{"id":280267,"date":"2023-04-29T00:01:00","date_gmt":"2023-04-28T22:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=280267"},"modified":"2023-04-29T07:12:11","modified_gmt":"2023-04-29T05:12:11","slug":"microsoft-erhlt-big-brother-award-2023-fr-sein-lebenswerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/04\/29\/microsoft-erhlt-big-brother-award-2023-fr-sein-lebenswerk\/","title":{"rendered":"Microsoft erh&auml;lt Big Brother Award 2023 f&uuml;r sein &quot;Lebenswerk&quot;"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Stop - Pixabay\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Stop01.jpg\" alt=\"Stop - Pixabay\" align=\"left\" \/>[<a href=\"https:\/\/borncity.com\/win\/2023\/04\/29\/microsoft-receives-the-german-big-brother-award-2023-for-its-lifes-work\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">English<\/a>]Microsoft ist mal wieder zu einer zweifelhaften Ehre gekommen, beziehungsweise bekommt Negativschlagzeilen oben drauf. Das Unternehmen aus Redmond erhielt am gestrigen 28. April 2023 den Big Brother Award 2023 f\u00fcr sein \"Lebenswerk\", weil es mit seiner Marktmacht Menschen, Unternehmen und Beh\u00f6rden dazu zwingt, dass sie bei ihren digitalen Aktivit\u00e4ten dauernd Daten \u00fcbermitteln und sich dadurch in Echtzeit \u00fcberwachbar machen. Es ist bereits nach 2002 und 2018 der dritte Big Brother Award f\u00fcr Microsoft &#8211; das muss man erst mal schaffen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/882a0cf67f5141d8842900fadaa11278\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Der <a href=\"https:\/\/bigbrotherawards.de\/2023\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Big Brother Award<\/a> ist ein j\u00e4hrlicher Negativpreis f\u00fcr Datenschutz, der an Beh\u00f6rden, Firmen, Organisationen und Politiker verliehen wird. Die franz\u00f6sische Zeitschrift Le Monde nannte den Award mal den \"Oscars f\u00fcr Datenkraken\", m\u00fcssen die Preistr\u00e4ger &#8211; Datens\u00fcnder aus Wirtschaft und Politik &#8211; sich die Auszeichnung doch mit t\u00e4tigem Handeln verdienen. Ausgerichtet wird der Big Brother Award unter anderem von digitalcourage, dem Chaos Computer Club sowie der Deutsche Vereinigung f\u00fcr Datenschutz e.V.<\/p>\n<h2>Microsoft als Preistr\u00e4ger<\/h2>\n<p>Die Firma Microsoft konnte sich im Jahr 2002 den BigBrother-Lifetime-Award f\u00fcr eine fl\u00e4chendeckende Urheberrechts-Kontrolltechnologie, das Digital Rights Management, sichern. Leider schaffte es das Unternehmen erst 16 lange Jahre sp\u00e4ter erneut unter die Preistr\u00e4ger, denn 2018 konnte sich Microsoft den Preis sichern, weil \"Windows 10 sich dauernd mit der Firmenzentrale in den USA austauscht\". Weitere f\u00fcnf Jahre harte Arbeit in Redmond an der Front als Datens\u00fcnder zeigte dann 2023 wieder Fr\u00fcchte.<\/p>\n<p>Wie sagte der ehemalige Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert in seiner Laudatio: \"Den BigBrotherAward 2023 in der Kategorie Lebenswerk erh\u00e4lt <strong>Microsoft<\/strong> daf\u00fcr, dass es mit seiner Marktmacht Menschen, Unternehmen und Beh\u00f6rden dazu zwingt, dass sie bei ihren digitalen Aktivit\u00e4ten dauernd Daten \u00fcbermitteln und sich dadurch in Echtzeit \u00fcberwachbar machen.\"<\/p>\n<p>Und damit sind wir mitten drin im Datenschutz-Leben, denn die Vorstellung von Otto-Normal-Mensch ist ja, dass Google und Meta bzw. Facebook, oder vielleicht Amazon sowie der Mac- und iPhone-Konzern Apple die gro\u00dfen US Datenkraken sind. Das stimmt zwar, denn alle genannten US-Unternehmen sammeln global massenhaft Daten, um diese \u2013 unter Missachtung des Datenschutzes \u2013 kommerziell, insbesondere f\u00fcr Werbezwecke, zu verwerten.<\/p>\n<p>Sozusagen \"der Wolf im Schafspelz\" ist aber ein Unternehmen aus Redmond. Thilo Weichert meint dazu: \"Microsoft segelt regelm\u00e4\u00dfig unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, obwohl das Unternehmen erfolgreich die in unseren Augen gef\u00e4hrlichere Datenstrategie verfolgt. Diese setzt weniger auf kurzfristige Werbeerl\u00f6se, sondern darauf, Menschen, Unternehmen und Beh\u00f6rden total von seinen Diensten abh\u00e4ngig zu machen.\"<\/p>\n<p>Nicht nur habe der Konzern seine B\u00fcro-Software weltweit als Standard etabliert, so Weichert. Nach dem Verdr\u00e4ngen von Alternativen werden die Anwender nun auch gezwungen, beim Betrieb der Software die Microsoft-eigene Cloud zu nutzen, hei\u00dft es in der Laudatio. Das Ergebnis: Microsoft kontrolliert praktisch die gesamte Datenverarbeitung. Weichert meint: \"Der Konzern beherrscht nicht nur die private und berufliche Verarbeitung und Kommunikation, sondern bem\u00e4chtigt sich zunehmend unseres Konsum- und Freizeitverhaltens. Er setzt mit seiner Xbox auf Gaming und will f\u00fcr 69 Milliarden Dollar den Spielehersteller Activision Blizzard kaufen, um sich die T\u00fcr zum sog. Metaverse zu \u00f6ffnen. Die Endkunden werden mit Desktop-Streaming jeglicher Art begl\u00fcckt. Durch die Beteiligung an OpenAI zum Preis von 10 Milliarden US-Dollar steigt Microsoft in das Gesch\u00e4ft mit sog. K\u00fcnstlicher Intelligenz ein und versucht, durch eine Einbindung des Chatbots ChatGPT in seine Suchmaschine Bing den Quasi-Monopolisten Alphabet bzw. Google zu verdr\u00e4ngen. Microsoft stellt den Menschen vorausgef\u00fcllte Antworten zur Verf\u00fcgung und tr\u00e4gt dazu bei, deren F\u00e4higkeit zum eigenst\u00e4ndigen kritischen Denken zu mindern.\"<\/p>\n<p>Teil des Gesch\u00e4ftsmodells von Microsoft ist es, so die Jury bei der Preisvergabe, immer komplexere Software auf den Markt zu werfen, so dass die Nutzenden immer leistungsf\u00e4higere Endger\u00e4te ben\u00f6tigen. Der neueste Clou ist es, die Software mit KI angeblich noch \u201eintelligenter\" zu machen. Davon profitiert zun\u00e4chst die Hardware-Industrie, also Prozessor-Hersteller wie AMD oder Intel.<\/p>\n<p>Zugleich dr\u00e4ngt Microsoft die Nutzenden, Software as a Service, sprich: die Cloud-Angebote von Microsoft \u2013 Azure \u2013 zu nutzen. Die Software l\u00e4uft nicht mehr auf dem privaten PC, auch gr\u00f6\u00dfere Unternehmens-Rechner sind davon immer mehr \u00fcberfordert. Es ist erkl\u00e4rtes Ziel von Microsoft, so Panos Panay, Chief Product Officer (CPO), \"die Linie zwischen Cloud und Endger\u00e4t verschwimmen\" zu lassen \u2013 also die Datenkontrolle in die Cloud von Microsoft zu verlagern. Microsoft, das als reiner Softwareanbieter begann, hat inzwischen einen weltweiten Cloud-Marktanteil von ca. 30\u202f%.<\/p>\n<p>Eigentlich h\u00e4tte die Politik die damit verbundene Gefahr erkennen m\u00fcssen, und die alte CDU\/CSU\/SPD-Regierung wollte sich im Digitalen von den \"Zw\u00e4ngen aus Abh\u00e4ngigkeiten von ausl\u00e4ndischen Anbietern oder Monopolen\" befreien. Man wollte \u2013 so w\u00f6rtlich \u2013 keinen \"Big-Bang\"-Ansatz verfolgen. Damit l\u00e4uft es wie beim Klimaschutz, von der Politik hat sich faktisch nichts gegen die Microsoft-Dominanz getan. 96\u202f% aller bundesunmittelbaren Beh\u00f6rden nutzten 2018 Microsoft Office sowie Windows, 69\u202f% Windows Server. Auch die Wirtschaft verl\u00e4sst sich fast ausschlie\u00dflich auf Microsoft-Produkte. So ist Deutschlands Kfz-Vorzeigehersteller VW praktisch vollst\u00e4ndig von Microsoft abh\u00e4ngig. Allein Windows kommt in mehr als drei Viertel aller Unternehmen zum Einsatz.<\/p>\n<p>Das Ganze l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich steigern. Ich meine damit nicht die Rolle r\u00fcckw\u00e4rts von M\u00fcnchen, die vor Jahren von Linux zu Microsofts Monopol-Software Windows und Office wechselten. Bei der Preisverleihung wurde erw\u00e4hnt, dass die Berliner Senatsverwaltung 2022 die zuvor beschlossene Versorgung aller Berliner Lehrkr\u00e4fte mit der dienstlichen Software eines datenschutzkonformen lokalen Anbieters kippte \u2013 und stattdessen alles auf Microsoft Exchange umstellte. Die Begr\u00fcndung darf man sich auf der Zunge zergehen lassen &#8211; obwohl so was habe ich h\u00e4ufiger im Blog als Kommentar gelesen: \"Die Microsoft-L\u00f6sung sei angeblich preiswerter und passe besser zu den Ger\u00e4ten der Lehrkr\u00e4fte\".<\/p>\n<p>Nun ja, in Berlin waren 10.000 der 34.000 Lehrkr\u00e4fte schon mit neuen Zug\u00e4ngen des lokalen Anbieters ausgestattet. Ob Microsoft kurzfristig billiger ist, ist laut der Big Brother Jury fraglich. Dass die langfristige Bindung an Microsoft letztlich nur dem Unternehmen dient, ist offensichtlich. Ich erinnere an den frischen Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/11\/08\/microsoft-365-abo-nun-auch-fuer-bestandskunden-20-teurer\/\">Microsoft 365-Abo nun auch f\u00fcr Bestandskunden 20% teurer<\/a> vom November 2022.<\/p>\n<p>Die Konferenz der deutschen Datenschutzaufsichtsbeh\u00f6rden hat zuf\u00e4lligerweise ebenfalls im November 2022 nach jahrelanger Diskussion mit Microsoft einstimmig festgestellt, dass Microsoft 365 nicht mit der DSGVO in Einklang zu bringen sei. Ich hatte seinerzeit im Blogbeitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/11\/26\/datenschutzkonferenz-2022-microsoft-365-weiterhin-nicht-datenschutzkonform\/\">Datenschutzkonferenz 2022: Microsoft 365 weiterhin nicht datenschutzkonform<\/a> berichtet. Der Hintergrund: Bei jedem monatlichen Update werden \u00fcber Tausend Software-Ver\u00e4nderungen vorgenommen, die weder nachvollziehbar, geschweige denn dokumentiert sind. Die von Microsoft vorgegebenen Vertragsbedingungen sind unklar. Das Unternehmen teilt nicht mit, welche Unterauftragnehmer es einspannt, die ebenso wie Microsoft Personendaten erhalten.<\/p>\n<p>Es bleibt selbst nach mehrfacher \u00dcberarbeitung der Dokumente zur Cloud-Datenverarbeitung offen, welche Daten von dem Unternehmen f\u00fcr eigene Zwecke verwendet werden. Weder f\u00fcr Datensch\u00fctzer noch f\u00fcr die Nutzenden ist \u00fcberpr\u00fcfbar, \"ob alle Schritte rechtm\u00e4\u00dfig sind\".<\/p>\n<p>Das Bundeskartellamt hat Ende M\u00e4rz 2023 gegen Microsoft ein Verfahren eingeleitet, weil der Verdacht besteht, dass das Unternehmen seine Marktmacht missbraucht. Auch das hatte ich im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/03\/30\/microsoft-im-fokus-des-bundeskartellamts-28-3-2023\/\">Microsoft im Fokus des Bundeskartellamts (28.3.2023)<\/a> angesprochen.<\/p>\n<p>Immerhin hei\u00dft es von den Bef\u00fcrwortern zugunsten von Microsoft und anderen Gro\u00dfkonzernen, diese b\u00f6ten den Anwendenden mehr Cybersicherheit. Diese steile These wurde am 25. Januar 2023 wieder einmal widerlegt, als wegen einer Netzwerk-Konfiguration beim Cloud-Angebot Azure weltweit Microsoft-Dienste ausfielen. Ich hatte im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/01\/25\/grostrung-bei-microsoft-diensten-outlook-onedrive-teams-etc\/\">Gro\u00dfst\u00f6rung bei Microsoft-Diensten (Outlook, OneDrive, Teams etc. (25. Jan. 2023)<\/a> \u00fcber dieses Ereignis berichtet. Aber wer den Blog hier verfolgt oder mal die Suche bem\u00fcht, wird h\u00e4ufiger auf Beitr\u00e4ge in Sachen Cloud-Ausfall und Sicherheit sto\u00dfen. So erschien k\u00fcrzlich der Inside-Artikel <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/03\/30\/bigbang-microsoft-azure-schwachstelle-ermglicht-bing-search-hijacking-und-office-365-datenklau\/\">Bi(n)gBang: Microsoft Azure-Schwachstelle erm\u00f6glicht Bing Search Hijacking und Office 365-Datenklau<\/a>, der zeigt, wie Cybersicherheit funktioniert (einfach die Hintert\u00fcr aufstehen lassen, da schau eh keiner hin).<\/p>\n<p>2021 hat das Bundesamt f\u00fcr die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine gravierende Schwachstelle in Microsoft-Exchange auf 98\u202f% aller gepr\u00fcften Systeme festgestellt. Das BSI reagierte darauf mit einer Warnung der Stufe Rot. Zweifellos k\u00f6nne Microsoft viel Geld f\u00fcr IT-Sicherheit ausgeben, meint die Jury bei der Preisverleihung. Zugleich, diese Erkenntnis haben inzwischen viele IT-Verantwortliche leidvoll erkennen m\u00fcssen, wird Microsofts komplexe Software immer anf\u00e4lliger f\u00fcr externe Angriffe und Ausf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Was unsere \"Freunde aus der Cyber- und Ransomware-Szene besonders freut\": Clouds und Einheitssoftware sind wegen des potenziellen gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Angriffserfolgs beliebteste Hackerziele, vereinfachen sie die Entwicklung neuer (Schad-)Software doch ungemein. Im Fall eines Internet-Blackouts l\u00e4uft \u00fcber die Cloud \u00fcberhaupt nichts mehr. Trifft sich gut, Generation Z wollte doch eh nur 4 Tage die Woche arbeiten &#8211; bleibt nur noch festzulegen, dass Blackouts bevorzugt am Freitag erfolgen, Soziale Medien wie Facebook &amp; Co. aber ausgespart bleiben (die laufen aber auch nicht \u00fcber Microsoft Azure).<\/p>\n<p>Eine zus\u00e4tzliche Brisanz hat die Konzentration Microsofts auf sein Cloud-Gesch\u00e4ft dadurch, dass die in die USA abflie\u00dfenden Daten dem Zugriff der dortigen Sicherheitsbeh\u00f6rden und Geheimdienste ausgesetzt sind. Der Europ\u00e4ische Gerichtshof hat mit Urteil vom 16.07.2020 zum Privacy Shield erneut festgestellt, dass das Datenschutzniveau in den USA zu niedrig ist und keine Vorkehrungen gegen beh\u00f6rdliche Massenzugriffe enth\u00e4lt (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2020\/07\/16\/eugh-kippt-eu-us-datenschutzvereinbarung-privacy-shield\/\">EuGH kippt EU-US-Datenschutzvereinbarung \"Privacy Shield\"<\/a>).\u00a0 Ist aber auch kein Problem, kauft man sich halt eine Meinung, wie man im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/11\/ms-365-dsgvo-konformitt-merkwrdiger-meinungsartikel-bei-heise\/\">MS 365 DSGVO-Konformit\u00e4t: Merkw\u00fcrdiger \"Meinungsartikel\" bei heise<\/a> lesen kann.<\/p>\n<p>Um den EU-Markt weiterhin zu dominieren, bietet Microsoft verst\u00e4rkt seine Dienste \u00fcber europ\u00e4ische Rechenzentren an. Mit einem Anfang 2023 gestarteten \"EU Data Boundary\" wirbt es um Vertrauen f\u00fcr Microsoft 365, Azure und Konsorten. Microsoft baut derzeit 17 Rechenzentren in Europa auf und aus. Dies \u00e4ndert aber nichts an dem Umstand, dass US-Beh\u00f6rden auf diese Daten per Cloud-Act und Foreign Intelligence Surveillance Act Zugriff einfordern. Diese Gesetze verpflichten Microsoft, auch im Ausland verarbeitete Daten den US-Sicherheitsbeh\u00f6rden zur Verf\u00fcgung zu stellen und hier\u00fcber Stillschweigen zu wahren.<\/p>\n<p>F\u00fcr deutsche Beh\u00f6rden soll es 2024 eine eigene Microsoft-Cloud geben. Als Betreiber wird das deutsche SAP vorgeschoben. Unklar bleibt, so Thilo Weichert in der Laudatio w\u00e4hrend der Preisverleihung, ob dadurch wirklich die Kontrolle \u00fcber die Datenverarbeitung gew\u00e4hrleistet wird. Bei der Veranstaltung wurde auch noch eine nette Information am Rande bekannt. Marianne Janik, Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von Microsoft Deutschland, verriet in einem Interview, dass ihr alternativer Traumberuf Verteidigungsministerin w\u00e4re.<\/p>\n<p>Da ist es dann folgerichtig, dass Frau Janik den US-Cloud-Act f\u00fcr ein rechtsstaatliches Instrument h\u00e4lt und diesen \"thumben und b\u00f6sen Datensch\u00fctzern\" eine Mitschuld f\u00fcr die Digitalisierungsdefizite in Deutschlands gibt. Unklar bleibt, so Thilo Weichert, ob sie das \"b\u00f6sen\" ironisch meint. Microsoft tut zwar immer so, als sei Datenschutz auch sein eigenes Anliegen. Tats\u00e4chlich sei es das einzige Ziel des Unternehmens, die Nutzer in seine Cloud zu locken, ja zu zwingen, haben die Mitglieder der Big Brother Award-Jury erkannt. Eine Nutzung der Software ohne personalisierten Account ist kaum noch m\u00f6glich, erst recht nicht die Installation auf einem vom Internet abgekoppelten Rechner. Microsoft ist eine gro\u00dfe Bevormundungsmaschine, die uns unserer digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t beraubt, so der Schluss der Jury, so dass der Big Brother Award reichlich verdient sei.<\/p>\n<h2>Weitere Preistr\u00e4ger 2023<\/h2>\n<p>Die Jury hat dann noch die Deutsche Post DHL Group in der Kategorie Verbraucherschutz f\u00fcr praktizierten Digitalzwang bei Paketstationen erhalten. Weitere Negativpreise gehen an den Videokonferenzdienst Zoom und alle, die ihn nutzen. Zoom Video Communications Inc., behauptet, DSGVO-konform zu sein, muss aber die US-Unternehmen Daten an Geheimdienste weiterleiten &#8211; Frechheit siegt.<\/p>\n<p>Das Finanzministerium unter Christian Lindner bekommt der Preis in der Kategorie \"Beh\u00f6rden und Verwaltung\" f\u00fcr das seit dem 1. Januar 2023 geltende Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) zu. Das Fintech-Unternehmen finleap erh\u00e4lt die Auszeichnung in der Kategorie Finanzen, weil es \u00fcber Jahre hinweg f\u00e4lschlicherweise Informationen zum Kontowechsel an Firmen schickt, die mit dem Vorgang nichts zu tun haben. Immerhin zeigt das Fintech-Unternehmen eine Reaktion und erkl\u00e4rt, den BBA annehmen zu wollen.<\/p>\n<p>Ach \u00fcbrigens, ein Sprecher Microsoft best\u00e4tigte, dass der Konzern an Wahrnehmungsverzerrungen leidet, und erkl\u00e4rte \"Den Award m\u00fcssen wir dankend ablehnen, denn er entspricht nicht den Fakten. So erf\u00fcllen wir die strengen EU-Datenschutzgesetze nicht nur, sondern \u00fcbertreffen sie sogar oft.Den Award m\u00fcssen wir dankend ablehnen, denn er entspricht nicht den Fakten. So erf\u00fcllen wir die strengen EU-Datenschutzgesetze nicht nur, sondern \u00fcbertreffen sie sogar oft.\" Ich hoffe, ihr seid alle am Schreibtischstuhl angeschnallt gewesen. Nicht dass jemand von Lachen vom Stuhl gefallen ist und sich verletzt hat &#8211; ich bin nicht schuld.<\/p>\n<p>Der Microsoft-Sprecher erg\u00e4nzt \"Seit Anfang 2023 k\u00f6nnen unsere in der EU ans\u00e4ssigen Kunden aus dem \u00f6ffentlichen Sektor und Unternehmenskunden Daten aus Microsoft 365, Microsoft Azure, Power Platform und Dynamics 365 innerhalb der EU speichern und auch verarbeiten.\" Zudem scheinen die das mit der Preisverleihung irgendwie falsch verstanden zu haben. Man meinte, dass \"das Unternehmen bis zur Bekanntgabe der Preistr\u00e4ger bei einer Pressekonferenz am 25. April 2023 keine M\u00f6glichkeit gehabt habe, sich zu den Vorw\u00fcrfen zu \u00e4u\u00dfern\". Leute, der Preis ist eine Auszeichnung, da habt ihr Jahrzehnte drauf hin gearbeitet. Wer wird denn gleich so vorwurfsvoll sein &#8230; Wer sich f\u00fcr die Verleihung der Big Brother Awards 2023 interessiert, kann das Video unter <a href=\"https:\/\/media.video.taxi\/embed\/k6h9y8N12ECD\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Link ansehen<\/a>.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/05\/09\/microsoft-365-an-schulen-baden-wrttembergs-datenschtzer-sagt-nein\/\">Microsoft 365 an Schulen, Baden-W\u00fcrttembergs Datensch\u00fctzer sagt Nein<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/11\/26\/datenschutzkonferenz-2022-microsoft-365-weiterhin-nicht-datenschutzkonform\/\">Datenschutzkonferenz 2022: Microsoft 365 weiterhin nicht datenschutzkonform<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/03\/nachbetrachtung-zur-dsk-einstufung-microsoft-365-weiterhin-nicht-datenschutzkonform\/\">Nachbetrachtung zur DSK-Einstufung \"Microsoft 365 weiterhin nicht datenschutzkonform\"<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/11\/ms-365-dsgvo-konformitt-merkwrdiger-meinungsartikel-bei-heise\/\">MS 365 DSGVO-Konformit\u00e4t: Merkw\u00fcrdiger \"Meinungsartikel\" bei heise<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/14\/eu-kommission-fllt-vorlufige-angemessenheitsentscheidung-zum-trans-atlantic-data-privacy-framework\/\">EU-Kommission f\u00e4llt vorl\u00e4ufige Angemessenheitsentscheidung zum Trans-Atlantic Data Privacy Framework<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/11\/16\/microsoft-office-spioniert-nutzer-aus-kollidiert-mit-dsgvo\/\">Microsoft Office spioniert Nutzer aus, kollidiert mit DSGVO<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[English]Microsoft ist mal wieder zu einer zweifelhaften Ehre gekommen, beziehungsweise bekommt Negativschlagzeilen oben drauf. 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