{"id":229122,"date":"2020-03-08T00:37:00","date_gmt":"2020-03-07T23:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=229122"},"modified":"2020-03-05T16:17:14","modified_gmt":"2020-03-05T15:17:14","slug":"deutsche-haben-keine-ahnung-von-digitalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/03\/08\/deutsche-haben-keine-ahnung-von-digitalisierung\/","title":{"rendered":"Deutsche haben keine Ahnung von Digitalisierung?"},"content":{"rendered":"<p>Kleiner Informationssplitter zum Thema Digitalisierung. Digitalisierung ist ja das Modewort in der Produktion. Gerade eine Studie auf den Tisch bekommen, dass die Deutschen keine Ahnung von Digitalisierung haben. Und dann das: Im Handwerk schreitet die Digitalisierung voran, man muss nur richtig fragen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Deutsche haben keine Ahnung von Digitalisierung?<\/h2>\n<p>K\u00fcrzlich ist mir eine 'Studie' in die Finger gefallen, die besagt, dass Deutschland die Digitalisierung verschlafe, weil das Wissen darum (KI, Blockchain etc.) nicht in der Allgemeinbev\u00f6lkerung vorhanden sei. Hintergrund: Eine gro\u00dfe Skepsis der Deutschen gegen\u00fcber neuen Technologien.&nbsp; <\/p>\n<p>Die 'Studie' hat sich dann als repr\u00e4sentative Maisberger-Umfrage herausgestellt. Befragt wurden 2.049 Teilnehmer vom Marktforschungsinstitut YouGov, Auftraggeber war die Kommunikationsagentur Maisberger. Es war eine Online-Befragung zwischen dem 19.06.2019 und 21.06.2019, die Ergebnisse wurden gewichtet und sind, laut Aussage von Maisberger, repr\u00e4sentativ f\u00fcr die deutsche Bev\u00f6lkerung ab 18 Jahren \u2013 was ich aber auf Grund der Online-Befragung schon mal bezweifele. <\/p>\n<h3>Mangelndes Wissen erzeugt Skepsis gegen\u00fcber Digitalisierung? <\/h3>\n<p>Die Kernfrage der Studie: L\u00e4sst sich die Skepsis gegen\u00fcber der Digitalisierung auf mangelndes Wissen zur\u00fcckf\u00fchren? Abgefragt wurde der Kenntnisstand zu insgesamt zehn Technologien. <\/p>\n<ul>\n<li>Augmented Reality<\/li>\n<li>Big Data<\/li>\n<li>Blockchain<\/li>\n<li>Cloud Computing<\/li>\n<li>Immersive media<\/li>\n<li>Internet of Things<\/li>\n<li>Machine Vision<\/li>\n<li>Semantic Web<\/li>\n<li>Software-defined Manufacturing<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Idee: Wer eine Technologie dem Namen nach kennt, hat zumindest zur Kenntnis genommen, dass es diese gibt. Doch davon kann in Deutschland, so die Schlussfolgerungen der Studienmacher kaum die Rede sein. Laut Umfrage haben die Befragten im Schnitt zu 70 % noch nicht von Machine Vision, Social Bots &amp; Co. geh\u00f6rt. \u201eBei den einzelnen Technologien schwankt der Anteil derer, die sie vom H\u00f6rensagen kennen, zwischen 6 % und 36 %. Doch der hohe Mittelwert f\u00fcr \u201aNoch nicht geh\u00f6rt' zeigt, dass generell wenig Bewusstsein und Interesse f\u00fcr Technologien der Zukunft vorhanden ist\", so Dr. Alexander Pschera, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kommunikationsagentur Maisberger.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Ich hatte bereits vor, beim \u00dcberfliegen der Pressemitteilung die L\u00f6schen-Taste zu bet\u00e4tigen. Dann dachte ich mir: Diese ussagen bereitest Du im Blog auf. Von den obigen Top Ten Technologien habe ich bei einigen Begriffen noch nichts geh\u00f6rt \u2013 und was sich genau dahinter verbirgt, ist mir unbekannt \u2013 k\u00f6nnte ich aber herausbekommen. Bin ich daher Digitalisierungsmuffel? Wahrscheinlich. Aber nur mal so: Ich wei\u00df auch nicht so genau, was in der K\u00fcchenmaschine meiner Frau abgeht oder was die Sp\u00fclmaschine oder der Trocker mit Fuzzy-Logik so treibt. Ergo bin ich auch Haushaltsmuffel \u2013 oder anders ausgedr\u00fcckt: Es reicht, wenn ich wei\u00df, wie etwas bedient wird und brauche nur zu hoffen, dass es funktioniert. Die Studie enth\u00e4lt f\u00fcr mich pers\u00f6nlich wenig greifbares. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Die beiden Top-Technologien<\/strong> <\/p>\n<p>Die beiden bekanntesten Technologien sind Cloud Computing (36 %) und Big Data (33 %). \u201eDoch das ist lediglich ein Drittel aller Befragten. Bedenkt man, dass <strong>Cloud Computing<\/strong> \u2013 ob man nun Fotos in der Cloud speichert, E-Mails schreibt oder Internetbrowser nutzt \u2013 auch im privaten Alltag l\u00e4ngst Einzug gehalten hat, ist das Ergebnis unbefriedigend\", so Pschera. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit <strong>Big Data<\/strong>. Schlie\u00dflich ist es erst durch die Erfassung, Verarbeitung, Speicherung und Analyse gro\u00dfer Datenmengen m\u00f6glich, auf Shopping-Portalen Kaufempfehlungen zu erhalten oder beispielsweise im Stra\u00dfenverkehr von modifizierbaren Ampelphasen zu profitieren.  <\/p>\n<blockquote>\n<p>Donnerwetter, h\u00e4tte ich sen nicht erwartet. Ich darf nicht mehr Auto fahren, wenn ich nicht wei\u00df, dass eine Ampel m\u00f6glicherweise \u00fcber Big Data in ihren Schaltintervallen optimiert wurde? Hand auf's Herz: Es reicht, wenn derjenige, der die Ampelschaltung plant und optimiert, wei\u00df, was er tut. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Am wenigsten bekannt: Nur rund jeder Zwanzigste <strong>Machine Vision<\/strong> (7 %), <strong>Immersive Media<\/strong> (6 %) und <strong>Semantic Web<\/strong> (6 %). \u201eGerade bei Semantic Web h\u00e4tten wir mehr erwartet\", so Pschera. \u201eDie Technologie macht Bedeutungszusammenh\u00e4nge im Web 3.0 sichtbar, indem Begriffen eine eindeutige explizite Bedeutung zugewiesen wird. Nur so k\u00f6nnen wir beispielsweise beim Googlen \u00fcberhaupt relevante Treffer erzielen.\" <\/p>\n<blockquote>\n<p>Jetzt wird mich klarer, warum ich beim ergoogeln meines Namens nie sinnvolles findet. Weil ich das Semantic Web nicht verstehe, wirft mir Google nur sinnlose Blog-Beitr\u00e4ge aus. Wirklich \u2013 mit vielen Anglizismen wird das aber auch nicht besser. <\/p>\n<\/blockquote>\n<h3>Geh\u00f6rt ja! Ber\u00fchrungspunkte? Nein! <\/h3>\n<\/p>\n<p>Und nun ein Blick auf die Befragten, die die Technologien vom Namen her kennen: Kommen sie im Job oder privat mit Blockchain &amp; Co in Ber\u00fchrung? Aktuell werden die zehn abgefragten Technologien im Schnitt zu 56 % nicht angewendet. Wissentliche Ber\u00fchrungspunkte im Beruf und\/oder Privatleben gab es bisher lediglich zu 38 %. <\/p>\n<p>Platz eins bei den angewendeten Technologien: wiederum <strong>Cloud Computing <\/strong>(48 %). Auf Platz zwei und drei folgen <strong>Immersive Media<\/strong> (45 %) und <strong>Semantic Web<\/strong> (44 %). Am wenigsten zu tun hatten die Befragten bisher mit <strong>Blockchain<\/strong> (63 %) und <strong>Social Bots<\/strong> (62 %). <\/p>\n<h3>Steigende Tendenz f\u00fcr k\u00fcnftige Anwendung<\/h3>\n<\/p>\n<p>Beim Blick in die Zukunft kann eine jeweils deutlich h\u00f6here Kontaktm\u00f6glichkeit mit den genannten Technologien festgestellt werden: Sie werden k\u00fcnftig voraussichtlich im Schnitt zu 45 % verwendet werden. Im Vergleich zur aktuellen Verwendung von 38 % ist dies ein durchschnittlicher Anstieg um sieben Prozentpunkte. <\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Anstieg erwarten die Befragten, die schon von Internet of Things geh\u00f6rt haben: Hier wird eine Steigerung um zw\u00f6lf Prozentpunkte erwartet \u2013 von aktuell 38 % auf k\u00fcnftig 49 %. <\/p>\n<h3>Keine Lust auf den Blick hinter die Kulissen von Smartphone &amp; Co <\/h3>\n<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen: Der Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung kennt die abgefragten Technologien nicht einmal vom Namen her. Entsprechend klein ist der Anteil derjenigen, die bewusst wissen, ob sie diese beruflich oder privat nutzen. Dies zeugt von einer geringen Motivation, sich mit digitalen Technologien auseinanderzusetzen.  <\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung: In den digitalen und realen R\u00e4umen, in denen sich die Befragten bewegen, werden diese Technologien an sich wenig thematisiert oder sie gehen in der Flut der Informationen unter.  <\/p>\n<p>Pschera res\u00fcmiert: \u201eDa wir jedoch mit Smartphone, Internet &amp; Co tagt\u00e4glich von digitalen Technologien umgeben sind, besteht bei den Befragten offensichtlich auch wenig Interesse, einen Blick hinter die technologischen Kulissen zu werfen. Dabei werden bei einer zunehmenden Digitalisierung die Neugierde und Bereitschaft, sich zu informieren und auf Neues einzulassen immer wichtiger.\" <\/p>\n<blockquote>\n<p>Nun, die Befragung ist zul\u00e4ssig und man kann auch die obigen Schl\u00fcsse so ziehen. Ob das aber alles so Sinn macht, da m\u00f6chte ich doch auch ein Fragezeichen dran machen. Ich muss nicht Pharmazie studiert haben, um eine Kopfschmerztablette zu nehmen. Und frag mal den Durchschnitt der Bev\u00f6lkerung, welches Windows und welche Software die genau auf ihren Ger\u00e4ten haben. Die obige Studie\/Befragung ist mit der Brille 'ich mache mal auf Zukunft' erstellt worden. Die Aussagekraft in Sachen Praxisrelevanz erscheint mir doch fraglich. <\/p>\n<\/blockquote>\n<h2>Statistik: Digitalisierung im Handwerk<\/h2>\n<\/p>\n<p>Jetzt aber mal eine gute Nachricht. Mir ist die Tage eine Auswertung von Statista unter die Augen gekommen. Der folgende Tweet geht auf die Digitalisierung im Handwerk ein \u2013 sieht doch gut aus. <\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Auch im Handwerk werden Abl\u00e4ufe zunehmend digitalisiert. (fs) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Handwerk?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Handwerk<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Digitalisierung?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Digitalisierung<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/KRWDf7tq8X\">https:\/\/t.co\/KRWDf7tq8X<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Statista GmbH (@statista_com) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/statista_com\/status\/1235546840487124994?ref_src=twsrc%5Etfw\">March 5, 2020<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>  <\/p>\n<p>Also das alte Problem: Du bekommt immer nur Antworten auf Fragen, also stelle die richtigen Fragen. Und das Handwerk ist wohl auf dem Weg in Richtung Digitalisierung \u2013 und ganz ohne die tollen Fachbegriffe aus der Meisberger-Studie. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kleiner Informationssplitter zum Thema Digitalisierung. Digitalisierung ist ja das Modewort in der Produktion. Gerade eine Studie auf den Tisch bekommen, dass die Deutschen keine Ahnung von Digitalisierung haben. Und dann das: Im Handwerk schreitet die Digitalisierung voran, man muss nur &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/03\/08\/deutsche-haben-keine-ahnung-von-digitalisierung\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[5679],"class_list":["post-229122","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-digitalisierung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=229122"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229122\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=229122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=229122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=229122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}