{"id":247578,"date":"2021-02-09T10:24:13","date_gmt":"2021-02-09T09:24:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=247578"},"modified":"2022-08-12T23:18:25","modified_gmt":"2022-08-12T21:18:25","slug":"bundesministerien-2020-wurden-178-millionen-euro-fr-microsoft-software-ausgegeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/02\/09\/bundesministerien-2020-wurden-178-millionen-euro-fr-microsoft-software-ausgegeben\/","title":{"rendered":"Bundesministerien: 2020 wurden 178 Millionen Euro f&uuml;r Microsoft-Software ausgegeben"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" alt=\"\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/DNxhm89.jpg\"\/>Eigentlich sollen die Ministerien der Bundesrepublik Deutschland ja unabh\u00e4ngiger von bestimmten Software-Anbietern werden &#8211; so zumindest eine Strategieempfehlung. Jetzt hat eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag offen gelegt, was im Haushaltsjahr 2020 an Zahlungen f\u00fcr Software (wohl Lizenzen) an die US-Firma Microsoft angefallen ist. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Lizenzen: 177,5 Millionen f\u00fcr Microsoft<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/467de633990548f4bc6fd3bd582da51b\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Die Anfrage der Linksfraktion im Bundestag an die Bundesregierung hat ergeben, dass die die Bundesministerien im Haushaltsjahr 2020 rund 178,5 Millionen Euro f\u00fcr Softwarelizenzen, Cloud- und Serverdienste an Microsoft gezahlt haben. Ich gehe davon aus, dass dies aber nur die Spitze des Eisbergs ist, denn manche Dienststelle wird da noch eigene Beschaffungswege nutzen.<\/p>\n<p>Im Vergleich: SPON gibt <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/microsoft-bundesministerien-kauften-software-fuer-178-millionen-euro-a-00000000-0002-0001-0000-000175196794\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> f\u00fcr 2015 bezifferte die Bundesregierung die Lizenzausgaben, die an Microsoft geflossen sind, auf 43,5 Millionen Euro. Und noch eine Fu\u00dfnote: F\u00fcr 2019 waren urspr\u00fcnglich gerade einmal 57,2 Millionen veranschlagt. Nach einem Kassensturz waren es tats\u00e4chlich 177,2 Millionen. L\u00e4sst f\u00fcr mich den Schluss zu, dass die obigen 177,2 Millionen nicht der wirkliche Wert sind. <\/p>\n<h2>Digitale Unabh\u00e4ngigkeit Schall und Rauch<\/h2>\n<p>Die obigen Zahlen bekommen ein besonderes Gewicht, wenn man wei\u00df, dass die Ministerien der Bundesrepublik Deutschland von bestimmten Software-Anbietern ja unabh\u00e4ngiger werden sollen. Im Jahr 2019 wurde eine, im Auftrag des Bundesinnenministeriums angefertigte, Analyse der Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft PwC \u00f6ffentlich, die \"dringenden Handlungsbedarf\" anmahnte. <\/p>\n<p>Der Abschlussbericht <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220525093714\/https:\/\/www.cio.bund.de\/SharedDocs\/Publikationen\/DE\/Aktuelles\/20190919_strategische_marktanalyse.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Strategische Marktanalyse zur Reduzierung von Abh\u00e4ngigkeiten von einzelnen Software-Anbietern<\/a> benennt die Dinge schonungslos. Hier ein Auszug aus der Kurzfassung:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die Bundesverwaltung setzt an vielen Stellen Standard-Produkte von kommerziellen Software-Anbietern ein. <em>Einige dieser Anbieter scheinen ihre Angebotsmacht zu ihrem Vorteil zu nutzen<\/em> und Anforderungen ihrer Kunden, z. B. das erh\u00f6hte Bed\u00fcrfnis nach Informationssicherheit im \u00f6ffentlichen Sektor, nicht bzw. nur unzureichend zu adressieren. Dies kann die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der Verwaltung gef\u00e4hrden und besch\u00e4ftigt nicht nur Bund und L\u00e4nder hierzulande (z. B. Schleswig-Holstein), sondern ist auch in anderen Nationen Thema (z. B. K\u00f6nigreich der Niederlande, Republik Korea). <\/p>\n<p>F\u00fcr die Bundesverwaltung ist die kurzfristige Untersuchung der Abh\u00e4ngigkeiten von SoftwareAnbietern unabdingbar, um geeignete Schritte zur Wahrung der digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t einzuleiten. Zudem wird durch das Projekt \u201eIT-Konsolidierung Bund\" das Software-Portfolio der Bundesverwaltung mit dem verst\u00e4rkten Einsatz von Standard-Produkten zunehmend zentralisiert. Dieser Prozess droht die Situation weiter zu versch\u00e4rfen, bietet aber zugleich eine g\u00fcnstige Gelegenheit, die Entwicklung und den Einsatz von Software gezielt zu steuern sowie bestehende Abh\u00e4ngigkeiten zu reduzieren. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Aktuell scheint es ja so zu sein, dass das Projekt <em>IT-Konsolidierung Bund<\/em> auf der Kriechspur l\u00e4uft und selbst dessen Umsetzung nicht mehr sicher ist. Die Kollegen von Golem haben Anfang Januar 2021 <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/it-konsolidierung-bund-braucht-sechs-jahre-laenger-fuer-neue-it-systeme-2101-153173.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesen Artikel<\/a> mit dem neuesten Stand ver\u00f6ffentlicht. High Tech-Standort Deutschland nicht nur in Fragen zur Bew\u00e4ltigung der Corona-Pandemie sondern auch in der Digitalisierung der Verwaltung Dritte-Welt-Klasse?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sollen die Ministerien der Bundesrepublik Deutschland ja unabh\u00e4ngiger von bestimmten Software-Anbietern werden &#8211; so zumindest eine Strategieempfehlung. 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