{"id":281411,"date":"2023-05-22T19:03:03","date_gmt":"2023-05-22T17:03:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=281411"},"modified":"2023-05-23T15:59:44","modified_gmt":"2023-05-23T13:59:44","slug":"bundesministerien-in-der-microsoft-cloud-abo-falle-bund-gibt-noch-mehr-geld-fr-microsoft-produkte-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/05\/22\/bundesministerien-in-der-microsoft-cloud-abo-falle-bund-gibt-noch-mehr-geld-fr-microsoft-produkte-aus\/","title":{"rendered":"Bundesministerien in der Microsoft Cloud-Abo-Falle; Bund gibt noch mehr Geld f&uuml;r Microsoft-Produkte aus"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DNxhm89.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Die Bundesministerien wurschteln sich immer tiefer in die Abo-Falle des Microsoftchen Eco-Systems und sitzen inzwischen in der Cloud- und Abofalle. Die Ausgaben der Bundesregierung f\u00fcr die Lizenzierung von Microsoft Produkten und Abonnements von Cloud-Leistungen sind 2022 um weitere 4 Millionen Euro gestiegen. Und dies, obwohl es erkl\u00e4rtes Ziel ist, sich unabh\u00e4ngig von gro\u00dfen US-Anbietern zu machen. Und dies auch, obwohl Datensch\u00fctzer seit langem Alarm vor den Abh\u00e4ngigkeiten und Datenschutzproblemen warnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/3b88dfc5cb944f929890967a987a9235\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>IT-Medien wie heise und Golem weisen in nachfolgendem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/golem\/status\/1660532550614372352\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tweet<\/a> und in den Artikeln <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/it-in-minstereien-bund-gibt-noch-mehr-geld-fuer-microsoft-produkte-aus-2305-174323.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Ausgaben-des-Bundes-fuer-Microsoft-Lizenzen-erneut-gestiegen-9061413.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> auf die steigenden Kosten f\u00fcr Microsoft-Lizenzen\/Abonnements hin. Der deutsche Staat und die Beh\u00f6rden zahlen j\u00e4hrlich hunderte Millionen an Microsoft, um die Produkte und Dienstleistungen dieses US-Unternehmens zu nutzen &#8211; und wurschtelt sich immer tiefer in die Abh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/golem\/status\/1660532550614372352\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"Microsoft-Lizenz- und Abokosten beim Bund\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/iATpCUz.png\" alt=\"Microsoft-Lizenz- und Abokosten beim Bund\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/02\/09\/bundesministerien-2020-wurden-178-millionen-euro-fr-microsoft-software-ausgegeben\/\">Bundesministerien: 2020 wurden 178 Millionen Euro f\u00fcr Microsoft-Software ausgegeben<\/a> hatte ich seinerzeit berichtet, dass 178 Millionen Euro an Microsoft geflossen seien. Im Haushaltsjahr 2021 waren es bereits 205 Millionen Euro und 2022 zahlte der Bund 209 Millionen Euro f\u00fcr Softwarelizenzen und Dienstleistungen an Microsoft.<\/p>\n<p>Erfragt hatte die Zahlen der Bundestagsabgeordnete der Linken, Victor Perli. Perli wies bereits 2022 in <a href=\"https:\/\/perli.de\/2022\/02\/24\/pressestatement-kosten-microsoft-lizenzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser Mitteilung<\/a> auf die stark gestiegenen Kosten hin und schrieb:<\/p>\n<blockquote><p>Microsoft nutzt seine Monopolstellung aus und diktiert der Bundesregierung die Preise. 2021 hat der Bund \u00fcber 205 Millionen an die Firma gezahlt \u2013 fast f\u00fcnfmal so viel wie 2015. Weder die zentrale IT-Beschaffung noch mehr quelloffene Software haben die Kostenexplosion stoppen k\u00f6nnen. Dabei senden noch hunderte Bundes-Rechner \u00fcber Windows 10 Daten in die USA, obwohl dies gegen die Vorgaben des Bundesdatenschutzbeauftragten verst\u00f6\u00dft. Beim Aufbau der neuen Bundescloud muss ausgeschlossen werden, dass US-Geheimdienste \u00fcber Microsoft Zugriff auf Daten der Bundesb\u00fcrger haben. Mehr Datensouver\u00e4nit\u00e4t erreicht man nur mit mehr eigener quelloffener Software, die h\u00e4ufig qualitativ gleichwertig oder sogar besser ist \u2013 und nat\u00fcrlich g\u00fcnstiger.<\/p><\/blockquote>\n<p>Laut heise entfiel der gr\u00f6\u00dfte Anteil der Ausgaben 2022 mit 109 Millionen Euro auf das Verteidigungsministerium, das 2021 mit 95 Millionen Euro ebenfalls den L\u00f6wenanteil ausmachte. An zweiter Stelle folgt das Innenministerium, dessen Kosten f\u00fcr Microsoft-Lizenzen und -Dienste von 32 Millionen auf 39 Millionen Euro anstieg. Unbefristete Lizenzen kosteten den Bund im Jahr 2022 ca, 114,9 Millionen Euro. Befristete Lizenzen (Abos) schlugen mit 28,5 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kamen noch knapp 62 Millionen Euro f\u00fcr \"weitere Leistungen\" von Microsoft. F\u00fcr Software-Lizenzen anderer Anbieter als Microsoft gab die Bundesregierung im Haushaltsjahr 2022 rund 562 Millionen Euro aus, schreibt heise, und zitiert den Abgeordneten Perli:<\/p>\n<blockquote><p>Der Bund muss st\u00e4rker auf eigene Software setzen, um langfristig unabh\u00e4ngig von Monopolanbietern zu werden. Besonders f\u00fcr die Microsoft-Lizenzen braucht es eine schnelle L\u00f6sung gegen die j\u00e4hrlich steigenden Kosten von bereits \u00fcber 200 Millionen Euro.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/02\/09\/bundesministerien-2020-wurden-178-millionen-euro-fr-microsoft-software-ausgegeben\/\">Bundesministerien: 2020 wurden 178 Millionen Euro f\u00fcr Microsoft-Software ausgegeben<\/a> hatte ich eine Analyse der Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft PwC aufgegriffen, die \"dringenden Handlungsbedarf\" anmahnte. Der Abschlussbericht <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220525093714\/https:\/\/www.cio.bund.de\/SharedDocs\/Publikationen\/DE\/Aktuelles\/20190919_strategische_marktanalyse.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Strategische Marktanalyse zur Reduzierung von Abh\u00e4ngigkeiten von einzelnen Software-Anbietern<\/a> benannte die Dinge schon damals schonungslos. Ich habe nachfolgend nochmals einen Auszug aus der Kurzfassung dieses Berichts herausgezogen:<\/p>\n<blockquote><p>Die Bundesverwaltung setzt an vielen Stellen Standard-Produkte von kommerziellen Software-Anbietern ein. <em>Einige dieser Anbieter scheinen ihre Angebotsmacht zu ihrem Vorteil zu nutzen<\/em> und Anforderungen ihrer Kunden, z. B. das erh\u00f6hte Bed\u00fcrfnis nach Informationssicherheit im \u00f6ffentlichen Sektor, nicht bzw. nur unzureichend zu adressieren. Dies kann die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der Verwaltung gef\u00e4hrden und besch\u00e4ftigt nicht nur Bund und L\u00e4nder hierzulande (z. B. Schleswig-Holstein), sondern ist auch in anderen Nationen Thema (z. B. K\u00f6nigreich der Niederlande, Republik Korea).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bundesverwaltung ist die kurzfristige Untersuchung der Abh\u00e4ngigkeiten von SoftwareAnbietern unabdingbar, um geeignete Schritte zur Wahrung der digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t einzuleiten. Zudem wird durch das Projekt \u201eIT-Konsolidierung Bund\" das Software-Portfolio der Bundesverwaltung mit dem verst\u00e4rkten Einsatz von Standard-Produkten zunehmend zentralisiert. Dieser Prozess droht die Situation weiter zu versch\u00e4rfen, bietet aber zugleich eine g\u00fcnstige Gelegenheit, die Entwicklung und den Einsatz von Software gezielt zu steuern sowie bestehende Abh\u00e4ngigkeiten zu reduzieren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch Golem verweist <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/it-in-minstereien-bund-gibt-noch-mehr-geld-fuer-microsoft-produkte-aus-2305-174323.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> auf den Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung, laut dem der Bund sich von einzelnen Anbietern unabh\u00e4ngiger machen soll. Danach sieht es nicht aus &#8211; oder was meint ihr.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/z_edian\/status\/1660513756990910464\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"Microsoft-Abh\u00e4ngigkeit\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/Q6sVJag.png\" alt=\"Microsoft-Abh\u00e4ngigkeit\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine besondere Stilbl\u00fcte des Bundesministerium des Inneren (BMI) rund um Ministerin Nancy Faeser (SPD) spie\u00dft obiger <a href=\"https:\/\/twitter.com\/z_edian\/status\/1660513756990910464\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tweet<\/a> auf.\u00a0 \"Spezifische Fachanwendungen [FA] k\u00f6nnten \"aus Sicherheitsgr\u00fcnden\" nicht als Open-Source-Produkt genutzt werden, lautet eine Antwort des BMI, die die Wirtschaftswoche (WiWo) in <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/it\/it-infrastruktur-so-abhaengig-ist-deutschland-von-microsoft\/29161434.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> wiedergibt. Passt wunderbar ins Bild, das ich vor einigen Tagen im Artikel <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/05\/09\/bundeslnder-verweigern-einsicht-in-rechtsgutachten-zur-dsgvo-einstufung-von-microsoft-365\/\">Bundesl\u00e4nder verweigern Einsicht in Rechtsgutachten zur DSGVO-Einstufung von Microsoft 365<\/a> skizziert hatte. Die schr\u00e4ge Position des Au\u00dfenministeriums, welches Datenschutzbedenken der Datensch\u00fctzer teilt, aber auf Microsoft 365 setzt, hatte ich im Artikel <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/20\/deutsches-auenministerium-setzt-auf-microsoft-365\/\">Deutsches Au\u00dfenministerium setzt auf Microsoft 365<\/a> aufgegriffen. Willkommen in der Bananenrepublik Deutschland.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/11\/26\/datenschutzkonferenz-2022-microsoft-365-weiterhin-nicht-datenschutzkonform\/\">Datenschutzkonferenz 2022: Microsoft 365 weiterhin nicht datenschutzkonform<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/03\/nachbetrachtung-zur-dsk-einstufung-microsoft-365-weiterhin-nicht-datenschutzkonform\/\">Nachbetrachtung zur DSK-Einstufung \"Microsoft 365 weiterhin nicht datenschutzkonform\"<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/11\/ms-365-dsgvo-konformitt-merkwrdiger-meinungsartikel-bei-heise\/\">MS 365 DSGVO-Konformit\u00e4t: Merkw\u00fcrdiger \"Meinungsartikel\" bei heise<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/02\/12\/microsoft-365-an-schulen-droht-bald-schadensersatz-bugeld-wegen-dsgvo-versten\/\">Microsoft 365 an Schulen: Droht Schadensersatz wegen DSGVO-Verst\u00f6\u00dfen?<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/12\/20\/deutsches-auenministerium-setzt-auf-microsoft-365\/\">Deutsches Au\u00dfenministerium setzt auf Microsoft 365<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/05\/09\/bundeslnder-verweigern-einsicht-in-rechtsgutachten-zur-dsgvo-einstufung-von-microsoft-365\/\">Bundesl\u00e4nder verweigern Einsicht in Rechtsgutachten zur DSGVO-Einstufung von Microsoft 365<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/01\/23\/wie-die-niederlande-big-tech-google-microsoft-zoom-per-dsgvo-zhmten\/\">Wie die Niederlande Big-Tech (Google, Microsoft, Zoom) per DSGVO z\u00e4hmten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesministerien wurschteln sich immer tiefer in die Abo-Falle des Microsoftchen Eco-Systems und sitzen inzwischen in der Cloud- und Abofalle. 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