{"id":264542,"date":"2022-04-23T00:04:33","date_gmt":"2022-04-22T22:04:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=264542"},"modified":"2022-04-22T22:20:47","modified_gmt":"2022-04-22T20:20:47","slug":"der-sinclair-zx-spectrum-wird-40","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/04\/23\/der-sinclair-zx-spectrum-wird-40\/","title":{"rendered":"Der Sinclair ZX Spectrum wird 40"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/33\/ZXSpectrum48k.jpg\/640px-ZXSpectrum48k.jpg\" width=\"224\" height=\"164\" align=\"left\" \/>[<a href=\"https:\/\/borncity.com\/win\/?p=24202\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">English<\/a>]Heute ist ein denkw\u00fcrdiger Tag f\u00fcr manche (\u00e4lteren) Computer-Enthusiasten. Denn der 8-Bit-Computer Sinclair ZX Spectrum ist vor genau 40 Jahren erschienen, und hat manchen Mitb\u00fcrger zum \"Computer-Freak\" werden lassen. Nachfolgend ein kurzer Abriss in das Jahr 1982 und die Folgejahre.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/e9e91051ba17457899980a3a96cadcaf\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Es war der 23. April 1982, als der Sinclair ZX Spectrum 16\/48k als Heimcomputer vorgestellt wurde. Damals habe ich beruflich Mikroprozessor-Systeme mit dem Intel 8085-Prozessor f\u00fcr die Chemie-Industrie, zum Messen, Steuern und Regeln, programmiert. War eine hei\u00dfe Zeit, in der ich in Assembler, Fortan und PL\/M sehr Hardware-nah programmiert und viel gelernt habe. Aber ich bekam seinerzeit die damaligen Entwicklungen im Bereich der Heimcomputer zumindest am Rande aus Heimcomputer-Zeitschriften grob mit. F\u00fcr mehr reichte meine Zeit damals nicht.<\/p>\n<h2>Das Ger\u00e4t<\/h2>\n<p>Der Sinclair ZX Spectrum kam wohl in Gro\u00dfbritannien zum Preis von 125 \u00a3 bzw. 175 \u00a3 auf den Markt und war der Nachfolger des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sinclair_ZX81\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sinclair ZX81<\/a>. Als Prozessor wurde ein Zilog Z80 (Z80A mit 3,5 MHz) verwendet. Der Rechner verf\u00fcgte \u00fcber 16 oder 48 KB Arbeitsspeicher und 16 KB Festwertspeicher (ROM). Die 16 KB-Versionen konnten durch Zusatz-RAM sp\u00e4ter auf 48 KB erweitert werden. Das Ger\u00e4t verf\u00fcgte \u00fcber eine Grafikausgabe von 256 \u00d7 192 Pixel in 15 Farben. Als Datenspeicher wird ein handels\u00fcblicher Kassettenrekorder angeschlossen. \u00dcber einen Steckplatz k\u00f6nnen Hardwareerweiterungen angeschlossen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:ZXSpectrum48k.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"Sinclair ZX Spectrum \" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/33\/ZXSpectrum48k.jpg\/640px-ZXSpectrum48k.jpg\" alt=\"Sinclair ZX Spectrum \" \/><\/a><br \/>\nSinclair ZX Spectrum, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Pixel8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bill Bertram<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY-SA 2.5<\/a><\/p>\n<p>Das Ger\u00e4t war, wie dessen Vorg\u00e4nger, auf billig getrimmt &#8211; kompaktes Geh\u00e4use, Gummi-Tastatur und TV-Ger\u00e4t sowie Kassettenrecorder zur Speicherung mussten selbst beigestellt werden. Bei den RAM-Bausteinen wurden in der Version mit 48 KByte defekte Speicher verwendet, bei denen dann die defekten Speicherb\u00e4nke ausgeblendet wurden, wei\u00df die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sinclair_ZX_Spectrum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>. Die Bildschirmausgabe, die Soundausgabe und die Verbindung zum Kassettenrekorder als Speicher erfolgte durch einen speziellen ULA-Baustein. Zur Grafikausgabe schreibt die Wikipedia:<\/p>\n<blockquote><p>Die Grafikaufl\u00f6sung betr\u00e4gt 256 \u00d7 192 Bildpunkte (Pixel). F\u00fcr die Farbdarstellung werden jeweils 8 \u00d7 8 Pixel in Bl\u00f6cke zusammengefasst, so dass effektiv nur ein Farbraster von 32 \u00d7 24 Bl\u00f6cken zur Verf\u00fcgung steht. In jedem Block kann die Vorder- und Hintergrundfarbe aus 8 Farben ausgew\u00e4hlt werden. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen die Farben eines Blocks aufgehellt oder blinkend geschaltet werden. Die Rahmenfarbe kann separat aus 8 Farben ausgew\u00e4hlt werden. Als Ausgabeger\u00e4t wird gew\u00f6hnlicherweise ein Fernsehger\u00e4t \u00fcber den Antenneneingang angeschlossen. Am Erweiterungsanschluss liegt auch ein Basisband-Videosignal an und konnte mit externer Hardware entnommen und verst\u00e4rkt werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der ZX Spectrum hatte einen kleinen Lautsprecher f\u00fcr Tonausgaben. Ein 16 KByte-ROM enthielt einen BASIC-Interpreter, so dass die Leute sofort programmieren konnten. Das f\u00fchrte dazu, dass sp\u00e4ter nicht nur Spiele, sondern auch Textverarbeitung, Datenbanken, diverse Programmiersprachen, Assembler und Debugger erh\u00e4ltlich waren. Die Zeitschriften f\u00fcr Heimcomputer (z.B. MC) druckten die Listings seinerzeit ab, so dass man den Programmcode selbst \u00fcber die Gummi-Tasten eintippen konnte. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sinclair_ZX_Spectrum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a> h\u00e4lt noch einige weitere Details bereit &#8211; so gab es z.B. wohl auch Pascal f\u00fcr das Ger\u00e4t.<\/p>\n<h2>Ich Besitzloser &#8230;<\/h2>\n<p>Ich gestehe, obwohl ich doch schon etwas \u00e4lter bin, geh\u00f6re ich nicht zur Generation der Sinclair ZX Spectrum-Besitzer. Hatte zwar damit gelieb\u00e4ugelt, war mir aber zu viel Geld f\u00fcr ein Ger\u00e4t, mit dem man nicht so viel anfangen konnte.<\/p>\n<p>Ich war (an das Jahr kann ich mich nicht mehr genau erinnern) in den Besitz eines Vorg\u00e4ngermodells, des ZX 81, <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/09\/17\/zx81-entwickler-sir-clive-sinclair-verstorben\/\">gelangt<\/a>, und holte mir die t\u00e4gliche Frustpackung beim Speichern und sp\u00e4teren vergeblichen Versuch des Wiedereinlesens vom Kassettenrecorder ab.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Sinclair ZX-81\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/7f4uiaf.jpg\" alt=\"Sinclair ZX-81\" \/><br \/>\nSinclair ZX-81 mit Selbstbau-Netzteil, Quelle: Eigene Aufnahme<\/p>\n<p>Immerhin veranlasste mich das Teil zu spontanen Hardware-Basteleien &#8211; das obige Foto zeigt das Selbstbau-Netzteil f\u00fcr das Ger\u00e4t. Und eine 8 KByte-RAM-Huckepack-L\u00f6sung hatte ich mir auch gebastelt (siehe folgendes Foto).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"8 KByte RAM-Erweiterung ZX-81\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/2AuoQzJ.jpg\" alt=\"8 KByte RAM-Erweiterung ZX-81\" \/><br \/>\nEigenbau 8 KByte RAM-Erweiterung ZX-81, Quelle: Eigene Aufnahme<\/p>\n<p>Ich habe nach dem ZX 81 die diversen Sinclair-Rechner, aber auch die Ataris, Commodores etc. ausgelassen. Denn seit ca. 1984 hatte ich beruflich mit MS-DOS-PCs zu tun. Alle genannten Ger\u00e4te hatten f\u00fcr mich den Nachteil, \"Spiel-Computer\" zu sein, mit denen ich beruflich nicht weiter kam.<\/p>\n<p>So habe ich mir, als die Ger\u00e4te erschwinglich wurden, so 1987 einen Amstrad PC mit MS-DOS und 20 MByte Festplatte gekauft (die Diskettenversion, die es fr\u00fcher etwas g\u00fcnstiger gab, war mir auch zu mickrig). Der Amstrad PC war ein erster richtiger Computer, mit dem ich auch schon schon mal Software, die ich beruflich f\u00fcr meinen Arbeitgeber in dBase II entwickelte, zuhause testen und erg\u00e4nzen konnte.<\/p>\n<p>Der Amstrad PC brachte mich dann auf Abwege, denn mit meinen Experimenten und Erfahrungen mit dem ZX 81, die ich in nachfolgenden Artikeln schon mal hier im Blog skizzierte habe, konnte ich pl\u00f6tzlich etwas Geld verdienen.<\/p>\n<p>Zum Hintergrund: Ich hatte seinerzeit am ZX 81 \"just for fun\" einen Disassembler in Basic geschrieben, das Projekt aber sp\u00e4ter eingestellt (machte keinen Spa\u00df, da der Speicher immer zu knapp war und das Sichern sowie das Wiedereinlesen des Programmcodes per Kassettenrecorder zur Tortur und Zitterpartie ausartete).<\/p>\n<p>Irgendwann wollte ich Pascal richtig lernen (an der Fernuni Hagen hatte ich einen Pascal-Kurs absolviert, der aber &#8211; mangels Rechnern &#8211; vor allem als Trocken\u00fcbung abgelaufen war). Daher lieh ich mir \u00fcber einen Feiertag mit langem Wochenende einen IBM-PC und organisierte einen Turbo-Pascal-Compiler. Dann portierte ich den 8080-Disassembler von Basic nach Pascal, was im Rahmen eines Wochenende-Projekts erfolgte. Danach konnte ich mit Turbo Pascal umgehen.<\/p>\n<p>Als ich dann sp\u00e4ter den Amstrad PC hatte, reifte der Gedanke, das Ganze in einen Artikel zu kleiden und an eine Zeitschrift <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/08\/12\/vor-40-jahren-ibm-und-microsoft-schaffen-den-ibm-pc-5150\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verkaufen<\/a>. Damals entstand auch das erste Computerbuch zu Basic, weil ich den Kauf des Amstrad PC damit kompensieren wollte. Jedenfalls hatte ich bez\u00fcglich \"der Schreibe\" pl\u00f6tzlich Blut geleckt.<\/p>\n<p>Und weil ich damals schnell reich und ber\u00fchmt werden wollte, schloss sich das n\u00e4chste, das \u00fcbern\u00e4chste, das \u00fcber-\u00fcbern\u00e4chste Buch an. Ein Turbo-Pascal-Titel findet sich auch darunter. Waren wilde Zeiten, damals &#8211; heute haben wir Cloud, und die Leute wissen nicht mehr, wie Computer \"geht\". Reich und ber\u00fchmt, bin ich nie geworden, alle hochfliegenden Tr\u00e4ume sind an der Wirklichkeit zerschellt.<\/p>\n<p>Heute blicke ich mit Schrecken auf diese Zeit zur\u00fcck, denn ich stelle fest: Mann, das war alles vor 40 Jahren, als wir mit dieser Technik gestartet sind. So langsam komme ich in die Situation, in der Opa seinen Enkeln von den Erlebnissen im Kartoffelkrieg Anno dazumal erz\u00e4hlen kann.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/10\/29\/zeitkapsel-die-ra-des-sinclair-zx81\/\">Zeitkapsel: Die \u00c4ra des Sinclair ZX81<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/09\/17\/zx81-entwickler-sir-clive-sinclair-verstorben\/\">ZX81-Entwickler, Sir Clive Sinclair verstorben<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2011\/04\/25\/der-pc-wird-30\/\">Der PC wird 30 \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2014\/07\/06\/35-jahre-intel-8088-prozessoreine-persnliche-betrachtung\/\">35 Jahre Intel 8088-Prozessor\u2013eine pers\u00f6nliche Betrachtung<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/08\/12\/vor-40-jahren-ibm-und-microsoft-schaffen-den-ibm-pc-5150\/\">Vor 40 Jahren: IBM und Microsoft schaffen den IBM PC 5150<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/borncity.de\/autor\/BornIntr.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wie man zum Programmieren kommt \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2014\/12\/17\/schade-dr-dobbs-schliet-zum-jahresende\/\">Schade: Dr Dobb's schlie\u00dft zum Jahresende<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[English]Heute ist ein denkw\u00fcrdiger Tag f\u00fcr manche (\u00e4lteren) Computer-Enthusiasten. Denn der 8-Bit-Computer Sinclair ZX Spectrum ist vor genau 40 Jahren erschienen, und hat manchen Mitb\u00fcrger zum \"Computer-Freak\" werden lassen. 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