{"id":232803,"date":"2020-06-23T01:47:32","date_gmt":"2020-06-22T23:47:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=232803"},"modified":"2020-06-23T01:57:12","modified_gmt":"2020-06-22T23:57:12","slug":"oracle-bluekai-datenleck-bei-tracking-datenbank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/06\/23\/oracle-bluekai-datenleck-bei-tracking-datenbank\/","title":{"rendered":"Oracle BlueKai: Datenleck bei Tracking-Datenbank"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schutz.jpg\" width=\"40\" height=\"47\" align=\"left\" \/>[<a href=\"https:\/\/borncity.com\/win\/2020\/06\/23\/oracle-bluekai-datenleck-bei-tracking-datenbank\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">English<\/a>]Oracles Tochter BlueKai betreibt eine riesige Datenbank zum Nutzertracking \u00fcber die Cloud. Durch einen nicht abgesicherten Server ist jetzt das Ausma\u00df dieses Trackings sichtbar geworden. Millionen Benutzerdaten, teilweise als Personen identifizierbar, standen offen im Internet und zeigen, wie gl\u00e4sern Nutzer inzwischen sind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Hintergrund: BlueKai<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/0391f89669b6449d8fe246f0d13c18b6\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/BlueKai\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">BlueKai<\/a> ist eine Cloud-basierte Plattform f\u00fcr gro\u00dfe Datenmengen, und wurde 2008 von Omar Tawakol, Alexander Hooshmand und Grant Ries als Marketing-Tech-Start-up mit Sitz in Cupertino, Kalifornien, gegr\u00fcndet. 2014 hat Oracle etwa 400 Millionen Dollar hingebl\u00e4ttert, um BlueKai zu \u00fcbernehmen. Seitdem erm\u00f6glicht BlueKai es Unternehmen, Online-, Offline- und mobile Marketingkampagnen zu personalisieren.<\/p>\n<p>Dazu bietet das Unternehmen Datenerfassungsdienste f\u00fcr Dritte an. BlueKai sammelt die Daten von PC- und Smartphone-Nutzern, um das Anzeigenmarketing f\u00fcr ihre Kunden zu verbessern. Im\u00a0 Jahr 2015 verf\u00fcgte BlueKai \u00fcber etwa 700 Millionen verwertbare Profile.<\/p>\n<p>BlueKai hat mit Unternehmen wie Twitter und Facebook zusammengearbeitet, um die Relevanz der Anzeigen zu gew\u00e4hrleisten, die f\u00fcr die Nutzer dieser Unternehmen erscheinen. Andere Kunden und Websites, die die Dienste von BlueKai nutzen, sind Live.com, Huffingtonpost.com, Walmart.com, Vimeo.com, Microsoft.com und eBay.com.<\/p>\n<p>Als Datenerfassungsunternehmen sammelt BlueKai Informationen \u00fcber Nutzer, die im Web surfen. BlueKai behauptet zwar, keine sensiblen finanziellen Details, Material f\u00fcr Erwachsene oder Gesundheitsfragen zu sammeln. Das stimmt aber nicht und das Unternehmen steht diesbez\u00fcglich in der Kritik, weil die Nutzer das BlueKai-Angebot als Verletzung der Privatsph\u00e4re empfinden.<\/p>\n<p>Heute fungiert dieses Oracle-Angebot unter <a href=\"https:\/\/www.oracle.com\/de\/data-cloud\/products\/data-management-platform\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Oracle Data Management Platform<\/a> (Oracle DMP). Und das Unternehmen macht keinen Hehl, dass man Daten von Benutzern \u00fcber Ger\u00e4te trackt, um Werbekunden eine m\u00f6glichst zielgerichtete Werbung zu bieten. Also nichts anderes als das, was Facebook oder Google und viele Datensammler machen.<\/p>\n<h2>Das Datenleck bei BlueKai<\/h2>\n<p>K\u00fcrzlich stie\u00df der US-Sicherheitsexperte <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hak1mlukha\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anurag Sen<\/a> im Netz auf eine ungesch\u00fctzte Datenbank mit Milliarden von Nutzerdaten. Der Datenbankserver war falsch konfiguriert, wodurch die Daten ohne spezielle Berechtigungen einsehbar waren.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"en\">Exclusive: Oracle's BlueKai tracks millions around the web, collecting your browsing history, purchases, unsubscribes, and more.<\/p>\n<p>But a security lapse exposed that data \u2014 billions of records \u2014 in one of the biggest data incidents of the year.<a href=\"https:\/\/t.co\/VWOZLjdlSm\">https:\/\/t.co\/VWOZLjdlSm<\/a><\/p>\n<p>\u2014 TechCrunch (@TechCrunch) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/TechCrunch\/status\/1274055487517003778?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 19, 2020<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Sen hat seine Erkenntnisse nat\u00fcrlich Oracle mitgeteilt, die die Datenbank offline genommen haben. Sen hat aber auch Techcrunch informiert, die <a href=\"https:\/\/techcrunch.com\/2020\/06\/19\/oracle-bluekai-web-tracking\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier \u00fcber das Thema berichteten<\/a>. Damit r\u00fcckte die Information, dass die Oracle-Tochter Nutzer massive f\u00fcr Werbenetzwerke trackt, pl\u00f6tzlich ins Licht der \u00d6ffentlichkeit. Golem schreibt <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/oracle-tochter-bluekai-werbedatenbank-mit-milliarden-nutzerdaten-im-netz-2006-149204.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>,\u00a0 dass BlueKai zwar deutlich weniger als andere Anbieter wie Amazon, Facebook oder Google tracken (wobei Google gerade \u00fcber die Consent Management Platform 2.0 den Schritt vollzieht, dass der\u00a0 Nutzer explizit zustimmen muss). Aber BlueKai speichert auch Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und weitere personenbezogene Angaben wie Zahlungsvorg\u00e4nge, was durch das Datenleck bekannt wurde.<\/p>\n<p>BlueKai gibt zwar an, dass nur pseudonymisierte Daten in die Datenbank wandern \u2013 was suggeriert, dass die Nutzer nicht identifizierbar sind. Das trifft f\u00fcr die von Techchrunch eingesehenen Datenbest\u00e4nde aber wohl eher nicht zu. Dort waren sehr detaillierte Daten gespeichert. Als Beispiel wird ein\u00a0 deutscher Nutzer zitiert, der eine Prepaid-Geldkarte verwendet, um im April 2020 bei einem Sportwettenanbieter 10 Euro zu setzen. BlueKai speicherte dabei auch Name, Telefonnummer und Adressdaten.<\/p>\n<p>In der Datenbank finden sich auch Vorg\u00e4nge wie abbestellte Newsletter. Dort konnten die Sicherheitsforscher erkennen, dass ein Benutzer besonderes Interesse an elektronischen Ger\u00e4ten hatte. Sie iPhone war bez\u00fcglich iOS veraltet und h\u00e4tte ein Update ben\u00f6tigt.<\/p>\n<h2>Datenschutzrechtliche Fragen<\/h2>\n<p>Das Ganze wirft nat\u00fcrlich eine Reihe an datenschutzrechtlichen Fragestellungen auf. Diese Daten h\u00e4tten niemals ohne Zustimmung des Nutzers so gesammelt werden d\u00fcrfen. Das Datenleck als Folge eines falsch konfigurierten Servers ist ein meldepflichtiger Datenschutzvorfall. Unklar ist, ob Oracle bzw. die Tochter diese Vorfall den kalifornischen Beh\u00f6rden (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Children%E2%80%99s_Online_Privacy_Protection_Act\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">COPPA<\/a>) sowie den europ\u00e4ischen Datenschutzbeh\u00f6rden nach DSGVO innerhalb von 72 Stunden gemeldet hat. heise hat <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Oracle-Datenpanne-mit-Milliarden-Eintraegen-enthuellt-riesiges-Tracking-Netz-4790339.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> einen deutschsprachigen Beitrag zum Thema ver\u00f6ffentlicht, der auf den Aspekt, wie kritisch nicht-pseudonymisierte Rohdaten sein k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[English]Oracles Tochter BlueKai betreibt eine riesige Datenbank zum Nutzertracking \u00fcber die Cloud. Durch einen nicht abgesicherten Server ist jetzt das Ausma\u00df dieses Trackings sichtbar geworden. 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