{"id":251640,"date":"2021-04-01T02:13:36","date_gmt":"2021-04-01T00:13:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=251640"},"modified":"2024-01-12T00:46:36","modified_gmt":"2024-01-11T23:46:36","slug":"microsoft-schwenkt-intern-auf-linux-um","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/04\/01\/microsoft-schwenkt-intern-auf-linux-um\/","title":{"rendered":"Microsoft schwenkt intern auf Linux um"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Linux.jpg\" width=\"64\" align=\"left\" height=\"76\"\/>Es ist zwar nur etwas, was der interne Flurfunk so zu berichten wei\u00df. Microsoft will intern in mittlerer Zukunft seine Systeme (Server, aber auch Clients) auf Linux umstellen. Windows wird also auf l\u00e4ngere Sicht auslaufen &#8211; es wird lediglich \u00fcberlegt, einen Teil der GUI und einige essentielle Tools auf die unter dem Projektnamen WiLux fungierende Entwicklung zu portieren. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/911d8831fae74122bacc265d8e578f24\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Es ist wirklich eine spannende Geschichte, die ich da in einem Hintergrundgespr\u00e4ch aufgeschnappt habe &#8211; wobei das alles nicht wirklich \u00fcberraschend daher kommt. Wer Augen hat und es sehen wollte, konnte dies bereits seit l\u00e4ngerem erkennen. Als ich im September 2015 dar\u00fcber berichtete, dass Microsoft ein eigenes Linux-Betriebssystem entwickelt, war das noch eine Sensation &#8211; ich hatte den Betrag mit <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2015\/09\/19\/wenn-die-hlle-zufriert-microsoft-macht-in-linux\/\">Wenn die H\u00f6lle zufriert: Microsoft macht in Linux<\/a> betitelt. Insider wussten bereits damals, dass sich Microsoft in vielen Linux-Projekten aktiv einbringt.<\/p>\n<p>Die Miracast-Empf\u00e4nger von Microsoft laufen alle mit einem Linux-Kern als Betriebssystem \u2013 Microsoft bietet daher <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230923105557\/https:\/\/borncity.com\/blog\/2014\/08\/22\/microsoft-erhlt-fcc-zertifizierung-fr-miracast-hdmi-empfnger\/\">Ger\u00e4te mit Linux<\/a> an. Gegenstand meines Artikels zur zufrierenden H\u00f6lle war aber die Information, dass bei Microsoft ein selbst gepflegter Linux-Kern f\u00fcr den Azure Cloud Switch (ACS) zum Einsatz komme. Die Entwickler waren seinerzeit zum Schluss gekommen, dass eigene L\u00f6sungen nicht f\u00fcr den Einsatzfall (Data Center) taugen und griffen zu Linux. <\/p>\n<p>Was 2015 noch Sensation war, geh\u00f6rt heute zum Normalfall. Sayta Nadella betreibt mit der Neuausrichtung des Microsoft Gesch\u00e4ftsmodells eine Hinwendung zu anderen Plattformen. Linux ist kein No Go mehr und die H\u00f6lle friert auch nicht mehr zu. 2016 berichtete ich im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2016\/06\/23\/azure-13-der-vms-laufen-mit-linux\/\">Azure: 1\/3 der VMs laufen mit Linux<\/a>, dass Microsoft Linux ganz offiziell als Gast-Betriebssystem f\u00fcr ihre VMs unter Azure anbietet.<\/p>\n<p>Und ich hole nochmals einen Beitrag aus der Gruft. Im Jahr 2018 hatte ich im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/04\/17\/microsoft-kndigt-azure-sphere-os-auf-linux-basis-an\/\">Microsoft k\u00fcndigt Azure Sphere OS auf Linux-Basis an<\/a> berichtet, dass das n\u00e4chste Betriebssystem Azure Sphere OS f\u00fcr Internet of Things (IoT) nicht mehr auf Windows basieren wird, sondern Linux zum Einsatz kommt. Und 2018 hatte ich im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/09\/30\/microsoft-linux-dominiert-auf-azure-vms-hat-windows-fertig\/\">Microsoft: Linux dominiert auf Azure VMs, hat Windows fertig?<\/a> einige harte Fakten in die Debatte geworfen. Auf Azure kommt in VMs bevorzugt Linux zum Einsatz. F\u00fcr 2018 galt, dass jetzt zweite VM in Azure mit Linux l\u00e4uft. <\/p>\n<p>Inzwischen hat jeder Windows 10-Nutzer im Enterprise-Umfeld quasi schon eine Linux-Maschine vor seiner Nase: Mit dem WSL (Windows Subsystem for Linux) gibt das dieses Betriebssystem auf den betreffenden Clients. Als ich im September 2020 den Artikel <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/09\/29\/windows-bald-nur-noch-eine-emulationsschicht-auf-einem-linux-kernel\/\">Windows: Bald nur noch eine Emulationsschicht auf einem Linux-Kernel?<\/a> hier im Blog ver\u00f6ffentlichte, wurde ich \"wie der Mann im Mond\" bestaunt und meine Schlussfolgerungen angezweifelt. Aber drau\u00dfen im Feld, passiert gerade die \"Abstimmung mit den F\u00fc\u00dfen\" durch die Benutzer. <\/p>\n<h2>Linux kommt &#8211; keine Zweifel<\/h2>\n<p>H\u00e4ufig durfte ich hier im Blog ja nicht das ver\u00f6ffentlichen, was ich so erfahren habe &#8211; als MVP musste ich eine Geheimhaltungsverpflichtung (NDA) unterzeichnen &#8211; und habe mich oft schwarz ge\u00e4rgert, wenn ich Sachen \"unter NDA erfahren habe\", die ich schon eine Woche vorher gebloggt hatte. Ich habe mich da durchaus einige Male diesbez\u00fcglich mit den Microsoftlern in der Wolle gehabt. Nun ja, kurz vor Jahresende 2020 habe ich es \"knacken lassen\" und es gibt kein NDA mehr f\u00fcr mich. Daher k\u00f6nnen die Microsoftler mir auch nicht mehr als Bein pinkeln, wenn ich aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen und \u00fcber den Flurfunk plaudere oder mal kr\u00e4ftiger vom Leder ziehe.&nbsp; <\/p>\n<p>Intern, so berichten meine Quellen, ist es bei den Windows-Entwicklern schon l\u00e4nger am Rumoren. Die Leute sind zwischen allen St\u00fchlen gefangen. Da ist der Anspruch von Satya Nadella, m\u00f6glichst mit Apps und Anwendungen auf verschiedene Plattformen zu kommen &#8211; selbst SQL gibt es f\u00fcr Linux. Auf der anderen Seite sitzen die Controller den Entwicklern im Nacken: Denn das Marketing hat ja Windows 10 quasi als \"gratis\" freigegeben &#8211; solange eine Maschine sich updaten l\u00e4sst, bekommt die immer die neueste Windows 10-Build &#8211; und das kostenlos. Die Entwickler haben die undankbare Aufgabe, st\u00e4ndig neue Builds zu entwickeln, bekommen aber Druck, das so g\u00fcnstig wie m\u00f6glich zu machen. \"Der Windows-Entwickler-Haufen ist ein nutzloser Kostenblock, der langfristig kaum mehr Einnahmen generiert\" soll wohl mal aus dem Betriebswirtschaftsbereich gefallen sein. Denn die Controller k\u00f6nnen ja keine Einnahmen f\u00fcr die kostenlosen Funktionsupdates verbuchen. <\/p>\n<p>Auch h\u00f6rt man hinter vorgehaltener Hand, dass diesbez\u00fcglich \"die H\u00fctte wegen des Erfolgs der Chromebooks brennt\" &#8211; weil Microsoft da mit seinen Systemen nicht so richtig punkten kann. Ich hatte da ja mal Andeutungen hier im Blog gemacht (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/01\/29\/microsofts-traume-chromebooks-sind-preiswerter-und-schneller-als-die-windows-schinken\/\">Microsofts Trauma: Chromebooks sind preiswerter und schneller als die Windows-Schinken<\/a>). Seit die <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/02\/01\/chromebook-nachfrage-in-covid-19-pandemie-um-das-4-fache-gestiegen\/\">Chromebook-Nachfrage in COVID-19-Pandemie um das 4-fache gestiegen<\/a> ist und bekannt wurde, dass die <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/02\/18\/chromebook-verkufe-bertreffen-mac-zahlen-in-2020\/\">Chromebook-Verk\u00e4ufe die Mac-Zahlen in 2020<\/a> \u00fcbertreffen, werden die obersten Manager wohl leicht nerv\u00f6s. <\/p>\n<p>Der \u00c4rger mit den regelm\u00e4\u00dfig versemmelten Updates muss wohl so etwas wie \"das Fass zum \u00dcberlaufen\" gebracht haben. Jedenfalls scheint der Beschluss gefallen zu sein, die Entwicklung des Windows-Unterbaus (Kernel etc.) auslaufen zu lassen und da Linux einzusetzen. So kann man die betreffenden Entwickler und die so verursachten Kosten in diesem Bereich einsparen. Man will auf die Arbeit der Linux-Community und die Stabilit\u00e4t des Linux-Kernel setzen. <\/p>\n<p>Der Master-Plan ist dabei, Teile der Oberfl\u00e4che aus Windows 10X richtig abzuspecken und dann als \u00dcberbau auf Linux aufzupropfen (ein besseres Word ist mir gerade nicht eingefallen). Die Kunden bek\u00e4men dann weiterhin ein Produkt vorgesetzt, welches wie Windows ausschaut, aber unter der Haube ein Linux ist. Hier wollen die Redmonder deutliche Anleihen an Apple nehmen, die das ja mit macOS seit Jahren propagieren. <\/p>\n<h2>Interner Probelauf geplant<\/h2>\n<p>Microsofts Management ist sich aber schon bewusst, dass so ein Schlenker durchaus Unruhe bei der Anwenderschaft hervorrufen k\u00f6nnte, so meine Quellen. Sorgen macht dem Management vor allem, dass die Kundschaft die Produkte aus Redmond als \"alternativlos\" ansieht (ich habe keine bessere \u00dcbersetzung gefunden). Und die Administratoren, deren Wissen pl\u00f6tzlich obsolet sind, w\u00fcrden auch nicht begeistert auf die neue L\u00f6sung h\u00fcpfen. <\/p>\n<p>Daher hat man sich eine Strategie \u00fcberlegt, die man sich von IBM abgeschaut hat (IBM hat ja seiner Belegschaft vor Jahren Macs statt Windows angeboten, zun\u00e4chst auf freiwilliger Basis und dann die gesamte Rechnerlandschaft umgestellt &#8211; siehe mein Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2016\/10\/24\/ibm-macs-sind-ber-ihre-lebenszeit-543-gnstiger-als-windows-pcs\/\">IBM: Macs sind \u00fcber ihre Lebenszeit 543 $ g\u00fcnstiger als Windows-PCs<\/a>). Man stellt f\u00fcr eine gewisse Zeit den Microsoft Mitarbeitern frei, ob sie weiter mit einem Windows-Desktop oder dem neuen Linux-Windows-Verschnitt (WiLux) arbeiten m\u00f6chten, so die aktuelle Idee. Ist das Ganze erfolgreich, kann man es vorzeigen (schaut her, bei uns klappt das). <\/p>\n<p>Sp\u00e4ter soll der Einsatz intern aber verpflichtend werden &#8211; das Controlling verspricht sich einerseits gr\u00f6\u00dfere Einsparungen in Sachen Lizenzkosten (muss ja intern zwischen den Kostenstellen verrechnet werden) und einen selteneren Zwang, auf leistungsf\u00e4higere Rechnerhardware wechseln zu m\u00fcssen (weil die schon intern getesteten Linux-Kernel weniger Ressourcen schlucken und effizienter als die Windows-Pendants seien).&nbsp; Zudem wird dies auch eine Reihe Entwickler freisetzen, die entweder an anderen Projekten weiter arbeiten oder die Firma verlassen sollen. Ukas ist jedenfalls, die Weiterentwicklung an Windows an allen Stellen einzufrieren, wo keine Portierung auf WiLux m\u00f6glich erscheint. <\/p>\n<p>Sobald intern Erfahrungen mit dem neuen Ansatz vorliegen, soll das Ganze an Kunden ausgerollt werden &#8211; wobei zuerst gr\u00f6\u00dfere Pilotkunden als Zielgruppe angedacht sind. Das Controlling hofft auch, damit die leidige Geschichte mit Lizenzkeys sind keine Lizenzen und den Verkauf von \"Gebrauchtsoftware\" abr\u00e4umen zu k\u00f6nnen. F\u00fcr Linux w\u00e4re ja kein Lizenzkey mehr erforderlich &#8211; Apple gibt ja sein macOS auch kostenlos ab. <\/p>\n<p>Mein Versuch, eine offizielle Best\u00e4tigung \u00fcber eine Presseanfrage zu bekommen, hat mich aber (wie erwartet) nicht weiter gebracht. Ein Sprecher Microsofts meinte sinngem\u00e4\u00df: Wir kommentieren so etwas nicht &#8211; wenn es so weit ist, werden wir das, wie bisher, offiziell verk\u00fcnden. Auch mein Teasing, ob das schon erste Pl\u00e4ne f\u00fcr das \"New Windows\" seien, wurde mit \"kein Kommentar\" abgeb\u00fcgelt. Es bleibt jedenfalls spannend und ich hoffe, dass mir noch gen\u00fcgend Zeit bleibt, um das noch zu erleben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist zwar nur etwas, was der interne Flurfunk so zu berichten wei\u00df. Microsoft will intern in mittlerer Zukunft seine Systeme (Server, aber auch Clients) auf Linux umstellen. 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