{"id":272828,"date":"2022-09-14T13:21:34","date_gmt":"2022-09-14T11:21:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=272828"},"modified":"2022-09-14T13:35:57","modified_gmt":"2022-09-14T11:35:57","slug":"eu-gericht-besttigt-milliarden-strafe-gegen-google-wegen-android-beschrnkungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/09\/14\/eu-gericht-besttigt-milliarden-strafe-gegen-google-wegen-android-beschrnkungen\/","title":{"rendered":"EU-Gericht best&auml;tigt Milliarden-Strafe gegen Google wegen Android-Beschr&auml;nkungen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/DNxhm89.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>[<a href=\"https:\/\/borncity.com\/win\/2022\/09\/14\/eu-gericht-besttigt-milliarden-strafe-gegen-google-wegen-android-beschrnkungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">English<\/a>]Der Gerichtshof der europ\u00e4ischen Union hat am Mittwoch, den 14. September 2022, eine Entscheidung bez\u00fcglich des von der EU-Kommission verh\u00e4ngten Bu\u00dfgelds gegen Google bzw. die Mutter Alphabet gef\u00e4llt. Das Gericht best\u00e4tigt in der Rechtssache T-604\/18 weitgehend den Beschluss der Kommission, wonach Google den Herstellern von Android-Mobilger\u00e4ten und den Betreibern von Mobilfunknetzen rechtswidrige Beschr\u00e4nkungen auferlegt hat, um die beherrschende Stellung seiner Suchmaschine zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/78152c8718164fbea18f41e533ab00e9\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Verschiedene Beschwerden, die wegen bestimmter Gesch\u00e4ftspraktiken von Google im Bereich des mobilen Internets an die Kommission gerichtet wurden, veranlassten die EU-Kommission, am 15. April 2015 gegen Google ein Verfahren betreffend Android zu er\u00f6ffnen. Die EU-Kommission hatte dann mit dem Beschluss vom 18. Juli 2018 entschieden, dass Google seine beherrschende Stellung bei allgemeinen Suchdiensten ausgenutzt und gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften versto\u00dfen hat, indem es:<\/p>\n<ul>\n<li>von Herstellern die Vorinstallation der Google-Such-App und der Browser-App (Chrome) als Voraussetzung f\u00fcr die Lizenzierung des App-Stores von Google (Play Store) verlangte und<\/li>\n<li>Hersteller, die Google-Apps vorinstallieren wollten, daran hinderten, auch nur ein einziges intelligentes mobiles Ger\u00e4t zu verkaufen, das mit alternativen Android-Versionen lief, die nicht von Google genehmigt waren.<\/li>\n<li>Weiterhin gab es Beschr\u00e4nkungen in den \"Vereinbarungen \u00fcber die Teilung von Einnahmen\", wonach Google nur dann einen Teil der Werbeeinnahmen an die betreffenden Hersteller von Mobilger\u00e4ten und Betreiber von Mobilfunknetzen weiterleitete, wenn diese sich verpflichteten, auf einem im Voraus festgelegten Sortiment von Ger\u00e4ten keinen konkurrierenden allgemeinen Suchdienst vorzuinstallieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Von der EU-Kommission war Google damals mit einer Geldstrafe von fast 4,343 Mrd. Euro belegt worden, weil es den Wettbewerb durch die obigen Klauseln und die Dominanz von Android unterdr\u00fcckt habe. Es handelt es sich um die h\u00f6chste jemals in Europa von einer Wettbewerbsbeh\u00f6rde verh\u00e4ngte Geldbu\u00dfe. Google hatte gegen dieses Bu\u00dfgeld vor dem EU-Gericht geklagt.<\/p>\n<p>Der Gerichtshof der europ\u00e4ischen Union hat am heutig Mittwoch, den 14. September 2022, in seiner Entscheidung in der Rechtssache T-604\/18 der EU-Kommission weitgehend Recht gegeben und die Strafe best\u00e4tigt. Sprich, das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Google den Herstellern von Android-Ger\u00e4ten und den Betreibern von Mobilfunknetzen rechtswidrige Beschr\u00e4nkungen auferlegt hat, um die eigene marktbeherrschende Stellung zu st\u00e4rken. In einer <a href=\"https:\/\/curia.europa.eu\/jcms\/upload\/docs\/application\/pdf\/2022-09\/cp220147de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung hei\u00dft es<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Um Schwere und Dauer der Zuwiderhandlung besser Rechnung zu tragen, h\u00e4lt das Gericht es jedoch im Anschluss an Erw\u00e4gungen, die in einigen Punkten von denen der Kommission abweichen, f\u00fcr angebracht, gegen Google eine Geldbu\u00dfe in H\u00f6he von 4,125 Mrd. Euro zu verh\u00e4ngen<\/p><\/blockquote>\n<p>Die von Google erhobene Klage wird vom Gericht im Wesentlichen abgewiesen. Es erkl\u00e4rt den Beschluss der Kommission nur insofern f\u00fcr nichtig, als darin festgestellt wird, dass die oben angesprochenen sortimentbezogenen Vereinbarungen \u00fcber die Teilung von Einnahmen als solche einen Missbrauch darstellen.<\/p>\n<blockquote><p>Insgesamt ist Google in der EU aber gut bei \"Zahlemann &amp; S\u00f6hne\" vertreten. Denn mit dem Urteil summieren sich die Strafen in drei Kartellverfahren, die die Europ\u00e4ische Kommission zwischen 2017 und 2019 gegen Google verh\u00e4ngt hat, auf inzwischen mehr als 8 Milliarden US-Dollar.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Details des Urteils T-604\/18 lassen sich <a href=\"https:\/\/curia.europa.eu\/juris\/document\/document.jsf?text=&amp;docid=265421&amp;pageIndex=0&amp;doclang=EN&amp;mode=lst&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=100147\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> nachlesen. Das Unternehmen hatte seine Bedingungen nach dem Urteil der EU-Kommission bereits so ge\u00e4ndert, dass sie mit EU-Wettbewerbsrecht konform sind. Google bzw. die Mutter Alphabet kann nun noch beim Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) Einspruch einlegen (schreibt Spiegel Online <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/kartellrecht-eu-gericht-bestaetigt-milliardenstrafe-gegen-google-a-59ddfed2-b493-421c-895c-3f256aba1ed8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>). Vor dem EuGH und vor dem EU-Gericht sind weitere Klagen Googles gegen Entscheidungen der EU-Kommission anh\u00e4ngig. Bleibt spannend, wie es weiter geht.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/06\/17\/google-vor-rekord-strafe-durch-eu-kommission\/\">Google vor Rekord-Strafe durch EU-Kommission?<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/06\/17\/eu-knnte-google-bis-zu-9-milliarden-strafe-aufbrummen\/\">EU k\u00f6nnte Google bis zu 9 Milliarden $ Strafe aufbrummen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2016\/04\/20\/eu-wettbewerbsverfahren-gegen-google-wegen-android\/\">EU-Wettbewerbsverfahren gegen Google wegen Android<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/11\/10\/gericht-besttigt-strafe-von-242-milliarden-euro-gegen-google\/\">Gericht best\u00e4tigt Strafe von 2,42 Milliarden Euro gegen Google<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/09\/05\/lobby-wie-google-co-die-eu-beeinflussen\/\">Lobby: Wie Google &amp; Co. die EU beeinflussen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/05\/04\/googles-floc-und-der-alptraum-europa-mit-seiner-dsgvo\/\">Googles FLoC und der Alptraum Europa mit seiner DSGVO<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/09\/14\/wie-irlands-idpc-systematisch-google-facebook-co-vor-dsgvo-verfahren-schtzen\/\">Wie Irlands IDPC systematisch Google, Facebook &amp; Co. vor DSGVO-Verfahren sch\u00fctzt<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/11\/29\/bugeld-in-italien-apple-und-google-wegen-aggressiver-datensammeli\/\">Bu\u00dfgeld in Italien gegen Apple und Google wegen aggressiver Datensammelei<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/01\/22\/dsgvo-strafe-fr-google-bugeld-fr-firma-und-mehr\/\">DSGVO: Strafe f\u00fcr Google, Bu\u00dfgeld f\u00fcr Firma und mehr<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[English]Der Gerichtshof der europ\u00e4ischen Union hat am Mittwoch, den 14. 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