{"id":223008,"date":"2019-09-29T00:54:00","date_gmt":"2019-09-28T22:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=223008"},"modified":"2019-09-27T19:59:30","modified_gmt":"2019-09-27T17:59:30","slug":"microsoft-und-die-us-durchsuchungsanordnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/09\/29\/microsoft-und-die-us-durchsuchungsanordnungen\/","title":{"rendered":"Microsoft und die US-Durchsuchungsanordnungen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schutz.jpg\" width=\"40\" align=\"left\" height=\"47\"\/>Microsoft hat sich mal wieder zum leidigen Thema 'US-Beh\u00f6rden fordern Zugriff auf Nutzerdaten und verbieten uns dar\u00fcber zu informieren' ge\u00e4u\u00dfert. Es geht um einen Fall, der seit 2018 schwebt und in dem Microsoft Daten eines Kunden herausgeben musste, ohne diesen \u00fcber die Datenweitergabe informieren zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es ist ein st\u00e4ndiger Kampf, den US-Unternehmen mit der amerikanischen Administration f\u00fchren. Dort gibt es Anordnungen von Bundesrichtern, die den Zugriff der US-Beh\u00f6rden auf Daten gew\u00e4hren sollen, auch wenn diese auf ausl\u00e4ndischen Systemen lagern. Gleichzeitig erh\u00e4lt das Unternehmen eine Schweigeanordnung (Gag-Order), die es verbietet, Betroffene und die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber diese Anordnung zu informieren. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Telekommunikations-Ger&auml;te\" alt=\"Telekommunikations-Ger&auml;te\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/TMYrvtF.jpg\"\/><br \/>(Quelle: Pexels <a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/de-de\/foto\/ausrustung-bedienung-business-computer-1054397\/\">Josh Sorenson<\/a>) <\/p>\n<p>Das ist einer der Punkte in der Diskussion beim Thema Cloud-Dienste, wo Microsoft einer der Betreiber ist. Wenn deutsche Firmen Daten in der Cloud hosten, haben US-Beh\u00f6rden ggf. Zugriff und Microsoft darf die betroffenen Kunden noch nicht einmal dar\u00fcber informieren. <\/p>\n<h2>Der Fall aus 2018<\/h2>\n<p>Microsoft gibt an, dass es der Firma 2018 durch eine Anordnung eines Bundesrichters verboten wurde, einem seiner gr\u00f6\u00dferen Firmenkunden mitzuteilen, dass die US-Regierung den Zugriff auf dessen Daten eingefordert hat (Warrant bez\u00fcglich der Daten) ausgestellt hat. Microsoft ist gegen diese Geheimhaltungsordnung zwar juristisch vorgegangen. Dem Softwarehersteller und Cloud Service Provider ist es nicht gelungen, die \"Geheimhaltungsanordnung\" des Bundesrichters aufzuheben. Daher wurde der bisher nicht identifizierte Unternehmenskunde auch nicht \u00fcber den Zugriff auf seine Daten durch die US-Administration informiert. Das teilt Dev Stahlkopf, Chef-Justiziarin bei Microsoft, in <a href=\"https:\/\/blogs.microsoft.com\/on-the-issues\/2019\/09\/25\/ensuring-secrecy-orders-are-the-exception-not-the-rule-when-the-government-seeks-data-owned-by-our-customers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einem Blogbeitrag<\/a> mit.<\/p>\n<p>Details zum Fall sind wohl rar, denn auch Microsoft wurde \u00fcber die Hintergr\u00fcnde der richterlichen Entscheidung ziemlich im Dunkeln gelassen. Die Anordnung eines Richters in Brooklyn, New York, besagt, dass die angeforderten Informationen \"mit zwei E-Mail-Konten verbunden\" seien und E-Mails, Textnachrichten und Voicemails umfassen. Die US-Regierung behauptete, dass die Nutzer der beiden Konten zusammen mit anderen eine Reihe von Delikten begangen haben. Dazu geh\u00f6ren wohl auch Geldw\u00e4sche und Betr\u00fcgereien bei elektronischen \u00dcberweisungen. Die Nutzer sollen in einem multinationalen Unternehmen, das zuf\u00e4llig Kunde von Microsoft ist, besch\u00e4ftigt sein. Diese Unternehmen habe sich einem anderen Unternehmen \"verschworen\" hat, um gegen die Sanktionen der USA zu versto\u00dfen. <\/p>\n<p>Alles recht nebul\u00f6s und zeigt, auf welch d\u00fcnnem Eis die Kunden wandeln, wenn sie sich in die US-Cloud \u2013 egal von welchem Anbieter \u2013 begeben. Die US-Administration belegt L\u00e4nder einseitig mit Sanktionen und l\u00e4sst die US-Cloud-Anbieter die Daten von Kunden aus anderen L\u00e4ndern bereitstellen, um diesen \u2013 nach US-Recht verbotene Aktivit\u00e4ten nachzuweisen. Microsoft empfindet, dass das Gericht in diesem Fall die Befugnisse und die Geheimhaltungsanforderung eindeutig zu weit gefasst hat.&nbsp; <\/p>\n<p>\"Wir haben diesen Beschluss im Untergericht angefochten, und wir werden bei Bedarf eine Berufung vor dem Berufungsgericht einlegen und uns weiterhin f\u00fcr den Grundsatz einsetzen, dass unsere Kunden das Recht haben zu wissen, wann die Regierung ihre Daten erh\u00e4lt\", schrieb die Rechtsberaterin Microsofts im Blog.<\/p>\n<p>Der Fall ist die j\u00fcngste Volte in einem jahrelangen Kampf zwischen Microsoft und der US-Regierung um so genannte \"Sneak and Peek\"-Anfragen. Bei diesen Anfragen muss Microsoft die Daten eines Kunden herausgeben, aber das Subjekt einer Bundesanfrage wei\u00df nicht, dass seine Daten angefordert oder weitergegeben wurden. Im Jahr 2016 verklagte Microsoft die US-Regierung wegen dieser Praxis, da diese zu weit verbreitet sei. Ein Jahr sp\u00e4ter gestand das US-Justizministerium zu, dass es die Verwendung von Geheimhaltungsanordnungen zu reduzieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr Nutzer und Unternehmen au\u00dferhalb der USA hei\u00dft dies: Finger weg von der US-Cloud \u2013 achtet darauf, wo eure Daten liegen. Bloomberg hat <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2019-09-25\/microsoft-is-still-rattled-over-u-s-sneak-and-peek-searches\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier ebenfalls einen Beitrag<\/a> zu diesem Thema publiziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Microsoft hat sich mal wieder zum leidigen Thema 'US-Beh\u00f6rden fordern Zugriff auf Nutzerdaten und verbieten uns dar\u00fcber zu informieren' ge\u00e4u\u00dfert. Es geht um einen Fall, der seit 2018 schwebt und in dem Microsoft Daten eines Kunden herausgeben musste, ohne diesen &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/09\/29\/microsoft-und-die-us-durchsuchungsanordnungen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[426],"tags":[451],"class_list":["post-223008","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sicherheit","tag-datenschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=223008"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223008\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=223008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=223008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=223008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}