{"id":205056,"date":"2018-06-05T13:01:25","date_gmt":"2018-06-05T11:01:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=205056"},"modified":"2019-08-30T00:09:41","modified_gmt":"2019-08-29T22:09:41","slug":"dsgvo-aus-fr-whatsapp-snapchat-bei-continental","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/06\/05\/dsgvo-aus-fr-whatsapp-snapchat-bei-continental\/","title":{"rendered":"DSGVO: Aus f&uuml;r WhatsApp &amp; Snapchat bei Continental"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schutz.jpg\" width=\"40\" align=\"left\" height=\"47\"\/>[<a href=\"https:\/\/borncity.com\/win\/2018\/06\/05\/gdpr-continental-bans-whatsapp-snapchat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">English<\/a>]Ein zu erwartender Schritt, aber richtig. Die Firma Continental untersagt Mitarbeitern auf Firmenhandys ab sofort die Nutzung von WhatsApp und Snapchat. Begr\u00fcndet wird dies mit der rechtlichen Lage (DSGVO) und dem Schutz von Gesch\u00e4ftsgeheimnissen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/a6ea50c061a74d17be68891267df600d\" width=\"1\" height=\"1\"\/><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Continental_AG\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Continental<\/a> ist als Technologieunternehmen einer der gro\u00dfen Automobilzulieferer mit vielen Werken und weltweit etwa 235.000 Mitarbeiter an \u00fcber 400 Standorten in 61 L\u00e4ndern (Stand 2017, Quelle Wikipedia). Im Unternehmen sind etwa 36.000 Diensthandys im Gebrauch. <\/p>\n<h2>WhatsApp &amp; Snapchat als Datenschutz-GAU<\/h2>\n<p>Unter der \u00dcberschrift 'Continental fordert \u201eVision Zero\" f\u00fcr den Stra\u00dfenverkehr muss auch f\u00fcr Datenverkehr gelten' nimmt das Unternehmen jetzt die Mitarbeiter in die Pflicht. <\/p>\n<ul>\n<li>Das Technologieunternehmen Continental untersagt seinen Mitarbeitern ab sofort die Nutzung von Social-Media-Apps wie \u201eWhatsApp\" und \u201eSnapchat\" im weltweiten Unternehmensnetzwerk.  <\/li>\n<li>Nach Einsch\u00e4tzung des Unternehmens weisen diese Dienste Datenschutzdefizite auf. Denn sie greifen auf pers\u00f6nliche und damit potentiell vertrauliche Daten ihrer Nutzer zu, wie zum Beispiel deren Adressbucheintr\u00e4ge und damit auf Informationen unbeteiligter Dritter. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Fall der genannten Anwendungen kann der Zugriff auf das Adressbuch nicht eingeschr\u00e4nkt werden. Die Verantwortung zur Einhaltung der Datenschutzgesetze und der DSGVO wird damit auf die Nutzer der Apps abgew\u00e4lzt. Die daraus entstehenden Datenschutz-Risiken will das Unternehmen nicht tragen und dar\u00fcber hinaus zugleich die eigenen Besch\u00e4ftigten und Gesch\u00e4ftspartner sch\u00fctzen.<\/p>\n<h2>Klare Ansage des Continental-Vorstands<\/h2>\n<p>Der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart sagt: \u201eF\u00fcr uns haben die Sicherheit von Technologien und das Vertrauen der Nutzer in sie klar Vorfahrt. Wir arbeiten an null Unf\u00e4llen im Stra\u00dfenverkehr und fordern daher eine solche \u201aVision Zero' auch f\u00fcr den Datenverkehr.\" Degenhart h\u00e4lt es nicht 'nicht f\u00fcr akzeptabel, die Erf\u00fcllung von Gesetzen zum Datenschutz einseitig auf die Nutzer zu \u00fcbertragen. Daher setzen wir [bei Conti] auf sichere, verf\u00fcgbare Alternativen.'<\/p>\n<p>\u201eDaten verpflichten\", erg\u00e4nzte Degenhart mit Blick auf die Continental-Strategie: \u201eTechnologieanbieter sollten die Einhaltung der Datenschutzgesetze auf einfachste Weise erm\u00f6glichen. Gerade Technologief\u00fchrer tragen hier eine besonders hohe Verantwortung. Daher ist Datenschutz f\u00fcr uns, unsere Produkte, Dienste und Arbeitsabl\u00e4ufe keinesfalls reine Sonderausstattung. Diese Grundhaltung st\u00e4rkt langfristig weltweit das Vertrauen in neue, datenbasierte Mobilit\u00e4tsdienste.\"<\/p>\n<p>Mit Sorge beobachtet Continental das Gesch\u00e4ftsgebaren einzelner Software- und IT-Diensteanbieter. \u201eFunktionale Einschr\u00e4nkungen und H\u00fcrden zur Einhaltung der Datenschutzgesetze schw\u00e4chen das Vertrauen der Menschen in Technologien\", sagte Degenhart und fordert in der Technologieentwicklung generell \u201eVorfahrt f\u00fcr Vertrauen und Sicherheit.\"  <\/p>\n<h2>Schutz der Gesch\u00e4ftsinteressen<\/h2>\n<\/p>\n<p>Continental weist in einer Erkl\u00e4rung auf das hin, was ich hier im Blog eigentlich seit Jahren schreibe. Der Schutz der Gesch\u00e4ftsinteressen, der Mitarbeiter und der Gesch\u00e4ftspartner geht vor. <\/p>\n<p>Seit einiger Zeit haben Datenschutzbeh\u00f6rden und Gerichte, insbesondere in Deutschland, ernsthafte Bedenken wegen der seit dem 25. Mai 2018 einzuhaltenden europ\u00e4ischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und anderer Datenschutzgesetze durch Social-Media-Apps ge\u00e4u\u00dfert. Aus Sicht von Continental w\u00e4lzen diese Anwendungen in einigen F\u00e4llen die Verantwortung auf die Nutzer ab. Um die Anforderungen der DSGVO einzuhalten, m\u00fcsste im Fall von \u201eWhatsApp\" jeder Nutzer von jeder einzelnen Person in seinem Adressbuch die Zustimmung f\u00fcr das Teilen ihrer Daten mit diesen Diensten einholen.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich zum 25. Mai 2018 musste ich im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/05\/25\/dsgvo-und-whatsapp-teilt-nutzerdaten-mit-facebook\/\">DSGVO? Und WhatsApp teilt Nutzerdaten mit Facebook<\/a> leider vermelden, dass Facebook und WhatsApp dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt haben. Weil die irische Datenschutzaufsicht ab diesem Stichtag verantwortlich ist, schert man sich nicht mehr um Urteile deutscher Gerichte und hat von Facebook die WhatsApp-Nutzerdaten abgerufen.<\/p>\n<p>Continental h\u00e4lt L\u00f6sungen wie WhatsApp und Snapchat f\u00fcr im Alltag nicht ausreichend zuverl\u00e4ssig und damit praktisch untauglich. Zum Schutz seiner Gesch\u00e4ftsinteressen, Mitarbeiter und Gesch\u00e4ftspartner entschied sich das Technologieunternehmen daher zum kompletten Nutzungsverbot der heutigen Versionen der Social-Media-Apps \u201eWhatsApp\" und \u201eSnapchat\". Continental zeigte sich offen, diese Regelung aufzuheben, sollten die Anbieter eine unbedenkliche Nutzung ihrer Dienste im Sinne des Datenschutzes schon in der Grundeinstellung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h2>Continental setzt sich f\u00fcr Datensparsamkeit ein<\/h2>\n<p>Continental setzt sich f\u00fcr eine Zukunft ohne Verkehrsunf\u00e4lle ein. Diese \u201eVision Zero\" muss auch auf der Datenautobahn gelten. \u201eSicherheit, Schutz und Sparsamkeit im Umgang mit Daten sind Grundprinzipien unseres Gesch\u00e4fts. F\u00fcr das vernetzte, automatisierte und autonome Fahren sind pers\u00f6nliche Daten keine Grundvoraussetzung. Anonyme Daten gen\u00fcgen in den meisten Anwendungsf\u00e4llen v\u00f6llig\", erl\u00e4uterte Degenhart. <\/p>\n<p>Das als \u201ePrivacy by Default\" benannte Prinzip sorgt daf\u00fcr, dass ohne Eingriff des Nutzers alle Funktionen in den Grundeinstellungen die Privatsph\u00e4re achten. So interessiert sich das Fahrerassistenzsystem von Continental zum Beispiel nicht f\u00fcr das Kennzeichen eines vorausfahrenden Fahrzeugs. <\/p>\n<p>Also, ich finde es gut, was Continental dort beschlossen hat. Wenn wir dann noch lesen k\u00f6nnten, dass auch Windows 10, die Cloud und Office 365 dort gebannt werden, w\u00e4re das schon ein gewichtiges Zeichen. (<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20181106090951\/https:\/\/www.continental-corporation.com\/de\/presse\/pressemitteilungen\/vision-zero-fuer-den-strassenverkehr-131316\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">via<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Datenschutzbedenken-Continental-verbietet-WhatsApp-und-Snapchat-auf-Dienst-Handys-4068318.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">via<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[English]Ein zu erwartender Schritt, aber richtig. Die Firma Continental untersagt Mitarbeitern auf Firmenhandys ab sofort die Nutzung von WhatsApp und Snapchat. 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