{"id":231313,"date":"2020-05-05T13:23:25","date_gmt":"2020-05-05T11:23:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=231313"},"modified":"2020-05-05T14:12:34","modified_gmt":"2020-05-05T12:12:34","slug":"datenleck-bei-erotik-streaming-seite-cam4-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/05\/05\/datenleck-bei-erotik-streaming-seite-cam4-com\/","title":{"rendered":"Datenleck bei Erotik-Streaming-Seite cam4.com"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schutz.jpg\" width=\"40\" align=\"left\" height=\"47\"\/>[<a href=\"https:\/\/borncity.com\/win\/2020\/05\/05\/data-leak-on-erotic-streaming-site-cam4-com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">English<\/a>]Bei der Erotik-Live-Streaming-Website <em>cam4.com<\/em> gab es ein Datenleck. \u00dcber eine ungesch\u00fctzte Datenbank waren \u00fcber 10 Milliarden Datens\u00e4tze mit pers\u00f6nlichen Nutzerdaten wie vollst\u00e4ndiger Name, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Zahlungsprotokolle, Chats, Logs und vieles mehr einsehbar. Auch deutsche Benutzer sind da wohl flei\u00dfige Kunden. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/6de9a178c52348d8bc7561a07fd27150\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Ich gestehe, mit sagte die Domain \u00fcberhaupt nichts, aber der Anbieter scheint schon seit 2007 im Gesch\u00e4ft. Nun sind Sicherheitsforscher von Safety Detective bei der Suche im Web nach ungesch\u00fctzten Daten auf eine 7 Terabyte gro\u00dfe Datenbank gesto\u00dfen. Diese Datenbank enth\u00e4lt Protokolle ab dem 16. M\u00e4rz 2020, wobei t\u00e4glich neue Daten einlaufen. Die Datenbank wird <a href=\"https:\/\/www.safetydetectives.com\/blog\/cam-leak-report\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> der Live-Streaming-Website f\u00fcr Erwachsene, CAM4.com, zugeordnet. Die Webseite geh\u00f6rt zum irischen Unternehmen Granity Entertainment.<\/p>\n<blockquote>\n<p>CAM4 ist eine \"Cam Model\"-Website mit Live-Streaming, die explizite Inhalte bietet, die nur f\u00fcr Erwachsene bestimmt sind. CAM4 wird vorwiegend von Amateur-Webcam-Darstellern verwendet. Dabei k\u00f6nnen die Kunden der Website virtuelle Token kaufen, mit denen sie die Darsteller f\u00fcr deren private Shows bezahlen. Berichten zufolge hat CAM4 seit seiner Gr\u00fcndung im Jahr 2007 mehr als 100 Millionen US-Dollar an Darstellerprovisionen ausgezahlt.<\/p>\n<\/blockquote>\n<h2>Die Surecom Corp-Verbindung<\/h2>\n<p>Die Ermittlung der Verantwortlichen war eine Art 'H\u00fctchenspiel' f\u00fcr die Sicherheitsforscher. Nachdem diese die offene Datenbank entdeckten und cam4.com zuordnen konnten, informierten sie deren Verantwortliche. Das Sicherheitsteam erhielt eine prompte Antwort mit dem Ratschlag, sich an eine andere Firma namens Smart-X.net zu wenden und diese zu informieren.<\/p>\n<p>Bei weiteren Nachforschungen stellte unser Team fest, dass beide Domains (CAM4.com und Smart-X.net) im Besitz der Muttergesellschaft Surecom Corp. sind. Es gibt verschiedene Firmen mit diesem Namen \u2013 eine ist auf einer niederl\u00e4ndischen Karibikinsel angesiedelt. Der Server wurde in den Niederlande gehostet, die Muttergesellschaft hat ihren Sitz in Irland. Damit sollten die Anbieter der DSGVO unterliegen.<\/p>\n<h2>Das Datenleck<\/h2>\n<p>Der nicht abgesicherte Elastic-Search-Server mit seiner Datenbank wurde von Mojohost B.v in den Niederlanden gehostet und wies 7 Terabyte Daten auf. Nach Angaben der Sicherheitsforscher, die die Datenbank einsehen konnten, waren Millionen Datens\u00e4tze mit sehr pers\u00f6nlichen Nutzerdaten ohne angemessene Sicherheitsma\u00dfnahmen \u00f6ffentlich einsehbar. Hier ein Auszug:<\/p>\n<ul>\n<li>Vor- und Nachnamen  <\/li>\n<li>E-Mail-Adressen  <\/li>\n<li>Herkunftsland  <\/li>\n<li>Anmeldedaten  <\/li>\n<li>Geschlechterpr\u00e4ferenz und sexuelle Orientierung  <\/li>\n<li>Informationen zum verwendeten Ger\u00e4t  <\/li>\n<li>Diverse Benutzerdetails wie gesprochene Sprache  <\/li>\n<li>Benutzernamen  <\/li>\n<li>Zahlungsprotokolle einschlie\u00dflich Kreditkartentyp, gezahlter Betrag und anwendbare W\u00e4hrung  <\/li>\n<li>Benutzer-Konversationen  <\/li>\n<li>Kopien der E-Mail-Korrespondenz  <\/li>\n<li>Gespr\u00e4che zwischen Benutzern  <\/li>\n<li>Chat-Protokolle zwischen Benutzern und CAM4  <\/li>\n<li>Token-Informationen  <\/li>\n<li>Passwort-Hashes  <\/li>\n<li>IP-Adressen  <\/li>\n<li>Protokolle zur Betrugserkennung  <\/li>\n<li>Spam-Erkennungsprotokolle<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insgesamt enthielt die Datenbank rund 11 Millionen Datens\u00e4tze E-Mails, wobei einige Eintr\u00e4ge mehrere E-Mail-Adressen von Benutzern aus mehreren L\u00e4ndern aufwiesen. Die Sicherheitsforscher haben die nachfolgende Aufschl\u00fcsselung nach L\u00e4ndern vorgenommen.  <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"CAM4-Datenleck nach L&auml;ndern\" alt=\"CAM4-Datenleck nach L&auml;ndern\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/N0Ettqz.jpg\"\/><br \/>(Quelle: Safety Detective)<\/p>\n<p>An der Spitze stehen die USA, Brasilien und Italien, gefolgt von Frankreich. Deutschland ist auch mit einer gro\u00dfen Anzahl an Datens\u00e4tzen dabei. UAE, Saudi Arabien und Iran sind, wegen deren Zensurma\u00dfnahmen, nicht vertreten \u2013 was erwartet war. <\/p>\n<p>Das Sicherheitsteam entdeckte au\u00dferdem 26.392.701 Eintr\u00e4ge mit Passwort-Hashes, wobei ein Teil der Hashes von CAM4.com-Benutzern und einige aus den Systemressourcen der Website stammten. Insgesamt fanden die Sicherheitsforscher \"ein paar hundert Eintr\u00e4ge\" mit vollst\u00e4ndigen Namen, Kreditkartentypen und Zahlungsbetr\u00e4gen. Die Kombination aller drei Datenpunkt ist kritisch \u2013 da Zahlungsbetr\u00e4ge mit vollst\u00e4ndiger Namensangabe ein gr\u00f6\u00dferes Sicherheitsrisiko darstellen. Die Leute sind erstens erpressbar und m\u00f6glicherweise lassen sich solche Informationen f\u00fcr Betr\u00fcgereien verwenden. <\/p>\n<p>Im Artikel legen die Sicherheitsforscher nicht offen, ob die Datenbank inzwischen offline ist oder weiterhin ungesch\u00fctzt per Internet erreicht werden kann. Jedenfalls d\u00fcrfte das f\u00fcr Betroffene der GAU in Sachen Datenschutz und Privatsph\u00e4re sein. Wie der Fall datenschutzrechtlich aufgegriffen wird, ist mir aktuell unbekannt. <\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/05\/05\/android-datenschutz-tresor-apps-stehlen-daten-und-fotos\/\">Android 'Datenschutz-Tresor'-Apps stehlen Daten und Fotos<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/05\/01\/fettes-datenleck-bei-franzsischer-zeitung-le-figaro\/\">Fettes Datenleck bei franz\u00f6sischer Zeitung Le Figaro<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/01\/29\/sicherheitsinformationen-28-januar-2020\/\">Sicherheitsinformationen (28. Januar 2020)<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/04\/23\/sicherheitsinfos-datenlecks-malware-schwachstellen-22-4\/\">Sicherheitsinfos: Datenlecks, Malware, Schwachstellen (23.4.)<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/10\/18\/cashback-seite-verrt-benutzerdaten\/\">Cashback-Seite verr\u00e4t Benutzerdaten<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/02\/12\/industrie-khlschrnke-mit-passwort-1234-abschaltbar\/\">Industrie-K\u00fchlschr\u00e4nke mit Passwort 1234 abschaltbar<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[English]Bei der Erotik-Live-Streaming-Website cam4.com gab es ein Datenleck. \u00dcber eine ungesch\u00fctzte Datenbank waren \u00fcber 10 Milliarden Datens\u00e4tze mit pers\u00f6nlichen Nutzerdaten wie vollst\u00e4ndiger Name, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Zahlungsprotokolle, Chats, Logs und vieles mehr einsehbar. 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