{"id":277460,"date":"2023-02-02T18:06:11","date_gmt":"2023-02-02T17:06:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=277460"},"modified":"2023-02-03T12:44:04","modified_gmt":"2023-02-03T11:44:04","slug":"vor-51-jahren-der-hp-35-wurde-am-1-2-1973-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/02\/02\/vor-51-jahren-der-hp-35-wurde-am-1-2-1973-vorgestellt\/","title":{"rendered":"Vor 51 Jahren: Der HP-35 wurde am 1.2.1973 vorgestellt"},"content":{"rendered":"<p>Kleiner, nostalgischer R\u00fcckblick, mit dem nur die \"sehr viel\" \u00c4lteren aus der Blog-Leserschaft vielleicht noch was anfangen k\u00f6nnen. Am 1. Februar 1973 wurde von einer Firma Namens Hewlett-Packard der erste wissenschaftliche Taschenrechner, der HP-35, vorgestellt. Ich habe hier im Blog ja schon die eine oder andere Geschichte aus den 80er oder 90er Jahren zum Besten gegeben, wo ich aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen eigene Erfahrungen zitieren konnte. Beim HP-35 ist es irgendwie auch so &#8211; und nein, ich habe das Ding nicht entwickelt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/e29ca686092d4d5db04c45dd77da3550\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Ich bin gestern \u00fcber nachfolgenden Tweet auf dieses Jubli\u00e4um aufmerksam geworden und das Bild hat irgendwie Erinnerungen geweckt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/161XGI6.png\" alt=\"HP-35 Taschenrechner\" \/><\/p>\n<p>Ich gestehe, als \"digitaler Habenichts\" ist diese Vorstellung des Ger\u00e4ts seinerzeit komplett an mir vorbei gegangen. Ende 1972 war ich in den letzten Z\u00fcgen meiner Lehre mit der Erstellung des Gesellenst\u00fccks befasst &#8211; und da der Gesellenbrief auf den 5.1.1973 datiert, muss da auch irgendwie die Abschlusspr\u00fcfung gewesen sein. Statt Taschenrechner gab es in der Berufsschule Tabellenb\u00fccher mit trigonometrischen Tafeln sowie einen Rechenschieber von Aristo. Ich formuliere es mal so: Der Cosinus im Tabellenbuch war meine \"erste Liebe\" und hat mir w\u00e4hrend der Lehre bei der Berechnung der Wirkleistung immer gute Dienste geleistet (war waren ja so arm, wir hatten \"nicht mal Taschenrechner, geschweige denn Facebook oder WhatsApp oder Tiktok\").<\/p>\n<p>Ab Sommer 1973 ging es zwar zur\u00fcck auf die Schulbank, um \u00fcber die Berufsaufbauschule den Abschluss der mittleren Reife (10. Klasse) nachzuholen, dann auf der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fachoberschule\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fachoberschule<\/a> die Fachhochschulreife (12. Klasse) zu erwerben und nach dem Pflichtdienst bei der Bundeswehr ins Ingenieurstudium zu h\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich noch, dass ich mit dem Aristo-Rechenschieber aus der Berufsschule in die 10. Klasse startete, dort aber grandios scheiterte. Die durchzuf\u00fchrenden Berechnungen in Klausuren waren so kalkuliert, dass die Genauigkeit der Ergebnisse und die zeitlichen Vorgaben mit dem Rechenschieber nicht zu schaffen waren. Dabei hatte Wernher von Braun doch ein Jahrzehnt zuvor mit seinen Ingenieuren noch die Saturn V-Mondrakete der Amerikaner berechnet (gut, ein paar Gro\u00dfrechner waren da auch mit dabei, um Flugbahnen etc. zu kalkulieren).<\/p>\n<p>Aber die Lehrer wollten sich partout nicht auf eine Diskussion mit mir einlassen. Und so\u00a0bin ich als Berufsaufbausch\u00fcler echt \"gegen die Wand gelaufen\". Die Schnellmerker mit \"reicheren V\u00e4tern\" kamen irgendwie mit einem HP-Taschenrechner in die Schule &#8211; oder kauften das Teil f\u00fcr viel Kohle in der ersten Schulwoche. Als ich in der zweiten oder dritten Woche zum Entschluss kam \"Du brauchst auch so ein Ding, musst Du halt in den sauren Apfel bei\u00dfen und die hart erarbeitet Kohle f\u00fcr so einem Schmarren opfern, sonst kannst Du die 10. Klasse knicken\", schlug McMurphy zu.<\/p>\n<p>Just in dem Moment gab es wochenlang einen Chip-Mangel &#8211; und landauf, landab waren keine Taschenrechner mit erweiterten Funktionen (Wurzelziehen, Potenzrechnung, Speicher) mehr zu bekommen. Ich meine mich auch zu erinnern, dass die HP-Taschenrechner der Mitsch\u00fcler einfacher waren (also keine trigonometrischen Funktionen kannten) und nur wenige Sch\u00fcler so etwas wie einen HP-35 hatten.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns digitale Habenichts gab es aber einen gro\u00dfen \"Rechensaal\" in der Berufsschule, in dem 25 elektrische Rechenmaschinen (konnten die Grundrechenarten) standen. Dort hie\u00df es nach einer Einf\u00fchrungsstunde die Klausuren in Mathe, Physik etc. zu schreiben. Nach der ersten Klausur war klar, das l\u00e4uft so nicht.<\/p>\n<p>Hab dann aus der Not eine Tugend gemacht, und bei Quelle einen einfachen Taschenrechner mit vier Grundrechenarten und Speicherfunktion (das einzig verf\u00fcgbare Modell) recht g\u00fcnstig erworben und dann die fehlenden Funktionen mit Gehirmschmalz dazugedichtet. Quadratwurzel ziehen ging \u00fcber einen N\u00e4herungsalgorithmus, der im beiliegenden Booklet des Taschenrechners beschrieben war. Logarithmen und trionometrische Werte konnte ich aus dem \"Sieber &#8211; Mathematische Tafeln\" aus 1973 entnehmen, und die Zahlentafeln von Kusch habe ich neben dem Sieber noch heute im Schrank stehen. Die funktionieren \u00fcbrigens ganz ohne Batterien oder Updates.<\/p>\n<p>Hat bis zum Abschluss der 12. Klasse mit Fachhochschulreife gereicht. Kurz vor Beginn des Studiums habe ich mir dann einen Taschenrechner mit wissenschaftlichen Funktionen (bei Quelle) gekauft &#8211; die Taschenrechner waren damals schon recht g\u00fcnstig, so um die 200 DM &#8211; und mich mit dem Ding vertraut gemacht.<\/p>\n<p>Fluch der b\u00f6sen Tat: Im Studium kamen die S\u00f6hne reicher V\u00e4ter und hatten die ersten programmierbaren Taschenrechner von HP und Texas Instruments. Mir hat der Taschenrechner mit wissenschaftlichen Funktionen aber w\u00e4hrend des Studiums dicke ausgereicht. Was die Kommilitonen mit ihren Programmen machten &#8211; oft war ein Radiergummi erforderlich, wenn ein Speicherstreifen mal wieder nicht lesbar war &#8211; habe ich mit Gehirnschmalz, sowie Papier und Bleistift dazu gedichtet. W\u00e4hrend die Kommilitonen noch ihre programmierbaren Taschenrechner f\u00fctterten, hatte ich die Aufgaben l\u00e4ngst gel\u00f6st.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Anmerkung:<\/strong> Das war \u00fcbrigens die Zeit (1975), als zwei Studenten, <a title=\"Theo Lieven\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Theo_Lieven\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Theo Lieven<\/a>\u00a0und Rainer Fraling in\u00a0Aachen eine Firma Vero GmbH gr\u00fcndeten, um Mitstudenten Taschenrechner von HP und TI zu verticken. Wenn ich sage, dass daraus sp\u00e4ter die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vobis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vobis<\/a> AG wurde, klingeln bei einigen Leuten vielleicht die Erinnerungsglocken. Von dem habe ich nicht viel mitbekommen, obwohl Aachen nur ein Katzensprung von J\u00fclich entfernt war und ich als Student da durchaus gelegentlich nach Aachen fuhr, um an einem gewissen \"Taschenrechnerladen\" vorbei zu laufen. F\u00fcr die 1.000 Mark \"Boliden\" im Schaufenster fehlte mir aber die Kohle und ich sah auch keine Notwendigkeit, so ein Teil zu kaufen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Keine Ahnung, was aus unseren \"Klasse 11-Sch\u00fclern\", die bestens mit technischem Equipment ins Studium starteten, geworden ist und ob die das Studium gepackt haben. Gut 50 % meiner Kommilitonen haben in den ersten drei Semestern bereits das Ingenieurstudium aufgesteckt. Aber \"vier kamen durch\" &#8211; ich war einer aus der Truppe, die am Ende der Regelstudienzeit bereits die Diplomarbeit fertig hatten und die anschlie\u00dfenden Semesterferien die Zeit totschlagen mussten, weil in dieser Zeit keine Abschlusspr\u00fcfungen starteten.<\/p>\n<p>War mein \"Verderbnis\", durfte ich doch sowohl den Mulby Kranz Rechner der Fachhochschule (ziemlich als einziger Student der FH hatte ich die \"Gestattung\" des Matheprofessors, weil ich wohl das einzige Viech war, das sich brennend f\u00fcr seine weitergehenden Programmiersprachenkurse interessierte und den Prof. mit allerlei Fragen l\u00f6cherte) nutzen als auch an der Kernforschungsanlage J\u00fclich (KFA) an den Gro\u00dfrechnern Batch-Auftr\u00e4ge (seinerzeit noch als Lochkartenstapel abzugeben) laufen lassen. Und mir standen die Bibliotheken der KFA, der FH sowie Stadt J\u00fclich zur Verf\u00fcgung. Hab damals alles, was ich zu Rechnern finden konnte, im Sommer 1979 durchgeackert, hatte ich in der Diplomarbeit doch eine Digital Equiment PDP 11\/04 mit Floppy-Disks kennen gelernt. Und seit diesem Zeitpunkt waren \"programmierbare Taschenrechner\" f\u00fcr mich irgendwie gestorben.<\/p>\n<p>Und dann kam am 2. Vorlesungstag des Folgesemesters meine Abschlusspr\u00fcfung und zwei Tage sp\u00e4ter war ich weg, zum ersten Job als frischgebackener Ingenieur im Flugzeugbau.<\/p>\n<p>Tja, viele Erinnerungen, die mich beim Anblick des obigen Fotos so angesprungen sind. Dabei hatte ich nie so ein Teil, und bin am Ende des Tages doch ein anst\u00e4ndiger Ingenieur geworden.<\/p>\n<p>Obwohl: Letzteres stimmt nicht so wirklich &#8211; denn ich war seit dem Studium und der Diplom-Arbeit mit einem Fu\u00df auf dem \"Programmier-Tripp\". Die klassische Ingenieurt\u00e4tigkeit dauerte quasi nur knapp 2 Jahre, in denen ich Ultraschall-Tauchb\u00e4der f\u00fcr Flugzeugteile konstruierte, Airbusse auf Risse an den Nietverbindungen des Rumpfs pr\u00fcfen musste, aber jede Gelegenheit nutzte, um an einer Digital Equipment PDP 11\/04 im Werkstoff-Labor Pr\u00fcfprogramme zu entwickeln oder zu verbessern.<\/p>\n<blockquote><p>Schwank am Rande: 20 Jahre nach meinem Abgang bei Airbus-Industries erz\u00e4hlte mir ein Ex-Kollege und guter Freund bei einem sonnt\u00e4glichen Telefonat: \"Wir haben deine dicke Berta in Rente geschickt\". Ich habe zwar m\u00f6glicherweise Leichen im Keller, aber mit einer Berta konnte ich nichts anfangen. Als ich zaghaft fragte (Frau sa\u00df im Wohnzimmer und h\u00f6rte mit), was er meinte, kam \"Na, dein Ultraschall-Tauchbad mit automatischer Pr\u00fcfanlage, was Du konstruiert hast\" zur\u00fcck. Fiel mir ein Stein vom Herzen, mit einer \"Berta\" konnte ich so gar nichts anfangen. Und meine Ultraschall-Pr\u00fcfanlage f\u00fcr Flugzeug-Bauteile hielt ich vom Entwurf f\u00fcr grottenschlecht, weil die Mechanik zu Schwingungen in den Messk\u00f6pfen neigte, was die Genauigkeit der Messungen beeintr\u00e4chtige &#8211; die zu pr\u00fcfenden Bauteile (z.B. Fl\u00fcgelabdeckungen beim Tornado) konnten nicht in der von mir projektierten Geschwindigkeit abgefahren und gepr\u00fcft werden. Aber ich hatte meinem Nachfolger noch eine DINA-A4-Seite mit Vorschl\u00e4gen f\u00fcr die Verbesserung der Konstruktion hinterlassen. Und die damals gewonnenen Erfahrungen erm\u00f6glichten mir bei zwei \u00e4hnlichen Projekten, die von angeblich erfahrenen Firmen durchgef\u00fchrt wurden, bereits im Vorfeld den Konstrukteuren auf den Kopf zuzusagen \"Leute, ihr werdet mit eurem Ansatz scheitern\". Die haben mich mit gro\u00dfen Augen angeschaut, weil ich aber ein blutjunger Ingenieur war, hat man gel\u00e4chelt \"was wei\u00df der Verr\u00fcckte schon\". Vor der Abnahme der Anlagen hie\u00df es von Cheffe \"Born, sie machen das, schauen sie zu, dass die Anlage die Spezifikationen einh\u00e4lt\". Hab mir dann einen Kopf gemacht, wie ich das auf die Schnelle bewerkstelligen k\u00f6nnte. Laser-Entfernungsmessungen und gro\u00dfartige Auswertungen waren zeitlich und finanziell unm\u00f6glich. Bin dann, bewaffnet mit einem Theodoliten und einer Ma\u00dflehre mit 1\/10 Millimeter-Skalierung sowie einer Stopp-Uhr, viel Papier, Bleistift und Taschenrechner in einen Flieger nach Frankfurt eingestiegen, um die Anlage beim Hersteller abzunehmen. Ich hatte mich auch auf viele Rechnungen eingestellt &#8211; aber beim ersten Testlauf war nach einer Minute klar, dass die Aussagen des jungen Ingenieurs einige Monate vorher ziemlich pr\u00e4zise best\u00e4tigt wurden. Keine Ahnung, was aus dieser Anlage geworden ist &#8211; und auch bei einer zweiten Anlage beim n\u00e4chsten Arbeitgeber (ich war zur Expertise herangezogen worden) scheiteterten die Konstrukteure gradios an den von mir vorausgesagten Problemen. Aber der Maschinenbau und die Feinwerktechnik war nicht wirklich meine Welt &#8211; ich habe immer noch den Meister der Mechanikwerkstatt vor Augen, der meine technischen Zeichnungen \"las\" und immer wieder fragte \"Born, wie meinen sie das mit dieser Passung oder der Honung\". Wenn ich es dann erkl\u00e4rte, meinte er \"das wird aber so und so in der technischen Zeichnung eingetragen &#8211; und nicht nach Borns Freiflugmethode beschriftet\". War schon eine wilde Zeit, aber der Nachfolgejob wurde noch wilder.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dann habe ich, nach einem Arbeitgeberwechsel, in den 80er Jahren das Gesch\u00e4ft quasi von der Pike auf mit Mikroprozessorprogrammierung gelernt und so manchen Prozessor auf Microcode- und Maschinensprache-Ebene mit Du begr\u00fc\u00dft. War schon ein erhebendes Gef\u00fchl, als mein erstes in Assembler, Fortran und PL\/M geschriebene Echtzeit-Betriebssystem f\u00fcr MSR-Rechner (MSR = Messen steuern regeln) mit 2 KByte EPROM und 1 KByte RAM lief, dann eine Anwendungssoftware zur Anlagen\u00fcberwachung und -regelung drauf gepackt wurde und der Rechner einen Chemiereaktor \u00fcberwachte und steuerte. Ich bin in den Anfangstagen immer mit beklommenem Gef\u00fchl morgens im Werk an der Anlage vorbei gelaufen und habe geschaut, ob Fenster und Dach noch intakt waren (Gott sei Dank, die Anlage ist heute Nacht nicht explodiert). Hat sich dann aber irgendwann gelegt und der Rechner sowie viele Nachfolgemodelle sind bis zur Abl\u00f6sung \"Strich gelaufen\" und haben das gemacht, was vorgesehen war.<\/p>\n<p>Selbst so obskure Sachen wie Entw\u00fcrfe von Mikroprozessoren und Schaltwerke, mit denen man mich in einem nebenberuflichen Informatik-Studium qu\u00e4len wollte, konnten mich nicht schrecken. War zeitweise eine geniale Zeit, die mich in Projekten bis nach Japan und Thailand gef\u00fchrt hat, weil eine von mir konzipierte SCADA-Software dort eingesetzt wurde. Und ich habe damals viel gelernt &#8211; Taschenrechner kamen nur sehr selten zum Einsatz &#8211; h\u00f6chstens, wenn ich eine Mess- und Regelungstechnik-Aufgabe im Projekt l\u00f6sen und dann in Software umsetzen musste.<\/p>\n<blockquote><p>Schwank am Rande: Gut 20 Jahre nach meinem Ausscheiden bei diesem Arbeitgeber (Gro\u00dfchemie) habe ich durch Zufall erfahren, dass die SCADA-Software immer noch eingesetzt wurde &#8211; wenn diese auch auf neue Betriebssysteme portiert worden war. Das damalige Management war so bl\u00f6de, die Eigenentwicklung an eine externe Firma f\u00fcr einen \"Apple und n Ei\" abzugeben. 15 Jahre sp\u00e4ter kaufte man die Rechte an der Software f\u00fcr richtig viel Kohle wieder zur\u00fcck, weil die externe L\u00f6sung sich nicht bew\u00e4hrt hatte.<\/p>\n<p>War der Punkt, wo ich mir sagte \"haste alles richtig gemacht, und den Haufen zur richtigen Zeit verlassen\". Obwohl, ich erinnere mich, dass einige Leute im Unternehmen in Schnappatmung verfielen, als es hie\u00df \"Born h\u00e4ngt den Job im Management an den Nagel und wird Schriftsteller\". Aber f\u00fcr mich war die \"gl\u00e4serne Decke\" sichtbar geworden, die der Vorstand eingezogen hatte &#8211; so dass ich den Exit praktizieren musste.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der \"Absturz\" kam ab 1993, als ich <a href=\"http:\/\/www.borncity.de\/autor\/BornIntr.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">beschloss<\/a>, das alles an den Nagel zu h\u00e4ngen und k\u00fcnftig als \"K\u00fcnstler\" mein Wissen schreibend weiter zu geben. Und so bin ich St\u00fcckchen f\u00fcr St\u00fcckchen auf einer schiefen Ebene abgerutscht, um am Ende des Tages als nichtsnutziger IT-Blogger zu enden.<\/p>\n<p>Aber ich formuliere es mal so: Die letzten 50 J\u00e4hrchen waren f\u00fcr mich beruflich schon eine \"geile Sause\" &#8211; h\u00e4tte ich mir nie auszumalen gewagt, als ich in den 70er Jahren feststellte, dass diese Welt mehr als den Rechenschieber von Aristo f\u00fcr mich bereith\u00e4lt und mir die ersten Taschenrechner unter die Augen kamen.<\/p>\n<p>Ach ja: Den Traum vom Hardware-Entwickler habe ich nie richtig ins Auge gefasst &#8211; denn es gab eine Z\u00e4sur: Das erste Mikroprozessor-System, welches ich mir in den 80er Jahren auf einer Pertinax Lochrasterplatine mit wilder Verdrahtung zusammen l\u00f6tete, hatte so viele kalte L\u00f6tstellen, dass ich immer 2 Stunden Fehlersuche ben\u00f6tigte, damit das System 10 Minuten lief. Damals hab ich beschlossen \"Schuster bleib bei denen Leisten und mache in Software, da kannst Du Fehler leichter ausbessern\". Gut, spontane, kleine R\u00fcckf\u00e4lle, wie im Artikel <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/10\/29\/zeitkapsel-die-ra-des-sinclair-zx81\/\" rel=\"bookmark\">Zeitkapsel: Die \u00c4ra des Sinclair ZX81<\/a> dokumentiert, kamen vor &#8211; aber die Software-Entwicklung hat mich schon fasziniert &#8211; obwohl ich ab 1985 mehr im Management als am Compiler aktiv war. Und 2008 habe ich mit Sohnemann das letzte Programmiersprachenbuch (quasi als Finger\u00fcbung, siehe\u00a0<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/10\/01\/jubilum-28-jahre-gesamtkunstwerk-gnter-born-ohne-sohn\/\" rel=\"bookmark\">Jubil\u00e4um: 28 Jahre Gesamtkunstwerk \u00bbG\u00fcnter Born \u2013 ohne Sohn\u00ab<\/a>) zusammen geschrieben.<\/p>\n<p><strong>PS:<\/strong> Gerade mal im Schreibtisch nachgesehen &#8211; da lag doch tats\u00e4chlich ein Privileg 1081 ESR-E (mein erster wissenschaftlicher Taschenrechner). Wird 2025\/26 wohl 50 Jahre alt. Auf dem Geh\u00e4use prangt \u00fcbrigens noch ein \"Atom-Symbol\" &#8211; hielt man in den 70er Jahren f\u00fcr cool. Fast h\u00e4tte ich 1975 ja Kerntechnik statt Physikalische Technik in J\u00fclich studiert. Aber damals erschien mir die Atomtechnik nicht so wirklich zukunfts- und krisensicher &#8211; war vielleicht nicht die schlechteste Entscheidung. Was aber wirklich doof ist: Von diesem Wissen, was ich damals erworben habe, ist Null \u00fcbrig geblieben. Selbst einen Rechenschieber k\u00f6nnte ich ad-hoc nicht mehr bedienen. Na gut, nach der Berufsschule habe ich den Aristo Rechenschieber auch nicht mehr gebraucht.<\/p>\n<p>Und jetzt hat mir der HP-35 vor Augen gef\u00fchrt, welch unglaubliche berufliche Reise der \"kleine Lehrlng im Elektrohandwerk\" hingelegt hat. Aber ich blicke mit Dankbarkeit auf das Bildungssystem in Deutschland, welches Leuten wie mir, mit 8 1\/2 Jahren Volksschule (und wir waren in Anfang der 70er Jahre mehrere Dutzend in meinem Umfeld mit \u00e4hnlichen Voraussetzungen), ziemlich viele Chancen er\u00f6ffnet hat. Man musste es nur wollen und sich durchbei\u00dfen (bei mir geh\u00f6rte dann auch schon mal am Wochenende Abgasturbinen und K\u00fchlt\u00fcrme schwei\u00dfen, um die Kohle f\u00fcrs Studium zu verdienen, dazu).<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/10\/01\/jubilum-28-jahre-gesamtkunstwerk-gnter-born-ohne-sohn\/\" rel=\"bookmark\">Jubil\u00e4um: 28 Jahre Gesamtkunstwerk \u00bbG\u00fcnter Born \u2013 ohne Sohn\u00ab<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/10\/01\/jubilum-29-jahre-als-freifliegender-knstler-sind-geschafft\/\" rel=\"bookmark\">Jubil\u00e4um: 29 Jahre als \"freifliegender\" K\u00fcnstler sind geschafft<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/05\/08\/15-jahre-borns-it-und-windows-blog-aus-dem-maschinenraum\/\">Aus dem Maschinenraum: 15 Jahre \"Borns IT- und Windows-Blog\"<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/07\/12\/murejubbel-podcast-mit-gnter-born-als-gast\/\">Lebenslinien: Muurejubbel-Podcast mit G\u00fcnter Born als Gast<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/01\/09\/als-it-saurier-auf-dem-virtuellen-sofa\/\">Als IT-Saurier auf dem virtuellen Sofa<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/31\/tschuess-2022-danke-und-willkommen-2023\/\">Tsch\u00fcss 2022, Danke und Willkommen 2023<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2014\/07\/06\/35-jahre-intel-8088-prozessoreine-persnliche-betrachtung\/\" rel=\"bookmark\">35 Jahre Intel 8088-Prozessor\u2013eine pers\u00f6nliche Betrachtung<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/04\/23\/der-sinclair-zx-spectrum-wird-40\/\" rel=\"bookmark\">Der Sinclair ZX Spectrum wird 40<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/09\/17\/zx81-entwickler-sir-clive-sinclair-verstorben\/\" rel=\"bookmark\">ZX81-Entwickler, Sir Clive Sinclair verstorben<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/10\/29\/zeitkapsel-die-ra-des-sinclair-zx81\/\" rel=\"bookmark\">Zeitkapsel: Die \u00c4ra des Sinclair ZX81<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/15\/im-dez-1994-wurde-der-netscape-navigator-1-0-verffentlicht\/\" rel=\"bookmark\">Im Dez. 1994 wurde der Netscape Navigator 1.0 ver\u00f6ffentlicht<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/11\/13\/der-opa-der-enkel-und-die-pdp-8e-sowie-die-lgp-30-im-keller\/\" rel=\"bookmark\">Der Opa, der Enkel, und die PDP-8e sowie die LGP-30 im Keller<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2017\/11\/14\/compuserve-foren-ab-15-dezember-2017-ist-schluss\/\" rel=\"bookmark\">CompuServe-Foren: Ab 15. 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