{"id":233160,"date":"2020-07-07T06:38:54","date_gmt":"2020-07-07T04:38:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=233160"},"modified":"2024-04-08T20:10:42","modified_gmt":"2024-04-08T18:10:42","slug":"neues-zur-corona-warn-app-7-7-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/07\/07\/neues-zur-corona-warn-app-7-7-2020\/","title":{"rendered":"Neues zur Corona-Warn-App (7.7.2020)"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Corona-Warn-App steht ja seit 3 Wochen zur Verf\u00fcgung. Ich hatte im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/06\/16\/die-deutsche-corona-warn-app-des-rki\/\">Die (deutsche) Corona Warn-App des RKI<\/a> ausf\u00fchrlich dar\u00fcber berichtet und dort auch die Voraussetzungen sowie die Download-Links in die Stores von Apple und Google angegeben. Und es wurden erste Warnungen an Nutzer verschickt, die die App verwenden. Heute ein kleines Update zur Corona-Warn-App.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/c969a6f00d3340fe9d09c2284bd4afda\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Die Corona Warn-App wurde vom Robert-Koch-Institut f\u00fcr Android und iOS in den jeweiligen App-Stores freigegeben. Die App wurde im Auftrag der Bundesregierung entwickelt und soll in Deutschland Infektionsketten mit Coronavirus-Infektionen nachvollziehbarer machen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Corona Warn-App des RKI\" alt=\"Corona Warn-App des RKI\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/MTwssvW.jpg\"\/><br \/>(Corona Warn-App des RKI f\u00fcr Android)  <\/p>\n<p>Die App war im Vorfeld der Freigabe durch den T\u00dcV und den Chaos Computer Club (CCC) gepr\u00fcft worden. heise hatte den Artikel <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/TUeV-Pruefung-der-Corona-App-Luecken-gefunden-Kritik-am-Veroeffentlichungstermin-4782537.html\">T\u00dcV-Pr\u00fcfung der Corona-App: L\u00fccken gefunden, Kritik am Ver\u00f6ffentlichungstermin<\/a> dazu online gestellt, und den weiteren Beitrag <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/TUeV-Pruefung-der-Corona-App-App-soll-stabil-und-sicher-laufen-4782882.html\">T\u00dcV-Pr\u00fcfung der Corona-App: App soll stabil und sicher laufen<\/a> nachgeschoben.  <\/p>\n<h2>15 Millionen Downloads erreicht<\/h2>\n<\/p>\n<p>Es sieht so aus, als ob die f\u00fcr 20 Millionen Euro entwickelte App ein Erfolg wird. Das Robert-Koch-Institut ver\u00f6ffentlicht t\u00e4glich den Status zu SARS-CoV-2 und gibt auch die <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/WarnApp\/Warn_App.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">aktuellen Download-Zahlen<\/a> der App an. In nachfolgendem Tweet wird der Stand mit 15 Millionen Downloads zum 6. Juli 2020 angegeben.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Corona-Warn-App knackt 15 Millionen Downloads  <a href=\"https:\/\/t.co\/MwcuKE56pf\">https:\/\/t.co\/MwcuKE56pf<\/a><\/p>\n<p>\u2014 mobiFlip (@mobiFlip) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/mobiFlip\/status\/1280060087197892609?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 6, 2020<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script> <\/p>\n<p>Laut Bericht soll die App in den EU-Stores angeboten werden und l\u00e4sst sich offiziell in L\u00e4ndern wie Gro\u00dfbritannien, der Schweiz oder Norwegen herunterladen.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/CoronaWarnApp?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#CoronaWarnApp<\/a> jetzt in App bzw. Play Stores aller EU-Mitgliedsstaaten sowie Schweiz, Norwegen, Gro\u00dfbritannien verf\u00fcgbar. Weitere Informationen hier: <a href=\"https:\/\/t.co\/AGtO9rhgmE\">https:\/\/t.co\/AGtO9rhgmE<\/a><\/p>\n<p>Hier der aktuelle Stand der Download-Zahlen: <a href=\"https:\/\/t.co\/dnTCxwlfxu\">pic.twitter.com\/dnTCxwlfxu<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Robert Koch-Institut (@rki_de) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/rki_de\/status\/1280055018406764544?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 6, 2020<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script> <\/p>\n<p>Spannend ist, wie viele Leute die App einsetzen und wie diese App wirkt. Aktuell wurden ja erst wenige hundert Leute \u00fcber potentielle Kontakte mit Covid-19-Tr\u00e4gern informiert. Ich hatte im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/05\/12\/40-der-islnder-verwenden-coronavirus-app-nutzen-nahe-0\/\">40% der Isl\u00e4nder verwenden Coronavirus-App, Nutzen nahe 0<\/a> die Situation in Island erw\u00e4hnt, wo eine Stimme den Nutzen der App doch arg relativierte. Und Golem berichtet hier von einer 20%-Fehlquote in der Kontaktbestimmung, auf Grund der verwendeten Bluetooth-Standards. Hier schlage ich abwarten vor. <\/p>\n<p>H\u00e4ufig wird eine Durchdringung von 60% der Bev\u00f6lkerung durch die App genannt. Im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/senioren\/2020\/06\/10\/corona-app-auch-weniger-als-60-nutzer-hilft\/\">Corona-App: Auch weniger als 60% Nutzer hilft<\/a> hatte ich dann aber neue Erkenntnisse angesprochen. Denn die 60% sind wohl ein gro\u00dfes Missverst\u00e4ndnis, das auf eine falsche Interpretation einer Studie zur\u00fcck geht. Die Studienautoren haben dieses Missverst\u00e4ndnis jetzt <a href=\"https:\/\/www.research.ox.ac.uk\/Article\/2020-04-16-digital-contact-tracing-can-slow-or-even-stop-coronavirus-transmission-and-ease-us-out-of-lockdown\">aufgekl\u00e4rt<\/a>. Die Autoren der Oxford-Studie sch\u00e4tzen, dass pro zwei bis drei Nutzer der Corona-Warn-App eine Coronavirus-Infektion vermieden wird. Selbst wenn nur wenige Prozent der Bev\u00f6lkerung die App einsetzt, kann dies, in Kombination mit anderen Ma\u00dfnahmen, Infektionsketten unterbrechen und das Infektionsrisiko senken. Die Kollegen von heise haben <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Coronavirus-Apps-Weniger-als-60-Akzeptanz-reichen-fuer-effektiven-Einsatz-4777525.html\">hier<\/a> einen Artikel zu diesem Thema publiziert. <\/p>\n<h2>Update und Probleme<\/h2>\n<p>Generell scheint es, dass der praktizierte Datenschutz und die pers\u00f6nliche Betroffenheit die Akzeptanz der App <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Corona-Warn-App-Datenschutz-und-persoenliche-Betroffenheit-erhoehen-Akzeptanz-4799103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">erh\u00f6hen<\/a>. heise berichtet <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Probleme-mit-Dienst-Handys-Corona-App-laeuft-in-Ministerien-oft-nicht-4797431.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> aber, dass viele Mitarbeiter in Ressorts der Bundesregierung die Corona-Warn-App nicht verwenden k\u00f6nnen, da ihre dienstlichen Mobiltelefone nicht daf\u00fcr geeignet sind.<\/p>\n<p>Die erste Version der App hat einen Bug, der das Weiterz\u00e4hlen der Infizierten nach 14 Tagen einstellt. SAP hat daher die neue Version 1.0.3 (Android) und 1.0.4 (iOS)&nbsp; freigegeben. Die Zeit hat <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/2020-07\/corona-warn-app-sap-update-funktionsfaehigkeit-covid-19-kontaktverfolgung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> einige Details dazu ver\u00f6ffentlicht. Golem berichtet <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/trotz-updates-tagesanzeige-von-corona-app-verwirrt-nutzer-2007-149435.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> ebenfalls \u00fcber dieses Thema und auch \u00fcber auftretende Fehlermeldungen.<\/p>\n<h2>Chancen und Risiken der App<\/h2>\n<p>Mir ist Mitte Juni 2020 noch eine Analyse der Chancen und Risiken der Corona-Warn-App zugegangen. Ich stelle den Text hier einfach mal ein.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Chancen und Risiken der Corona-App<\/strong> <\/p>\n<p>Ein Q&amp;A mit Dr. Stefan Ried (Principal Analyst und IoT Practice Lead bei Cloudflight) und Dr. Berndt Pilgram (Senior Manager Advanced Analytics bei Infineon Technologies) <\/p>\n<p>Die Entwicklung einer Corona-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten ist derzeit in aller Munde. Google und Apple arbeiten daran, in ihre Smartphone-Betriebssysteme Android und iOS eine passende Schnittstelle einzubauen. Im Rahmen der von Cloudflight ins Leben gerufenen Webinar-Reihe <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220118050553\/https:\/\/de.cloudflight.io\/presse\/digital-leader-weekly-webinar-38478\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Digital Leader Weekly<\/a> erl\u00e4utern die beiden Experten Dr. Berndt Pilgram, Senior Manager Advanced Analytics bei Infineon Technologies, und Dr. Stefan Ried, Principal Analyst und IoT Practice Lead bei Cloudflight, Chancen und Risiken der App hinsichtlich Technologie, Verbreitung und Sicherheit.  <\/p>\n<p><strong>Welche Arten von Corona-Apps gibt es derzeit?<\/strong> <\/p>\n<p>Dr. Stefan Ried: Grunds\u00e4tzlich unterscheidet man drei Typen von Corona-Apps. Die Tracing-App gibt Aufschl\u00fcsse zu Infektionsketten, die Datenspende-App analysiert Statistiken \u00fcber den Gesundheitszustand der Bev\u00f6lkerung vollkommen anonym und die sogenannte Quarant\u00e4ne-App unterst\u00fctzt Menschen dabei, in der Quarant\u00e4ne zurechtzukommen. Wir konzentrieren uns in diesem Gespr\u00e4ch auf die Tracing-App, weil sie die Infektion am aktivsten vermeidet und datenschutztechnisch am heikelsten ist.  <\/p>\n<p>Das klingt so, als k\u00f6nnte es f\u00fcr die Nutzer schwierig werden, herauszufinden, welche App die richtige f\u00fcr sie ist. W\u00e4re es nicht sinnvoll, alle Funktionen in einer einzigen App zu konsolidieren? <\/p>\n<p>Dr. Stefan Ried: Auf den ersten Blick w\u00e4re das nat\u00fcrlich bequem. Ich w\u00fcrde aber gerade das nicht empfehlen, denn die drei genannten App-Typen machen sehr unterschiedliche Dinge. W\u00e4hrend viele B\u00fcrger vollkommen anonym und nicht nachverfolgbar beispielsweise ihre K\u00f6rpertemperatur t\u00e4glich dem Robert-Koch-Institut zur Verf\u00fcgung stellen m\u00f6chten, w\u00fcrde die fehlende R\u00fcckverfolgbarkeit dem Sinn einer Tracing-App komplett widersprechen. <\/p>\n<p>Dr. Berndt Pilgram: Ich kann Stefan nur zustimmen und m\u00f6chte noch hinzuf\u00fcgen, dass es bei einer Tracing-App sehr wichtig ist, den Nutzern Anonymit\u00e4t und Datensicherheit zu gew\u00e4hrleisten. Die Tracing-App \u00fcbermittelt \u00fcberhaupt keine Daten an zentrale Stellen, was sie wirklich sehr sicher macht. Es wird nur eine einzige offizielle Tracing-App f\u00fcr jedes Land geben. F\u00fcr Deutschland ist die offizielle Seite <a href=\"http:\/\/www.coronawarn.app\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.coronawarn.app<\/a>. Dort findet man die Links in die jeweiligen App-Stores. <\/p>\n<p>Herr Dr. Pilgram, Sie haben sich die verschiedenen technischen Ans\u00e4tze genauer angeschaut, um Infineon auf den Einsatz der App vorzubereiten. W\u00fcrden Sie uns bitte erl\u00e4utern, was es mit der Terminologie PEPP-PT und DP-3T auf sich hat? <\/p>\n<p>Dr. Berndt Pilgram: PEPP-PT steht f\u00fcr Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing und ist zur Entwicklung einer europ\u00e4ischen Software-Architektur f\u00fcr Corona-Contact-Tracing-Apps ins Leben gerufen worden. Im Gegensatz zum DP-3T, dem offenen Decentralised Privacy-Preserving Proximity Tracing mit dezentraler Datenspeicherung direkt auf dem Smartphone, werden beim PEPP-PT die Tracing-Kontakte zentral gespeichert. Die Architektur der deutschen Corona-App verarbeitet zentral lediglich Keys beziehungsweise TANs. Die gesamte Tracing-Information, also mit welchen anderen Personen beziehungsweise Keys man eine r\u00e4umliche N\u00e4he hatte, befindet sich nur auf dem Smartphone. Geo-Positionen werden weder ben\u00f6tigt noch gespeichert. <\/p>\n<p>(Details siehe: <a href=\"https:\/\/github.com\/corona-warn-app\/cwa-documentation\/blob\/master\/solution_architecture.md#introduction\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/github.com\/corona-warn-app\/cwa-documentation\/blob\/master\/solution_architecture.md#introduction<\/a>) <\/p>\n<p>Warum kommen diese Standards erst jetzt? H\u00e4tte man die Notwendigkeit einer solchen App nicht bereits fr\u00fcher vorhersehen k\u00f6nnen? <\/p>\n<p>Dr. Stefan Ried: Zun\u00e4chst bin ich sehr froh, dass wir auch im Gesundheitsministerium eine Diskussion zum Thema Technologie hatten und der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die zentralen Ans\u00e4tze, die anfangs sogar GPS-Tracing namentlich bekannter Personen vorsahen, komplett aufgegeben hat. Dieses Konzept h\u00e4tte voraussichtlich keine fl\u00e4chendeckende Akzeptanz gefunden. Leider haben wir insgesamt viel Zeit verloren. Wir h\u00e4tten auch schon vor Jahren auf Experten, beispielsweise aus Singapur, die bereits 2003 nach dem SARS-Virus Erkenntnisse gewonnen hatten, oder auf die Bill &amp; Melinda-Gates-Stiftung h\u00f6ren k\u00f6nnen, die eine weltweite Pandemie als eine der gr\u00f6\u00dften Bedrohungen der Menschheit vorhergesagt hat. Dann h\u00e4tte man die Tracing-App schon lange in der Schublade liegen. 2012 gab es von der Bundesregierung mit Unterst\u00fctzung des Robert-Koch-Instituts schon eine Modellrechnung zu einem ausgedachten Modi-SARS-Virus. Leider hatte daraus niemand eine digitale Konsequenz gezogen. Die Gesellschaft geht hoffentlich aus der Corona-Pandemie mit einem ganz anderen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Digitalisierung heraus. <\/p>\n<p>Google und Apple geben also neue APIs in ihren Betriebssystemen vor. Wird es dann viele verschiedene Apps zum Tracen geben? <\/p>\n<p>Dr. Stefan Ried: Nein, jeder Nutzer kann pro Land nur einer offiziellen App die Erlaubnis zum COVID-Bluetooth-Tracing geben. Die beiden Hersteller gehen davon aus, dass jedes Land genau deshalb nur eine einzige offizielle Tracing-App baut. Die Bundesregierung hat die Entwicklung einer Corona-Tracing-App an SAP und die Deutsche Telekom vergeben. Die Telekom, als einer der weltweit gr\u00f6\u00dften Abnehmer von Apple-Ger\u00e4ten sowie verschiedener Android-Smartphones, hat einen guten Draht zu Google und Apple. SAP hat jedoch haupts\u00e4chlich Erfahrung in B2B-Backend-Prozessen und weniger Expertise im Bereich mobiler Consumer-Apps. SAP hat aber inzwischen erfahrene Mobile-App-Developer agiler Partnerunternehmen in die Entwicklung einbezogen. Gl\u00fccklicherweise legt man einen gro\u00dfen Wert auf Usability und Aufkl\u00e4rung im Funktionsablauf, um eine gro\u00dfe Akzeptanz innerhalb der Bev\u00f6lkerung zu schaffen. <\/p>\n<p>Usability ist bekannterma\u00dfen keine der St\u00e4rken der offiziellen Corona-App in \u00d6sterreich. Neben der Entscheidung eines jeden B\u00fcrgers, die offizielle Tracing-App zu nutzen oder nicht, wird ein gro\u00dfes Unternehmen wie Infineon so eine App aktiv an seine Mitarbeiter empfehlen oder w\u00e4hrend der Arbeitszeit sogar verpflichtend vorschreiben? <\/p>\n<p>Dr. Berndt Pilgram: Bez\u00fcglich der mangelnden Usability muss ich Ihnen leider Recht geben. \u00d6sterreichs Stopp-Corona-App, die auch das dezentrale DP-3T-Protokoll unterst\u00fctzt, wird aber gl\u00fccklicherweise laufend weiterentwickelt und verbessert. Insbesondere werden dabei die Betriebssystem-Updates von iOS und Android ber\u00fccksichtigt, die eine sichere Bluetooth-Low-Energy-Datenverbindung f\u00fcr Proximity Tracing garantieren. Mit dem Zweck, korrekte Exposure Notifications zu erm\u00f6glichen, haben Google und Apple derzeit gemeinsam eine Schnittstelle \u2013 kurz API \u2013 f\u00fcr ihre Betriebssysteme iOS und Android definiert. Dadurch wird die Stopp-Corona-App richtig praxistauglich und kann hinsichtlich Datensicherheit, Anonymit\u00e4t und Datenschutz ohne Bedenken Mitarbeitern empfohlen werden.  <\/p>\n<p><strong>Wird es Enterprise-Versionen der App geben?<\/strong>  <\/p>\n<p>Dr. Stefan Ried: Nein, Apple und Google sehen vor, dass Nutzer lediglich eine Corona-Tracing-App ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Das ganze Tracing ist auch nur sinnvoll, wenn alle B\u00fcrger eines Landes die selbe App nutzen. Deshalb sollten Unternehmen die M\u00f6glichkeit nutzen, die Consumer-App auf \"Corporate Smartphones\" automatisch zu installieren und gegebenenfalls einzuschalten oder zu konfigurieren. Die Tracing-App tr\u00e4gt nur dann erheblich zur Unterbrechung der Infektionsketten bei, wenn sie sich schnell und fl\u00e4chendeckend verbreitet. Im Idealfall hat ein Nutzer die M\u00f6glichkeit, seinem Umfeld die App pers\u00f6nlich zu empfehlen. Alternativ k\u00f6nnen Gesch\u00e4fte am Eingang mit einem QR-Code auf die App hinweisen. Nur wenn es eine gro\u00dfe Kampagne gibt, entsteht ein gesellschaftlicher Imperativ, diese App tats\u00e4chlich zu nutzen. Auch das Weiterempfehlen und Weitergeben \u00fcber soziale Netze oder andere Proximity-Dienste, beispielsweise Apple Airdrop, sollte bald unterst\u00fctzt werden. Der Kampf gegen eine zweite Welle kann nur gewonnen werden, wenn sich die App schneller ausbreitet als das Virus. <\/p>\n<p><strong>Ist das Ganze denn auch sicher? Wo sehen Sie die Risiken?<\/strong> <\/p>\n<p>Dr. Berndt Pilgram: Auch wenn Datensicherheit, Anonymit\u00e4t und Datenschutz f\u00fcr den App-User gew\u00e4hrleistet sind, gibt es nat\u00fcrlich noch andere Aspekte, die die App v\u00f6llig nutzlos machen k\u00f6nnten. So k\u00f6nnen Fehlalarme, sogenannte False Positives, dem Benutzer einer Tracing-App eine Warnung melden, obwohl es keinen echten Kontakt mit einer infizierten Person gab. Ein anderer Aspekt ist die Meldung eines False Negatives, bei dem die Tracing-App einen Kontakt zu einer tats\u00e4chlich infizierten Person per Bluetooth nicht identifizieren kann. Ich bin mir aber sicher, dass in beiden F\u00e4llen bei entsprechender Datenlage \u00fcber eine l\u00e4ngere Nutzungsdauer eine Optimierung der Bluetooth-Kontakt-Kriterien \"Dauer\" und \"Abstand\" erreicht werden kann, um somit das Auftreten von False Positives und False Negatives zu vermeiden. Zudem erm\u00f6glicht uns der Open-Source-Ansatz Einblick in die Implementierung, sodass Verbesserungen selbst beigetragen werden k\u00f6nnen. Auch die serverseitige Software ist vollkommen transparent. <\/p>\n<p><strong>\u00dcber Cloudflight<\/strong> <\/p>\n<p>Cloudflight ist Anbieter von Digitalisierungsl\u00f6sungen innerhalb Europas. Mehr als 400 vision\u00e4re und qualifizierte IT-Strategen, Softwarearchitekten, Datenwissenschaftler, Cloud-Spezialisten und Berater arbeiten gemeinsam daran, die digitale Transformation voranzutreiben. Das Unternehmen wurde 2019 durch den Zusammenschluss von Catalysts, einem wegweisenden L\u00f6sungsanbieter f\u00fcr kundenspezifische Software und K\u00fcnstliche Intelligenz, und dem renommierten IT-Beratungs- und Analystenhaus Crisp Research gegr\u00fcndet. Durch die Kombination dieser Expertise bietet Cloudflight seinen Kunden ein ganzheitliches End-to-End-Serviceportfolio &#8211;&nbsp; von Individualsoftware-Entwicklung \u00fcber strategische Beratung bis hin zum Cloud-Betrieb. Weitere Informationen finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.cloudflight.io\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\" target=\"_blank\">www.cloudflight.io<\/a>.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/06\/16\/die-deutsche-corona-warn-app-des-rki\/\">Die (deutsche) Corona Warn-App des RKI<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/06\/17\/corona-warn-app-vorsicht-vor-lookalike-fake-seiten\/\">Corona-Warn-App: Vorsicht vor Lookalike-Fake-Seiten<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/06\/20\/10-millionen-downloads-der-corona-warn-app\/\">10 Millionen Downloads der Corona-Warn-App<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/06\/24\/corona-warn-app-erste-benachrichtigungen-verschickt\/\">Corona-Warn-App: Erste Benachrichtigungen verschickt<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/06\/28\/der-bund-klrt-die-5-irrtmer-zur-corona-warn-app\/\">Der Bund kl\u00e4rt die 5 Irrt\u00fcmer zur Corona-Warn-App<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Corona-Warn-App steht ja seit 3 Wochen zur Verf\u00fcgung. 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