{"id":210564,"date":"2018-10-16T01:02:00","date_gmt":"2018-10-15T23:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=210564"},"modified":"2022-03-14T16:03:22","modified_gmt":"2022-03-14T15:03:22","slug":"60-der-amerikaner-mit-europischer-abstammung-ber-ffentliche-dna-datenbanken-identifizierbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/10\/16\/60-der-amerikaner-mit-europischer-abstammung-ber-ffentliche-dna-datenbanken-identifizierbar\/","title":{"rendered":"60% der Amerikaner mit europ&auml;ischer Abstammung &uuml;ber &ouml;ffentliche DNA-Datenbanken identifizierbar"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Stop.jpg\" align=\"left\" \/>Ein junger Computerbiologe hat die Fachwelt geschockt: 60% der Amerikaner europ\u00e4ischer Abstammung k\u00f6nnen \u00fcber \u00f6ffentliche DNA-Datenbanken identifiziert werden,. Und dies unabh\u00e4ngig davon, ob sie ihre eigenen DNA-Daten bei solchen Datenbanken eingereicht haben oder nicht. Der Abgleich mit Stammb\u00e4umen macht es m\u00f6glich.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es ist ein Thema, welches zwar etwas aus dem Rahmen f\u00e4llt, aber unter dem weiten Begriff Privatsph\u00e4re doch irgendwie in den Blog passt. Zeigt es doch, dass es immer weniger Anonymit\u00e4t gibt. Der aktuelle Forschungsbericht <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20190107053611\/http:\/\/science.sciencemag.org\/content\/early\/2018\/10\/10\/science.aau4832\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Identity inference of genomic data using long-range familial searches<\/a> von Yaniv Erlich, Tal Shor, Itsik Pe'er und Shai Carmi ist gerade in Science erschienen.<\/p>\n<h2>Zum Hintergrund<\/h2>\n<p>GeN-Datenbanken f\u00fcr Verbraucher umfassen mittlerweile DNA-Daten von Millionen von Individuen. Ahnenforschungsplattformen wie 23andMe und Ancestry haben nach j\u00fcngsten Branchensch\u00e4tzungen bisher genetische Profile f\u00fcr mehr als 12 Millionen Menschen erstellt. Die Leute k\u00f6nnen einen DNA-Schnelltest-Kit bestellen, ihre DNA abgeben und dann analysieren lassen.<\/p>\n<p>Danach besteht die M\u00f6glichkeit, diese Informationen zur eigenen DNA herunterzuladen, und diese in \u00f6ffentlichen Genealogie-Websites wie GEDmatch zu ver\u00f6ffentlichen. Die Idee dahinter: So lassen sich f\u00fcr Ahnenforschung Abstammungslinien nachvollziehen. Die Amerikaner europ\u00e4ischer Abstammung sind da ganz wild drauf.<\/p>\n<h2>Ansatz, um Individuen zu deanonymisieren<\/h2>\n<p>Genau diese \u00f6ffentlichen Gen-Datenbanken helfen nun, um eine vorliegende DNA einer bestimmten Person zuzuordnen. K\u00fcrzlich haben die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden einige dieser \u00f6ffentlichen Datenbanken genutzt, um m\u00f6gliche Verd\u00e4chtige \u00fcber entfernte Familienangeh\u00f6rige zu identifizieren. Ich hatte im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/senioren\/2018\/04\/28\/ahnenforschungsplattform-hilft-golden-state-killer-aufspren\/\">Ahnenforschungsplattform hilft \"Golden State Killer\" aufsp\u00fcren<\/a> \u00fcber einen Fall berichtet.<\/p>\n<p>Aber so richtig wird erst durch die Forschungsarbeite um das Team von Yaniv Erlich klar, welche Folgen diese \u00f6ffentlichen Gen-Datenbanken haben. Deren Postulat:\u00a0 60% der Amerikaner europ\u00e4ischer Abstammung k\u00f6nnen \u00fcber \u00f6ffentliche DNA-Datenbanken identifiziert werden. Und das unabh\u00e4ngig davon, ob eine Person ihre eigenen DNA-Daten bei einer dieser Datenbanken eingereicht hat oder nicht.<\/p>\n<p>\"Es spielt keine Rolle, ob Sie getestet wurden oder nicht\", sagt Erlich, der jetzt Chief Science Officer beim israelischen Anbieter MyHeritage, dem drittgr\u00f6\u00dften Anbieter von Konsumgenetik hinter 23andMe und Ancestry, ist. \"Sie k\u00f6nnen identifiziert werden, weil die Datenbanken bereits so gro\u00dfe Teile der US-Bev\u00f6lkerung europ\u00e4ischer Abstammung abdecken.\"<\/p>\n<p>Ein Team von der Columbia University und der Hebrew University of Jerusalem um um Erlich hat dazu die DNA-Datens\u00e4tze von 1,28 Millionen Individuen der Plattform MyHeritage, die mit DNA-Kits f\u00fcr Konsumenten ermittelt wurden, untersucht. Das Ergebnis: Die Forscher gehen davon aus, dass etwa 60% der Suchanfragen nach Personen mit europ\u00e4ischer Abstammung zu einem dritten Cousin oder einer engeren \u00dcbereinstimmung f\u00fchren werden. Dies erm\u00f6glicht im Anschluss eine Identifizierung der Personen anhand demografischer Merkmale.<\/p>\n<p>Diesen Verwandtschaftsgrad war alles, was die Ermittler brauchten, um den Golden State Killer und 17 andere F\u00e4lle mit diesem Ansatz zu l\u00f6sen. Um die Forschungsergebnisse bei MyHeritage zu best\u00e4tigen, glich Erlichs Team 30 genetische Profile mit der \u00f6ffentlichen DNA-Datenbank von GEDmatch ab. Es gab \u00e4hnliche Ergebnisse, wobei 76 Prozent der Suchen Verwandte im dritten Grad (Cousin) oder sogar der n\u00e4heren Verwandschaft aufsp\u00fcrten.<\/p>\n<p>Die Technik k\u00f6nnte, so schreiben die Forscher, in naher Zukunft fast jede US-amerikanische Person mit europ\u00e4ischer Abstammung betreffen. Die Forscher konnten sogar zeigen, dass die Technik auch Forschungsteilnehmer eines \u00f6ffentlichen Sequenzierprojektes identifizieren kann (dort werden die DNA-Proben ja anonymisiert). Amerikaner (und m\u00f6glicherweise bald auch Einwohner weiterer L\u00e4nder) d\u00fcrften daher bei (Strafverfolgungs-)beh\u00f6rden standardm\u00e4\u00dfig \u00fcber \u00f6ffentliche Generalogiedatenbanken anhand von DNA-Mustern gescannt werden.<\/p>\n<p>Basierend auf diesen Ergebnissen glauben die Forscher, dass technische Ma\u00dfnahmen, klare Richtlinien f\u00fcr die Strafverfolgung bei der Nutzung von Generalogie-Suchanfragen und die Achtung der Autonomie der Teilnehmer an genetischen Studien notwendige Komponenten f\u00fcr die langfristige Nachhaltigkeit des genomischen \u00d6kosystems sind. (<a href=\"https:\/\/www.wired.com\/story\/genome-hackers-show-no-ones-dna-is-anonymous-anymore\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">via<\/a>)<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/06\/06\/myheritage-datenleck-90-millionen-kontendaten-abgezogen\/\">MyHeritage Datenleck, 90 Millionen Kontendaten abgezogen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/senioren\/2018\/04\/28\/ahnenforschungsplattform-hilft-golden-state-killer-aufspren\/\">Ahnenforschungsplattform hilft \"Golden State Killer\" aufsp\u00fcren<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein junger Computerbiologe hat die Fachwelt geschockt: 60% der Amerikaner europ\u00e4ischer Abstammung k\u00f6nnen \u00fcber \u00f6ffentliche DNA-Datenbanken identifiziert werden,. Und dies unabh\u00e4ngig davon, ob sie ihre eigenen DNA-Daten bei solchen Datenbanken eingereicht haben oder nicht. 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