{"id":264831,"date":"2022-05-01T11:44:12","date_gmt":"2022-05-01T09:44:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=264831"},"modified":"2022-05-01T11:47:52","modified_gmt":"2022-05-01T09:47:52","slug":"1-mai-20-jahre-openoffice-org","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/05\/01\/1-mai-20-jahre-openoffice-org\/","title":{"rendered":"1. Mai: 20 Jahre OpenOffice.org"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"OpenOffice\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" alt=\"OpenOffice\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/opNT8SM.png\"\/>Gerade <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/gadgets\/openoffice-20-jahre-lang-mit-gratis-software-gegen-microsoft-a-209daddb-5626-40bb-874f-9d25bec6a27e\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">festgestellt<\/a>, dass vor 20 Jahren, am 1. Mai 2002, das freie Office-Paket OpenOffice.org auf den Markt kam. Die freie B\u00fcrosoftware, die inzwischen <a href=\"https:\/\/www.openoffice.org\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">unter Apache OpenOffice<\/a> segelt, kann inzwischen auf 325 Millionen Downloads zur\u00fcckblicken. Aber das Projekt weist auch eine wechselvolle Geschichte auf, in der auch Oracle eine unr\u00fchmliche&nbsp; Entwicklung spielte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/0692bbd401a845f18112d040fe97d6a8\" width=\"1\" height=\"1\"\/><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apache_OpenOffice\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Apache OpenOffice<\/a>, wie das 2002 gestartete OpenOffice.org heute hei\u00dft, ist ein freies Office-Paket, das aus einer Kombination verschiedener Programme zur Textverarbeitung (Writer), Tabellenkalkulation (Calc), Pr\u00e4sentation (Impress) und zum Zeichnen (Draw) besteht. Ein Datenbankprogramm (Base) und ein Formeleditor (Math) sind ebenfalls enthalten. Das Geniale: OpenOffice ist f\u00fcr alle wichtigen Betriebssysteme (Linux, macOS, Windows) verf\u00fcgbar und das Produkt ist quelloffen.<\/p>\n<h2>Die Wurzeln von OpenOffice.org<\/h2>\n<p>Es h\u00e4tte eigentlich eine riesige Erfolgsgeschichte \"mit deutschen Wurzeln\" werden k\u00f6nnen. 1984 gr\u00fcndete ein gewisser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marco_B%C3%B6rries\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marco B\u00f6rries<\/a> im Alter von 16 Jahren in L\u00fcneburg die Firma <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Star_Division\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Star Division<\/a>, deren Hauptprodukt das Office-Paket <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/StarOffice\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">StarOffice<\/a> wurde. 1999 erwarb die Firma <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sun_Microsystems\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sun Microsystem<\/a> die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Star_Division\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Star Division<\/a> (StarOffice war mehr als 25 Millionen Mal verkauft worden) und bot das Produkt als kosteng\u00fcnstige Alternative zu Microsoft Office an. <\/p>\n<p>Sp\u00e4ter wurde StarOffice kostenlos angeboten und am 19. Juli 2000 gab Sun Microsystems das Projekt OpenOffice.org \u00f6ffentlich bekannt. Der Quelltext von StarOffice wurde \u00f6ffentlich freigegeben. Am 13. Oktober 2000 ging die Website OpenOffice.org online, \u00fcber die der Quelltext einer Vorversion von StarOffice 6.0 bezogen und von der Community bearbeitet und verbessert werden konnte. Der Quelltext war zu diesem Zeitpunkt etwa 400 MB gro\u00df und enthielt \u00fcber 35.000 Dateien mit insgesamt rund 7,5 Millionen Zeilen C++-Code. Von Drittanbietern lizenzierte Komponenten waren zuvor daraus entfernt worden.<\/p>\n<p>Build 638c \u2013 die erste funktionierende, frei verf\u00fcgbare OpenOffice-Version \u2013 wurde im Oktober 2001 ver\u00f6ffentlicht. OpenOffice.org 1.0 wurde am 1. Mai 2002 und OpenOffice.org 1.1 im September 2003 herausgegeben. Im Oktober 2005 erfolgte der Schritt auf Version 2.0, im Oktober 2008 die Version 3.0 ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n<h2>OpenOffice.org, my Nightmare<\/h2>\n<p>Pers\u00f6nlich war ich dem Projekt OpenOffice.org als Autor verbunden. Bereits 2001 entstand mit Dirk Hohndel, seinerzeit CTO bei S.U.S.E. in N\u00fcrnberg und mein damaliger Nachbar, die Idee, ein Buch zu OpenOffice zu schreiben. Der Titel <em>StarOffice\/OpenOffice.org <\/em>erschien 2004 bei SUSE Press, und hatte 1089 Seiten. Durch die Irrungen und Wirrungen der \u00dcbernahme der S.U.S.E. in N\u00fcrnberg durch Novell war der geplante Vertrieb des Titels \u00fcber diese aber gestorben. Ich hatte ca. 3 Mann-Monate Arbeit in das Projekt investiert, konnte aber nur irgendwo so um die 3.000 Euro Tantiemen einnehmen. Also massiv Geld verbrannt. <\/p>\n<p>Neue Chance, neues Gl\u00fcck? 2006 erschien dann die zweite Auflage zu <em>OpenOffice.org 2\/StarOffice 8 <\/em>mit 1111 Seiten beim Millin-Verlag (der Nachfolger von SUSE Press). Auch da waren f\u00fcr die \u00dcberarbeitung viele Wochen investiert worden, die vereinnahmten Tantiemen blieben bescheiden &#8211; aber mir lag das Projekt und vor allem die F\u00f6rderung von OpenOffice.org am Herzen. <\/p>\n<p>Aller schlechten Dinge sind Drei: 2008\/2009 erscheint das 1173 Seiten starke <em>Kompendium OpenOffice.org 3<\/em>, diesmal beim Markt+Technik-Verlag in&nbsp; M\u00fcnchen. Der Titel basierte auf den Vorg\u00e4ngern, aber ich hatte erneut ca. 3 Monate in die Schreibe investiert. Die Verk\u00e4ufe waren besser als bei den Vorg\u00e4ngertiteln, die Tantiemen bewegten sich erinnerungsm\u00e4\u00dfig bei ca. 5.000 bis 6.000 Euro. Also erneut viel \"Geld verbrannt\". <\/p>\n<h2>Oracle und die Abspaltung von LibreOffice<\/h2>\n<p>Am 27. Januar 2010 wurde Sun durch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oracle_Corporation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oracle Corporation<\/a> \u00fcbernommen und in deren Folge f\u00fchrt eine eigene Abteilung OpenOffice.org weiter. Die freie Community-Version existiert weiterhin. Wer die Geschichte von Oracle verfolgt, erinnert sich sicherlich um viele Querelen im Hinblick auf Java-Lizenzanspr\u00fcche und Prozesse. Auch zwischen der OpenOffice.org-Community und Oracle gab es sehr schnell Spannungen. <\/p>\n<p>Bereits am 28. September 2010 gab die neu gegr\u00fcndete <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Document_Foundation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Document Foundation<\/a> bekannt, dass sie das Projekt unter dem Namen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/LibreOffice\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LibreOffice<\/a> weiterf\u00fchren wolle und sich damit von Sun\/Oracle komplett l\u00f6st. Die Stiftung hoffte darauf, dass Oracle die Rechte am Namen OpenOffice.org an die Stiftung \u00fcbergeben werde. Dazu ist es jedoch nicht gekommen. In der Folgezeit verlie\u00dfen viele Entwickler OpenOffice und arbeiteten stattdessen an LibreOffice weiter. Seit 2015 ist quasi klar, dass OpenOffice den Wettlauf gegen LibreOffice verloren hat.  <\/p>\n<p>F\u00fcr mich war aber das Projekt OpenOffice.org mit der \u00dcbernahmen von Sun durch Oracle gestorben. Nach der Abspaltung von LibreOffice bin ich mit dem Fazit \"Au\u00dfer Spesen, nix gewesen\" aus dem Thema ausgestiegen. Ich benutze LibreOffice hier gelegentlich in einer portablen Version, schreibe aber nicht mehr dazu (alle B\u00fccher zu OpenOffice.org lassen sich <a href=\"https:\/\/borncity.com\/books\/willkommen-auf-meiner-buecherseite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> nachschlagen). Und heute stelle ich fest: Die Urspr\u00fcnge liegen genau 20 Jahre zur\u00fcck &#8211; verdammt, wie die Zeit verrinnt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade festgestellt, dass vor 20 Jahren, am 1. Mai 2002, das freie Office-Paket OpenOffice.org auf den Markt kam. Die freie B\u00fcrosoftware, die inzwischen unter Apache OpenOffice segelt, kann inzwischen auf 325 Millionen Downloads zur\u00fcckblicken. Aber das Projekt weist auch eine &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/05\/01\/1-mai-20-jahre-openoffice-org\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[270],"tags":[4322],"class_list":["post-264831","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-office","tag-office"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264831","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=264831"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264831\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=264831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=264831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=264831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}