{"id":265608,"date":"2022-05-22T01:43:59","date_gmt":"2022-05-21T23:43:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=265608"},"modified":"2022-05-22T07:11:06","modified_gmt":"2022-05-22T05:11:06","slug":"fico-studie-bankkunden-wollen-komfort-aber-auch-hohe-sicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/05\/22\/fico-studie-bankkunden-wollen-komfort-aber-auch-hohe-sicherheit\/","title":{"rendered":"FICO-Studie: Bankkunden wollen Komfort, aber auch hohe Sicherheit"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Euros-klein.jpg\" alt=\"\" \/>Zuerst ein Bonmot: Wie sieht sich der Kunde? \"Isch bin wichdisch\". Wie sieht es der Anbieter \"Der Kunde ist dumm und gefr\u00e4\u00dfig\". Ging mir im Kopf herum, als ich vor einiger Zeit die Auswertung der \"W\u00fcnsche\" von Bankkunden auf den Schreibtisch bekam. Die Studie von FICO zeigt: <em>Bankkunden erwarten gleichzeitig hohen Betrugsschutz und besten Komfort \u2013 Banken m\u00fcssen f\u00fcr sicheres Banking vom Smartphone bis in die Filiale Spagat meistern<\/em>. Aber: Leichtfertige Einsch\u00e4tzung der Verbraucher zu Scams k\u00f6nnte das Betrugsrisiko erh\u00f6hen. Und auch das Agieren der Banken, die Kunden Banking-Apps f\u00fcr oft Jahre nicht gepatchte Android-Ger\u00e4te anbieten und auf 2FA verzichten, ist nicht f\u00f6rderlich. Quasi die Quadratur des Kreises &#8211; oder ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oxymoron\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oxymoron<\/a>. Da ich gerade \u00fcber den geh\u00e4rteten Browser S-Protect <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/05\/22\/nachlese-gehrteter-online-banking-browser-s-protect-neue-version-neue-erkenntnisse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">berichtet habe<\/a>, passt das Ergebnis der FICO-Studie ganz gut mit rein.<\/p>\n<p><!--more--><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/5a7f80f0c0b642379f7612b7ef306e9a\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Der Analytics-Softwareanbieter FICO stellt die Ergebnisse seiner j\u00fcngsten \"Consumer Fraud\"-Studie vor. Die Ergebnisse zeichnen das Bild eines Spagats, den Finanzdienstleister meistern m\u00fcssen, um einerseits die hohen Erwartungen ihrer Kunden in Sachen Sicherheit bei Finanztransaktionen zu erf\u00fcllen, andererseits aber auch ein H\u00f6chstma\u00df an Komfort zu bieten.<\/p>\n<ul>\n<li>Schlagen Online-Transaktionen fehl, w\u00fcrden rund 57 Prozent das Finanzinstitut wechseln<\/li>\n<li>Finden Kunden die Reaktion einer Bank auf einen Betrugsfall nicht zufriedenstellend, w\u00fcrden sich 59 Prozent beschweren und 30 Prozent die Bank wechseln<\/li>\n<li>In Sachen Banking-Sicherheit ist noch Luft nach oben<\/li>\n<li>Leichtfertige Einsch\u00e4tzung in Sachen Scams: Nur 5,4 Prozent haben Bedenken, Opfer davon zu werden<\/li>\n<li>Kundendaten bei Banken lassen zu w\u00fcnschen \u00fcbrig<\/li>\n<li>Deutschland hinkt in Sachen Digitalisierung von Zahlungsabl\u00e4ufen weiterhin hinterher<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade die Punkte Banking-Sicherheit und Einsch\u00e4tzung bzw. Verhalten von Online-Banking-Kunden sind zwei kontr\u00e4r laufende Sachverhalte. Hier die Kernaussagen der weltweiten Befragung von 12.000 Personen (1.002 der Befragten kommen aus Deutschland) zu ihren Bedenken in Bezug auf die Sicherheit von Finanzdienstleistungen sowie zu ihren Erwartungen und ihrem Umgang im Zusammenhang mit Finanzbetrug.<\/p>\n<p><strong>Hohe Erwartungen der Bankkunden an Betrugsbek\u00e4mpfung und Komfort \u2013 Geldw\u00e4sche geht gar nicht<\/strong><\/p>\n<p>Finanzbetrug dulden die Befragten mehrheitlich nicht. So w\u00fcrden 58 Prozent die Bank wechseln, sollte diese in einen Geldw\u00e4scheskandal verwickelt sein. Wenn es bei einer ihrer Transaktionen oder auf einem ihrer Konten zu einem Betrugsvorfall kommen w\u00fcrde und die Reaktion der Bank darauf f\u00fcr sie nicht zufriedenstellend ausfiele, w\u00fcrden 30 Prozent die Bank wechseln. 59 Prozent w\u00fcrden sich bei der Bank beschweren.<\/p>\n<p>Schl\u00e4gt eine Online-Transaktion beim ersten Anlauf fehl \u2013 weil unter anderem gegebenenfalls Sicherheitsvorkehrungen greifen \u2013 w\u00fcrden rund 15 Prozent das Finanzinstitut wechseln. Bei zwei bis drei Fehlschl\u00e4gen w\u00fcrden rund 32 Prozent ihrer Bank ade sagen, nach vier oder mehr weitere 11 Prozent. Nur 21 Prozent w\u00fcrden die Bank wegen fehlschlagender Transaktionen nicht wechseln.<\/p>\n<p>\"Wir erleben eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen an die sichere Abwicklung von Finanztransaktionen einerseits und den Komfort dabei andererseits. Die Verbraucher dulden nur in geringem Ausma\u00df Abbr\u00fcche oder Fehlschl\u00e4ge\", kommentiert Jens Dauner, Vice President und Managing Director Continental Europe bei FICO.<\/p>\n<blockquote><p>Irgendwo habe ich aber Zweifel, ob da nicht der Wunsch Vater des Gedankens bei den Interviewten war. Wenn ich mir so die am Beitragsende verlinkten Blog-Beitr\u00e4ge anschaue, m\u00fcssten manche Banken gerade zu an Kundenschwund leiden.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>In Sachen Banking-Sicherheit noch Luft nach oben<\/strong><\/p>\n<p>Rund 25 Prozent der Befragten halten Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen bei Bezahlvorg\u00e4ngen mit Kredit- und Debitkarten sowie bei Dauerauftr\u00e4gen oder \u00dcberweisungen f\u00fcr nicht ausreichend. 27 Prozent sind der Meinung, dass bei einer Online-Zahlung mit ihrer Debit- oder Kreditkarte zu wenige Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen stattfinden. Bei der Zahlung mit Debit- oder Kreditkarte in einem Gesch\u00e4ft kommt sogar laut 36 Prozent der Befragten die \u00dcberpr\u00fcfung zu kurz. Bei Dauerauftr\u00e4gen sind rund 18 Prozent mit den Sicherheitschecks unzufrieden, bei \u00dcberweisungen 20 Prozent.<\/p>\n<blockquote><p>Gerade dieses Thema wird von den Banken doch aktuell an die Wand gefahren. Limits f\u00fcr Kleinst\u00fcberweisungen bis 15, 25 oder mehr Euro sind nicht mehr durch Tansaktionsnummern zu best\u00e4tigen. Die Chip-TAN-Generatoren werden gerade von den Banken abgeschafft und durch irgendwelche Apps f\u00fcr Smartphones ersetzt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei der folgenden Antwort kommt die Blau\u00e4ugigkeit der Nutzer gut heraus: Denn nur 5,4 Prozent der Befragten haben Bedenken, Opfer von Scams zu werden. Scams sind Betrugsformen, bei denen Kriminelle \u00fcber gef\u00e4lschte E-Mail- oder Audiobotschaften versuchen, Internetnutzer dazu zu bringen, ihnen Geld zu senden. Versprochene Gegenleistungen werden dabei nie erbracht. Neben Geld, das man bei dieser Betrugsform als Vorschussleistung entrichtet und verliert, besteht auch die Gefahr, sich schwerwiegend strafbar zu machen.<\/p>\n<p>\"Deutsche Verbraucher untersch\u00e4tzen die Gefahr von Scams, also wenn Betr\u00fcger sie \u00fcberlisten und unrechtm\u00e4\u00dfig Geld erhalten\", kommentiert Jens Dauner. \"Wenn die Verbraucher denken, dass sie zu schlau sind, um auf Scams hereinzufallen, sto\u00dfen die Warnungen der Banken davor auf taube Ohren. Um die Kunden zu sch\u00fctzen, m\u00fcssen Banken bei der Identifizierung solcher Betrugsf\u00e4lle deshalb nachjustieren. Das k\u00f6nnen sie mit dem Einsatz von Analytics-L\u00f6sungen, die selbst betr\u00fcgerisches Verhalten erkennen, das nicht bestimmten Mustern folgt. So l\u00e4sst sich verhindern, dass Zahlungen an Betr\u00fcger geleistet werden.\"<\/p>\n<p><strong>Kundendaten lassen zu w\u00fcnschen \u00fcbrig<\/strong><\/p>\n<p>Egal ob digital oder analog, eines muss sich dringend verbessern: Die Kundendaten! Denn die Befragten geben an, dass ihre Finanzdienstleister falsche Daten von ihnen haben, wenn es um die Adresse (21 Prozent), die Handynummer (36 Prozent), die Festnetznummer (49 Prozent) oder die E-Mail-Adresse (28 Prozent) geht. Ganze sieben Prozent sagten, dass ihre Bank keine dieser Daten korrekt vorliegen hat. Das bedeutet, dass selbst bei wichtiger postalischer Korrespondenz rund jeder f\u00fcnfte Brief nicht zugestellt werden kann.<\/p>\n<p><strong>Von wegen Digitalisierung: Deutsche Bankkunden wollen Finanztransaktionen k\u00fcnftig auch noch in der Filiale t\u00e4tigen<\/strong><\/p>\n<p>Diese Aussage fand ich ja richtig sympatisch: W\u00e4hrend alle befragten Deutschen \u00fcber ein eigenes Konto verf\u00fcgen, besitzen nur rund 85 Prozent ein Mobiltelefon. Damit sind knapp 15 Prozent der Kunden nicht per Whatsapp, SMS oder Banking App erreichbar und faktisch vom Online-Banking ausgeschlossen. Im internationalen Vergleich sind nur knapp sieben Prozent der Bankkunden ohne eigenes Smartphone unterwegs. Banken sollten also trotz der voranschreitenden Digitalisierung ihre weniger oder nicht digitalen Kunden nicht aus den Augen verlieren. Dass die pers\u00f6nliche Betreuung in der Bankfiliale hierzulande weiterhin eine Rolle spielt, zeigen auch folgende Ergebnisse: Normalisieren sich Wirtschaft und Alltag in Bezug auf die Pandemie wieder, wollen 12 Prozent der Befragten vollst\u00e4ndig zur\u00fcck zum Management ihrer Finanztransaktionen \u00fcber die Bankfiliale, 16 Prozent wollen ein hybrides Modell mit online.<\/p>\n<p>Die komplette Studie gibt es leider nicht mehr zum Download. Das 1956 gegr\u00fcndete Unternehmen FICO ist, laut eigener Aussage, ein Pionier in der Anwendung von Predictive Analytics und Data Science zur Verbesserung operativer Entscheidungen. Nach einem Besuch der Webseite sieht es mir allerdings wie \"Schufa ++\" aus, denn ein Bot fragt direkt nach der E-Mail und es gibt das Angebot, den Score zu verbessern. Braucht man alles nicht &#8211; aber die Aussagen aus obigem Text fand ich trotzdem interessant.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/02\/14\/postbank-will-stoerung-behoben-haben\/\">Postbank will St\u00f6rung behoben haben<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/11\/02\/schwere-strung-bei-der-advanzia-bank-okt-nov-2021\/\">Schwere St\u00f6rung bei der Advanzia Bank (Okt.\/Nov. 2021)?<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/06\/03\/ddos-angriff-auf-fiducia-onlinezugang-bei-volks-und-raiffeisenbanken-gestrt\/\">DDoS-Angriff auf Fiducia: Onlinezugang bei Volks- und Raiffeisenbanken gest\u00f6rt<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/05\/18\/cyber-kriminelle-bietee-sim-swapping-fr-deutsche-banken-an\/\">Cyber-Kriminelle bieten SIM-Swapping f\u00fcr deutsche Banken an<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/11\/13\/verstrkte-phishing-kampagnen-auf-bankkunden-okt-nov-2021-teil-1\/\">Verst\u00e4rkte Phishing-Kampagnen auf Bankkunden (Okt.\/Nov. 2021) \u2013 Teil 1<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/10\/02\/neue-variante-des-banking-trojaners-hydra-zielt-auf-europische-commerzbank-nutzer\/\">Neue Variante des Banking-Trojaners Hydra zielt auf europ\u00e4ische (Commerzbank) Nutzer<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/11\/05\/passwort-schwachstelle-bei-windata-9-banking-software\/\">Festes SA SQL-Passwort bei windata 9-Banking-Software<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/06\/06\/banking-trojaner-flubot-verbreitet-sich-in-deutschland-stark-juni-2021\/\">Banking-Trojaner Flubot verbreitet sich in Deutschland stark (Juni 2021)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuerst ein Bonmot: Wie sieht sich der Kunde? \"Isch bin wichdisch\". 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