{"id":283771,"date":"2023-07-14T00:01:00","date_gmt":"2023-07-13T22:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=283771"},"modified":"2023-07-14T00:05:46","modified_gmt":"2023-07-13T22:05:46","slug":"us-skandal-steuerberater-haben-private-daten-an-meta-und-google-weitergegeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/07\/14\/us-skandal-steuerberater-haben-private-daten-an-meta-und-google-weitergegeben\/","title":{"rendered":"US-Skandal: Steuerberater haben private Daten an Meta und Google weitergegeben"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Stop - Pixabay\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" alt=\"Stop - Pixabay\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Stop01.jpg\" width=\"186\" align=\"left\" height=\"186\"\/>In den USA kocht gerade ein riesiger Datenschutzskandal hoch. Einige Steuerberatungsfirmen, die US-Amerikaner in Steuerangelegenheiten vertreten, haben die vertraulichen Daten von Steuerpflichtigen mit Meta (Facbook-Mutter) und Google geteilt. Die Unternehmen nutzten diese Informationen f\u00fcr zielgerichtete Werbung. Nun wird das Ganze Ausma\u00df deutlich, es sind wohl sehr viele US-Amerikaner betroffen und den Firmen drohen Milliardenstrafen. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/3fbbb5eeae6f4c96b0acc9bb8f5c9919\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Die Geschichte schlug vor einigen Tagen in den US-Medien ziemliche Wellen, weil nach sieben Monaten Untersuchung der offizielle Bericht <a href=\"https:\/\/www.warren.senate.gov\/imo\/media\/doc\/Attacks%20on%20Tax%20Privacy_Formatted.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Attacks on Tax Privacy<\/a> als 54 seitiges PDF-Dokument \u00f6ffentlich wurde. Ich bin \u00fcber nachfolgenden Post auf <a href=\"https:\/\/mastodon.social\/@arstechnica\/110703037033299910\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mastodon<\/a> auf den <a href=\"https:\/\/arstechnica.com\/tech-policy\/2023\/07\/meta-wont-say-what-happened-to-taxpayer-data-it-may-have-illegally-collected\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel von ArsTechnica<\/a> aufmerksam geworden &#8211; es gibt aber viele US-Medien, die \u00fcber den Fall berichten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arstechnica.com\/tech-policy\/2023\/07\/meta-wont-say-what-happened-to-taxpayer-data-it-may-have-illegally-collected\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"US-Steuerberater Datenskandal\" alt=\"US-Steuerberater Datenskandal\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/kf3jk75.png\"\/><\/a><\/p>\n<h2>Steuerberater geben Daten weiter<\/h2>\n<p>Im November 2022 wurde durch einen <a href=\"https:\/\/themarkup.org\/pixel-hunt\/2022\/11\/22\/tax-filing-websites-have-been-sending-users-financial-information-to-facebook\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bericht<\/a> von The Markup&nbsp; \u00f6ffentlich, dass die Steuerberatungsfirmen <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/TaxSlayer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TaxSlayer<\/a>, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/H%26R_Block\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">H&amp;R Block<\/a> und <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/TaxAct\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TaxAct Daten<\/a>, die US-Amerikaner in Steuerangelegenheiten vertreten, \u00fcber ihre Webseiten zur Eingabe der Steuererkl\u00e4rungen die vertraulichen Daten von Steuerpflichtigen mit Meta (Facbook-Mutter) und Google geteilt haben. <\/p>\n<p>Die Unternehmen Meta und Google haben diese, teils sehr brisanten, Informationen f\u00fcr zielgerichtet Werbung genutzt. Daten sind das neue Gold und die USA sind das Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten, speziell, was das Sammeln pers\u00f6nlicher Daten betrifft. Aber an dieser Stelle haben die drei genannten Firmen es wohl \"etwas \u00fcbertrieben\". <\/p>\n<h2>Untersuchungsbericht des US-Kongresses<\/h2>\n<p>Denn das Ganze hat dann zu einer offiziellen Untersuchung des US-Kongresses, geleitet von Senatoren rund um Elizabeth Warren, gef\u00fchrt. Nun ist das ganze Ausma\u00df des Datenskandals absehbar, es k\u00f6nnte jeden US-Amerikaner betreffen, der sich in steuerlichen Angelegenheiten von einer dieser Firmen unterst\u00fctzen lie\u00df. Die von US-Senatoren durchgef\u00fchrte Untersuchung stellte fest, dass H&amp;R Block, TaxAct und TaxSlayer \"r\u00fccksichtslos\" m\u00f6glicherweise \u00fcber Jahre Hunderte Millionen sensibler pers\u00f6nlicher und finanzieller Daten von Steuerzahlern mit Google und Meta geteilt haben. Das geht aus <a href=\"https:\/\/www.warren.senate.gov\/oversight\/reports\/in-new-report-senators-warren-wyden-lawmakers-reveal-massive-likely-illegal-breach-of-taxpayer-privacy-by-tax-prep-companies-with-meta_call-for-agencies-to-investigate-prosecute\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einer Pressemitteilung<\/a> hervor, die sich hier abrufen l\u00e4sst<\/p>\n<p>Auch wenn die USA wohl das Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten ist, gibt es Gesetze, die es Steuerberatern verbieten, Informationen \u00fcber Steuererkl\u00e4rungen ohne Zustimmung der Kunden weiterzugeben. Die Untersuchung der US-Senatoren ergab, dass:<\/p>\n<ul>\n<li>die Steuerberatungsunternehmen Millionen von Daten von Steuerzahlern mit Meta, Google und anderen Big-Tech-Firmen geteilt haben. Die Firmen verwendeten als \"Pixel\" bekannten Computercode um Daten von Steuerpflichtigen, die die Dienste der Steuerberater nutzten, an Meta und Google zu senden. W\u00e4hrend die meisten Websites Pixel verwenden, ist dies f\u00fcr Online-Seiten zur Steuererkl\u00e4rung besonders leichtsinnig. Die Betreiber haben wohl keine weiteren Schritte unternommen, um sicherzustellen, dass die Pixel nicht auf sensible Informationen zugreifen. TaxAct, TaxSlayer und H&amp;R Block best\u00e4tigten, dass sie das Meta-Pixel \"seit mindestens ein paar Jahren\" verwendet haben, und alle drei Unternehmen nutzen Google Analytics (GA) sogar noch l\u00e4nger.<\/li>\n<li>Die Steuerberatungsunternehmen gaben au\u00dferordentlich sensible pers\u00f6nliche und finanzielle Informationen an Meta weiter. Das Unternehmen nutzte die Daten f\u00fcr verschiedene Werbezwecke. TaxAct, H&amp;R Block und TaxSlayer gaben in der Antwort auf die Anfrage des Kongresses zu, dass sie durch die Nutzung des Meta Pixel und der Google-Tools Daten von Steuerzahlern weitergeben. Obwohl die Steuervorbereitungsunternehmen und Big-Tech-Firmen behaupteten, dass alle weitergegebenen Daten anonym seien, haben die FTC und Experten darauf hingewiesen, dass die Daten leicht dazu verwendet werden k\u00f6nnten, Einzelpersonen zu identifizieren oder ein Dossier \u00fcber sie zu erstellen, das f\u00fcr gezielte Werbung oder andere Zwecke genutzt werden k\u00f6nnte. <\/li>\n<li>Der Kongressausschuss kommt zum Schluss, dass die Steuerberatungsunternehmen und Big-Tech-Firmen in Bezug auf ihre Praktiken der gemeinsamen Datennutzung und ihren Umgang mit sensiblen Steuerzahlerdaten r\u00fccksichtslos handelten. Die Steuerberatungsunternehmen gaben an, dass sie die Meta- und Google-Tools auf ihren Websites installiert haben, ohne sich dar\u00fcber im Klaren zu sein, in welchem Umfang sie Steuerzahlerdaten an diese Technologieunternehmen weitergeben w\u00fcrden, ohne unabh\u00e4ngige Compliance- oder Datenschutzexperten zu konsultieren und ohne vollst\u00e4ndige Kenntnis der Verwendung und des Umgangs von Meta mit den Daten. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Unternehmen, die Steuererkl\u00e4rungen erstellen, haben durch die Weitergabe von Steuerzahlerdaten an Big-Tech-Firmen m\u00f6glicherweise gegen Gesetze zum Schutz der Privatsph\u00e4re von Steuerzahlern versto\u00dfen, schreibt Senatorin Warren. Nach dem Gesetz darf ein Steuerberater die Daten eines Steuerzahlers ohne schriftliche Zustimmung nicht weitergeben oder verwenden. Bez\u00fcglich der Weitergabe an Meta und Google lag diese Zustimmung aber nicht vor. Steuerberatungsunternehmen k\u00f6nnen zwar Daten an \"Hilfsdienstleister im Zusammenhang mit der Erstellung einer Steuererkl\u00e4rung\" weitergeben. Meta und Google fallen jedoch (wahrscheinlich) nicht unter die Definition von \"Hilfsdienstleistern\", und die Weitergabe von Daten an Meta diente Werbezwecken &#8211; nicht \"in Verbindung mit der Erstellung einer Steuererkl\u00e4rung\", schreibt die Senatorin.<\/p>\n<p>Die Senatoren des US-Kongresses fordern nun das Justizministerium, den Internal Revenue Service (IRS, US-Steuerbeh\u00f6rde), die Federal Trade Commission und den Treasury Inspector General for Tax Administration (Generalinspektor des Finanzministeriums f\u00fcr die Steuerverwaltung) auf, \"diese Angelegenheit vollst\u00e4ndig zu untersuchen und alle Unternehmen oder Einzelpersonen, die gegen das Gesetz versto\u00dfen haben, strafrechtlich zu verfolgen.\" ArsTechnica zitiert den Bericht der Kongressmitglieder, der besagt, dass jeder Steuerberater, der wissentlich oder leichtfertig Informationen \u00fcber Steuererkl\u00e4rungen weitergibt, mit einer Geldstrafe von bis zu 1.000 Dollar pro Versto\u00df und einer Gef\u00e4ngnisstrafe von bis zu einem Jahr belegt werden kann. Angesicht von Millionen an weitergegebenen Daten von Steuerzahlern d\u00fcrfte dass auf Milliarden schwere Geldstrafen hinauslaufen. <\/p>\n<h2>Implikationen f\u00fcr Europa<\/h2>\n<p>Kann man in Europa als \"Randnotiz\" abtun. Aber dieser Vorfall zeigt einmal, dass in den USA kaum ein Bewusstsein f\u00fcr Datenschutz existiert &#8211; es wird einfach mal gemacht, vielleicht kommt man ja durch. Wirft nat\u00fcrlich ein besonderes Licht auf Software und Dienstleistungen, die in den USA erstellt bzw. erbracht, aber weltweit vermarktet werden. Erkl\u00e4rt auch, warum Apple, Google, Microsoft, Meta\/Facebook etc. so agieren, wie sie agieren. Da werden Daten gesammelt, was das Zeug h\u00e4lt, w\u00e4hrend in der EU die DSGVO davor steht. <\/p>\n<p>Ich hatte hier im Blog schon mal konstatiert, dass China das fehlende Bewusstsein f\u00fcr Datenschutz auf die F\u00fc\u00dfe f\u00e4llt, weil dort alles und jedes \u00fcberwacht wird. Firmen, die Software erstellen und diese international vermarkten, haben dann ein gravierendes Handicap, wenn es um Datenschutz geht. Das Gleiche l\u00e4sst sich unter obigem Blickwinkel auch f\u00fcr die USA konstatieren. Und hier wird es interessant, wenn wir den Versuch der EU-Kommission betrachten, ein Datentransferabkommen zwischen EU und USA zu etablieren, damit Daten von EU-B\u00fcrgern zur Verarbeitung im weiteren Sinne in die USA transferiert werden d\u00fcrfen (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/07\/11\/eu-kommission-fllt-angemessenheitsbeschluss-fr-eu-u-s-data-privacy-framework\/\">EU-Kommission f\u00e4llt Angemessenheitsbeschluss f\u00fcr EU-U.S. Data Privacy Framework<\/a>). M\u00f6glicherweise f\u00fchrt der obige Vorfall auch dazu, dass die US-Datenschutzgesetze versch\u00e4rft werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den USA kocht gerade ein riesiger Datenschutzskandal hoch. Einige Steuerberatungsfirmen, die US-Amerikaner in Steuerangelegenheiten vertreten, haben die vertraulichen Daten von Steuerpflichtigen mit Meta (Facbook-Mutter) und Google geteilt. Die Unternehmen nutzten diese Informationen f\u00fcr zielgerichtete Werbung. Nun wird das Ganze &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/07\/14\/us-skandal-steuerberater-haben-private-daten-an-meta-und-google-weitergegeben\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[426],"tags":[451,4328],"class_list":["post-283771","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sicherheit","tag-datenschutz","tag-sicherheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/283771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=283771"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/283771\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=283771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=283771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=283771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}