{"id":25143,"date":"2013-02-24T12:57:40","date_gmt":"2013-02-24T10:57:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=25143"},"modified":"2020-04-02T11:39:10","modified_gmt":"2020-04-02T09:39:10","slug":"gedanken-zum-chromebook-pixel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2013\/02\/24\/gedanken-zum-chromebook-pixel\/","title":{"rendered":"Gedanken zum Chromebook Pixel"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" alt=\"\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Ultrabook.jpg\" width=\"80\" height=\"62\" align=\"left\" \/>Letzten Freitag hat Google ja in San Franzisko sein neues Chromebook Pixel vorgestellt. Ein auf ChromeOS laufendes Notebook, welches mit einem hochaufl\u00f6senden Touchscreen daherkommt. In der Presse und im Web ist das Chromebook Pixel ja ausgiebig behandelt worden. Hier noch zum Wochenausklang ein kurzer Abriss mit ein paar pers\u00f6nlichen Gedanken.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Chromebook Pixel l\u00e4sst sich direkt auf dieser Google-Seite ordern. Dort finden sich auch die Technikdaten: Ein 12,85 Zoll gro\u00dfer Bildschirm mit 2.560 x 1.700 Pixel Aufl\u00f6sung (239 PPI), einer Bildschirmhelligkeit von 400 nit und einem Ablesewinkel von 178 Grad. Die Aufl\u00f6sung ist bemerkenswert und als Neuerung hebt Google den Multi-Touchscreen mit Gorilla Glas hervor. Die Tastatur ist mit einer Hintergrundbeleuchtung versehen und besitzt ein gro\u00dfes Touchpad.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/lh4.ggpht.com\/uFdz2FZ0TKkbz4-6GsThfPzWncNNMbmf9-_ob1wJs7OoPSpH3pPaZc_CqmBo8k1H03I=w346\" \/>(Quelle)<\/p>\n<p>Zudem weist das Chromebook Pixel eine 720p HD-Kamera, 4 GB DDR3 RAM sowie 32 GByte oder 64 GByte (beim LTE-Modell) an SSD-Speicher auf. Google stellt 1.000 GByte Speicher online \u00fcber Google Drive zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Im Ger\u00e4t werkelt ein Intel\u00ae Core\u2122 i5-Prozessor (Dual Core 1,8 GHz) sowie eine integrierte Intel\u00ae HD Graphics 4000-Einheit. Die Netwerkanbindung erfolgt \u00fcber Dualband WLAN 802.11 a\/b\/g\/n oder \u00fcber LTE (beim 64 GB LTE-Modell). Zus\u00e4tzlich wird Bluetooth unterst\u00fctzt und Ger\u00e4t besitzt 2 USB 2.0-Anschl\u00fcsse, einen Mini-Display-Port sowie einen 2-in1-Kartenleser f\u00fcr SD- und MMC-Speicherkarten.<\/p>\n<p>Das Chromebook kommt mit einer aktiven K\u00fchlung in einem eloxierten Aluminium-Geh\u00e4use daher und besitzt eine Gr\u00f6\u00dfe von 297,7 x 224,6 x 16,2 mm, bei einem Gewicht von 1,52 kg. Das 59 Wh-Akku soll bei aktiver Nutzung bis zu 5 Stunden halten. Die Specs sind z.B. auf dieser Seite (und hier) abrufbar. Weitere Details finden sich auf dieser Google-Supportseite (gel\u00f6scht). Als Preis werden 1.300 US Dollar genannt.<\/p>\n<h3>Die Presse \u00fcberschl\u00e4gt sich \u2026<\/h3>\n<p>F\u00fcr mich recht bemerkenswert: W\u00e4hrend die Meldung bei mir fast folgenlos vorbei schwirrte, \u00fcberschl\u00e4gt sich die deutschsprachige Presse mit der Berichterstattung \u00fcber das Chromebook Pixel. Hier eine Linkliste diverser Artikel in deutschen und englischsprachigen Medien.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/gadgets\/chromebook-pixel-google-stellt-touchscreen-notebook-vor-a-884908.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Chromebook-Pixel<\/a> bei Spiegel Online<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/mobil\/2013-02\/google-chromebook-pixel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Google-Notebook soll mit Apples MacBook konkurrieren<\/a> (Zeit)<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.golem.de\/news\/google-chromebook-pixel-mit-touchscreen-und-hochaufloesendem-display-1302-97754.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Chromebook Pixel mit Touchscreen und hochaufl\u00f6sendem Display<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.zdnet.de\/88144653\/google-stellt-chromebook-pixel-zum-preis-von-1300-dollar-vor\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Google stellt Chromebook Pixel zum Preis von 1300 Dollar vor<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.bild.de\/digital\/computer\/chrome-os\/google-chromebook-pixel-macbook-retina-29229150.bild.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Chromebook Pixel: Der Retina-Macbook-Killer?<\/a> (Bild.de)<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/digital\/google-zweifel-an-google-chromebook-pixel,1472406,21913588.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zweifel an Google Chromebook Pixel<\/a> (Frankfurter Rundschau)<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=chromebook%20pixel%20&amp;source=web&amp;cd=17&amp;cad=rja&amp;ved=0CJ4BEBYwEA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.focus.de%2Fdigital%2Finternet%2Fgoogle%2F-preisen_aid_924884.html&amp;ei=T-gpUbWoNMjHtAbj8oCYBw&amp;usg=AFQjCNEe-vnhE5n5YtF5rlFg_PEmnUe62A\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Chromebook Pixel<\/a> bei Fokus-Online<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Google-Chromebook-Pixel-mit-Touchscreen-und-hochaufloesendem-Display-1807979.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Google: Chromebook Pixel<\/a> bei heise.de<br \/>\n<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160818042052\/http:\/\/www.heise.de\/open\/meldung\/Chromebook-Pixel-bootet-Linux-1809428.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Chromebook Pixel bootet Linux<\/a> (heise.de)<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cnet.com\/google-chromebook-pixel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">CNet-Review<\/a> (Englisch)<\/p>\n<p>Ich habe die Techseiten mal von den Massenmedien abgesetzt. Es l\u00e4sst sich feststellen, dass Google mit dem Chromebook Pixel die Aufmerksamkeit der Massenmedien erringen konnte. Hintergrund ist wohl, dass die Aufl\u00f6sung des Touchbildschirms h\u00f6her als beim Apple Macbook Air liegt.\u00a0 Aber Cnet bringt es auf den Punkt <a href=\"http:\/\/www.cnet.com\/google-chromebook-pixel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Brilliant touch screen, hefty price<\/a>.<\/p>\n<h3>Ein paar Gedanken zum Chromebook<\/h3>\n<p>Ich kann nicht beurteilen, ob die Displayaufl\u00f6sung beim Arbeiten wirklich so viel mehr bringt. Was ich aber wei\u00df: Physik l\u00e4sst sich nicht \u00fcberlisten. Bei steigender Aufl\u00f6sung w\u00e4chst die Zahl der Bildschirmpunkte, die ich ansteuern und mit Energie versorgen muss, quadratisch. So weit ich es am Rand mitbekommen haben, hat Apple bei seinen Macbooks bereits die Lektion kennen gelernt, dass die h\u00f6here Retina-Aufl\u00f6sung kr\u00e4ftig auf die Akkulaufzeit geht. Die Akkus der neuen Macbook Air-Ger\u00e4te und der iPads haben zwar eine h\u00f6here Kapazit\u00e4t, aber meist eine geringere Laufzeit. Und die angegebenen 5 Stunden Laufzeit f\u00fcr das Chromebook Pixel rei\u00dfen mich nicht vom Hocker.<\/p>\n<p>Der hochaufl\u00f6sende Touchscreen w\u00e4re vielleicht noch etwas, was Begeisterung hervorrufen k\u00f6nnte. Aber da habe ich pers\u00f6nlich meine Probleme, denn bez\u00fcglich der Touchbedienung kann ich bereits bei Windows 8 keine Vorteile an Notebooks erkennen. Vielmehr nervt mich das Ganze eher, weil mir die Pr\u00e4zision der Mausbedienung abgeht.<\/p>\n<p>Wo ich so richtig Bauchschmerzen bekomme, ist das von Google anvisierte Konzept der Cloud-Worker. Das Chromebook Pixel kommt mit 32 oder 64 GByte SSD \u2013 der restliche Speicher findet sich \"in der Cloud\" auf Google Drive. Wie cool ist das denn bitte? Wenn ich mobil bin und wirklich an verschiedenen Standorten arbeite, d\u00fcrften die 5 Stunden Akkulaufzeit mich nicht mal \u00fcber einen Arbeitstag retten \u2013 oder ich muss mich immer auf die Suche nach einer Steckdose machen.<\/p>\n<p>Ist der Speicher bereits arg knapp, kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Bin ich mobil unterwegs, brauche ich einen schnellen Zugriff auf die Cloud. Ob Google sein LTE-Modem auf die europ\u00e4ischen Mobilfunkanbieter abgestimmt hat, wei\u00df ich nicht (keine Lust zum Recherchieren). Aber die Mobilfunkanbindung in Deutschland ist teilweise ein Trauerspiel. Bin ich mal unterwegs, steht abseits der Ballungszentren h\u00e4ufig kein UMTS, sondern nur GPRS- mit Edge zur Verf\u00fcgung. Sprich: Die Daten tr\u00f6pfeln nur so aus der Leitung. Aber selbst mit UTMS-Geschwindigkeit macht das Ganze nicht wirklich Laune \u2013 speziell, wenn mehrere Leute in einer Funkzelle auf die Idee kommen, mal kr\u00e4ftig Daten herunter zu laden.<\/p>\n<p>Ach, und da w\u00e4re noch die Frage, wie ich als Firma oder Privatperson mit Daten in der Cloud umgehe. Bereits 2009 findet sich im Spiegel der Artikel Warnung vor Googles Betriebssystem. Dass Google, Apple, Microsoft &amp; Co. die in der Cloud abgelegten Inhalte scannen und damit Zugriff auf die Dokumente haben, ist <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2013\/02\/12\/microsoft-google-der-datenschutz-und-die-cloud\/\">in diesem Artikel<\/a> thematisiert. Lese ich <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Studie-US-Cloud-Ueberwachung-steht-EU-Datenschutzreform-im-Weg-1807677.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesen aktuellen Artikel bei heise.de<\/a> lagern in der Cloud massive datenschutzrechtliche Fallen. Unternehmen und deren ITK-Verantwortliche m\u00fcssten ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn sie sich auf diesen schwankenden Boden beg\u00e4ben. Und jedes Unternehmen tut in meinen Augen auch gut daran, bei Auftragsvergaben dediziert in die Auftragsbedingungen rein zu schreiben, dass der Aufragnehmer sicherstellt, dass die Daten nicht in der Cloud landen.<\/p>\n<p>Fasse ich das Ganze mal zusammen, bleibt vom Chromebook Pixel momentan nur ein furchtbar teures, 1,5 kg schweres Alu-Geh\u00e4use mit hochaufl\u00f6sendem Display, was nix kann, kaum Speicher besitzt und kaum Akkulaufzeit aufweisen kann. Von einem Macbook Air-Killer kann ich nichts erkennen \u2013 und wie das einem Notbook mit Windows 8 gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte, wei\u00df ich auch nicht. Die <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/digital\/google-zweifel-an-google-chromebook-pixel,1472406,21913588.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Frankfurter Rundschau<\/a> bringt es auf den Punkt \"zu teuer). Martin Geuss hat es im Artikel <a href=\"http:\/\/www.drwindows.de\/content\/1580-google-bringt-chromebook-pixel-microsoft-langsam-panisch.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Google bringt das Chromebook Pixel &#8211; warum Microsoft langsam panisch werden darf<\/a> humorvoll adressiert und auch Blogger Caschy bringt <a href=\"http:\/\/stadt-bremerhaven.de\/mein-kommentar-zum-google-chromebook-pixel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier einen Kommentar<\/a>, nach dem das Chromebook Pixel f\u00fcr ihn unbrauchbar sei.<\/p>\n<p>Was bleibt? Beim mir der Eindruck, dass wir momentan medial etwas saure Gurken-Zeit haben \u2013 und sich die Medien auf jedes Event st\u00fcrzen, welches Potential haben k\u00f6nnte, einen Gegenpool zu Apple-Nachrichten zu setzen. Das Chromebook Pixel ist vielleicht technisch interessant, l\u00e4uft aber konzeptionell in massive Probleme und ein kommerzieller Erfolg wird von mir momentan bezweifelt. \u00dcberhaupt bin ich mir nicht so ganz sicher, ob wir in 5 Jahren noch wirklich die hei\u00dfe Liebe zur Cloud hegen. Denn wo das hinf\u00fchrt, hat Microsoft gerade eindrucksvoll demonstriert. Weil ein https-Zertifikat abgelaufen war, konnten Anwender nicht mehr auf den <a href=\"http:\/\/www.zdnet.com\/windows-azure-storage-issue-expired-https-certificate-possibly-at-fault-7000011705\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Windows Azure-Datenspeicher zur\u00fcckgreifen<\/a>. Nicht auszudenken, wenn da die Infrastruktur im Rahmen eines Cyber-Angriffs gezielt gest\u00f6rt oder lahm gelegt wird. Na, schaun wir mal, welche Volten die IT-Industrie die n\u00e4chsten Jahre noch schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Das Allerletzte: Ach ja, heise.de und einige andere Medien habe es ja berichtet. Frickler wie der Google-Angestellte Bill Richardson habe bereits Wege ausbaldovert, um Linux (und nicht nur den Linux-Kern von Chrome OS) auf dem Chromebook Pixel laufen zu lassen. Daf\u00fcr brauche ich aber kein Chromebook f\u00fcr 1.300 $, sondern ein simples Netbook reicht da vollkommen aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzten Freitag hat Google ja in San Franzisko sein neues Chromebook Pixel vorgestellt. Ein auf ChromeOS laufendes Notebook, welches mit einem hochaufl\u00f6senden Touchscreen daherkommt. In der Presse und im Web ist das Chromebook Pixel ja ausgiebig behandelt worden. 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