{"id":232664,"date":"2020-06-16T12:57:07","date_gmt":"2020-06-16T10:57:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=232664"},"modified":"2023-06-18T08:21:45","modified_gmt":"2023-06-18T06:21:45","slug":"die-deutsche-corona-warn-app-des-rki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/06\/16\/die-deutsche-corona-warn-app-des-rki\/","title":{"rendered":"Die (deutsche) Corona Warn-App des RKI"},"content":{"rendered":"<p>Die Nacht hat das Robert-Koch-Institut die Corona Warn-App f\u00fcr Android und iOS in den jeweiligen App-Stores freigegeben. Die App wurde im Auftrag der Bundesregierung entwickelt und soll in Deutschland Infektionsketten mit Coronavirus-Infektionen nachvollziehbarer machen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Die App im Play Store<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/5856c4036d074c489c9c0c48e5a947d6\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>F\u00fcr Nutzer mit einem Android-Smartphone steht die Corona Warn-App des RKI im Google Play Store kostenfrei zur Verf\u00fcgung. Die App besitzt die Version 1.0.0 und hat eine Gr\u00f6\u00dfe von 31 Megabyte. Um die App installieren zu k\u00f6nnen, ist aber Android 6.0 oder h\u00f6her auf einem Mobilger\u00e4t erforderlich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Corona Warn-App des RKI\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/MTwssvW.jpg\" alt=\"Corona Warn-App des RKI\" \/><br \/>\n(Corona Warn-App des RKI f\u00fcr Android)<\/p>\n<p>Die App war im Vorfeld der Freigabe durch den T\u00dcV und den Chaos Computer Club (CCC) gepr\u00fcft worden. heise hatte den Artikel <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/TUeV-Pruefung-der-Corona-App-Luecken-gefunden-Kritik-am-Veroeffentlichungstermin-4782537.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">T\u00dcV-Pr\u00fcfung der Corona-App: L\u00fccken gefunden, Kritik am Ver\u00f6ffentlichungstermin<\/a> dazu online gestellt, und den weiteren Beitrag <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/TUeV-Pruefung-der-Corona-App-App-soll-stabil-und-sicher-laufen-4782882.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">T\u00dcV-Pr\u00fcfung der Corona-App: App soll stabil und sicher laufen<\/a> nachgeschoben. Angesichts der Querelen im Vorfeld sollte das eine gute Botschaft sein, auch wenn auf <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20210605035557\/https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/corona-app-kritik-sicherheit-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">tagesschau.de<\/a> der Hinweis auf Kritik kommt. Dem Datenschutz scheint auf jeden Fall einiges an Aufmerksamkeit gewidmet worden zu sein. Was auch hervorzuheben ist: Die Verwendung dieser App ist freiwillig \u2013 aktuell kommt sie bereits auf mehr als 10.000 Downloads.<\/p>\n<blockquote><p>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber: Wer ein iOS-Ger\u00e4t besitzt, findet die betreffende App-Version im <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230614065809\/https:\/\/apps.apple.com\/de\/app\/corona-warn-app\/id1512595757\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apple-Store<\/a>. Dort gibt es sogar bereits die Version 1.0.2. Die App ist 18,9 MByte gro\u00df und erfordert iOS 13.5 oder neuer. Sie ist kompatibel mit dem iPhone.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht wurden die Corona-Warn-App durch das Robert Koch-Institut (RKI) als zentrale Einrichtung des Bundes im Bereich der \u00d6ffentlichen Gesundheit und als nationales Public-Health-Institut im Auftrag der deutschen Bundesregierung.<\/p>\n<h2>Wie die App funktioniert<\/h2>\n<p>Die App fungiert als digitale Erg\u00e4nzung zu Abstandhalten, Hygiene und Alltagsmaske. Wer sie nutzt, hilft, Infektionsketten schnell nachzuverfolgen und zu durchbrechen. Die App merkt sich dezentral die Begegnungen des Smartphone-Besitzers mit anderen Smartphone-Besitzern, die diese App ebenfalls installiert und aktiviert haben. Unter Android muss aber die Standortermittlung aktiviert sein (siehe auch <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Fragen-und-Antworten-zur-Corona-Warn-App-der-Bundesregierung-4784570.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>). Standortdaten scheinen aber, laut Quellcode, keine erhoben zu werden.<\/p>\n<p>Kommt es zu einer nahen Begegnung mit einer durch das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) infizierten Person, kann die App die jeweiligen Kontaktpersonen digital informieren. Die Information erfolgt also nur, wenn es Begegnungen mit nachweislich infizierten Personen (die werden \u00fcber die Gesundheits\u00e4mter eingespeist) hatten.<\/p>\n<p>Aus Datenschutzgr\u00fcnden vielleicht hervorzuheben: Dabei sammelt die App zu keiner Zeit Informationen zur Identit\u00e4t ihrer Nutzerinnen und Nutzer. Wer wir sind und wo wir sind, bleibt geheim \u2013 und unsere Privatsph\u00e4re bleibt gesch\u00fctzt.<\/p>\n<h2>Was man wissen sollte<\/h2>\n<p>Sind Benutzer unterwegs, sollte die Risiko-Ermittlung immer aktiviert sein. Denn sie ist das Herzst\u00fcck der Software. Wann immer sich Nutzerinnen und Nutzer begegnen, tauschen ihre Smartphones \u00fcber Bluetooth verschl\u00fcsselte Zufallscodes aus.<\/p>\n<p>Diese geben nur Auskunft dar\u00fcber, \u00fcber welche Dauer und mit welchem Abstand eine Begegnung stattfand. Welche Person sich hinter einem Code verbirgt, ist f\u00fcr niemanden nachvollziehbar. Die Corona-Warn-App erhebt keine Informationen \u00fcber den Ort der Begegnung oder den Standort der Nutzerinnen und Nutzer.<\/p>\n<p>Entsprechend der maximalen Corona-Inkubationszeit werden alle Zufallscodes, die ein Smartphone mit aktivierter App sammelt, f\u00fcr 14 Tage auf dem Smartphone gespeichert \u2013 und dann gel\u00f6scht. Nur wenn eine Person sich \u00fcber die App freiwillig als nachweislich infiziert meldet, erhalten daraufhin alle fr\u00fcheren Begegnungen eine Warnung auf ihr Smartphone. Wie bereits erw\u00e4hnt: Die Autorisierung der betreffenden Person erfolgt durch Gesundheits\u00e4mter \u2013 es kann also nicht jeder zum Spa\u00df eine Meldung \u00fcber eine Infektion absetzen.<\/p>\n<p>Niemand erf\u00e4hrt, wann, wo oder mit wem eine entsprechende Risiko-Begegnung stattfand. Die infizierte Person bleibt anonym. Mit der Benachrichtigung erhalten die betroffenen Nutzer\/-innen klare Handlungsempfehlungen. Wichtig: Auch die Daten der Benachrichtigten sind zu keiner Zeit einsehbar.<\/p>\n<h2>Datenschutz im Detail<\/h2>\n<p>Die Corona-Warn-App soll die Nutzer zwar t\u00e4glich begleiten. Sie wird kann aber niemandem verraten, wer diese Person ist. Der Datenschutz bleibt \u00fcber die gesamte Nutzungsdauer zu 100 Prozent gewahrt. Das sollen auch folgende Kriterien gew\u00e4hrleisten:<\/p>\n<ul>\n<li>Keine Anmeldung: Es m\u00fcssen keine E-Mail-Adresse und kein Name hinterlegt werden.<\/li>\n<li>Keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf Identit\u00e4ten: Bei einer Begegnung mit einem anderen Menschen tauschen die Smartphones nur Zufallscodes aus. Diese messen, \u00fcber welche Dauer und mit welchem Abstand ein Kontakt stattfand. Sie lassen aber keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf Personen und Standorte zu.<\/li>\n<li>Dezentrale Speicherung: Die Daten werden nur auf dem Smartphone gespeichert und nach 14 Tagen gel\u00f6scht.<\/li>\n<li>Keine Einsicht f\u00fcr Dritte: Sowohl die Personen, die eine nachgewiesene Infektion melden, als auch die Benachrichtigten sind nicht nachverfolgbar \u2013 nicht f\u00fcr die Bundesregierung, nicht f\u00fcr das Robert Koch-Institut, nicht f\u00fcr andere User und auch nicht f\u00fcr die Betreiber der App-Stores.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade der Punkt der dezentralen Speicherung ist wichtig, sah der erste (nach Kritik verworfene) Ansatz doch eine zentrale Speicherung vor. Die Kollegen von heise haben <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Neue-Corona-Warn-App-startet-zum-freiwilligen-Herunterladen-4784558.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesen Artikel<\/a> zur App und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Fragen-und-Antworten-zur-Corona-Warn-App-der-Bundesregierung-4784570.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diese FAQ<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Golem hat <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/app-stores-corona-warn-app-fuer-android-veroeffentlicht-2006-149103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> etwas \u00e4hnliches ver\u00f6ffentlicht. Einen europ\u00e4ische L\u00e4nder \u00fcbergreifenden Ansatz habe ich auf die Schnelle aber nicht erkennen k\u00f6nnen \u2013 in Grenzregionen und bei Auslandsreisen w\u00e4re so etwas aber hilfreich.<\/p>\n<p><strong>Erg\u00e4nzung:<\/strong> Leider hat man von den Projektverantwortlichen vers\u00e4umt, Domains, die vom Namen her irref\u00fchrend sein k\u00f6nnen, zu registrieren und so Missbrauch zu verhindern. Ich habe es im Blog-Beitrag\u00a0<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/06\/17\/corona-warn-app-vorsicht-vor-lookalike-fake-seiten\/\" rel=\"bookmark\">Corona-Warn-App: Vorsicht vor Lookalike-Fake-Seiten<\/a> thematisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht hat das Robert-Koch-Institut die Corona Warn-App f\u00fcr Android und iOS in den jeweiligen App-Stores freigegeben. 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