind klassifiziert, einige als \"top secret\" oder \"AUSTEO\", was bedeutet, dass sie nur f\u00fcr australische Augen sichtbar sind. Im Prinzip h\u00e4tte jeder diese M\u00f6bel kaufen k\u00f6nnen, da der Verkauf nicht auf Australien beschr\u00e4nkt war. <\/p>\n<h2>Medizinische Datens\u00e4tze im Gartenhaus<\/h2>\n<p>In dieser <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20180721110004\/https:\/\/www.oaic.gov.au\/media-and-speeches\/media-releases\/privacy-breach-medical-records-kept-in-garden-shed\" target=\"_blank\">Pressemitteilung<\/a> des australischen Datenschutzbeauftragten wird ein weiterer Fall von Schlamperei dokumentiert. Es geht um ein medizinisches Zentrum in Melbourne, das gegen den australischen Privacy Act 1988 verst\u00f6\u00dft, indem es keine vern\u00fcnftigen Ma\u00dfnahmen zur Sicherung sensibler medizinischer Daten ergriffen hat.<\/p>\n<p>Die Untersuchung des Office of the Australian Information Commissioner's (OAIC) ergab, dass das Pound Road Medical Centre (PRMC) medizinische Aufzeichnungen von etwa 960 Patienten in einem verschlossenen Gartenhaus in R\u00e4umlichkeiten aufbewahrte, die nicht mehr von ihnen betrieben oder besetzt werden. Im November 2013 wurde der Schuppen aufgebrochen und die Krankenakten wurden kompromittiert.<\/p>\n<h2>Weitere Schlampereien<\/h2>\n<p>Eine Abteilung des Premierministers und des Kabinetts \u00fcberpr\u00fcft regelm\u00e4\u00dfig alle Ministerien und Beh\u00f6rden, die Zugang zu den geheimen Dokumenten haben, um sicherzustellen, dass sie sicher aufbewahrt werden. Dabei ist aufgefallen, dass die australische Bundespolizei (AFP) in f\u00fcnf Jahren fast 400 nationale Sicherheitsakten verloren hat. Die von der AFP verlorenen geheimen Dokumente stammen vom Nationalen Sicherheitskomitee (NSC) des Kabinetts, das die Sicherheits-, Nachrichten- und Verteidigungsagenda des Landes kontrolliert. Die meisten seiner Dokumente sind mit \"top secret\" und \"AUSTEO\" gekennzeichnet, was bedeutet, dass sie nur f\u00fcr australische Augen sichtbar sind.<\/p>\n<p>Fast 200 weitere streng geheime, per Passwort gesch\u00fctzte und sensible Dokumente wurden in einem Safe im B\u00fcro von Senior Minister Penny Wong hinterlassen, als Labor-Partei die Wahl von 2013 verlor. Die 195 Dokumente beinhalteten Verteidigungspl\u00e4ne f\u00fcr den Nahen Osten, nationale Sicherheitsma\u00dfnahmen, afghanische Kriegsaktualisierungen, Informationen \u00fcber Australiens Nachbarn und Einzelheiten zu Antiterror-Eins\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Das sind alles F\u00e4lle, wo kein Internet und keine Digitalisierung beteiligt war. Alles konventionelle Akten, die verloren gingen oder in alten M\u00f6beln verblieben und an die \u00d6ffentlichkeit kamen. Wie mag das in 10 Jahren aussehen, wenn alles in der Cloud vergessen wird oder dort offen herum liegt?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Australien sind jetzt gerade Datenleaks bekannt geworden, bei denen hochgeheime Akten des Kabinetts und andere Daten in die \u00d6ffentlichkeit gelangten. 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