{"id":276353,"date":"2022-12-26T13:18:34","date_gmt":"2022-12-26T12:18:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=276353"},"modified":"2022-12-26T13:19:32","modified_gmt":"2022-12-26T12:19:32","slug":"fluch-oder-segen-der-cloud-rechenzentren-in-der-landschaft-last-oder-gehren-die-dazu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/26\/fluch-oder-segen-der-cloud-rechenzentren-in-der-landschaft-last-oder-gehren-die-dazu\/","title":{"rendered":"Fluch oder Segen der Cloud: Rechenzentren in der Landschaft, Last oder geh&ouml;ren die dazu?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Cloud\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Cloud-Symbol.jpg\" width=\"200\" align=\"left\"\/>In den letzten Jahren sind sie in Irland in manchen Kreisen zu einem unerw\u00fcnschten Gast geworden: Gro\u00dfe Datenzentren werden als Usurpatoren in Irland angesehen. Diese beanspruchen riesige Fl\u00e4chen, ben\u00f6tigen sehr viel Energie aus dem Stromnetz, und liefern wenig an Nutzwert an die Gemeinschaft zur\u00fcck, so der Vorwurf der Kritiker. Ist das Bild wirklich so einfach? Oder geh\u00f6ren gro\u00dfe Rechenzentren im Informationszeitalter als wesentlicher Bestandteil des modernen Lebens dazu.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/2a58c906104843d8a5f92c45bb13da8a\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Dieser Frage widmet sich <a href=\"https:\/\/www.irishexaminer.com\/news\/spotlight\/arid-40252148.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser Artikel<\/a> des irischen Examiners, auf den ich \u00fcber nachfolgenden Tweet gesto\u00dfen bin. Bis 2028 werden Rechenzentren auf der irischen Insel 29 % der Stromerzeugung dieses Landes beanspruchen &#8211; angesichts der Energiewende sicherlich ein Punkt, wo manches hinterfragt werden muss. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.irishexaminer.com\/news\/spotlight\/arid-40252148.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"Rechenzentren - das Problem\" alt=\"Rechenzentren - das Problem\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/cCg1LQb.png\"\/><\/a><\/p>\n<p>Der Irish Examiner bat den Leiter der Energieforschung, Professor Brian Norton, der direkt f\u00fcr das Internationale Energieforschungszentrum (IERC) am Tyndall National Institute in Cork verantwortlich ist, um einen \u00dcberblick. Wer auf Daten zugreift, die in der Cloud gespeichert sind, sei es Dropbox oder LinkedIn oder was auch immer, befinden sich diese Daten sich irgendwo in einem Rechenzentrum. Und Rechenzentren gibt es \u00fcberall auf der Welt &#8211; laut Norton gibt es weltweit etwa acht Millionen Rechenzentren.<\/p>\n<p>\"Sie sind gro\u00df und reichlich vorhanden. Es ist nicht \u00fcbertrieben zu sagen, dass sie allgegenw\u00e4rtig sind, und dass wir sie brauchen, um die technologische Revolution fortzusetzen\", so Prof. Norton. \"Dort wird alles gespeichert und verarbeitet &#8211; von Online-Eink\u00e4ufen bis hin zu allem, was verbraucht wird.\" Ohne die Cloud und die damit ben\u00f6tigten Rechenzentren ist die moderne Informationsgesellschaft wohl nicht mehr zu halten. Prof. Norton dazu:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\"Die gro\u00dfe Sache sind \u00fcberraschenderweise nicht so sehr die Daten, die die Menschen produzieren, sondern der Datenverkehr und die Daten kommen immer mehr durch das so genannte Internet der Dinge (IoT). Die Ger\u00e4te sind automatisch miteinander verbunden, so dass man zum Beispiel an die Zustands\u00fcberwachung moderner Autos denken kann. Sie sind direkt mit dem Internet verbunden und teilen dem Unternehmen oder dem H\u00e4ndler mit, wie es um den Zustand der Dinge steht. Die Gasturbinen und D\u00fcsentriebwerke in Flugzeugen kommunizieren st\u00e4ndig mit dem Flugzeughersteller und teilen ihm mit, wie es um sie steht. Diese Art von Informationen, das so genannte IoT, ist eine riesige Menge an Daten, die ausgetauscht werden. Es handelt sich nicht nur um Daten, die von Menschen erzeugt werden, sondern auch um Daten, die die Maschinen um uns herum automatisch erzeugen und weitergeben. Das ist eine riesige Menge.\"<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Laut Prof. Norton sind etwa 75 Mrd. Ger\u00e4te direkt mit dem Internet verbunden, die ohne menschliches Zutun Informationen \u00fcber das Internet austauschen. All diese Daten ben\u00f6tigen eine Menge Energie, um sie zu speisen. Nach den Daten vom November 2020 sind in Irland derzeit 66 Rechenzentren in Betrieb. Aus dem Bericht des Branchenverbands Host In Ireland, der in Zusammenarbeit mit Bitpower Energy Solutions erstellt wurde, geht hervor, dass von den 66 Rechenzentren 31 direkt von den Hyperscalern betrieben werden, auf die 80 % der Kapazit\u00e4t entfallen. <\/p>\n<p>F\u00fcnf sind angemietete Gro\u00dfhandels-Rechenzentren, 15 sind Colocation-Rechenzentren, und die restlichen 15 sind kleinere private Rechenzentren, die von Telekommunikationsunternehmen und kleinen Anbietern betrieben werden. Laut David McAuley, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Bitpower, bel\u00e4uft sich die Gesamtleistung aller 66 Rechenzentren auf 834 MW.<\/p>\n<p>\"Wir sch\u00e4tzen, dass dies einer IT-Kapazit\u00e4t von 630 MW entspricht, die zu 55 % ausgelastet ist. Zu beachten ist auch, dass es einige Jahre dauern kann, bis die fertiggestellten Rechenzentren voll ausgelastet sind\", so McAuley in dem Bericht. Der Bericht sch\u00e4tzt, dass sich die Baukosten im Jahr 2020 auf 1,25 Mrd. Euro belaufen werden. Das soll sich 2022 auf 1,5 Mrd Euro steigern. <\/p>\n<p>\"Von den irischen Waren- und Dienstleistungsexporten im Gesamtwert von 448 Mrd. \u20ac entfallen 117 Mrd. \u20ac auf Computerdienstleistungen, was etwas mehr als ein Viertel (26 %) der irischen Exportt\u00e4tigkeit ausmacht. W\u00e4hrend die Ausfuhren in den meisten Sektoren (Verkehr, Tourismus, Einzelhandel, um nur einige zu nennen) dramatisch zur\u00fcckgingen, haben Computerdienstleistungen, Arzneimittel und medizinische Produkte eine ausreichend starke Leistung gezeigt, um der irischen Wirtschaft insgesamt Auftrieb zu geben\", sagte Pr\u00e4sident und Gr\u00fcnder von Host In Ireland, Garry Connolly. Irland h\u00e4ngt also stark von IT-Leistungen bzw. der Cloud ab.<\/p>\n<p>Der springende Punkt wird die Energieversorgung sein. Irland hat das Potenzial, bis 2030 9,2 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, weit mehr als f\u00fcr den irischen Verbrauch ben\u00f6tigt wird, so Connolly. Statt den \u00fcbersch\u00fcssigen Stroms zu exportieren, geht die \u00dcberlegung eher dahin, Rechenzentrumsleistung aus Irland zu exportieren und den Strom f\u00fcr deren Betrieb zu verwenden. <\/p>\n<p>Die Skeptiker wollen klare und unwiderlegbare Beweise daf\u00fcr, dass Rechenzentren f\u00fcr Irland als Ganzes eine gute Sache sind, und bisher konnten sie nicht \u00fcberzeugt werden. Die Senatorin der Sinn F\u00e9in, Lynn Boylan, sagte im Dezember vor dem Seanad, dass die \u00f6ffentliche Wahrnehmung von Datenzentren von Sorge und Skepsis gepr\u00e4gt sei. Es sei sogenanntes Greenwashing im Spiel, also die Praxis, den Anschein zu erwecken, klimafreundlicher zu sein, als es in Wirklichkeit ist, sagte sie.<\/p>\n<p>Rechenzentren schie\u00dfen \u00fcberall im Land aus dem Boden, und mit ihnen kommen Windparks sowie fossile Energieerzeuger, do die Politikerin. \"Trotz aller Bem\u00fchungen der Tech-Giganten, die Auswirkungen ihrer Aktivit\u00e4ten zu verschleiern, l\u00fcgen die Zahlen nicht. Die Zunahme der irischen Rechenzentren hat einen enormen CO2-Fu\u00dfabdruck zur Folge. Es wird so getan, als sei Big Tech eine saubere Industrie, aber es werden enorme Mengen an Energie ben\u00f6tigt, um die Server und die Ventilatoren zum K\u00fchlen zu betreiben. Jedes Video, das im Internet abgerufen wird, muss in diesen Rechenzentren gespeichert werden. Bis 2027 werden Rechenzentren 31 % des irischen Stroms verbrauchen\", sagte Frau Boylan.<\/p>\n<p>\"W\u00e4hrend in ganz Europa der Energieverbrauch sinkt, sind wir in Irland eine Anomalie, denn er steigt. Das hat nichts mit unserem Haushalts- oder Bev\u00f6lkerungswachstum zu tun. Es liegt einzig und allein an der steigenden Zahl von Rechenzentren. Sie werden 12,5 TW [Terawatt] Strom ben\u00f6tigen, mehr als derzeit bereitgestellt werden kann. Das ist genug Strom f\u00fcr 24 Millionen Haushalte.\" wird Boylan vom Examiner zitiert. Sie wirft der Industrie eine Greenwashing-Kampagne vor, da nach deren Aussagen die Rechenzentren zu 100 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollen. Die Energiemenge, die von den Windparks geliefert werden m\u00fcsste, erreicht wohl nicht den Bedarf dieser Rechenzentren.&nbsp; <\/p>\n<p>Bis vor wenigen Jahren entfielen auf Rechenzentren weniger als 2 % des gesamten irischen Strombedarfs. Joe O'Brien, Minister f\u00fcr Gemeinschaftsentwicklung, geht davon aus,&nbsp; dass die Nachfrage von Rechenzentren bis 2028 29 % der Gesamtnachfrage ausmachen k\u00f6nnte. Da wird es dann spannend, wie dieser Energiebedarf, der ja Tag und Nacht anf\u00e4llt, gedeckt wird. Sofern fossile Brennstoffe daf\u00fcr ben\u00f6tigt werden, d\u00fcrfte dies ein gro\u00dfen Problem f\u00fcr Irland werden. Die Diskussion wogt auch um die Frage, ob die gigantischen Investitionen nicht besser in Infrastrukturma\u00dfnahmen f\u00fcr das Gemeinwesen gesteckt werden sollten, um Irland diverser aufzustellen. Auch hier zeigt sich, dass das Thema Cloud seine ganz eigenen Fragestellungen aufwirft. Mehr Details zur Diskussion finden sich im Artikel des Examiner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Jahren sind sie in Irland in manchen Kreisen zu einem unerw\u00fcnschten Gast geworden: Gro\u00dfe Datenzentren werden als Usurpatoren in Irland angesehen. Diese beanspruchen riesige Fl\u00e4chen, ben\u00f6tigen sehr viel Energie aus dem Stromnetz, und liefern wenig an Nutzwert &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/26\/fluch-oder-segen-der-cloud-rechenzentren-in-der-landschaft-last-oder-gehren-die-dazu\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7263],"tags":[4293,1171],"class_list":["post-276353","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cloud","tag-allgemein","tag-cloud"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276353","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=276353"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276353\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=276353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=276353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=276353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}