{"id":264928,"date":"2022-05-04T11:30:49","date_gmt":"2022-05-04T09:30:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=264928"},"modified":"2022-05-04T15:35:32","modified_gmt":"2022-05-04T13:35:32","slug":"macher-der-luca-app-lschen-die-bisherigen-daten-neuer-dienst-gestartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/05\/04\/macher-der-luca-app-lschen-die-bisherigen-daten-neuer-dienst-gestartet\/","title":{"rendered":"Macher der Luca-App l&ouml;schen die bisherigen Daten &#8211; neuer Dienst gestartet"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Sicherheit_klein.jpg\" alt=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" width=\"200\" align=\"left\" \/>Kleine Meldung am Rande. Der Entwickler der Luca-App, die Berliner Culture4Life GmbH, plant ja den Zweck der App zu \u00e4ndern und diese f\u00fcr Bezahlvorg\u00e4nge etc. einzusetzen. F\u00fcr mich stand sofort die Frage im Raum, was mit den bisherigen Datens\u00e4tzen der Nutzer passiert. Ich hatte daher sowohl den Bundesdatenschutzbeauftragten, Ulrich Kelber, als auch den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Culture4Life GmbH, auf Twitter auf das Thema \"L\u00f6schen der bisherigen Benutzerdaten\" angesprochen. Nun hat die Culture4Life GmbH mitgeteilt, dass die bisherigen Daten der Nutzer auf den eigenen Servern gel\u00f6scht wurden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>R\u00fcckblick: Nutzungs\u00e4nderung geplant<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/3e06af78d3b74959a24dea095da8ca22\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Die Idee hinter der der Luca-App war urspr\u00fcnglich ja, der Veranstaltungsbranche ein Werkzeug an die Hand geben wollte, um trotz der Coronavirus-Pandemie wieder Events stattfinden zu lassen. Benutzer sollten sich per Luca-App in Veranstaltungen, Restaurants, Kliniken, Gesch\u00e4ften etc. registrieren und brauchen so keine Kontaktdaten auf Papier abzuliefern. Die Luca-App f\u00fcr Mobilger\u00e4te sollte anhand dieser Registrierungen die Verfolgung von Kontaktpersonen durch Gesundheits\u00e4mter erleichtern. Und so kam es im Jahr 2021 dazu, dass 13 von 16 Bundesl\u00e4ndern Lizenzen der Luca App gekauft haben.<\/p>\n<blockquote><p>Es war nirgendwo vorgeschrieben, dass nur die Luca-App zur Registrierung zugelassen sei. Das Thema haben die Verantwortlichen sehr diffizil gedeichselt &#8211; die Corona Warn App (CWA) des Robert-Koch-Instituts wurde erst sehr sp\u00e4t (Nov. 2021) f\u00fcr diesen Zweck als \"kann\" zugelassen. Wie die Luca-App in einigen Bereichen dann \"forciert wurde\", habe ich in <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/04\/14\/bye-bye-luca-app-spielt-fr-die-covid-19-nachverfolgung-keine-rolle-mehr\/#comment-124523\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Kommentar<\/a> an einem eigenen Fall dargestellt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Von Beginn an stand die Luca-App aber wegen der technischen Implementierung in der Negativ-Kritik. Es gab Lizenz\u00e4rger (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/04\/01\/lizenzrger-die-luca-app-und-die-open-source-klippen\/\">Lizenz\u00e4rger: Die Luca-App und die Open Source-Klippen<\/a>) und schwere Sicherheitsl\u00fccken (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/05\/26\/hack-dein-gesundheitsamt-die-luca-app-machts-mglich\/\">Hack dein Gesundheitsamt, die Luca-App machte es m\u00f6glich<\/a>). Fachleute kritisierten das Konzept der Datenspeicherung auf einem privaten Server als nicht transparent und ein Risiko f\u00fcr den Datenschutz.<\/p>\n<p>Die Luca-App erwies sich im R\u00fcckblick (f\u00fcr Insider erwartbar) als technisch zur Kontaktverfolgung schlicht als nutzlos und finanziell als Desaster \u2013 ich hatte dieses Fazit k\u00fcrzlich im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/01\/11\/luca-app-irre-teuer-technisch-kaputt-unsicher-und-nutzlos\/\">Luca-App: Irre teuer, technisch kaputt, unsicher und nutzlos<\/a> gezogen. Inzwischen sind die Vertr\u00e4ge mit den Bundesl\u00e4ndern ausgelaufen und wurden nicht verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>Daher ist die Luca-App in der gegenw\u00e4rtigen Form nutzlos geworden, wie ich im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/04\/14\/bye-bye-luca-app-spielt-fr-die-covid-19-nachverfolgung-keine-rolle-mehr\/\">Bye, bye, Luca-App spielt f\u00fcr die COVID-19-Nachverfolgung keine Rolle mehr<\/a> ausgef\u00fchrt habe. Anl\u00e4sslich dieser Entwicklung entwickelte die Berliner Culture4Life GmbH Pl\u00e4ne f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Nutzung der Luca-App. Luca 2.0 soll ein Tausendsassa werden, von der digitalen Geldb\u00f6rse bis zum Personalausweisspeicher bis hin zum Impfpass-Ersatz ist alles drin.<\/p>\n<p>Bei <a href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/exklusiv--30-millionen-euro-fuer-fintech-plaene-der-luca-app-31774110.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Capital gibt es ein Interview<\/a>, was man nach den \"gut 20 Millionen Euro, die man von den Bundesl\u00e4ndern an Lizenzen f\u00fcr die nicht wirksame Kontaktnachverfolgung eingenommen hat\" jetzt in Sachen Weiterentwicklung vor hat. Von FinTech-Unternehmen (teilweise mit Geldgebern aus Russland) hat man 30 Millionen Euro an Kapital eingesammelt, um die App als Luca 2.0 in Richtung \"digitales Wallet\" (Speicherung von Personalausweis, Impfzertifikat und Zahlungsmittel) zu entwickeln.<\/p>\n<h2>Was passiert mit den Daten<\/h2>\n<p>Der Punkt, der mich sofort umtrieb, war die Frage, was mit den erfassten Daten der Millionen Benutzer passiert. Die Nutzung der App erforderte ja eine Einrichtung auf einem Smartphone, so dass pers\u00f6nliche Daten erfasst und dem Benutzerkonto zugewiesen wurden. Die Leute haben eine DSGVO-Einwilligung gegeben, aber jetzt ist der Zweck der App entfallen und der Entwickler plant eine Nutzungs\u00e4nderung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/etguenni\/status\/1514765429230690310\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"DSGVO-Datenanfrage wegen Luca 2.0 \" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/Sewdtr0.png\" alt=\"DSGVO-Datenanfrage wegen Luca 2.0 \" \/><\/a><\/p>\n<p>Folgerichtig sind die bisherigen Daten und die Konten aus DSGVO-Gr\u00fcnden durch den Betreiber zu l\u00f6schen.\u00a0 Ich hatte daher diesen Punkt aufgegriffen und sowohl an die Culture4Life GmbH als an den Datenschutzbeauftragten, Herrn Ulrich Kelber, mal <a href=\"https:\/\/twitter.com\/etguenni\/status\/1514765429230690310\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">per Twitter<\/a> die Anfrage gestellt, was mit den bisherigen Daten auf den Luca-Servern passiert. Eine Reaktion oder Antwort auf diesen Tweet habe ich keine gesehen.<\/p>\n<p>Ich hatte es auf Wiedervorlage und wollte nun Herrn Kelber als den zust\u00e4ndigen Datenschutzbeauftragten schriftlich kontaktieren. Wie ich <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/apps\/luca-app-loescht-alle-wegen-der-pandemie-gesammelten-nutzerdaten-a-7a604fd2-2c5a-4a5b-a953-2977bcc7dc9e\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> lese, haben die Entwickler der App &#8211; nach eigenen Angaben &#8211;\u00a0 s\u00e4mtliche Daten zur Kontaktnachverfolgung aus ihrem System gel\u00f6scht, die im Zuge der Coronapandemie erfasst und zentral gespeichert worden sind. Zitiert wird eine Mitteilung von Patrick Hennig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Betreibergesellschaft, am 4. April 2022. Henning sagt dazu, dass die Daten fortan nur noch lokal auf den Smartphones der Nutzerinnen und Nutzer gespeichert und sichtbar seien. \"Luca hat darauf keinerlei Zugriff.\u00ab Wer auch seine lokal gesicherten Daten loswerden will, muss die App demnach h\u00e4ndisch deinstallieren\".<\/p>\n<blockquote><p>Was mir aktuell nicht klar ist: Eigentlich m\u00fcsste die App, da sich der Zweck \u00e4ndert, automatisch \u00fcber den Google Play Store (und den Apple-Store) deinstalliert werden. Oder es h\u00e4tte ein Update geben m\u00fcssen, das die App anweist, sich nach Nutzerzustimmung zu deinstallieren. Ob die App noch Daten sendet, ist in meinen Augen unklar. Aus meiner Sicht sollten Nutzer die App, sofern sie nicht weiter genutzt werden soll, deinstallieren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mich trieb noch die Frage um, was passiert, wenn Nutzer die App vorher h\u00e4ndisch gel\u00f6scht haben. Denn es gibt ja ein Benutzerkonto auf dem Smartphone. Dazu bin ich in <a href=\"https:\/\/www.luca-app.de\/luca-account-loeschen-was-muss-ich-beachten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der FAQ der Luca-App<\/a> f\u00fcndig geworden. Dort hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>L\u00f6schung inaktiver Accounts<\/p>\n<p>Bei regelm\u00e4\u00dfigen Terminen kontaktieren aktive Apps den luca-Server, um anzuzeigen, dass sie noch aktiv sind. Die Accounts aller Apps, die zu diesem Zeitpunkt nicht den luca-Server kontaktieren, werden vom luca-System auf inaktiv gesetzt und anschlie\u00dfend nach 28 Tagen unwiderruflich gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>F\u00fcr dich hei\u00dft das: Auch wenn du deine luca App deinstalliert hast, ohne vorher deinen Account zu l\u00f6schen, wird dein Account nach einer gewissen Zeit automatisch aus dem System entfernt.<\/p>\n<p>Willst du luca zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt wieder nutzen, verschl\u00fcsselt und speichert das luca-System die Daten, die du bei Aktivierung deiner neuen App lokal auf deinem Smartphone hinterlegt hast.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber irgendwie scheint mir das alles noch nicht so zu Ende gedacht und bleibt der Verdacht, dass am Ende doch Daten herum gammeln und sogar weiter erfasst werden.<\/p>\n<h2>Neue Dienste gestartet<\/h2>\n<p>Die L\u00f6schung der Datenbest\u00e4nde aus dem Luca-System sei Teil einer Neu-Positionierung der Luca-App als Digitalisierungsservice und Bezahlanwendung f\u00fcr die Gastronomie, hei\u00dft es (dass dies laut DSGVO zwingend erforderlich war, wurde wohl nicht thematisiert). Eine Pressemitteilung habe ich nicht gefunden, aber am 4. April 2022 startete die Culture4Life GmbH in Hamburg, Berlin und Rostock einen Dienst, mit dem G\u00e4ste ihre Rechnungen bargeldlos bezahlen k\u00f6nnen. Dabei scannen die Restaurantbesucher an ihrem Tisch einen QR-Code und sehen in der App ihre Rechnung, die dann \u00fcber das Smartphone beglichen werden kann. Weitere digitale Services wie die Annahme von Gutscheinen oder die Integration in Kassensysteme seien in der Entwicklung und w\u00fcrden bald folgen, sagte Hennig anl\u00e4sslich dieser Vorstellung. Die Idee: Luca Pay soll sich \u00fcber Transaktionsgeb\u00fchren finanzieren, die 0,5 Prozent des Umsatzes plus 5 Cent f\u00fcr jeden Zahlungsvorgang betragen.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/04\/01\/lizenzrger-die-luca-app-und-die-open-source-klippen\/\">Lizenz\u00e4rger: Die Luca-App und die Open Source-Klippen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/05\/26\/hack-dein-gesundheitsamt-die-luca-app-machts-mglich\/\">Hack dein Gesundheitsamt, die Luca-App machte es m\u00f6glich<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/06\/03\/brgeramt-nur-mit-der-luca-app-betretbar-meldung-erwnscht\/\">B\u00fcrgeramt nur mit der Luca-App betretbar? 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