{"id":237140,"date":"2020-11-01T07:31:55","date_gmt":"2020-11-01T06:31:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=237140"},"modified":"2023-07-02T22:40:21","modified_gmt":"2023-07-02T20:40:21","slug":"osb-alliance-nachhaltiger-open-source-einsatz-fr-die-digital-souverne-verwaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/11\/01\/osb-alliance-nachhaltiger-open-source-einsatz-fr-die-digital-souverne-verwaltung\/","title":{"rendered":"OSB Alliance: Nachhaltiger Open-Source-Einsatz f&uuml;r die digital souver&auml;ne Verwaltung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Linux.jpg\" width=\"64\" align=\"left\" height=\"76\"\/>Die einseitige Abh\u00e4ngigkeit von Software-Anbietern mit propriet\u00e4rem Gesch\u00e4ftsmodell beeintr\u00e4chtigt die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der Verwaltung \u2013 das geht aus dem Abschlussbericht einer vom Bundesinnenministerium bei PwC (PricewaterhouseCoopers) in Auftrag gegebenen Marktanalyse hervor. Die Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft empfiehlt deshalb den Einsatz von Open Source Software (OSS). Die OSB Alliance (Open Source Business Alliance e.V.) hat daher ein Positionspapier zum Einsatz von Open Source in der Verwaltung herausgegeben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Google, Amazon, Facebook: Setzen auf Open Source<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/98f83a161f9a4a3c8e114e4c80ad3440\" width=\"1\" height=\"1\"\/>In Deutschland herrscht h\u00e4ufig ein&nbsp; kritischer Blick auf die Erfolge von Facebook, Google oder Amazon, wobei diese Kritik eigentlich dem Gesch\u00e4ftsmodell gilt. Was man nicht aus dem Blick lassen sollte: Alle diese Unternehmen setzen f\u00fcr ihre Gesch\u00e4ftsprozesse auf Open Source, da herrscht keine Microsoft Windows\/Office-Monokultur und Abh\u00e4ngigkeit. Auch der Erfolg deutscher E-Commerce-Unternehmen wie etwa Zalando, Xing oder Immobilienscout24 ist eng mit dem Einsatz von Open Source Software verbunden. Denn Open-Source bildet die Grundlage f\u00fcr praktisch alles, was diese Unternehmen in ihren Rechenzentren nutzen. <\/p>\n<p>Und daf\u00fcr gibt es gute Gr\u00fcnde: Um innovationsf\u00e4hig zu bleiben, m\u00fcssen diese Unternehmen jederzeit Anpassungen an Code und Gesch\u00e4ftsmodellen vornehmen k\u00f6nnen. Um die angebotenen Dienste und gespeicherten Daten vor Angriffen zu sch\u00fctzen, m\u00fcssen sie zudem in der Lage sein, ihre Software vollst\u00e4ndig zu kontrollieren. Und sie d\u00fcrfen ihre Gesch\u00e4ftsmodelle nicht von den Lizenzkosten Dritter abh\u00e4ngig machen, denn nur so k\u00f6nnen auch langfristig immer neue attraktive Dienste zu sehr g\u00fcnstigen Konditionen oder f\u00fcr die Nutzer sogar kostenlos anbieten.<\/p>\n<h2>Innovationsf\u00e4higkeit von Wirtschaft und Staat<\/h2>\n<p>Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t ist inzwischen zwar im Mainstream angekommen. Auch wird der Einsatz von Open Source Software inzwischen als wichtiges Instrument begriffen, sich aus der Abh\u00e4ngigkeit von marktbeherrschenden Software-Herstellern zu befreien und selbstbestimmt und transparent mit Daten umgehen zu k\u00f6nnen. Das vor kurzem ver\u00f6ffentlichte Urteil des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs, nach dem das Privacy Shield-Abkommen der EU mit den USA f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt wurde, f\u00fchrt ein weiteres mal deutlich vor Augen, dass digitale Souver\u00e4nit\u00e4t nicht ein Wunschtraum sein darf, sondern erforderlich ist, um die klaren Regeln der Datenschutzgrundverordnung auch einhalten und durchsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber die starke Abh\u00e4ngigkeit von einigen gro\u00dfen Software-Anbietern gef\u00e4hrdet die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der Verwaltung. Das geht auch aus dem Abschlussbericht einer vom Bundesinnenministerium bei PwC (PricewaterhouseCoopers) in Auftrag gegebenen Marktanalyse hervor. Die Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft empfiehlt deshalb den Einsatz von Open Source Software (OSS). <\/p>\n<p>Dennoch tut sich gerade der \u00f6ffentliche Sektor zuweilen schwer, dieser Empfehlung zu folgen. Einerseits ergeben sich aus der teilweise jahrzehntelangen Bindung an Anbieter mit ihren geschlossenen IT-Systemen (Closed Source Software) starke Bindungseffekte, andererseits werden die verschiedenartigen und etwa vom Lizenzkauf h\u00e4ufig abweichenden Gesch\u00e4ftsmodelle der OSS Branche als Belastung empfunden oder gar falsch verstanden.<\/p>\n<p>Damit die Vorteile von Open Source Software erkannt und f\u00fcr die eigene IT genutzt werden k\u00f6nnen, ist es erforderlich, die anderen Ans\u00e4tze von Open Source Software zu verstehen und in Beschaffung und Betrieb zu integrieren. Der Open Source Weg bedeutet nicht nur Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Beschaffung selbst, sondern auch f\u00fcr die Umsetzung und den Betrieb von digitalen L\u00f6sungen in der \u00f6ffentlichen Verwaltung. <\/p>\n<h2>OSB Alliance f\u00fcr Open Source in der Verwaltung<\/h2>\n<p>Die Open Source Business Alliance ist der Bundesverband f\u00fcr digitale Souver\u00e4nit\u00e4t. Die OSB Allicance will dazu beitragen, dass das Potenzial von Open Source Software genutzt wird, um den Staat und seine Einrichtungen digital souver\u00e4ner zu machen. Um Beh\u00f6rden und Institutionen der \u00f6ffentlichen Verwaltung den Prozess der Umstellung auf Open Source Software zu erleichtern, hat die Open Source Business Alliance als Bundesverband f\u00fcr digitale Souver\u00e4nit\u00e4t ein Positionspapier Nachhaltiger Open Source Einsatz f\u00fcr die digital souver\u00e4ne Verwaltung ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Mit dem Dokument versucht die Open Source Business Alliance, bestehende Vorurteile auszur\u00e4umen und erkl\u00e4rt die verschiedenen Gesch\u00e4ftsmodelle im Open Source Bereich. Es wird ein grundlegendes Verst\u00e4ndnis vermittelt und es werden Hilfestellungen gegeben, wie Open Source Software im \u00f6ffentlichen Beschaffungsprozessen diskriminierungsfrei Ber\u00fccksichtigung finden kann. Nur so kann aus Sicht des Verbandes langfristig das immer bedeutender werdende Ziel einer digital souver\u00e4nen Verwaltung realisiert werden. <\/p>\n<blockquote>\n<p>Die OSB Alliance ist der Verband der Open Source Industrie in Deutschland. Dabei vertreten wir rund 170 Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 10.000 Mitarbeiter besch\u00e4ftigen und j\u00e4hrlich mehr als 1,7 Milliarden Euro erwirtschaften. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Anwenderorganisationen setzt sich die OSB Alliance daf\u00fcr ein, die zentrale Bedeutung von Open Source Software und offenen Standards f\u00fcr einen erfolgreichen digitalen Wandel im \u00f6ffentlichen Bewusstsein nachhaltig zu verankern. Dieser digitale Wandel soll Unternehmen, Staat und Gesellschaft gleicherweise zugutekommen. Zudem sollen Innovationen im Bereich Open Source vorangetrieben werden. Unser Ziel ist es, Open Source als Standard in der \u00f6ffentlichen Beschaffung und bei der Forschungs- und Wirtschaftsf\u00f6rderung zu etablieren. Denn Open Source und offene Standards sind zwingende Grundlagen f\u00fcr digitale Souver\u00e4nit\u00e4t, Innovationsf\u00e4higkeit und Sicherheit im digitalen Wandel und damit die Antwort auf eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen unserer Zeit.<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die einseitige Abh\u00e4ngigkeit von Software-Anbietern mit propriet\u00e4rem Gesch\u00e4ftsmodell beeintr\u00e4chtigt die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der Verwaltung \u2013 das geht aus dem Abschlussbericht einer vom Bundesinnenministerium bei PwC (PricewaterhouseCoopers) in Auftrag gegebenen Marktanalyse hervor. 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