{"id":237365,"date":"2020-11-08T00:05:00","date_gmt":"2020-11-07T23:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=237365"},"modified":"2022-07-29T14:20:54","modified_gmt":"2022-07-29T12:20:54","slug":"gebrauchtsoftware-verkufe-offenkundige-betrugsflle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/11\/08\/gebrauchtsoftware-verkufe-offenkundige-betrugsflle\/","title":{"rendered":"Gebrauchtsoftware-Verk&auml;ufe: Offenkundige Betrugsf&auml;lle"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Stop.jpg\" align=\"left\" \/>Nachdem ich gestern \u00fcber das 'Server-Wartungs-Virus' bei den Shops diverser Verk\u00e4ufer von Gebrauchtsoftware berichtete (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/11\/07\/exit-bei-gebrauchtsoftware-verkufern-lizengo-lizenzfuchs-co-offline\/\">Exit bei Gebrauchtsoftware-Verk\u00e4ufern? lizengo, Lizenzfuchs &amp; Co. offline<\/a>), jetzt noch ein Nachtrag. Einige Verk\u00e4ufer auf eBay wurden aktiv von meinen Kontakten wegen Betrugs 'eliminiert'. Und ich habe im Nachgang eine Information zur PID-\u00dcberpr\u00fcfung durch Microsoft von einem K\u00e4ufer einer angeblichen 'Office-Lizenz' erhalten. Hier ein kurzer \u00dcberblick.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/6f055b5155554d64bb8a073236bf024c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Ich hatte im Artikel <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/11\/07\/exit-bei-gebrauchtsoftware-verkufern-lizengo-lizenzfuchs-co-offline\/\">Exit bei Gebrauchtsoftware-Verk\u00e4ufern? lizengo, Lizenzfuchs &amp; Co. offline<\/a> ja angemerkt, dass der Verkauf von Gebrauchtsoftware samt Lizenzen legal abgewickelt werden kann. Aber es gibt im Internet einen riesigen Graubereich bzw. offenkundige Betrugsf\u00e4lle. Genau um diesen Sachverhalt geht es nachfolgend.<\/p>\n<h2>Offenkundige Betrugsf\u00e4lle<\/h2>\n<p>F\u00fcr meine Berichterstattung hier im Blog (siehe folgende Links) bin ich nat\u00fcrlich nicht als Testk\u00e4ufer unterwegs &#8211; das w\u00fcrde meine M\u00f6glichkeiten als Blogger doch etwas \u00fcbersteigen. Und offen gesagt, so weit geht meine Liebe zur Leserschaft dann doch nicht, viele hundert Euro f\u00fcr Testk\u00e4ufe von offenkundigen F\u00e4lschungen zu versenken. Ich berichte hier im Blog und gebe den Hinweis 'Finger weg', bekomme dann aber ggf. geharnischte Kommentare von Leuten, die sich angepisst f\u00fchlen, weil dieses 'sch\u00f6ne Gesch\u00e4ftsmodell, wo man billige Software kaufen kann' bekrittelt w\u00fcrde. Nun ja, wer sein Geld zum Fenster raus werfen oder \u00fcber den Tisch gezogen werden will, nur zu. Reisende soll man nicht aufhalten und Lemminge, die \u00fcber die Klippen springen, erst Recht nicht.<\/p>\n<p>Ich habe aber jemanden im Hintergrund, der in Sachen Testk\u00e4ufe unterwegs ist, weil er Software-Lizenzen f\u00fcr seinen Arbeitgeber beschafft. Es handelt sich als um gewerbliche Transaktionen, und nicht um einen der vielen Oberschlauen, der sich diebisch \u00fcber ein Software-Schn\u00e4ppchen bei eBay f\u00fcr seinen Privat-PC freut, obwohl er statt eines bald gesperrten Microsoft Office Keys f\u00fcr x Ocken im Grunde <a href=\"https:\/\/www.freeoffice.com\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Softmaker FreeOffice<\/a> gratis h\u00e4tte haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Quelle l\u00e4sst mir immer mal wieder Informationen zu Einzelf\u00e4llen zukommen (danke daf\u00fcr). Und da gibt es inzwischen noch eine Baustelle, die ich mal aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen hervor hole. Es geht um offenkundige F\u00e4lle von Betrug, wo Vollversionen von Microsoft-Produkten angeboten, aber F\u00e4lschungen verkauft wurden.<\/p>\n<h3>Verk\u00e4uferkonten nach offensichtlichem Betrug geschlossen<\/h3>\n<p>Es war wieder eine der regelm\u00e4\u00dfigen Mails meiner Quelle, die bei mir im Posteingang eintrudelte. Unter dem Betreff 'Eliminiert' schrieb mir die Quelle, dass ein eBay-Verk\u00e4ufer, bei dem er geordert hatte, die Segel gestrichen habe.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i.imgur.com\/EUPUCCH.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Geschlossenes eBay-Konto\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/EUPUCCH.jpg\" alt=\"Geschlossenes eBay-Konto\" width=\"650\" height=\"71\" \/><\/a><\/p>\n<p>(Geschlossenes eBay-Konto, <a href=\"https:\/\/i.imgur.com\/EUPUCCH.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zum Vergr\u00f6\u00dfern klicken<\/a>)<\/p>\n<p>Die Vorgehensweise meiner Quelle ist immer gleich: Diese grast das Web und Plattformen wie Amazon oder eBay nach Angeboten f\u00fcr neue und gebrauchte Software ab, um diese f\u00fcr den Arbeitgeber zu beschaffen. Dabei schaut sich die Quelle diese Angebote genau an, dokumentiert die Beschreibung und ordert Proben. Die Lieferung (bei angebotener 'Original-Software' meist mit DVD) wird anschlie\u00dfend inspiziert und \u00fcberpr\u00fcft. Inzwischen kann die Quelle die Datentr\u00e4ger sehr schnell als offensichtliche F\u00e4lschungen erkennen. Bei Lizenzkeys wird dann eine \u00dcberpr\u00fcfung im Volumenlizenzcenter vorgenommen. Dort l\u00e4sst sich sehr schnell feststellen, was mit der Lizenz los ist.<\/p>\n<p>Bis auf wenige Einzelf\u00e4lle handelt es sich bei den Angeboten um Produktf\u00e4lschungen oder um windige Volumenlizenzschl\u00fcssel, die keine Software-Lizenz begr\u00fcnden. Die Quelle gibt dem H\u00e4ndler Gelegenheit zur Nachbesserung und reicht Beschwerde bei den Verkaufsplattformen ein. Zudem gibt es eine Anzeige wegen Betrugs.<\/p>\n<p>In obigem Fall hat der seit Februar 2012 bei eBay gemeldete H\u00e4ndler originalmutisofts wohl seine Segel bei eBay gestrichen. Ausweislich der mir vorliegenden Informationen hatte der Verk\u00e4ufer versucht, der Institution meiner Quelle 50 Raubkopien von Office 2019 zu verkaufen.<\/p>\n<p>Mein Fazit: Ein Gro\u00dfteil der Angebote auf diesen Verkaufsplattformen sind offenkundige F\u00e4lschungen. K\u00e4ufer, die dort wegen billig zuschlagen, k\u00f6nnen ihr Geld genau so gut zum Fenster raus werfen. Ein No-Go im \u00f6ffentlichen und gewerblichen Bereich &#8211; Privatnutzer k\u00f6nnen dagegen auch das Fenster \u00f6ffnen und ihr Geld auf die Stra\u00dfe werfen &#8211; hat den gleichen Effekt, denn die Kohle ist weg f\u00fcr n\u00fcscht.<\/p>\n<h3>Verk\u00e4ufer leistet Schadensersatz<\/h3>\n<p>Inzwischen nutzt meine Quelle noch einen anderen Hebel, um betr\u00fcgerische H\u00e4ndler an die Kandarre zu nehmen. Sobald ein Testkauf offensichtlich nicht die beim Kauf zugesicherten Eigenschaften aufweist (bei Volumenlizenzkeys ohne Dokumentation der Lizenzkette praktisch immer der Fall), gibt es eine Forderung zur Nachbesserung und Androhung von Schadensersatz wegen nicht Erf\u00fcllung des Vertrags.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i.imgur.com\/Eix9IxZ.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" title=\"Schadensersatzforderung wegen Plagiat\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/Eix9IxZ.png\" alt=\"Schadensersatzforderung wegen Plagiat\" width=\"640\" \/><\/a><br \/>\n(Schadensersatzforderung wegen Plagiat, <a href=\"https:\/\/i.imgur.com\/Eix9IxZ.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zum Vergr\u00f6\u00dfern klicken<\/a>)<\/p>\n<p>Nach einem Testkauf, bei dem wohl ein Plagiat der angebotenen Software geliefert wurde, ging diese Warensendung zur \u00dcberpr\u00fcfung an Microsoft. Sobald feststand, dass eine F\u00e4lschung vorlag, wurde dem Verk\u00e4ufer per Einschreiben eine Frist zur Nachbesserung und Lieferung einer m\u00e4ngelfreien Ware gesetzt. Da diese Frist ergebnislos verstrich, wurde dann ein (moderater) Schadensersatz von um die 100 Euro geltend gemacht (siehe obiger Ausriss des Schreibens. Vor einigen Tagen meldete die Quelle:<\/p>\n<blockquote><p>Der Typ, der mir das Plagiat verkauft hat, hat mir nach Anzeige und nicht erf\u00fcllter Nachfrist gestern die 101 Euro \u00fcberwiesen (also Schadensersatz statt Leistung).<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen den Leuten Mut machen, Plagiate jetzt auch zu melden!<\/p><\/blockquote>\n<p>Der H\u00e4ndler hat also den geforderten Schadensersatz gezahlt. Angesichts einer Einnahme von 25 Euro f\u00fcr den Verkauf ist das f\u00fcr den H\u00e4ndler ein Zusatzgesch\u00e4ft. Wenn da 80% der K\u00e4ufer diesen Weg gehen, ist das Angebot schnell weg vom Markt.<\/p>\n<h2>Noch ein Plagiat<\/h2>\n<p>Dann gab es noch Blog-Leser Daniel H., der sich Mitte August 2020 bei mir gemeldet hatte, weil seine Office-Lizenz, die er bei blitzhandel24 gekauft hatte, pl\u00f6tzlich in ein Office 365-Abo umgewandelt und dann gesperrt worden war. Er kam nicht mal mehr an seine online gespeicherten Daten heran. Ich hatte das im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/08\/18\/falle-office-365-business-microsoft-365-app-abonnement-vom-reseller-teil-11\/\">Falle: Office 365 Business\/Microsoft 365-app-Abonnement vom 'Reseller'<\/a> \u2013 Teil 11\u00a0 thematisiert und dem Blog-Leser einige Informationen zukommen lassen.<\/p>\n<blockquote><p>Von Blog-Lesern wurde ich seinerzeit auf eine Falle in diesem Konstrukt aufmerksam gemacht. Windige H\u00e4ndler k\u00f6nnten bei Microsoft ein Konto aufmachen und Testlizenzen f\u00fcr Office 365-Installationen samt Keys generieren. Diese Keys anschlie\u00dfend schnell verticken und das Testkonto auslaufen lassen (passiert, wenn der H\u00e4ndler nicht zahlt). Die ahnungslosen K\u00e4ufer der vermeintlichen Office 365-Lizenzen schauen dann bl\u00f6d aus der W\u00e4sche, wenn diese Kopie gesperrt wird und der H\u00e4ndler \u00fcber alle Berge ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Daniel hatte mir dann noch die Information zukommen lassen, dass Microsoft zumindest das Konto zum Downloaden der Dateien f\u00fcr 14 Tage freigeschaltet habe. Er hat dann auf mein Anraten eine Echtheits\u00fcberpr\u00fcfung (PID-Check) bei Microsoft durchf\u00fchren lassen. Zum 5. Oktober 2020 lie\u00df er mir das Ergebnis der Echtheits\u00fcberpr\u00fcfung\u00a0 durch die von Microsoft beauftragte creakom GmbH zukommen.<\/p>\n<blockquote><p>Wir danken lhnen f\u00fcr lhre Einsendung.\u00a0 lhrem\u00a0 Schreiben vom 09.09.2020 sowie den von lhnen beigef\u00fcgten Unterlagen entnehmen\u00a0 wir, dass Sie f\u00fcr den am 04.11.2018\u00a0 bei der MSOfficehandel\u00a0 UG (,,Blitzhandel}A.de\"), Jahnstr. 1,31162 Bad Salzdetfurth,\u00a0 bestellten\u00a0 Artikel ,,Microsoft Office\u00a0 365 Pro PIus Account, 5 Ger\u00e4te\u00a0 &#8211;\u00a0 PC, MAC, Tablet Lifetime Multilanguage\"\u00a0 am24.08.2020\u00a0 alsAustausch den Artikel,,Vollversion Office 2019 Standard\" erhalten haben. Soweit f\u00fcr uns auf Basis der von lhnen zur Verf\u00fcgung gestellten Unterlagen ersichtlich,\u00a0 lie\u00df lhnen die MSOfficehandel\u00a0 UG per E-Mail das Folgende zukommen:<\/p><\/blockquote>\n<p>Dann werden die Daten (Key, und Link zum Herunterladen der Software) genannt. Fazit der Pr\u00fcfung durch die creakom:<\/p>\n<blockquote><p>Auch\u00a0 unter Ber\u00fccksichtigung\u00a0 dessen, dass Erwerber einer sog. ,,gebrauchten\"\u00a0 Kopie eines Computerprogramms\u00a0 unter bestimmten Voraussetzungen\u00a0 ein gesetzliches\u00a0 Recht zur lnstallation und Nutzung des Computerprogramms erlangen\u00a0 k\u00f6nnen\u00a0 (siehe hierzu unten unter Punkt 3.), wird allein durch die vorgelegten\u00a0 Unterlagen\u00a0 und den \u00fcbersandten Product Key nicht belegt,\u00a0 dass Sie Rechte\u00a0 zur Nutzung des entsprechenden\u00a0 Computerprogramms erlangt haben. lm Einzelnen:<\/p>\n<p>1. Microsoft Computerprogramme sind urheberrechtlich gesch\u00fctzt und d\u00fcrfen nur genutzt werden, wenn zuvor ein entsprechendes Nutzungsrecht erworben wurde. Ein solches Nutzungsrecht kann sich aus einer vertraglichen Lizenz oder aus dem Gesetz ergeben (bspw. \u00a7 69d UrhG im Falle des Erwerbs bestimmter ,,gebrauchter\" Programmkopien). Dabei gilt der rechtliche Grundsatz, dass jeder, der behauptet ein Nutzungsrecht erworben zu haben, den Erwerb der Rechte konkret darlegen und beweisen muss (OLG Frankfurt, Urteil vom 18.05.201 0; Az. 11 U 69\/09, ver\u00f6ffentlicht in MMR 2010,621; Schulze in: Dreier\/Schulze, Urheberrechtsgesetz, 6. Auflage, \u00a7 31 UrhG, Rn. 24)<\/p>\n<p>2. Ein Microsoft Product Key verk\u00f6rpert kein Nutzungsrecht, keine ,,Lizenz\" an einem Computerprogramm (OLG M\u00fcnchen Urteil vom 01 062017 Az 29 U 2554\/16, CR2017, 495 &#8211; rechtskr\u00e4ftig). Er dient lediglich dazu, dass derjenige Kunde, der bereits ein Nutzungsrecht f\u00fcr ein Microsoft-Computerprogramm erhalten hat, dieses Computerprogramm installieren und aktivieren, d.h. faktisch dauerhaft nutzbar machen kann. Daher leitet sich die ,,Berechtigung zur Nutzung des Computerprogramms [&#8230;] nicht aus dem [&#8230;] Produktschl\u00fcssel ab; dieser ist vielmehr &#8211; einem Fohrzeugschl\u00fcssel vergleichbar &#8211; lediglich ein technisches Mittel, um das erworbene Computerprogramm dauerhaft zu nutzen\" (BGH, Urteil vom 23.01.2019, Az. 5 StR 479\/18, unter Verweis auf das vorgenannte Urteil des OLG M\u00fcnchen). Durch die Weitergabe (Verkauf) eines blo\u00dfen Product Keys k\u00f6nnen folglich auch keine Nutzungsrechte an einem Computerprogramm einger\u00e4umt oder \u00fcbertragen werden (OLG M\u00fcnchen, a.a.O.).<br \/>\nAus diesem Grund haben die Oberlandesgerichte M\u00fcnchen und Frankfurt am Main H\u00e4ndlern den Verkauf blo\u00dfer Product Keys f\u00fcr Microsoft-Computerprogramme untersagt (OLG M\u00fcnchen, Urteil vom 22.09.2016, Az.29U 3449\/15 &#8211; rechtskr\u00e4ftig; OLG M\u00fcnchen, a.a.O. &#8211; rechtskr\u00e4ftig sowie OLG Frankfurt am Main, Urteilvom 05.04.2016 in einem einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahren,\u00a0 Az. 11 U 113\/15). Aus dem blo\u00dfen Vorhandensein eines Product Keys ergibt sich im \u00dcbrigen nicht, dass ein Nutzer \u00fcber die erforderlichen Rechte zur Nutzung eines Computerprogramms verf\u00fcgt. Das OLG M\u00fcnchen hat hierzu in dem erw\u00e4hnten Urteil vom 01.06.2017 (CR 2017,495) ausgef\u00fchrt (Hervorhebung nur hier):<\/p>\n<p>,,Zur Vervielf\u00f6ltigung des Computerprogramms sind die Kunden nicht berechtigt; insbesondere ergibt sich die Berechtigung zum Vervielf\u00f6ltigen des Programms nicht aus \u00a7 69d Abs. 1 UrhG. Der Beklagte und die Kunden k\u00f6nnen sich weder auf Ersch\u00f6pfung<br \/>\nnoch auf einen vertraglich abgeleiteten Erwerb berufen. Die Product Keys selbst stellen keine Lizenzen dar.<br \/>\nt&#8230;1<br \/>\nSchlie\u00dflich stellen auch die Product Keys selbst keine \"Lizenzen\" dar, die Nutzungs- und Vervielf\u00e4ltigungsrechte on dem streitgegenst\u00f6ndlichen Computerprogramm einr\u00e4umen k\u00f6nnten.\"<\/p>\n<p>3. [&#8230;]<\/p><\/blockquote>\n<p>Oder in Kurz: Der K\u00e4ufer hat sein Geld zum Fenster heraus geworfen, er hatte nie eine Lizenz zur Nutzung des Produkts. Da er im gewerblichen Bereich arbeitet, k\u00f6nnte er &#8211; wie in obigem Fall &#8211; jetzt Schadensersatz beanspruchen. Die obigen F\u00e4lle zeigen: Das Ganze ist ein Haifischbecken, in dem Lug und Betrug wohl an der Tagesordnung sind.<\/p>\n<p>Ja, es gibt sie, die seri\u00f6sen H\u00e4ndler von Gebrauchtsoftware, die aber f\u00fcr Privatleute und kleine Firmen faktisch nicht identifizier- und nutzbar sind (die wickeln nur Massengesch\u00e4fte ab). Mein Rat: Lasst die Finger von diesem Zeugs &#8211; und falls der Preis f\u00fcr Original-Software von Microsoft, Adobe etc. schmerzt: Es gibt Open Source-Produkte, die sind sogar kostenlos.<\/p>\n<h2>Negativbeispiel Groupon<\/h2>\n<p>Kleine Erg\u00e4nzung: Blog-Leser Ralf M. hat mich per Mail noch auf einen negativen Fall aufmerksam gemacht.<\/p>\n<blockquote><p>Davon unbeeindruckt scheint Groupon weiterhin seine Deals mit SOFTWERK.online zu machen.<br \/>\n<a class=\"moz-txt-link-freetext\" href=\"https:\/\/www.groupon.de\/goods\/buero-und-business\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">B\u00fcro &amp; Business<\/a><br \/>\n<a class=\"moz-txt-link-freetext\" href=\"https:\/\/www.groupon.de\/deals\/microsoft-office-2019-home-student-6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Microsoft Office 2019 Home &amp; Student als Download<\/a><\/p>\n<p>Allein beim Namen softwerk.online, der eine deutsche Firma suggeriert, bekomme ich schon &#8230;.<\/p><\/blockquote>\n<p>Geht man auf das <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20210805101234\/https:\/\/www.softwerk.online\/impressum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Impressum von Softwerk,<\/a> taucht eine <em>Spieleheld Limited<\/em> mit Sitz in Hongkong auf. Wie meint Ralf in seiner Mail: Das Impressum sagt dann schon alles. Wieder ein anderer Firmenname und der Hohn ist die \"Alternative Streitbeilegung\".<\/p>\n<blockquote><p>Scheint generell ein sehr lohendes Gesch\u00e4ft zu sein. Ich habe hier im Postfach noch die Anfrage eines solchen H\u00e4ndlers (LicenseQueen) stecken. 50 Euro Durchschnittswert im Warenkorb, 15 % Provision, 25% Konversionsrate -&gt; da l\u00e4ufst Du nur noch mit Dollar-Zeichen in den Augen herum &#8230; aber ich habe locker widerstanden ;-).<\/p>\n<p>PS: Einfach zur Information. Sollte zum Beitrag trotzdem Werbung f\u00fcr solche Anbieter kommen, kann ich nichts daf\u00fcr. Ich stelle hier im Blog Werbefl\u00e4chen (wie Litfasss\u00e4ulen) bereit. Da kann f\u00fcr Damenbinden, Schwangerschaftskurse, Yoga oder eben f\u00fcr Gebrauchtsoftware geworben werden. Das kann ich nicht beeinflussen &#8211; ich habe nur Kasino- und Gl\u00fcckspielseiten, Erotik, Esoterik und einige wenige andere Genres blockieren lassen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Artikelreihe:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/08\/06\/edeka-lizengo-und-die-verkauften-microsoft-lizenzen-teil-1\/\">Edeka, lizengo und die verkauften Microsoft-Lizenzen<\/a> \u2013 Teil 1<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=221356\">Fallen beim Online-Softwarekauf<\/a> \u2013 Teil 2<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=221369\">Fallen beim Online-Softwarekauf: Lizenzh\u00fcrden<\/a> \u2013 Teil 3<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/08\/09\/fallen-beim-online-softwarekauf-teil-4\/\">Fallen beim Online-Softwarekauf: Die Lizenzfrage<\/a>\u00a0 \u2013 Teil 4<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=222860\">Falle: Billige Software-Lizenzen \u2013 neue Erkenntnisse<\/a> \u2013 Teil 5<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/09\/27\/inkassoforderung-nach-kauf-am-amazon-marketplace-teil-6\/\">Falle: Inkassoforderung nach Kauf von Gebrauchtsoftware im Amazon Marketplace<\/a>\u00a0 \u2013 Teil 6<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=223188\">Fallen beim Online-Softwarekauf: Neue Erkenntnisse<\/a> \u2013 Teil 7<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/10\/07\/neues-zu-fallen-bei-office-lizenzen-bei-edeka\/\">Neues zu Fallen bei (Office-)Lizenzen bei Edeka<\/a> \u2013 Teil 8<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/10\/17\/microsoft-klagt-gegen-lizengo-wegen-billig-lizenzen-teil-9\/\">Microsoft klagt gegen lizengo wegen 'Billig-Lizenzen'<\/a> \u2013 Teil 9<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=224519\">Billig-Lizenzen: Neues zu lizengo, Edeka und Microsoft<\/a> \u2013 Teil 10<br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/08\/18\/falle-office-365-business-microsoft-365-app-abonnement-vom-reseller-teil-11\/\">Falle: Office 365 Business\/Microsoft 365-app-Abonnement vom 'Reseller'<\/a> \u2013 Teil 11<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/08\/24\/hausdurchsuchung-beim-gebrauchtsoftware-hndler-lizengo\/\">Hausdurchsuchung beim Gebrauchtsoftware-H\u00e4ndler lizengo<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/11\/05\/lizengo-seit-31-10-2020-offline-was-ist-da-los\/\">lizengo seit 31.10.2020 offline, was ist da los?<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/11\/07\/exit-bei-gebrauchtsoftware-verkufern-lizengo-lizenzfuchs-co-offline\/\">Exit bei Gebrauchtsoftware-Verk\u00e4ufern? lizengo, Lizenzfuchs &amp; Co. offline<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich gestern \u00fcber das 'Server-Wartungs-Virus' bei den Shops diverser Verk\u00e4ufer von Gebrauchtsoftware berichtete (siehe Exit bei Gebrauchtsoftware-Verk\u00e4ufern? lizengo, Lizenzfuchs &amp; Co. offline), jetzt noch ein Nachtrag. Einige Verk\u00e4ufer auf eBay wurden aktiv von meinen Kontakten wegen Betrugs 'eliminiert'. Und &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/11\/08\/gebrauchtsoftware-verkufe-offenkundige-betrugsflle\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7459],"tags":[4293,3836],"class_list":["post-237365","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-software","tag-allgemein","tag-software"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=237365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237365\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=237365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=237365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=237365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}