{"id":224505,"date":"2019-11-01T05:26:21","date_gmt":"2019-11-01T04:26:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=224505"},"modified":"2020-12-25T21:37:04","modified_gmt":"2020-12-25T20:37:04","slug":"entscheidungstrger-in-der-whatsapp-falle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/11\/01\/entscheidungstrger-in-der-whatsapp-falle\/","title":{"rendered":"Entscheidungstr&auml;ger in der WhatsApp-Falle?"},"content":{"rendered":"<p>Ein aktueller Bericht des Mediums Reuters gibt an, dass hochrangige Regierungs- und Milit\u00e4rangeh\u00f6rige aus mindestens 20 L\u00e4nder auf f\u00fcnf Kontinenten Opfer der verteilten NSO-Schadsoftware waren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/5d734c0ac5d941438bfd0bd9f1de4406\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Eigentlich sollte jeder hochkar\u00e4tige Entscheidungstr\u00e4ger l\u00e4ngt Apps wie WhatsApp aus Datenschutz- und Sicherheitsgr\u00fcnden von seinen Mobilger\u00e4ten entfernt haben. Aus DSGVO-Gr\u00fcnden ist WhatsApp in der EU eigentlich im gesch\u00e4ftlichen Bereich verp\u00f6nt \u2013 ich habe diesen Messenger l\u00e4ngst von meinen Ger\u00e4ten entfernt. Der aktuelle Fall zeigt wieder einmal, wie kritisch WhatsApp-Apps sind.<\/p>\n<h2>Hintergrund: WhatsApp-Schwachstelle und Klage<\/h2>\n<p>Bei der Messenger-App WhatsApp wurde im Mai 2019 eine kritische Sicherheitsl\u00fccke bekannt, die sowohl unter Android als auch unter iOS wirksam war. Die Schwachstelle wurde aktiv ausgenutzt, denn es gab einen Exploit des israelischen Unternehmens NSO Group, die den Exploit an staatliche Akteure verkaufte. Ich hatte im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/05\/14\/whatsapp-schwachstelle-cve-2019-3568-update-erforderlich\/\">WhatsApp Schwachstelle CVE-2019-3568: Update erforderlich<\/a> berichtet. <\/p>\n<p>Facebook, der Mutterkonzern, der WhatsApp vor Jahren gekauft hat, startete eine interne Untersuchung, nachdem die WhatsApp-Schwachstelle bekannt geworden war. Dabei kam heraus, dass wohl 1.400 Nutzer von WhatsApp durch die Malware gehackt worden sind. Darunter waren Menschenrechtsaktivisten, Journalisten, Anw\u00e4lte, Diplomaten und andere wichtige Regierungsvertreter, sowie deren Familienangeh\u00f6rige. <\/p>\n<p>Nun hat Facebook, als Besitzer von WhatsApp bei einem US-Bundesbezirksgericht in San Francisco Klage gegen die israelische NSO Group und deren Muttergesellschaft Q Cyber eingereicht. Der NSO Group wird vorgeworfen, \u00fcber den WhatsApp-Exploit die Ger\u00e4te der Benutzer kompromittiert zu haben. Unter anderem hat heise vor einigen Tagen \u00fcber den Fall <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Facebook-verklagt-israelische-WhatsApp-Hacker-4571961.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">berichtet<\/a>. <\/p>\n<h2>Hochkar\u00e4tige Mitarbeiter unter den Opfern<\/h2>\n<p>Nun sickert die Information, aus Kreisen, die mit der Facebook-Untersuchung des WhatsApp-Sicherheitsvorfalls betraut sind, durch, dass die Schadsoftware der NSO Group wohl die Telefone hochrangige Regierungs- und Milit\u00e4rangeh\u00f6rige aus mindestens 20 L\u00e4nder auf f\u00fcnf Kontinenten befallen hat.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Yikes: \"Sources familiar with WhatsApp's internal investigation into the breach said a 'significant' portion of the known victims are high-profile government and military officials spread across at least 20 countries on five continents.\" <a href=\"https:\/\/t.co\/9UGcXRkZFg\">https:\/\/t.co\/9UGcXRkZFg<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Alison Frankel (@AlisonFrankel) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AlisonFrankel\/status\/1189991879179427846?ref_src=twsrc%5Etfw\">October 31, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script> <\/p>\n<p>Laut diesem Reuters-Artikel k\u00f6nnte der WhatsApp-Hack einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl (als bisher bekannt) von Smartphones, die Spitzenbeamten in Regierungen und Top-Milit\u00e4rs geh\u00f6ren, dazu z\u00e4hlen auch US-Verb\u00fcndete, weitreichende politische und diplomatische Folgen haben.<\/p>\n<p>Die Gesamtzahl der gehackten WhatsApp-Benutzer k\u00f6nnte noch h\u00f6her als bisher bekannt sein. Reuters hat von einem Londoner Menschenrechtsanwalt, der zu den Zielen geh\u00f6rte, Screenshots oder Fotos erhalten, die Versuche zeigen, in sein Telefon einzudringen. Die Vorf\u00e4lle gehen bis zum 1. April zur\u00fcck. Allerdings ist unklar, wer die Malware benutzt hat, um Handys von Opfern zu hacken. Die Firma NSO gibt an, dass es seine Spyware ausschlie\u00dflich an Regierungskunden verkauft.<\/p>\n<p>Opfer des WhatsApp-Hacks finden sich, laut Insidern, in den Vereinigten Staaten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Mexiko, Pakistan und Indien, sagte Menschen, die mit der Untersuchung vertraut sind. Diese Information ist durch Reuters aber nicht \u00fcberpr\u00fcfbar. Einige indische Staatsangeh\u00f6rige sind an die \u00d6ffentlichkeit gegangen, und berichten, dass sie zu den Zielen geh\u00f6rten. Zu diesem Personenkreis geh\u00f6ren auch Journalisten, Wissenschaftler, Anw\u00e4lte und Verteidiger der indischen Dalit-Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Details sind <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/us-facebook-cyber-whatsapp-nsogroup\/exclusive-whatsapp-hacked-to-spy-on-top-government-officials-at-u-s-allies-sources-idUSKBN1XA27H\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesem Reuters-Artikel<\/a> (Englisch) zu entnehmen. Ein deutschsprachiger Artikel finden sich bei der <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/regierungsmitarbeiter-per-whatsapp-ausgesp%C3%A4ht\/a-51078165\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutsche Welle<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein aktueller Bericht des Mediums Reuters gibt an, dass hochrangige Regierungs- und Milit\u00e4rangeh\u00f6rige aus mindestens 20 L\u00e4nder auf f\u00fcnf Kontinenten Opfer der verteilten NSO-Schadsoftware waren.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[426],"tags":[4328,3182],"class_list":["post-224505","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sicherheit","tag-sicherheit","tag-whatsapp"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/224505","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=224505"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/224505\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=224505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=224505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=224505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}