{"id":221935,"date":"2019-08-25T00:42:00","date_gmt":"2019-08-24T22:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=221935"},"modified":"2019-08-25T07:55:34","modified_gmt":"2019-08-25T05:55:34","slug":"google-arbeitet-an-privacy-box-fr-das-web","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/08\/25\/google-arbeitet-an-privacy-box-fr-das-web\/","title":{"rendered":"Google arbeitet an &lsquo;Privacy Sandbox&rsquo; f&uuml;r das Web"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Chrome.jpg\" align=\"left\" \/>Google will mehr Privatsph\u00e4re im Web und das Tracken von Surfern durch Werbetreibende verhindern. Daher arbeitet man an einer 'Sandbox f\u00fcr das Web', die die Verfolgung von Surfern erschweren oder verhindern soll, gleichzeitig den Werbetreibenden aber anonymisierte Informationen \u00fcber Interessen der Surfer bereitstellt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/1343106153c34fdf9df749fca29420da\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Das Ganze wurde diese Woche im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/www.blog.google\/products\/chrome\/building-a-more-private-web\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Building a more private web<\/a> von Google angek\u00fcndigt. Google hebt damit den Datenschutz an die erste Stelle und startet eine neue Initiative zur Entwicklung einer Reihe offener Standards an, um den Datenschutz im Web grundlegend zu verbessern. Google nennt das eine Privacy Sandbox.<\/p>\n<h2>Das Problem: Tracking ufert aus<\/h2>\n<p>Technologien, mit denen Publisher und Werbetreibende die Werbung f\u00fcr die Menschen noch relevanter machen, werden laut Google heute weit \u00fcber ihre urspr\u00fcngliche Designabsicht hinaus eingesetzt. Das geht bis zu einem Punkt, an dem einige Praktiken zum Tracking 'nicht mehr den Erwartungen der Nutzer an den Datenschutz entsprechen', wie Google das formuliert.<\/p>\n<p>Es gab zwar Initiativen wie Do not Track, die aber wenig Erfolg hatten. In letzter Zeit haben einige andere Browser-Entwickler versucht, dieses Problem zu l\u00f6sen. Der Haken: Es gab kein vereinbartes Normenwerk zur Durchsetzung. Daher haben Versuche zur Verbesserung der Privatsph\u00e4re der Benutzer unbeabsichtigte Folgen. Google f\u00fchrt zwei Aspekte an.<\/p>\n<ul>\n<li>Erstens untergr\u00e4bt die gro\u00df angelegte Blockade von Cookies die Privatsph\u00e4re der Benutzer. Denn laut Google f\u00f6rdert dies undurchsichtige Techniken wie das Fingerprinting, mit denen Werbetreibende die Surfer verfolgen m\u00f6chten. Mit dem Fingerprinting haben Entwickler Wege gefunden, winzige Informationen zu verwenden, die von Benutzer zu Benutzer variieren, wie z.B. welches Ger\u00e4t sie haben oder welche Schriften sie installiert haben, um eine eindeutige Kennung zu erzeugen, die dann verwendet werden kann, um einen Benutzer \u00fcber Websites hinweg abzugleichen. Im Gegensatz zu Cookies k\u00f6nnen Benutzer ihren 'Fingerabdruck' nicht l\u00f6schen und daher nicht kontrollieren, wie ihre Daten erfasst werden. Die Verantwortlichen von Google stehen auf dem Standpunkt, dass dies die Wahl des Benutzers untergr\u00e4bt und falsch ist.<\/li>\n<li>Zweitens reduziert das Blockieren von Cookies, ohne eine andere M\u00f6glichkeit, relevante Anzeigen zu schalten, erheblich die prim\u00e4ren Finanzierungsm\u00f6glichkeiten der Publisher. Das gef\u00e4hrdet die Zukunft des dynamischen Webs. Viele Verlage konnten weiterhin in frei zug\u00e4ngliche Inhalte investieren, weil sie sicher sein k\u00f6nnen, dass ihre Werbung ihre Kosten deckt. Wenn diese Mittel gek\u00fcrzt werden, f\u00fcrchtet auch Google, dass Internetnutzer zuk\u00fcnftig viel weniger zug\u00e4ngliche Inhalte f\u00fcr alle sehen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>J\u00fcngste Studien von Google mit Daten des Google Ad Manager haben gezeigt, dass die Finanzierung der Verlage um durchschnittlich 52% sinkt, wenn Werbung durch das Entfernen von Cookies an Relevanz verliert. Deckt sich auch mit meinen Erfahrungen, die ich 2018 bei einem Test machen durfte. Dies deckt sich nicht mit den Erkenntnissen, die heise vor einiger Zeit <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Der-Preis-des-Trackings-Was-bringt-personalisierte-Werbung-den-Websites-ein-4439816.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> publiziert hatte.<\/p>\n<h2>Die Privacy Sandbox<\/h2>\n<p>Google strebt eine L\u00f6sung an, die sowohl die Privatsph\u00e4re der Nutzer wirklich sch\u00fctzt als auch dazu beitr\u00e4gt, dass Inhalte im Web frei zug\u00e4nglich bleiben. Auf der I\/O-Entwicklerkonferenz hat Google <a href=\"https:\/\/blog.chromium.org\/2019\/05\/improving-privacy-and-security-on-web.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einen Plan angek\u00fcndigt<\/a>, um die Klassifizierung von Cookies zu verbessern, Klarheit und Sichtbarkeit der Cookie-Einstellungen zu schaffen und den Fingerabdruck aggressiver zu blockieren.<\/p>\n<p>Google sieht dort Fortschritte, und erl\u00e4utert nun die Pl\u00e4ne zur Einschr\u00e4nkung des Fingerprinting. Die Leute von Google glauben, dass all diese \u00c4nderungen die Transparenz, die Auswahl und die Kontrolle verbessern werden.<\/p>\n<p>Nun plant man noch weiter gehen, indem man mit der Web-Community zusammen arbeitet, um neue Standards zu entwickeln, die den Datenschutz verbessern und gleichzeitig den freien Zugang zu Inhalten weiterhin unterst\u00fctzen. In den letzten Wochen haben die Google-Leute damit begonnen, ihre vorl\u00e4ufigen Ideen f\u00fcr eine Privacy Sandbox zu teilen. Es handelt sich um eine sichere Umgebung f\u00fcr die Personalisierung, die auch die Privatsph\u00e4re der Benutzer sch\u00fctzt. Einige Ideen beinhalten neue Ans\u00e4tze, um sicherzustellen, dass Anzeigen weiterhin f\u00fcr Benutzer relevant sind, aber Benutzerdaten, die mit Websites und Werbetreibenden geteilt werden, w\u00fcrden minimiert. Dazu werden Benutzerinformationen anonym zusammengefasst und viel mehr Benutzerinformationen werden nur auf dem Ger\u00e4t gespeichert. Das Ziel ist es, eine Reihe von Standards zu schaffen, die den Erwartungen der Nutzer an den Datenschutz besser entsprechen.<\/p>\n<p>Google will dem Web-Standardprozess folgen und sucht Feedback aus der Branche zu den ersten Ideen f\u00fcr die Privacy Sandbox. W\u00e4hrend Chrome in einigen Bereichen schnell handeln kann (z.B. bei Einschr\u00e4nkungen des Fingerabdrucks), ist die Entwicklung von Webstandards ein komplexer Prozess. Die Google-Leute wissen aus Erfahrung, dass Ver\u00e4nderungen des \u00d6kosystems in diesem Bereich Zeit brauchen. Sie erfordern viel \u00dcberlegung, Diskussion und Input von vielen Interessengruppen und dauern in der Regel mehrere Jahre.<\/p>\n<p>Um die Dinge so schnell wie m\u00f6glich voranzubringen, haben die Leute von Google die spezifischen Probleme, die man gemeinsam zu l\u00f6sen versuchen, will dokumentiert, und man teilt eine Reihe von Erkl\u00e4rungen mit der Web-Community. Diese Ideen haben die Entwickler auch <a href=\"https:\/\/blog.chromium.org\/2019\/08\/potential-uses-for-privacy-sandbox.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">im Chromium-Blog<\/a> zusammengefasst.<\/p>\n<h2>Abschlie\u00dfende Gedanken und Erg\u00e4nzungen<\/h2>\n<p>Ich pers\u00f6nlich blicke mit Spannung auf diese Entwicklung, denn ein Ausgleich der Interessen von Nutzern, Publishern und Werbetreibenden, die Ausw\u00fcchse beschneidet und einen vern\u00fcnftigen Ausgleich erm\u00f6glicht, kann nur von Vorteil sein. Ob ich das noch als Publisher erlebe? Wir werden sehen.<\/p>\n<p>Auch Martin Geu\u00df hat sich in <a href=\"https:\/\/www.drwindows.de\/news\/google-microsoft-chromium-und-tracking-das-wird-noch-spannend\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesem Artikel<\/a> auf Dr. Windows mit dem Thema auseinander gesetzt. Im Chromium-basierenden Edge gibt es bereits einen Tracking-Schutz, der vom Tenor 'Google-Tracking aussperrt und Microsoft-Tracking zul\u00e4sst'.<\/p>\n<p>Zweite Erg\u00e4nzung: Es gibt noch einen Artikel bei <a href=\"https:\/\/freedom-to-tinker.com\/2019\/08\/23\/deconstructing-googles-excuses-on-tracking-protection\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Freedom to Tinker<\/a>, der von\u00a0<a href=\"https:\/\/daringfireball.net\/linked\/2019\/08\/23\/google-privacy-excuses\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Daring Fireball<\/a> (John Gruber bloggt \u00fcber Apple) aufgegriffen wurde. Der Artikel bei Freedom of Tinker legt Google (f\u00e4lschlich) die verk\u00fcrzte\u00a0Aussage 'Blocking cookies is <em>bad<\/em> for privacy.' in den Mund (Daring Fireball die Aussage von Freedom to Tinker als Basis verwendet).\u00a0Beide, Daring Fireballund Freedom of Tinker stellen die falsche Aussage<\/p>\n<blockquote><p>Google sagt: Das Blocken von Cookies ist schlecht f\u00fcr die Privatsph\u00e4re<\/p><\/blockquote>\n<p>an den Anfang ihrer Artikel, um dann gegen den Vorschlag von Google zu ranten. Apple und Mozilla seien durch Cookie-Blockade sehr viel weiter. Der Tenor: Man zerrei\u00dft den Google-Vorschlag mit windigen Argumenten in der Luft (Google ist b\u00f6se), m\u00f6glicherweise weil er von Google kommt. Hat mich stutzig gemacht und ich habe mir den Google-Text dann nochmals angesehen. Es lohnt es sich, die Aussagen von Google genauer anzuschauen. Ich habe mal zwei Aussagen Googles herausgefischt:<\/p>\n<blockquote><p>Recently, some other browsers have attempted to address this problem, but without an agreed upon set of standards, attempts to improve user privacy are having unintended consequences.<\/p>\n<p>First, large scale blocking of cookies undermine people's privacy by encouraging opaque techniques such as fingerprinting.<\/p><\/blockquote>\n<p>Google f\u00fchrt aus, dass Ans\u00e4tze von Browser-Herstellern, die Drittanbieter-Cookies als Datenschutzgr\u00fcnden agressiv zu blockieren, zu unverhofften Konsequenzen f\u00fchren k\u00f6nnen. Die Aussage von Google ist zudem: Wenn Cookies in gro\u00dfem Umfang blockiert werden, bef\u00f6rdert das undurchsichtige Techniken zum Finger-Printing, um die Nutzer trotzdem tracken zu k\u00f6nnen. Solche Techniken sind aber noch weniger transparent und zu kontrollieren als Tracking per Cookies. Die Browser-Entwickler flicken da inzwischen ja auch an Techniken zum Unterbinden von Finger-Printing herum &#8211; das alte Katz und Maus Spiel also. Und Google f\u00fchrt auch aus, dass das Nutzer-Tracking, um relevante Werbung auszuliefern, aus dem Ruder gelaufen ist. Der<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/interactive\/2019\/08\/23\/opinion\/data-internet-privacy-tracking.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Artikel hier<\/a> in der NYT liefert daf\u00fcr eine eindr\u00fcckliche Best\u00e4tigung. Also eine imho differenzierte Betrachtung des Sachverhalts.<\/p>\n<p>Der Vorschlag von Google: 'Lasst uns dar\u00fcber nachdenken, wie wir die Interessen aller Seiten sinnvoll bedienen k\u00f6nnen', also Tracking reduzieren, Privatsph\u00e4re erh\u00f6hen, aber einen Konsens herstellen und den Werbern doch einen gewissen Umfang an Informationen liefern &#8211; erscheint mir da durchaus bedenkenswerter und zielf\u00fchrender als das 'Hau drauf' von Freedom of Tinker und Daring Fireball. Allerdings bin ich als jemand, der von den Werbeeinnahmen lebt, sicherlich etwas anders eingestellt, als <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/John_Gruber\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">John Gruber<\/a>, der mittlerweile auf Daring Fireball keinerlei Werbung schaltet und sich \u00fcber andere Quellen finanziert (bzw. finanzieren kann).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Google will mehr Privatsph\u00e4re im Web und das Tracken von Surfern durch Werbetreibende verhindern. 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