{"id":262350,"date":"2022-02-07T17:41:26","date_gmt":"2022-02-07T16:41:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=262350"},"modified":"2022-02-07T17:41:26","modified_gmt":"2022-02-07T16:41:26","slug":"aachener-devolo-beantragt-schutzschirmverfahren-nach-insolvenzrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/02\/07\/aachener-devolo-beantragt-schutzschirmverfahren-nach-insolvenzrecht\/","title":{"rendered":"Aachener devolo beantragt Schutzschirmverfahren nach Insolvenzrecht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Recht\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Paragraph\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Para.jpg\" width=\"91\" height=\"88\"\/>Der Aachener Netzwerkausr\u00fcster, die devolo AG, ist in Zahlungsschwierigkeiten und hat den Antrag auf ein Schutzschirmverfahren nach deutschem Insolvenzrecht gestellt. So hofft der angeschlagene Hersteller sein Kerngesch\u00e4ft retten zu k\u00f6nnen, welches nach seiner Darstellung durch die Coronavirus-Pandemie in Schieflage geraten ist. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/871edc6451da49b0bcf1ddf2398dfccd\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Devolo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">devolo AG<\/a> ist ein deutscher Hersteller von Netzwerktechnik f\u00fcr Endkunden, gewerbliche Anwender sowie Produkte f\u00fcr das intelligente Stromnetz (\u201eSmart Grid\") mit Sitz in Aachen. Das Unternehmen gibt an, in Deutschland treibende Kraft der PowerLAN-Heimvernetzung \u00fcber die hausinterne Stromleitung zu sein, und ist Marktf\u00fchrer in diesem Segment. 2019 betrug der Umsatz 81,6 Millionen Euro.<\/p>\n<h2>Antrag auf Schutzschirm nach Insolvenzrecht<\/h2>\n<p>In einer Pressemitteilung vom 7. Februar 2022 verkauft die devolo AG seinen Gesch\u00e4ftspartnern und Kunden eine recht unsch\u00f6ne Geschichte: Denn dem Unternehmen droht die Insolvenz. In der Meldung (siehe Text am Artikelende) hei\u00dft es, dass man sich mithilfe eines Schutzschirmverfahrens neu aufzustellen begonnen habe.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schutzschirmverfahren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schutzschirmverfahren<\/a> (\u00a7 270d der Insolvenzordnung) ist eine besondere Verfahrensart des deutschen Insolvenzrechts. Es verbindet die vorl\u00e4ufige Eigenverwaltung mit dem Ziel der fr\u00fchzeitigen Vorlage eines Insolvenzplans, um hierdurch eine Sanierung von Unternehmen zu erleichtern. Als wesentlicher Unterschied zum regul\u00e4ren Insolvenzverfahren oder zur normalen Eigenverwaltung ist der Sachwalter im Schutzschirmverfahren vom Unternehmen weitgehend frei w\u00e4hlbar. Eine Ablehnung durch das Gericht kann nur aufgrund einer mangelnden Eignung erfolgen, beispielsweise bei fehlender Unabh\u00e4ngigkeit oder v\u00f6llig fehlender Erfahrung. Der Schutzschirmantrag erfordert <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schutzschirmverfahren#Voraussetzungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eintrittsvoraussetzungen<\/a>, die wohl erf\u00fcllt sind. Am Ende des Schutzschirmverfahrens steht entweder die fristgerechte Vorlage des Insolvenzplans oder die Aufhebung bzw. Beendigung des Schutzschirmverfahrens. In beiden F\u00e4llen entscheidet das Insolvenzgericht \u00fcber die Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Das Unternehmen ist in Zahlungsschwierigkeiten und es droht die Zahlungsunf\u00e4higkeit. Die Unternehmenf\u00fchrung hofft, \u00fcber das Schutzschirmverfahren aus dieser Schieflage herauszukommen und\/oder sich \u00fcber ein regul\u00e4res Insolvenzverfahren abwickeln oder neu aufstellen zu k\u00f6nnen.&nbsp; <\/p>\n<p>Die Unternehmensleitung f\u00fchrt also Hauptursache f\u00fcr das Schutzschirmverfahren die Lockdown-Folgen aus der Coronavirus-Pandemie und eine verz\u00f6gerte Auftragsabwicklung an. Pandemiebedingte Schlie\u00dfungen im Handel und ein ver\u00e4ndertes K\u00e4uferverhalten f\u00fchrten dann aber zu einem Nachfrager\u00fcckgang ab dem zweiten Quartal 2021. Dem gegen\u00fcber standen jedoch hohe Warenzufl\u00fcsse aus den Produktionsst\u00e4tten in Fernost. Hier m\u00fcssen aufgrund des weiter anhaltenden Mangels an Bauteilen fr\u00fchzeitig Lieferverpflichtungen eingegangen werden, die Anfang 2022 zu einem sehr hohen Lagerbestand f\u00fchrten und damit zu einem Liquidit\u00e4tsengpass. Hinzu kam, dass devolo 2021 Ums\u00e4tze mit Netzbetreibern im Ausland und im volumenstarken Projektgesch\u00e4ft nicht realisieren konnte, weil spezifische Zulieferprodukte aufgrund des Chipmangels nicht verf\u00fcgbar waren.<\/p>\n<p>Heiko Harbers, Vorstand der devolo AG, sieht das Kerngesch\u00e4ft sowie das operative Business als gesund an. Zudem sch\u00e4tzt er die Marktaussichten als positiv ein. Bleibt zu hoffen, dass das Unternehmen \u00fcber das Schutzschirmverfahren den Turnaround schafft. Hier noch der Text der Pressemitteilung.<\/p>\n<blockquote>\n<h3>devolo AG stellt sich neu auf<\/h3>\n<p><strong>Die devolo AG hat damit begonnen, sich mithilfe eines Schutzschirmverfahrens neu aufzustellen. Damit kann das Unternehmen in Eigenregie die Restrukturierung vorantreiben, die in Folge der anhaltenden Corona-Krise sowie des weltweiten Chipmangels n\u00f6tig wurde.<\/strong>  <\/p>\n<p>Mit dem Schutzschirmverfahren macht devolo aktiv einen Schritt zur langfristig positiven Entwicklung des Unternehmens. Dazu wird die devolo AG w\u00e4hrend der kommenden Monate in enger Abstimmung mit Stakeholdern und Beratern einen Restrukturierungsplan erarbeiten. Dieser wird die konkreten Ma\u00dfnahmen zur Neuordnung des Gesch\u00e4fts enthalten.Der Gesch\u00e4ftsbetrieb der devolo AG l\u00e4uft w\u00e4hrend des gesamten Restrukturierungsprozesses in vollem Umfang weiter. Alle Leistungen werden unver\u00e4ndert erbracht, die Geh\u00e4lter der Mitarbeiter werden weiter gezahlt. Geplant ist, die Sanierung binnen weniger Monate abzuschlie\u00dfen.  <\/p>\n<p>Der Schutzschirm ist ein bew\u00e4hrtes Restrukturierungsinstrument des deutschen Sanierungsrechts. Bei einem Schutzschirmverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung in den H\u00e4nden der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung (Eigenverwaltung). Dies ist nur in solchen F\u00e4llen m\u00f6glich, in denen Unternehmen fr\u00fchzeitig selbst t\u00e4tig werden und gen\u00fcgend Handlungsspielraum f\u00fcr eine L\u00f6sung besteht. Beides ist bei der devolo AG der Fall. Bei einem Schutzschirmverfahren wird au\u00dferdem ein Sachwalter eingesetzt. Dieser \u00fcberwacht \u00e4hnlich wie ein Aufsichtsrat die Neuaufstellung im Interesse der Gl\u00e4ubiger. Zum vorl\u00e4ufigen Sachwalter wurde R\u00fcdiger Wei\u00df von der Sanierungskanzlei WallnerWei\u00df bestellt.  <\/p>\n<p><strong>Lockdown-Folgen und verz\u00f6gerte Auftragsabwicklung<\/strong>  <\/p>\n<p>Hauptursache f\u00fcr das Schutzschirmverfahren ist die fortdauernde Corona-Situation: Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Pandemiejahr 2020 und erwarteten \u00d6ffnungen des Fl\u00e4cheneinzelhandels im Fr\u00fchjahr 2021 war zun\u00e4chst von einer positiven Absatzentwicklung ausgegangen worden. Weitere pandemiebedingte Schlie\u00dfungen im Handel und ein ver\u00e4ndertes K\u00e4uferverhalten speziell auf dem deutschen Markt f\u00fchrten dann aber zu einem Nachfrager\u00fcckgang ab dem zweiten Quartal 2021.  <\/p>\n<p>Dem gegen\u00fcber standen jedoch hohe Warenzufl\u00fcsse aus den Produktionsst\u00e4tten in Fernost. Hier m\u00fcssen aufgrund des weiter anhaltenden Mangels an Bauteilen fr\u00fchzeitig Lieferverpflichtungen eingegangen werden, die Anfang 2022 zu einem sehr hohen Lagerbestand f\u00fchrten und damit zu einem Liquidit\u00e4tsengpass. Hinzu kam, dass devolo 2021 Ums\u00e4tze mit Netzbetreibern im Ausland und im volumenstarken Projektgesch\u00e4ft nicht realisieren konnte, weil spezifische Zulieferprodukte aufgrund des Chipmangels nicht verf\u00fcgbar waren.  <\/p>\n<p><strong>Heimvernetzung bleibt Wachstumsmarkt<\/strong>  <\/p>\n<p>Mittel- bis langfristig rechnen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und Stakeholder von devolo mit positiven Gesch\u00e4ftsaussichten. \u201eUnser Kerngesch\u00e4ft sowie das operative Business sind gesund. Zudem sind die Marktaussichten positiv\", so Heiko Harbers, Vorstand der devolo AG. \u201eDenn wir alle f\u00fchren Videotelefonate im Home-Office, wir streamen Serien in HD, spielen online. Highspeed-Internet in jedem Winkel des Hauses ist daf\u00fcr unverzichtbar und Heimvernetzung daher weiter ein Wachstumsmarkt. Als Marktf\u00fchrer im Bereich Powerline-Technologie, WLAN-Experte und wichtiger Partner internationaler Netzbetreiber werden wir von diesem Wachstum auch in Zukunft profitieren.\"  <\/p>\n<p>Mit seinen Produkten, die vorhandene Stromleitungen in Datenkabel verwandeln, gilt devolo international als einer der Pioniere der Heimvernetzung. Bisher konnte das Unternehmen \u00fcber 45 Millionen seiner Produkte ausliefern. Ende 2021 stellte devolo den weltweit ersten Adapter vor, der die derzeit schnellste Powerline-Technologie mit dem neusten WLAN-Standard WiFi 6 kombiniert. Zudem f\u00fchrte das Unternehmen j\u00fcngst neue L\u00f6sungen in den Markt ein, mit denen sich die volle Leistung von Glasfaseranschl\u00fcssen ins Zentrum des Hauses transportieren l\u00e4sst. Auch 2022 erweitert das Unternehmen sein Portfolio, um die individuellen Bed\u00fcrfnisse der Kunden nach starkem Internet und stabilem WLAN in jedem Raum noch besser bedienen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Aachener Netzwerkausr\u00fcster, die devolo AG, ist in Zahlungsschwierigkeiten und hat den Antrag auf ein Schutzschirmverfahren nach deutschem Insolvenzrecht gestellt. 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